Durchaus eine Leseempfehlung
Blankenese - Zwei FamilienJohn Casparius glaubt nicht mehr an die wahre Liebe, bis er im Morgengrauen Leni Hansen trifft. Sie rettet ihn vor sich selber. Zwei Fremde und so unterschiedliche Menschen, die durch das Schicksal geleitet ...
John Casparius glaubt nicht mehr an die wahre Liebe, bis er im Morgengrauen Leni Hansen trifft. Sie rettet ihn vor sich selber. Zwei Fremde und so unterschiedliche Menschen, die durch das Schicksal geleitet einen, für die beiden selber noch nicht ersichtlichen, Weg teilen.
"Blankenese- zwei Familien" wahr mein erstes Buch von Micheala Grünig und etwas völlig neues verglichen zu meinen bisherigen Leseerfahrungen, was Schreibstil und Erzählart angeht.
Was mir an diesem Werk besonders gefallen hat ist, dass nicht nur die Geschichte von Leni und John erzählt wurde. Man bekommt verschiedenen Perspektiven und kann sich somit nicht nur in Leni oder John hineinversetzen, um ihre Entscheidungen und ihr Handeln zu verstehen, sondern man erhält einen Einblick in die Unterschiedlichsten Charaktere, wie beispielsweise von Lenis Mutter. Das und der , meiner Meinung nach, fesselnden Schreibstil von Micheala Grünig verführen regelrecht dazu immer und immer weiter zu lesen, ohne das Buch aus der Hand zu legen, auch wenn die ca. 30-seitigen Kapitel etwas zu lang waren.
Allerdings muss den Leserinnen bewusst sein, dass das Buch in der Nachkriegszeit des 1. Weltkrieges spielt, weshalb es sich im verlauf der Handlung immer mal wieder um Politik und Wirtschaft dreht, vor allem da die Familie Casparius ein Unternehmen besitzt und sie schwer unter der Nachkriegszeit leiden. Ein gewisses Vorwissen, was die Nachkriegszeit anbelangt würde ich empfehlen, da man einige Sachen schneller nachvollziehen kann, ist aber nicht zwingend notwendig.
Auch sollte beachtet werden, dass die Handlung bis in den Anfang des Nationalsozialismus reicht und die Verfolgung von Juden thematisiert wird. Wer zu solchen Themen also kein Interesse aufweisen kann oder über sie schlicht unf einfach nicht lesen kann oder möchte, sollte sich dann vielleicht doch lieber für ein anderes Buch entscheiden.
Die Charaktere und ihre Entwicklung war sehr nachvollziehbar. An vielen stellen hat man richtig mitgefiebert, auch wenn mich die Phase der Ehekrise ehrlich gesagt irgendwann etwas von meinem Lesefluss abgebracht hat, da sie meiner Meinung nach viel zu lange anhält und ich selber den Grund nicht ganz nachvollziehen konnte. Nichts destotrotz doch eine schöne Idee, um eine nahbare, nicht immer perfekte Ehe darzustellen, wodurch sich sicherlich einige Leserinnen angesprochen fühlen und aus der Art und Weise, wie dieser Konflikt gelöst wurde lernen können.
So wurde die Entwicklung der Charaktere ins Positive , gerade wenn man sie mit dem ihrer selbst am Anfang des Buches vergleicht, deutlich erkennbar.
Leni ist eine willensstarke, eigenständige Frau, die auch in der heutigen Zeit als ein Vorbild gelten kann.
Ich habe es, trotz kleinerer Kritikpunkte, sehr genossen ihre und Johns Geschichte zu lesen, die durch immer mal wieder auftauchende Problem, mal kleinere mal größere, immer spannend gehalten wurde.
Insgesamt also ein Leseempfehlung.