Viel Potenzial, aber nicht ganz ausgeschöpft
Hunting Souls (Romantasy-Dilogie, Bd. 2)Katrina und Tate könnten unterschiedlicher nicht sein – er ein Mensch, sie eine Untote. Während Tate fest davon überzeugt ist, dass sie füreinander bestimmt sind, reagiert Katrina eher skeptisch. Sie ist ...
Katrina und Tate könnten unterschiedlicher nicht sein – er ein Mensch, sie eine Untote. Während Tate fest davon überzeugt ist, dass sie füreinander bestimmt sind, reagiert Katrina eher skeptisch. Sie ist überzeugt, dass eine Beziehung zwischen ihnen schlichtweg unmöglich ist. Doch das ist nicht ihr einziges Problem: Der Fluch, der die beiden miteinander verbindet, sorgt dafür, dass sie sich nicht mehr als ein paar Meter voneinander entfernen können.
Doch all das rückt in den Hintergrund, als die Vermisstenfälle in New Arcadia immer zahlreicher werden und immer mehr Untote plötzlich aus dem Nichts auftauchen. Ihre Existenz sorgt nicht nur bei den Jägerfamilien für Aufregung, sondern ist auch dem Tod höchstpersönlich ein Dorn im Auge. Und so schlägt er Katrina ein verlockendes Angebot vor: Wenn sie es schafft, die Untoten zu stoppen, wird er den Tod einer geliebten Person verhindern. Doch wer diese Person ist, weiß nur der Tod selbst.
Für diese Aufgabe braucht Katrina jedoch mehr als nur ihre eigenen Kräfte – sie muss die Hilfe von Tate, ihrer Familie und der gesamten Gemeinschaft der Jäger und Übernatürlichen annehmen.
Nach dem starken ersten Band war meine Vorfreude auf die Fortsetzung groß.
Der Roman schließt nahtlos an das dramatische Ende von Band 1 an, was den Einstieg sofort fesselnd macht. Besonders erfreulich ist, dass Katrina Smythe, deren sarkastische und erfrischende Art bereits im ersten Teil ein echtes Highlight war, auch in der Fortsetzung mit ihrem trockenen Humor der Geschichte wieder ihren einzigartigen Stempel aufdrückt. Schön ist auch, dass Isabelle und Lyn deutlich mehr in die Handlung eingebunden werden als im ersten Band.
Leider fehlt der Geschichte dieses Mal etwas die Dynamik. Über weite Strecken zieht sich der Handlungsverlauf, und man wartet darauf, dass endlich etwas Entscheidendes passiert. Der Showdown ist dann aber wirklich ein Highlight – er ist spannend und emotional und enthält intensiven Momenten, die einen richtig mitreißen. Danach geht die Geschichte noch weiter – dieser Abschnitt ist ebenfalls sehr emotional, teilweise sogar traurig, allerdings auch recht vorhersehbar. Man hat schnell das Gefühl, zu wissen, wie es weitergeht, was dem Ganzen ein wenig die Spannung nimmt.
Insgesamt kann Band 2 nicht ganz mit dem starken Auftakt mithalten. Die Geschichte verliert spürbar an Fahrt, auch wenn die Charaktere und das Setting weiterhin überzeugen und die Grundidee der Reihe nach wie vor großes Potenzial hat. Das Ende ist zwar stimmig gewählt, der Weg dorthin hätte jedoch etwas mehr Spannung vertragen können.