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Veröffentlicht am 02.07.2026

Charmant-witzige Datingromance

Worst Date Ever (Knisternde RomCom von der erfolgreichen Autorin Kasie West)
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Dating ist nicht immer leicht - manche Dates sogar so schlecht, dass sie sich unauslöschlich ins Gedächtnis einprägen. In ihrer humorvollen RomCom „Worst Date Ever“ lässt Autorin Kasie West ihre Protagonisten ...

Dating ist nicht immer leicht - manche Dates sogar so schlecht, dass sie sich unauslöschlich ins Gedächtnis einprägen. In ihrer humorvollen RomCom „Worst Date Ever“ lässt Autorin Kasie West ihre Protagonisten Margot und Oliver bei eben so einem grauenhaften Date aufeinandertreffen. Zwar knistert es zwischen der hoffnungslosen Romantikerin und dem strukturierten Softwareentwickler ganz gewaltig, doch zu diesem Zeitpunkt hat Margot ihr Dating-Match nach einer sehr einseitigen und sterbenslangweiligen Unterhaltung schon zum schlimmsten Date ihres Lebens gekürt. Obwohl Margot sich nichts sehnlicher als ihr persönliches Meet-Cute mit dem Mann ihrer Träume wünscht, stolpert sie auf den unterschiedlichsten Dating-Apps doch immer wieder über Oliver. Als sich weder Job noch Liebesleben in die vorgesehene Richtung entwickeln schließen die beiden Dating-Versager eine zunächst virtuelle Freundschaft miteinander.
Das stilisierte Cover des Buches ist in Pastellfarben gehalten und zeigt die beiden, sich den Rücken zukehrenden, aber doch verstohlen über die Schulter blickenden Protagonisten vor einem seitenfüllenden Bücherregal.
Durch einen Fehlklick meinerseits habe ich den Roman leider als eBook statt Hörbuch erhalten. Eigentlich ist mir das Lesen am Bildschirm ein Graus, umso höher ist es zu bewerten, dass ich bei diesem Buch einfach nicht aufhören konnte. Ein absoluter Pageturner – unterhaltsam, witzig, spritzig und wundervoll herzerwärmend. Der eingängige Schreibstil von Kasie West lässt sich ausgesprochen angenehm lesen, wirkt atmosphärisch dicht und besticht mit einem gelungenen Zusammenspiel aus dynamischen Dialogen und nachdenklichen Momenten. Einige Wörter, allen voran Meet-Cute, sind ein wenig inflationär verwendet, was allerdings kaum stört. Auch das der Handlungsverlauf in einigen Sequenzen ziemlich vorhersehbar ist, tut dem Roman keinen Abbruch. Ein wenig Spannung bleibt sowohl durch Margots verworrene berufliche Situation, vor allem aber durch die deutlichen Gegensätze der verschiedenen Charaktere spürbar.
Nicht nur der Kontrast zwischen Margot und Oliver, sondern auch das stetig leicht schwelende Konfliktpotenzial zwischen Margot und ihrer so erfolgreichen wie pedantischen Schwester Audrey sorgt für einen ordentlichen, teils amüsanten Schlagabtausch. Protagonist Oliver erhält im Laufe der Handlung gänzlich andere Charakterzüge, als es beim ersten Date den Anschein hatte. Er ist unheimlich attraktiv, sehr strukturiert und ausgesprochen zuverlässig, dabei gleichzeitig auch sehr einfühlsam und verletzlich. Obwohl er es langsam angehen lassen möchte, ist die körperliche Anziehung zu Margot immens und stellt seine Selbstbeherrschung vor übermenschliche Herausforderungen. Durch die Erzählweise in Ich-Perspektive erhält der Leser besonders intensive Einblicke in Margots Gedanken- und Gefühlskarussell. Obwohl Margot klare Ziele vor Augen hat – sie möchte endlich von der Assistentin zur Literaturagentin aufsteigen und ihren Mr. Right finden – ist ihre Vorgehensweise oft ausgesprochen chaotisch und impulsiv. Von ihrem Chef ausgenutzt und ständig vertröstet, scheint ihr auch in Liebesdingen ein Fehltritt nach dem anderen zu unterlaufen. Immer stärker wird sie von Selbstzweifeln geplagt und traut sich, gerade mit Blick auf ihre erfolgreiche Schwester, nicht ihrer Familie reinen Wein einzuschenken – ein Vorgehen, das die Gefahr eines großen Knalls in sich birgt. Dass sie in körperlicher Hinsicht bestens mit Oliver harmonieren würde, ist Margot schon seit dem ersten vollkommen verpatzten Date klar. Dennoch fällt es ihr schwer, sich von ihrer Hoffnung auf ein Meet-Cute zu trennen und neben der Leidenschaft auch emotionale Nähe zu zulassen – erst recht als sie erkennt, dass Oliver ihr etwas entscheidendes verschwiegen hat.
„Worst Date Ever“ ist eine ausgesprochen unterhaltsame und witzige RomCom, die vor allem mit Dating-Fails und der Gegensätzlichkeit der Figuren mit einer sehr kurzweilige Dynamik erfreut. Absolute Leseempfehlung für alle RomCom-Fans.

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Veröffentlicht am 25.06.2026

Anders als erwartet

If Books Could Kill
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Ein packender Genremix aus romantischer Lovestory und spannendem Thriller – das hatte ich mir zumindest erwartet. Doch ähnlich wie Protagonistin Roxie habe ich etwas anderes bekommen als erwartet.
In Kate ...

Ein packender Genremix aus romantischer Lovestory und spannendem Thriller – das hatte ich mir zumindest erwartet. Doch ähnlich wie Protagonistin Roxie habe ich etwas anderes bekommen als erwartet.
In Kate Eberles Roman „If Books Could Kill“ wird Protagonistin Roxie Mitchell zur Hauptfigur ihre liebsten Romance-Autorin. Bedauerlicherweise hat die jedoch das Genre gewechselt und schreibt an einem Thriller. Nachdem sie bei ihrem heißen Date einem Mordanschlag nur knapp entgeht, lernt Roxie auf der Flucht den zurückhaltenden Literaturdozenten Grant kennen. Als sie erfährt, dass der Anschlag Teil einer Mordserie war, schließt Roxie Grant kurzerhand in ihren Plan die Drahtzieher zu schnappen ein und kommt ihm unerwartet näher.
Das Cover hat einen auffälligen lila-pinken Farbverlauf und zeigt sie beiden Protagonisten: Grant steckt in einem blutverschmierten Buch und versucht Roxie festzuhalten, die davon zu fliegen droht.
Der Schreibstil ist insgesamt eher einfach und lässt sich sehr flüssig lesen. Trotzdem ist es für mich kein Pageturner. Obwohl es mehrere Tote, Explosionen und wilde Verfolgungsjagden gibt, fehlt mir die echte Spannung. Die Handlung, insbesondere der Übergang von der fiktionalen Realität zum fiktionalen Thriller, wirkte an einigen Stellen einfach nicht richtig schlüssig. Zwei so gegensätzliche Protagonisten aufeinandertreffen zu lassen, sorgt jedoch für eine gewisse Dynamik. Allerdings tun sich die Figuren nicht unbedingt durch besonders vielschichtige Charakterzüge hervor. Während Grant, sofern er nicht gerade in Panik ist, eher ruhig und besonnen reagiert, wirkt Roxie mit ihrer forschen Art nicht immer sympathisch. Gerade ihre gewaltverherrlichende Freude an den Ereignissen „ihres“ Thrillers und ihre manchmal rücksichtslose Haltung stößt mich ein wenig ab. Vielleicht wäre sie mir sympathischer gewesen, hätte sie nicht von Anfang an gewusst, dass alles nur Fiktion ist.
Das Buch liest sich insgesamt sehr angenehm und recht unterhaltsam. Obwohl mir die Grundidee gefällt, musste ich allerdings feststellen, dass ich wohl eher nicht in die Zielgruppe falle.

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Veröffentlicht am 12.06.2026

Vielschichtige Protagonisten und große Intensität

Eine Liebe ohne Sommer
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Überraschend, erschütternd und tieftraurig ist der ziemlich außergewöhnliche Liebesroman von Timothy Paul - und dabei doch so lebensbejahend und von Zuversicht und Hoffnung geprägt.
Das neue Jahr sollte ...

Überraschend, erschütternd und tieftraurig ist der ziemlich außergewöhnliche Liebesroman von Timothy Paul - und dabei doch so lebensbejahend und von Zuversicht und Hoffnung geprägt.
Das neue Jahr sollte die Beziehung zwischen Rosa und Nikolas auf eine neue, aufrichtigere Ebene heben, doch dann kommt alles ganz anders: Am Neujahrstag erleidet Nikolas vor Rosas Augen einen tödlichen Unfall. Die noch junge Beziehung der beiden erfährt ein jähes Ende und hinterlässt bei Rosa Fragen, denn Nikolas hatte zweifelsfrei Geheimnisse vor ihr. Wäre Nikolas die Liebe ihres Lebens gewesen? Gibt es diese eine ganz besondere Liebe überhaupt? Wer war Nikolas eigentlich wirklich? Und was möchte seine Mutter Ellen so dringend vor Rosa verheimlichen? Auf der Suche nach Antworten lernt Rosa nicht nur Nikolas‘ Weggefährten und ihn selbst posthum besser kennen, sondern muss sich auch gleichzeitig mit ihren eigenen Anschauungen auseinandersetzen.
Timothy Paul spricht in seinem Roman nicht nur die Motive Tod, Trauer und Liebe an, sondern schenkt vor allem Trauerverarbeitung, Selbstfindung und Neuanfang große Aufmerksamkeit. Durchaus zentrale Rollen spielen dabei auch Freundschaft und Familie. Obwohl die Handlung auf zwei Zeitebenen und zusätzlichen Gedanken in Form von Notizbucheinträgen – vor Nikolas Unfall und danach – ineinander verwoben ist, steigt der Spannungsverlauf doch ziemlich stetig und linear an. Wo der Roman sich anfangs eher angenehm liest, erweist er sich später als echter Pagetuner. Gerade die geheimnisvolle Aura, die Nikolas umgibt und die von Rosa Schicht für Schicht durchdrungen wird, sorgt für Spannung. Aber ebenso geht die Intensität mit der Rosa die Suche nach einem Gesamtbild von Nikolas durchlebt unter die Haut. Unweigerlich wird beim Lesen mitgerätselt und manch eine Vermutung erfüllt sich auf die eine oder andere Weise - aber längst nicht jede. Nicht immer sind die Reaktionen der Protagonisten unbedingt nachvollziehbar, Rosa wirkt anfangs irritierend unbeteiligt und die manipulative Ellen hat ein leichtes Spiel, denn niemand bietet ihr so recht die Stirn, aber gerade diese Unvollkommenheit macht die Figuren ausgesprochen glaubwürdig. Etwas weniger stimmig im Hinblick auf den Verlauf des Romans fügt sich Ende an. Trotzdem liest es herrlich und bietet einen hoffnungsvollen Ausblick.
Es gelingt Timothy Paul insbesondere den Protagonisten aber auch den Nebenfiguren einen vielschichtigen und glaubwürdigen Charakter zu verleihen. Selbst Nikolas unsympathische und absolut manipulative Mutter Ellen hat mitunter durchaus nachvollziehbare Motive für ihre Haltung. Trotzdem ruft sie immer wieder eine ausgeprägte Antipathie hervor. Nikolas‘ Freunde sind ein bunt gemischter Haufen, in dem von extravagant bis arrogant alles vertreten ist. Ebenso wie Rosas Freunde rund um die schlagfertige, spitzzüngige Steffi wirken sie jedoch allesamt ausgesprochen sympathisch und loyal. Nikolas selbst zeigt wohl die umfassendste und durchaus mitunter widersprüchliche Persönlichkeit: Einerseits immer wieder draufgängerisch und risikofreudig, offenbart er auch eine sensible und einfühlsame Seite, wählt aber gern den Weg des geringeren Widerstandes und bietet den Einmischungen seiner Mutter keinerlei Einhalt. Rosa durchläuft während der Suche nach dem wahren Nikolas eine beeindruckende Persönlichkeitsentwicklung. Sie lernt nicht nur Nikolas kennen, sondern ist immer wieder gezwungen ihre eigenen Ansichten kritisch zu hinterfragen und ihren eigenen Standpunkt – auch vor sich selbst - zu vertreten. Dabei gewinnt die anfangs eher unsichere und an sich selbst zweifelnde Frau deutlich an Selbstbewusstsein und findet den Mut neue Wege einzuschlagen.
„Eine Liebe ohne Sommer“ ist ein unheimlich berührender Roman, der trotz der traurigen Thematik eher nachdenklich stimmt und auch über die letzte Seite hinaus noch nachhallt. Nicht unbedingt die Handlung selbst, sondern vielmehr die Intensität der Erzählung macht „Eine Liebe ohne Sommer“ zu einem mitreißenden Leseerlebnis, das unter die Haut geht.

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Veröffentlicht am 24.05.2026

Naturnaher Familienroman, der nachdenklich stimmt

Brombeerblaue Tage
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Der Roman „Brombeerblaue Tage“ von Simone Veenstra wirkt nach – trotz oder vielleicht gerade wegen des ruhigen und unaufdringlichen Schreibstils. Inmitten einer problematischen Vater-Tochter-Beziehung ...

Der Roman „Brombeerblaue Tage“ von Simone Veenstra wirkt nach – trotz oder vielleicht gerade wegen des ruhigen und unaufdringlichen Schreibstils. Inmitten einer problematischen Vater-Tochter-Beziehung haben auch die Themen Gesundheit, Entschleunigung und Natur maßgeblichen Anteil auf einem Weg voller Annäherung und Selbstfindung.
Das Leben der Berliner Landschaftsarchitektin Elisa ist straff durchorganisiert. Als absoluter Workaholic sind ständige Erreichbarkeit und Projekte über Projekte ihr Lebenselixier. Dass ausgerechnet ihr Vater Henk, zu dem sie ein gespaltenes Verhältnis hat, sie nun bittet während eines kurzen Krankenhausaufenthalts sein Gutshaus auf Rügen zu hüten, widerstrebt Elisa zutiefst. Auf Rügen angekommen muss Elisa feststellen, dass die dringliche Grundsanierung des Anwesens gerade erst anläuft, der Garten vollkommen verwildert ist und von Erreichbarkeit kaum die Rede sein kann. Als der erste Schreck vergangen ist, macht sich Elisa mit zunehmendem Eifer ans Werk. Doch gerade als ihre Leidenschaft für die Natur wieder erwacht, sich das Verhältnis zu ihrem Vater ein wenig entspannt und Elisa erste soziale Kontakte auf der Insel knüpft, verschlechtert sich Henks Gesundheitszustand dramatisch. Nun muss Elisa eine Entscheidung treffen.
Das Buch liest sich insgesamt angenehm flüssig. Die Ostseeatmosphäre zeigt sich vor allem im beschaulichen Inselfeeling und den intensiven Naturbeschreibungen. Mit ihrem Schreibstil drängt Simone Veenstra den Leser gar nicht so sehr zur Protagonistin Elisa hin, sondern versetzt ihn vielmehr in die Rolle eines eigenständigen, nachdenklichen Betrachters – ruhig und unaufdringlich, aber trotz allem unwahrscheinlich eindringlich schildert sie das Geschehen. Zu genau diesem Schreibstil passt auch das Cover des Romans: durchaus hübsch, dabei aber schlicht und unaufgeregt fängt es die Entschleunigung, die Teil des Romans ist gelungen ein.
Obwohl „Brombeerblaue Tage“ durchaus in die Kategorie Wohlfühlroman fällt, fehlt es trotzdem nicht an Spannung. Viele Entscheidungen, Beziehungsverhältnisse und Handlungsschritte werden lange offen gehalten, wie im richtigen Leben werden mitunter falsche Entscheidungen getroffen, Umwege eingeschlagen und vielleicht entwickelt sich auch letztlich nicht alles so bzw. nicht so schnell wie erwartet. Eine Frage allerdings bleibt beim Lesen in meinen Augen offen: Wie konnte es nur zu einer solchen Entfremdung zwischen Vater und Tochter kommen? Warum wurde Elisas ablehnende Haltung dem Vater gegenüber nicht ernst genommen und früher gemeinschaftlich gegengesteuert?
Elisa selbst durchläuft im Roman eine beachtliche Entwicklung, sowohl im Hinblick auf ihre eigene Persönlichkeit als auch im Verhältnis zu ihrem Vater. Als die junge Frau widerstrebend aus Berlin nach Rügen kommt, ist der Job als Landschaftsarchitektin ihre Luft zum Atmen. Hier geht sie auf und erfährt Bestätigung. Alles andere wird kontinuierlich von ihr vernachlässigt und das Verhältnis zu ihrem Vater ist ohnehin zerrüttet. Auf Rügen angekommen findet sie zwischen ihrem stressigen Job und aufreibenden Krankenhausbesuchen vor allem in der Natur zur Ruhe. Nach und nach entspannt sich zudem das Verhältnis zu ihrem Vater. Aber auch in aufkeimenden sozialen Kontakten und Erinnerungen aus ihrer Kindheit und die Großmutter stimmen Elisa nachdenklich. Immer deutlicher bemerkt sie schließlich, was wirklich wichtig ist und so reift die Erkenntnis in ihr heran, ihr Leben auf der Überholspur gegen ein wenig Entschleunigung und eine bewusstere Haltung einzutauschen.
Wer in einem Wohlfühlroman auf eine vordergründige Liebesgeschichte nicht verzichten kann, wird von „Brombeerblaue Tage“ möglicherweise enttäuscht sein. Allen anderen Lesern liefert der Roman ein intensives Leseerlebnis, dass zum Nachdenken über die eigenen Werte einlädt, aber gleichzeitig Entschleunigung bietet.

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Veröffentlicht am 17.05.2026

Es geht im Leben nicht darum, allen anderen zu gefallen

The Iced Caramel Coffee Agreement
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Im zweiten Band von Kyra Grohs Lower Whilby Reihe „The Iced Caramel Coffee Agreement“ dreht sich dieses Mal alles um das selbstlose Mauerblümchen Eleanore Morley und den jungen, aber verbrauchten Musiker ...

Im zweiten Band von Kyra Grohs Lower Whilby Reihe „The Iced Caramel Coffee Agreement“ dreht sich dieses Mal alles um das selbstlose Mauerblümchen Eleanore Morley und den jungen, aber verbrauchten Musiker Dex mit dem Bad Boy Image. Die Bände der Reihe können unabhängig voneinander gelesen werden. Wer den Reihenauftakt bereits kennt, darf sich auf eine Wiederbegegnung mit alten Bekannten freuen. Das Hörbuch wird stimmungsvoll, der Atmosphäre des Textes entsprechend, gesprochen von Jesse Grimm und Sandra Voss.
Eleanore ist jedermanns Liebling in Lower Whilby, jedoch ohne dabei als Mensch mit eigenen Bedürfnissen wirklich gesehen zu werden. In der Liebe vollkommen unerfahren, möchte sie nun endlich auch als Frau wahrgenommen werden. Doch in dieser Hinsicht absolut naiv und blauäugig, benötigt sie dringend Unterstützung. Dass die Nachhilfe ausgerechnet in Person des ausgebrannten Musikers Dex Cartwright vor ihr steht, macht die Sache nicht einfacher. Schließlich ist Eleanore seit ihrer bisher ersten und einzigen kurzen Begegnung vor beinahe einem Jahrzehnt bis über beide Ohren in Dex verliebt und Dex steckt aktuell zweifelsfrei in einer persönlichen Krise.
Titel und Cover passen sehr gut zum ersten Band der Reihe, wirken aber in Bezug auf den Inhalt meiner Meinung nach wenig anschaulich.
Kyra Groh gelingt es erneut bildhaft die Kleinstadtatmosphäre sehr stimmig in Worte zu fassen. Kein Zweifel: Hier kennt jeder jeden, es wird fleißig ge- und verurteilt und die Nachbarn wissen mehr über dich als du selbst. Durch die wechselnde Ich-Perspektive aus (Elea)Nores und Dex‘ Sicht werden die Gedanken und Gefühle der beiden Protagonisten sehr intensiv greifbar. Leider muss ich sagen, dass mich der Roman trotz des wirklich tollen Schreibstils nicht so recht abgeholt hat. Im ersten Band der Reihe hat Eleanore sich zu meiner Lieblingsfigur entwickelt – sympathisch, zuverlässig, loyal und ein kleinwenig frustriert in Liebesdingen. Genau das ist Nore auch, allerdings eher sehr frustriert, äußerst unsicher und mit einem Selbstbewusstsein ausgestattet, das sich auf dem Niveau der Grasnarbe befindet. Mit diesen Eigenschaften abgestraft, zerfließt Nore über weite Teile des Romans in Selbstmitleid – im Hörbuch durch treffende Stimmmodulation ausgesprochen wirkungsvoll hervorgehoben. Glücklicherweise und eigentlich auch recht voraussehbar bekommt sie mit der Unterstützung von Dex und ihrer Freundin Jude doch noch die Kurve. So erkennt Nore schließlich, dass zunächst einmal sie selbst mit sich zufrieden sein, nicht jedem ihrer Mitmenschen alles recht machen und ihre eigenen Bedürfnisse ernst nehmen und danach handeln muss. Zweifelsfrei wichtige Einsichten, die sie gewinnt. Dex wiederum ist trotz seines Rockstar-Images eigentlich ein sehr liebenswerter Kerl. Er nimmt sich Nore jedoch auch deswegen an, um seine eigenen Dämonen ein Stück weit zu verdrängen. In seinem Inneren leidet auch er vor sich hin, fühlt sich auf andere Weise ebenso unzulänglich wie Nore und es dauert eine ganze Weile ehe er einige der guten Ratschläge, die er ihr so fleißig erteilt auch selbst beherzigt. Dieses langanhaltende Klagelied der Protagonisten ist mir persönlich einfach ein bisschen zu viel – gerade für eine cozy small-town-romance – und lässt mich die Eigeninitiative auf beiden Seiten vermissen, um aktiv etwas zu ändern. Ein wenig irritiert hat mich beim Hören an einigen Stellen wie hart und zeitweise ungerecht James mit seinem Bruder Dex umgeht, gerade mit Bezug auf Nore.
Auch wenn der Roman bzw. das Hörbuch mich nicht völlig überzeugen konnte, beschert es durch den eindrücklichen Schreibstil doch eine angenehme Lesezeit und liefert mit vielen schrulligen Figuren und paradoxen Lebenseinstellungen, die aufeinandertreffen immer wieder Anlass zum Schmunzeln.

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