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Veröffentlicht am 23.03.2026

Nur Dystopie oder doch realistisches Grauen?

Wellengrab (Ein Fabian-Risk-Krimi 7)
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Ich muss zugeben, dass „Wellengrab“ von Stefan Ahnhem mich eiskalt erwischt hat. Den Autor und damit auch die Reihe um den schwedischen Ermittler Fabian Risk kannte ich bisher noch nicht. Der Klappentext ...

Ich muss zugeben, dass „Wellengrab“ von Stefan Ahnhem mich eiskalt erwischt hat. Den Autor und damit auch die Reihe um den schwedischen Ermittler Fabian Risk kannte ich bisher noch nicht. Der Klappentext klang interessant und ein „Kriminalroman“ passte gerade auch gut zu meiner Leselaune. Nicht gerechnet habe ich dabei allerdings mit dieser extrem packenden und verstörend authentischen Mischung aus Psycho- und Politthriller, denn als genau das entpuppt sich „Wellengrab“.
Das Cover wirkt mit der roten Schwedenhütte auf dem schroffen Felsen vor dunklen Wolken zwar ein wenig unheilvoll, bereitet den Leser aber nicht annähernd auf den regelrechten Horror vor, der ihn bei der Lektüre erwartet.
Was treibt vollkommen normale Menschen dazu schreckliche Straftaten zu begehen? Wie kann ein Mord inmitten einer Geschäftssitzung vor dutzenden Augen ungesühnt bleiben? Und wie untergräbt man das System das mühelos? Um all diese Fragen dreht sich dieser „Kriminalroman“, aber auch um Fremdenfeindlichkeit, Instrumentalisierung, Manipulation, Radikalisierung, das Gefühl von Zusammenhalt und Abspaltung. Vor allem aber geht es um Angst – das nackte Grauen für die Betroffenen.
Stefan Ahnhems Erzählstil wirkt teilweise recht nüchtern, ebenso wie die Stimme des Hörbuchsprechers David Nathan und erzeugt damit einen äußerst wirkungsvollen Kontrast zu dem düsteren, spannungsgeladenen Geschehen. Die Spannungskurve steigt nach kurzer Anlauf rasch enorm an und steigt bis kurz vor Schluss in schwindelerregende Höhen. Wie das Ende zu bewerten ist, muss wohl jeder Leser für sich entscheiden, denn es bleiben doch einige Fragen offen.
Obwohl Fabian Risk anfangs noch ziemlich lustlos wirkt und den Biss für seinen Job verloren zu haben scheint, weckt der neue perfide Fall den Ermittler aus seiner Lethargie und er beweist sicheres Gespür und zieht oftmals die richtigen Schlüsse. Doch der Fall entwickelt unvorstellbare Dimensionen und nicht allein Fabian und sein Team geraten zunehmend in Gefahr je näher sie der Wahrheit kommen. Auf wen lässt sich in diesem Alptraum noch zählen, wem kann Fabian vertrauen?
Düster, spannend und hochexplosiv geht es in diesem „Kriminalroman“ zu, ganz sicher nichts für schwache Gemüter. Mit einem erschreckend nachvollziehbaren und damit sehr authentisch wirkenden Plot, ist „Wellengrab“ aber ganz sicher ein Hochgenuss für alle Thriller-Fans und obwohl meine Leseerwartung doch gänzlich anderer Art war, hat dieses (Hör-)Buch mich dennoch voll und ganz in seinen Bann gezogen.

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Veröffentlicht am 04.03.2026

Angenehm kurzweiliger Cosy-Crime in schottischem Ambiente

Mord & Breakfast
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„Mord & Breakfast – ein Fall für Melody Moss“ ist der Auftakt zu Anne Gordons Cosy-Crime-Reihe an der schottischen Ostküste. Das Hörbuch wird von Sandrine Mittelstädt gesprochen.
Als die Londoner Journalistin ...

„Mord & Breakfast – ein Fall für Melody Moss“ ist der Auftakt zu Anne Gordons Cosy-Crime-Reihe an der schottischen Ostküste. Das Hörbuch wird von Sandrine Mittelstädt gesprochen.
Als die Londoner Journalistin Melody Moss vom Tod ihrer Tante und der damit verbundenen Erbschaft erfährt, hat sie gerade ihren Job verloren. Obwohl die Tante eine beinahe Fremde für Melody ist, kommt die Erbschaft doch zum perfekten Zeitpunkt und so macht sie sich auf den Weg ins schottische Dorf Seagull Bay mit dem Ziel das Bed & Breakfast der Tante so schnell wie möglich zu verkaufen. Dort angekommen muss sie sich nicht in Geduld üben, sondern trifft auch noch auf den attraktiven Gärtner Dean, die Bulldogge Cheddar und jede Menge Dorfbewohner, die ihrer Tante nicht gerade hinterhertrauern. Schon bald weckt der Verdacht, dass der tödliche Unfall der Tante womöglich ein Mord gewesen sein könnte zudem Melodys journalistisches Gespür.
Das Cover spiegelt auf gelunge Weise ebenso schottische Küstenidylle wie auch Hinweise zur Handlung wider. Besonders bedrohlich wirkt die Szenerie nicht, passt aber trotz des Mordes und der durchaus vorhandenen Spannung bestens zum Wohlfühlcharakter des Krimis.
Anne Gordon versteht es außerdem auch mit sprachlichen Mitteln die Atmosphäre im schottischen Küstendorf greifbar zu machen. Als vermeintlicher Großstadtmensch bildet Melody zunächst einen schönen Kontrast zu den Dorfbewohnern und auch sonst ist die Handlung angenehm kurzweilig und hält mit den etwas schrägen Charakteren, der humorvollen Erzählweise und natürlich auch Melodys Mordermittlungen ein erfreuliches Maß an Spannung aufrecht. Die Sprecherin Sandrine Mittelstädt gefällt mit treffender Stimmmodulation, die den verschiedenen Situationen und Charakteren wunderbar entspricht und das Hören sehr angenehm macht.
Die Charaktere sind vielfältig, oftmals ein wenig verschroben und teilweise durchaus etwas klischeehaft angelegt. Dennoch sind der antriebslose, nimmersatte Polizist, der vorbildliche Politiker mit Ambition auf das Bürgermeisteramt, die aufdringlich hilfsbereite Nachbarin und noch viele weitere Figuren nicht so eindimensional, wie auf der erste Eindruck vermuten lässt. Gärtner Dean macht keinen Hehl daraus, dass Melody ihm ausgesprochen gut gefällt, tritt ihr und ihren Plänen jedoch mit Skepsis entgegen. Obgleich inzwischen verblichen, ist die geheimnisvolle und eher gefürchtete als beliebte Tante Mabel fraglos eine der Hauptfiguren. Es macht Freude die Dame und deren zweifelhaften Charakter gemeinsam mit Melody im Rahmen ihrer Recherche Stück für Stück kennenzulernen. Melody selbst blickt als Protagonistin zunächst etwas herablassend auf ihr geerbtes Bed & Breakfast und das schottische Dorf. Das Schicksal hat es jedoch vor allem auf beruflicher Ebene zuletzt nicht gut mit ihr gemeint, sodass sie nun von Existenzängsten geplagt wird. Zwar wirft es nicht unbedingt ein gutes Licht auf sie, dass sie ihr Erbe so schnell wie möglich zu Geld machen möchte, in Anbetracht ihrer angespannten finanziellen Lage ist dies jedoch durchaus nachvollziehbar. Vor allem da sie ihre Zukunft weder als Bed & Breakfast Besitzerin in Schottland sieht, noch Sympathie für Tante Mabels Bulldogge Cheddar hegt. Doch mit der Zeit und während ihrer Ermittlungen lernt Melody die Menschen vor Ort, den Hund und auch die Landschaft durchaus zu schätzen. Ihre Recherchen offenbaren allerdings auch zahlreiche Probleme und stellen Melody vor enorme Herausforderungen.
Gern hätte ich auch noch erfahren, wie es Melodys ehemaligem Chef ergeht und mehr über die sehr zarte Bande zwischen Dean und ihr erfahren. Allerdings muss ich mich dafür wohl gedulden bis der zweite Band der Reihe erscheint.
Insgesamt ist „Mord & Breakfast – Ein Fall für Melody Moss“ ein vielversprechender Reihenauftakt. Kurzweilig, humorvoll und mit viel schottischem Flair aber auch ein wenig Spannung ist dieses Buch die perfekte Lektüre für Cosy-Crime-Fans und diejenigen, die es werden wollen.

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Große Gefühle auf der kleinen Insel

Leuchtturmzauber
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Mit ihrem jüngsten Roman „Leuchtturmzauber“ nimmt Marie Merburg ihre Leser mit auf die autofreie Nordseeinsel Juist.
Schon als Teenager war Julia, Tochter des Kutschenbetriebs Lüders, heftig in Lukas, ...

Mit ihrem jüngsten Roman „Leuchtturmzauber“ nimmt Marie Merburg ihre Leser mit auf die autofreie Nordseeinsel Juist.
Schon als Teenager war Julia, Tochter des Kutschenbetriebs Lüders, heftig in Lukas, den Sohn der Konkurrenz verliebt. Doch dieser verließ Juist damals in einer überraschenden Nacht und Nebelaktion. Nun, 14 Jahre später ist er zurück auf der Insel und bringt Julia eine Nachricht ihrer Mutter, die in einer ähnlichen Aktion vor fünf Jahren ihre Familie verließ. Obwohl die ersten Zusammentreffen mit Lukas alles andere als harmonisch verlaufen, ist Julia nun auf seine Hilfe angewiesen. Dass er ihr Herz noch immer höher schlagen lässt, ist Julia allerdings so gar nicht recht.
Das Cover wirkt mit Leuchtturm, Nordsee, Strand und Kutsche unheimlich idyllisch und einladend und passt dabei auch inhaltlich hervorragend zu dem herzerwärmenden Liebesroman. Etwas suboptimal ist die Aufteilung des Buchrückens gelungen, da der Name der Autorin leider teilweise in einer Blümchenranke untergeht.
Marie Merburg schreibt sehr bildhaft, sodass ich sowohl die Figuren, als auch das sommerliche Inselsetting beim Lesen unmittelbar vor Augen habe. Obwohl der Prolog für mein Empfinden etwas langatmig wirkt, macht er doch die immensen und unvorhersehbaren Veränderungen, die für Familie Lüders und insbesondere Julia Jahre später eintreten überaus deutlich. Neben dem Hauptmotiv Liebe stehen außerdem Existenzsorgen und familiäre Krisen und Konflikte mit durchaus überraschenden Wendungen im Vordergrund, wodurch der Roman trotz seines vorrangigen Wohlfühlcharakters auch eine gute Dosis Spannung erfährt. Besonders viel Freude hat es mir gemacht, hinter die Kulissen eines insulanen Fuhrbetriebs zu schauen, in dem über die Gesetze hinaus viel Rücksicht auf die Tiere genommen wird und die großen Herausforderungen zu erkennen.
Die Figuren des Romans sind so lebendig beschrieben, dass man sie direkt vor Augen hat und insbesondere die Protagonistin Julia wird durch die Erzählform in Ich-Perspektive auch in ihren Gedanken und Gefühlen sehr greifbar und ist facettenreich angelegt. Die Sympathieträgerin überhaupt ist in meinen Augen eindeutig Wiebke, denn sie steht Julia in jeder Lebenslage mit absoluter Zuverlässigkeit als beste Freundin zur Seite und rückt ihr dabei wenn nötig auch mal den Kopf gerade. Papa Lüders kann den Verlust seiner Frau auch nach fünf Jahren nicht überwinden. Wo er früher für seinen Beruf gebrannt hat, voller Tatendrang und Herzlichkeit seiner Familie gegenüber steckte, ertränkt er nun seinen Kummer in Alkohol und ist für Julia mehr Last denn Unterstützung. Mama Lüders ist – unabhängig von ihren Beweggründen und ihrer großen Unsicherheit – in meinen Augen extrem egoistisch und unheimlich feige, denn sie verlässt ihre nichtsahnende Familie klammheimlich in einer Nacht und Nebelaktion und bricht jedwede Kontaktmöglichkeit ab. Welche liebende Mutter tut so etwas? Unabhängig von den Problemen für den Fuhrbetrieb, fällt Julia auch emotional aus allen Wolken. Das Verhalten der Mutter erschüttert ihr gesamtes Weltbild. Lukas hat es mit seinem Vater auch nicht immer leicht. In den 14 Jahren auf dem Festland hat er sich deutlich weiterentwickelt und ist reifer geworden. Lukas weiß, was er will und setzt seine Prioritäten dementsprechend. Dabei beweist er zudem jede Menge Einfühlungsvermögen, Geduld und Rückhalt. Charakterlich wirkt er beinahe schon zu gut, um wahr sein. Mit ein paar mehr Ecken und Kanten wirkt Julia dagegen deutlich authentischer. Immer wieder sorgt sie für humorvolle Momente, denn sie trifft so einige Fettnäpfchen und manchmal ist ihr Mund schneller als der Kopf. Allerdings erlebt Julia auch eine regelrechte Achterbahnfahrt der Gefühle und neigt in ihrer Verwirrung zwischenzeitlich zu Kurzschlussreaktionen. Insgesamt ist sie eine sehr starke Frau, die ihren Alltag inklusive Vater und Betrieb trotz aller Schwierigkeiten mit enormem Einsatz und großem Willen bestmöglich meistert, obwohl das alles ihre Kraftreserven physisch wie mental oft übersteigt. Mitunter wirkt sie aber auch mal trotzig, ungeduldig und nachtragend. Den Glauben an die wahre Liebe hat Julia mit dem Weggang ihrer Mutter eigentlich schon begraben und so kämpft sie auch zunächst gegen ihre wieder erwachenden Gefühle für Lukas an.
Insgesamt ist „Leuchtturmzauber“ mit seinen interessanten Figuren und der überraschenden Handlung ein absolut herzerwärmender (Liebes-)Roman. Das charmante Inselflair sorgt für zusätzliches Urlaubsfeeling und große Lesefreude.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Hauptstadtmädchen auf dem Dorf

Ein Zuhause im Frühling
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„Ein Zuhause im Frühling“ heißt der erste Band der neuen Country-Escapes-Reihe von Julie Caplin.
Ella steckt in der Krise: sowohl in ihrer Beziehung als auch bei ihrer Arbeit als Illustratorin läuft momentan ...

„Ein Zuhause im Frühling“ heißt der erste Band der neuen Country-Escapes-Reihe von Julie Caplin.
Ella steckt in der Krise: sowohl in ihrer Beziehung als auch bei ihrer Arbeit als Illustratorin läuft momentan nichts wie gewünscht. Eine Auszeit im Cottage ihrer verreisten Patentante im dörflichen Wilsgrave kommt der Londoner Künstlerin daher gerade recht. Doch kaum ist Ella angekommen, muss sie erkennen, dass die ersehnte Ruhe und Einsamkeit in weite Ferne rücken. Labrador Tess, eine unangekündigte Mitbewohnerin, stellt Ella vor große Herausforderungen und sorgt für einen unangenehmen Zusammenstoß mit dem eigentlich ganz attraktiven aber ziemlich grummeligen Tierarzt Devon. Auch die anderen Dorfbewohner haben einige Ansprüche und Forderungen an ihre neue Nachbarin.
Das dunkelorangefarbene Cover sieht einladend aus, gibt aber nur wenig über den Inhalt preis. Lediglich mit dem kleinen schwarzen Labrador wird schon eine der Hauptfiguren aufgegriffen.
Julie Caplin schreibt gewohnt flüssig und atmosphärisch, was den Roman zu einem echten Pageturner macht. Thematisch wird es nicht allzu anspruchsvoll und ist im Großen und Ganzen eher in die Kategorie leichte, romantische Unterhaltungslektüre einzuordnen – aber ein schöner Feel-Good-Roman hat schließlich auch seine Berechtigung. Sehr herzlich und voller liebenswert-schrulliger Eigenheiten werden die Dorfbewohner von Caplin dargestellt. Überhaupt ist das Dorfleben mit seinen Besonderheiten stark eingefangen und hinterlässt beim Lesen immer wieder ein Schmunzeln im Gesicht - vor allem in den zahlreichen ziemlich grotesken ‚Hauptstadtmädchen auf dem Dorf-Momenten‘.
Die beiden Protagonisten wirken mit ihren kleinen und größeren Marotten ziemlich authentisch und sympathisch: Ella sieht sich eigentlich als echten Großstadtmenschen und zieht sich nur in die vermeintliche Einsamkeit nach Wilsgrave zurück, um über einen persönlichen Schicksalsschlag hinwegzukommen. Anfangs betrachtet sie die Dorfbewohner noch ziemlich von oben herab und ist mit dem unfreiwilligen Hundesitting nicht nur hoffnungslos überfordert, sondern diesem auch äußerst abgeneigt. Übrigens unverantwortlich von Ellas Eltern ihr Hund Tess einfach so auf’s Auge zu drücken. Mit der Zeit findet Ella aber doch Gefallen an Tess, der aufdringlichen selbsternannten Freundin Bets und integriert sich überraschend schnell ins Dorfleben. Doch gerade als sie künstlerisch einen neuen Weg einschlägt und in Tierarzt Devon überraschend mehr als nur einen Vertrauten findet, muss sie schmerzlich ihre eigene Naivität erkennen. Devon stammt aus Wilsgrave und hat vorübergehend die Tierarztpraxis seines Vaters übernommen. Er fühlt sich von den elterlichen Wünschen und den Geldsorgen, die eine Trennung von seiner Freundin mit sich bringt unter Druck gesetzt und erheblich in seinem Stolz verletzt. Mit Ella hatte er einen denkbar schlechten Start. Nach und nach lernt er sie jedoch nicht nur als gute Freundin zu schätzen. Trotzdem kommt ihre Hilfe für ihn einem Angriff gleich und schließlich wollen beide auf keinen Fall in Wilsgrave bleiben und unabhängig ihren eigenen Weg gehen. Neben Hündin Tess ist auch Ellas Patentante Magda eine zentrale Figur. Sie glänzt trotz ihrer durchgängigen Abwesenheit mit großer Präsenz und lenkt mit zahlreichen spirituellen Nachrichten, Geschenken und Anweisungen maßgeblich die Geschicke ihrer Patentochter. Sicherlich lernt man sie in den folgenden Romanen der Country-Escapes-Reihe auch noch persönlich kennen und erfährt, wie es mit der so unglückseligen Beziehung zwischen Bets und Devons Bruder Jack weitergeht.
Insgesamt ist „Ein Zuhause im Frühling“ ein wunderbarer Feel-Good-Roman, der mit Humor und Romantik in dörflicher Idylle besticht und auch Hundefreunde absolut ansprechen dürfte. Die perfekte Lektüre zur Entspannung zwischendurch oder den Urlaub.

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Großer Krimispaß mit schrägem Seniorenermittlerquartett

Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code (Die Mordclub-Serie 5)
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„Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code“ von Richard Osman ist bereits der 5. Band um das kuriose Seniorenermittlerquartett aus der Seniorenresidenz Coopers Chase.
Zwischen Hochzeit, Bomben, Unmengen ...

„Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code“ von Richard Osman ist bereits der 5. Band um das kuriose Seniorenermittlerquartett aus der Seniorenresidenz Coopers Chase.
Zwischen Hochzeit, Bomben, Unmengen Bitcoins und mindestens einem Mordfall haben die betagten Ermittler es in diesem Krimiroman auch mit häuslicher Gewalt, Familienbande, einem Raubüberfall und einem Auftragskiller zu tun. Sorgen um den Spannungsverlauf muss man sich also wirklich nicht machen – um den Spaß beim Lesen bzw. Hören auch nicht: schon der Prolog in seiner unnachahmlichen Absurdität lässt einen immer wieder leicht schockiert auflachen. Und so zieht es sich auch durch den ganzen Roman. Großen Anspruch auf Authentizität gibt es beim Donnerstagsmordclub nicht, dafür darf man sich über ein unwiderstehliches, drolliges Ermittlerquartett mit vier herrlich gegensätzlichen Charakteren freuen, die sich wunderbar ergänzen. Neben den vier Protagonisten machen auch die zahlreichen Nebenfiguren unheimlich viel Freude: ein wenig grotesk wirken sie in ihrer Haltung schon, doch Richard Osman gelingt es auch die durchtriebensten Kriminellen beinahe absurd liebenswert darzustellen. Der Fall um den es in diesem Krimi geht ist in sich abgeschlossen, sodass es nicht zwangsläufig nötig ist auch die Vorgängerbände zu kennen. Trotzdem hatte ich anfangs beim Hören ein wenig Schwierigkeiten die Vielzahl an Personen auseinanderzuhalten und richtig zuzuordnen. Im Buch lässt sich hier problemlos kurz zurückblättern, beim Hörbuch ist es etwas schwieriger, ergibt sich mit der Zeit – und die hat man in knapp 11:30 Stunden definitiv - aber auch. Unwichtige Nebensächlichkeiten oder ständige Wortwiederholungen, die in anderen Büchern ganz sicher auf negative Kritik stoßen würden, unterstreichen hier noch einmal den etwas sonderbaren Reiz, mit dem Leser und Hörer in den Bann des amüsanten und kultigen Krimis gezogen werden. Das Hörbuch wird von Johannes Steck und Beate Himmelstoß unheimlich kurzweilig gelesen. Die hervorstechenden Eigenschaften aller Mitglieder der abenteuerlustigen Rentnertruppe werden von den beiden beim Lesen durch entsprechende Stimmmodulation vollkommen anschaulich eingefangen.
Kurz gesagt: Ich hatte - trotz des kleinen Verwirrspiels um die einzelnen Figuren - beim Hören unheimlich viel Spaß, habe gespannt mitgerätselt, mich ungemein an den kuriosen Charakteren erfreut und mich dabei hervorragend amüsiert.

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