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Veröffentlicht am 08.04.2021

Liebeserklärung an Astrid Lindgren

Astrid Lindgren. Helle Nächte, dunkler Wald …
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Maria Regina Kaiser hat ein Buch über Astrid Lindgren geschrieben. Für mich die zweite „persönliche“ Begegnung mit dieser faszinierenden Persönlichkeit mit vielen Details, die gewissenhaft zusammengetragen ...

Maria Regina Kaiser hat ein Buch über Astrid Lindgren geschrieben. Für mich die zweite „persönliche“ Begegnung mit dieser faszinierenden Persönlichkeit mit vielen Details, die gewissenhaft zusammengetragen wurden. Die kurz gehaltenen Abschnitte im Buch beschreiben prägnant Schlüsselerlebnisse und sind, zusammen mit der Zeittafel und den anderen Anhängen im letzten Teil des Buches, schön übersichtlich - auch zum Referenz lesen. Kurzum ein sehr informatives und zugleich einfühlsames Werk.

Natürlich kann sich die Autorin nicht nur auf Astrid Lindgrens Pippi und Michel Geschichten, oder wie sie zu dem Namen Lindgren kam konzentrieren. In dem vorliegenden Werk beginnt sie schon in sehr jungen Jahren den Menschen hinter der beliebten Schriftstellerin zu beleuchten. Sie hinterfragt, was Astrids Werte und Anschauungen so geprägt hat, dass sie später auch nicht Halt macht vor politischem Einfluss in ihrem Land. Tatsächlich verlangt Astrid Lindgrens Jugend schon früh von ihr, erwachsen zu werden, nachdem sie durch eine Affäre mit einem verheirateten Mann schwanger wurde und ihr zu Hause verlassen musste. Jedoch scheint sie sichtlich gestärkt aus all ihren Erfahrungen hervorzugehen, wie die Abgabe ihres Sohnes in eine Pflegefamilie, der Armut, die erste Ablehnung ihres Pippi Manuskripts.
Die Menschen, denen sie begegnet, scheinen mehr von Astrid geprägt zu werden, als umgekehrt. Sie wird dargestellt als durchaus willensstarke und autarke Frau, die trotz wiederkehrender Depressionen nichts aus der Bahn werfen kann. Trotz des wachsenden Erfolgs bleibt Astrid geerdet, da sie anscheinend den richtigen Mix aus Öffentlichkeit und Rückzug pflegt.

„Astrid Lindgren: Helle Nächte, dunkler Wald…“ ist ein schnell zu konsumierendes Buch, das einem eine der bemerkenswertesten Frauen der Literatur der Neuzeit näher bringt.
Man meint, so viel über die Protagonistin zu wissen und wird von Kapitel zu Kapitel überrascht, welche Facetten diese Frau noch hatte.
Dieses Buch ist keine Biografie, die früher oder später im Bücherregal vor sich hinstauben wird, sondern eine Art Liebeserklärung an eine bescheiden gebliebene, große Frau der Literatur, die bis heute mit ihren Geschichten polarisiert. Maria Regina Kaiser lässt einen vergessen, dass man hier eigentlich ein Sachbuch in der Hand hält. Die Lektüre gestaltet sich wie ein spannender Roman und die 4 „Lebensabschnitte“ Astrid Lindgrens verfliegen leider viel zu schnell.

Mein Fazit also: Dieses „Salikon“ muss unbedingt gelesen werden, mit einer „polkagrisar" in der Hand und einem Lächeln im Gesicht, das kommt um zu bleiben!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere