Profilbild von Lulu2305

Lulu2305

Lesejury Star
offline

Lulu2305 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Lulu2305 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.01.2020

Großartiger historischer Roman vor wunderschöner Kulisse

Die Sterne über Venedig
0

La Famiglia
„Eines ist gewiss. Eine Schwester zu verlieren ist eines der schlimmsten Dinge im Leben.“
„Die Sterne über Venedig“ ist ein historischer Roman von Anja Saskia Beyer. Er erschien im Oktober ...

La Famiglia
„Eines ist gewiss. Eine Schwester zu verlieren ist eines der schlimmsten Dinge im Leben.“
„Die Sterne über Venedig“ ist ein historischer Roman von Anja Saskia Beyer. Er erschien im Oktober 2019 im Tinte und Feder Verlag von Amazon Publishing.
Plötzlich ist in Nicolas Leben nichts mehr so, wie es einmal war. Ihr Mann Frank hat sie für eine andere Frau verlassen und auch ihre Schwester Cati hat sich, scheinbar grundlos, von ihr abgewandt. Als dann allerdings auch noch ihre Großmutter in Venedig erkrankt, sind die Schwestern gezwungen, sich zumindest oberflächlich miteinander zu vertragen, denn weitere Probleme würden ihrer Großmutter nur unnötig zusetzen und „La Famiglia“ ist nun einmal das, was zählt. Warum dieses der Großmutter allerdings so wichtig ist, können die Schwestern nicht erahnen, bis ihre Nonna plötzlich beginnt von der Vergangenheit zu berichten…

„Die Sterne über Venedig“ war der erste Roman, den ich von Anja Saskia Beyer gelesen habe und ich muss sagen, er hat mich wirklich überzeugt. Die Autorin schafft es, Gegenwart und Vergangenheit durch die Erzählung der Großmutter sehr gut miteinander zu verknüpfen. Die Wechsel der Zeiten sind durch entsprechende Kapitelüberschriften gut nachvollziehbar.
Die Vergangenheit von Nicolas Großmutter ist geprägt vom 2. Weltenkrieg, während dem sie als junges Mädchen bestehen musste. Während der Zeit, in der wir Miranda begleitet wird ihre eigene Entwicklung vom Kind zur erwachsenen Frau deutlich. Zunächst noch recht unbedarft und mit eher kindlichen Gedanken und Sorgen über Männer, Krieg und weitere „alltägliche“ Dinge. Später dann sehr schnell eine starke und mutige Frau, die sich niemals hat unterkriegen lassen und für ihre Werte und Vorstellungen eingetreten ist.
Durch Mirandas Erzählung wird der zweite Weltkrieg aus einer Perspektive beleuchtet, die für mich völlig neu, dabei aber unglaublich interessant war. Die Rolle der Frau, die damals noch als unbedeutend galt und nur wenig beachtet wurde, gewann zu dieser Zeit an Bedeutung und viele Frauen waren aktiv im Widerstand tätig. Die historischen Fakten werden gut in den Roman eingearbeitet und dargestellt, treten dabei aber nicht zu sehr in den Vordergrund, sondern sind stets gut in die Handlung eingebettet und werden durch glückliche Momente und Erfahrungen der Protagonisten aufgelockert.
Weniger gut gefallen hat mir die teilweise einseitige und etwas zu verallgemeinerte Darstellung der deutschen Wehrmachtssoldaten. Während die Widerstandskämpfer und die Bürger Venedigs relativ objektiv dargestellt werden und Miranda jeden mit Respekt und vorurteilsfrei behandelt, stecken „die Deutschen“ für Miranda voller Vorurteile und eine Denkweise, die ohne diese negativen Grundansichten auskommt, ist nicht möglich. Dieses hat mir weniger gut gefallen, da Miranda eigentlich eine schlaue und intelligente junge Frau ist, die sich nicht von Hass und Vorurteilen blenden lassen sollte.
Dies ist aber im Grunde das Einzige, das ich zu meckern habe, denn insgesamt ist „Die Sterne über Venedig“ ein wunderbarer historischer Roman, der die zwei Zeitebenen großartig miteinander verknüpft und dabei neben der Familiengeschichte von Nicola und Cati auch mehrere ernste Themen wie die Judenverfolgung und den Nationalsozialismus behandelt.
Er ließ sich einfach und unkompliziert lesen und vermittelt nebenbei trotzdem ernste Denkansätze und greift Themen auf, mit denen wir uns heute leider wieder viel zu sehr auseinandersetzen müssen. Wir dürfen einfach nicht vergessen, was damals passiert ist und welches Unrecht Juden und vielen anderen Menschen zu dieser Zeit angetan wurde. Nie wieder darf ein solcher Hass die Menschen kontrollieren, nur sind wir auch Heute häufig nicht weit davon entfernt. Der Roman vermittelt daher eine unglaublich wichtige und (leider) wieder sehr aktuelle Botschaft. Jeder kann etwas tun und sich für seine Werte einsetzen. Wegschauen ist keine Option.
Ich vergebe daher 4,5 von 5 Sternen für einen Roman mit einem wichtigen und sehr gut ausgearbeiteten Thema!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.01.2020

Perlhühnchen

Kurswechsel: Anker der Freundschaft
0

„Kurswechsel: Anker der Freundschaft“ ist ein Kurzroman von Theda Gold. Er erschien im September 2018 im Twentysix Selfpublishing Verlag von Books on Demand und der Verlagsgruppe Random House. Er ist der ...

„Kurswechsel: Anker der Freundschaft“ ist ein Kurzroman von Theda Gold. Er erschien im September 2018 im Twentysix Selfpublishing Verlag von Books on Demand und der Verlagsgruppe Random House. Er ist der Auftakt zur „Merit-Reihe“ der Autorin und gleichzeitig ihr Romandebut.
Merit ist chaotisch und lebt im Moment. Sie steht aktuell an einem Punkt in ihrem Leben, an dem sie unzufrieden ist und das Gefühl hat, mehr aus sich machen zu müssen. Gesagt, getan – sie trennt sich von dem aktuellen Mann an ihrer Seite, zu dem sie eigentlich nie wirkliche Gefühle aufgebaut hat und beginnt sich auf die Suche nach einem Zweitjob zu machen, denn ohne diesen kann sie sich zukünftig weder Lebensmittel noch sonstige Dinge neben der Miete leisten. Zufällig stößt sie auf ein Jobangebot als „Office Girl“ auf einem Kreuzfahrtschiff und begibt sich nur wenige Zeit später auf eine Fahrt ins ungewisse Abenteuer. Erstmals nimmt sie ihr Leben bewusst in die Hand und schlittert ungeahnt auf eine unruhige Schifffahrt voller Emotionen.

Theda Golds Kurzroman ist mit etwa 100 Seiten wirklich nicht lang und eine Ausnahme in meinem Bücherregal. Ich bin mit nicht unglaublich hohen Erwartungen an den Roman herangegangen, kann nun aber sagen, dass ich wirklich überrascht wurde. Mit einem spannenden und flüssigen Schreibstil schafft es die Autorin den Leser in die Geschichte einzusaugen. Die Handlung ist schnörkellos und ein Ereignis jagt das nächste. Die Übergänge sind rasant und ohne Absätze, die mir tatsächlich aber teilweise gefehlt haben. Alle wichtigen Details werden präzise und kurz auf den Punkt gebracht, unnötige Informationen werden einfach weggelassen.
Die nötige Spannung bleibt nicht auf der Strecke und erreicht ihren Höhepunkt zum Ende der Geschichte, in dem kein Konflikt vollständig aufgelöst wird, sondern die Story mit einem fulminanten Cliffhanger abschließt.
Merit ist als Protagonistin genauso interessant und anziehend, wie auch ihr Charakter in der Handlung beschrieben wird: offen, lebenslustig und charmant, dazu wunderschön zieht sie die Menschen an wie das Licht eine Motte.
Ich bin gespannt, wie Merits Leben weitergeht und fiebere der Fortsetzung des Romans entgegen…
Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für einen rasanten Kurzroman mit fulminantem Cliffhanger.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.01.2020

Die Realität des Universums

Meine Sterne in deiner Nacht
0

„Es waren die ganze Zeit deine Sterne in meiner Nacht. Ohne dich wäre ich in diesem Universum verloren.“

„Meine Sterne in deiner Nacht“ ist ein Young Adult Liebesroman von Alexandra Fischer. Er erschien ...

„Es waren die ganze Zeit deine Sterne in meiner Nacht. Ohne dich wäre ich in diesem Universum verloren.“

„Meine Sterne in deiner Nacht“ ist ein Young Adult Liebesroman von Alexandra Fischer. Er erschien im November 2019 im Selfpublishing der Autorin und ist in sich abgeschlossen.
Nach dem Tod ihrer Eltern ist Skyes Leben nicht mehr das, was es einmal war. Obwohl ihre Tante May sie liebevoll aufnimmt und für sie da ist, kann sie nicht mehr vollständig am Leben teilnehmen, die Trauer ist zu überwältigend. Aus diesem Grund kann Skye sich auch nur schwer über den Neuzugang ihrer Clique freuend. Asher, von ihr nur Ashhole genannt, ist für sie uninteressant, arrogant und geheimnisvoll. Umso schlimmer, dass ihre beste Freundin Nell in unbedingt als Freund haben will… Doch ein gemeinsamer Wochenendausflug nach L.A. ändert Skyes Ansicht von Asher und plötzlich ist sie gezwungen sich nicht nur ihrer Vergangenheit, sondern auch ihrer Zukunft zu stellen und sich zu überlegen, was sie eigentlich vom Leben erwartet.

„Meine Sterne in deiner Nacht“ war für mich der erste Roman der Autorin, die mir bisher auch völlig unbekannt war, obwohl sie bereits einige Roman, wenn auch teilweise unter einem Pseudonym, verfasst hat. Die Inhaltsangabe habe ich zuvor nicht gelesen und bin dementsprechend ohne irgendwelche Erwartungen an die Geschichte herangegangen. Zunächst hatte ich dann Schwierigkeiten in den Roman hineinzukommen, da ich Skye als Protagonistin als unglaublich unsympathisch und unfreundlich empfand. Sie neigt zu einer gewissen Überheblichkeit, da sie mit ihrer Intelligenz und ihrem großen Wissen häufig auftrumpft. Nicht umsonst wird sie von ihren Freunden auch „Skyepedia“ genannt. Je weiter ich allerdings in der Geschichte gelesen hab, umso mehr habe ich verstanden, was Skye zunächst so abweisend wirken lies. Der Verlust ihrer Eltern hat sie sehr getroffen und noch ist sie kaum über ihn hinweg. Ihre Tante May ist zwar eine große Stütze, ihre beste Freundin Nell war aber kaum für Skye da und ihre Tränen weint sie nachts, wenn es niemand bemerkt, da sie niemanden belasten möchte. Ihre Zukunft ist unklar, denn ein Studium kann sie sich nicht leisten und auch der Antrieb dafür fehlt irgendwie. Mit so einem Hintergrund fällt es also selbstverständlich schwer auf andere zuzugehen und eine gewisse Leichtigkeit auszustrahlen, die eben meist als sympathisch empfunden wird.
Erst im Laufe der Handlung beginnt Skye sich zu entwickeln. Man erkennt, dass in ihr mehr steckt und dass sie eigentlich eine wirklich interessante junge Frau ist. Ihre Interessen sind vielfältig, wenn auch ihr Hauptinteresse in der Astronomie liegt, da ihr Vater hier Experte war und vieles an sie weitergeben konnte. Sie ist eine vielschichtige Persönlichkeit, die erst im Laufe der Zeit mehr von sich preisgibt und eben erstmal erkennen muss, dass das Leben mehr bietet als Trauer und Schmerz. Den Weg hierhin weist ihr letztendlich Asher, der Freund ihrer besten Freundin, der plötzlich mehr wird, als er sein dürfte.
Das Kennenlernen und die Verbindung von Skye und Asher werden von der Autorin auf eine sehr emotionale und wunderschöne Weise erzählt. Die gesamte Beziehung und die gemeinsamen Gespräche wirken natürlich und ehrlich, nie aufgesetzt oder überstürzt. Emotionen und Gefühle werden hauptsächlich von Skye klar, da sie aus der Ich-Perspektive die Geschichte erzählt. Umso mehr wird aber dadurch die Entwicklung von Skye greifbar. Aus der jungen Frau, die sich in ihrem Schmerz verliert, wird jemand, der langsam aber sich zurück ins Leben findet und schließlich begreift, dass man nicht ewig den Schmerz zulassen kann und dass es weitergehen muss.
Die Beziehung zwischen Asher und Skye ist unglaublich interessant. Sie ist innig, aber doch kompliziert und als schließlich klar wird, was Ashers Geheimnis ist, wird das wacklige Fundament auf eine harte Probe gestellt.
Die Spannung bleibt hierdurch nicht auf der Strecke und das Ende der Geschichte völlig unvorhersehbar.
Cover und Titel sind wunderschön gewählt, der Titel wird auch im Roman immer wieder aufgegriffen. Zunächst durch den starken Bezug zur Astronomie, später auch im genauen Wortlaut, was mir sehr gut gefallen hat.
Immer wieder werden im Roman gewisse Lebensweisheiten aufgegriffen, bei jeder einzelnen dachte ich mir: „Ohja, wie wahr“. Ich fand sie insgesamt gut gewählt und platziert, trotzdem bin ich nicht sicher, ob jungen Menschen im Alter von Skye und Asher bereits solche Phrasen in diesem Umfang über die Lippen kommen. Beim weiteren Überlegen denke ich aber mittlerweile, dass gerade diese jungen Menschen, die schon viel erlebt haben in solchen Bahnen denken und die Tiefgründigkeit und das Hauptthema des Romans gerade durch diese Phrasen unterstrichen wird.
Alexandra Fischers Young Adult Liebesroman ist eben mehr als ein Liebesroman. Anhand der Geschichte zwei junger Menschen wird gezeigt, dass das Leben nicht immer geradlinig ist und dass man manchmal eine gewisse Portion Mut benötigt, um das zu erreichen, was man erreichen möchte. Schicksalsschläge gibt es immer wieder, aber man darf sich von ihnen nicht unterkriegen lassen und muss die Sterne finden, die einen aus der miesen Situation herausgeleiten.

Mein Fazit: „Meine Sterne in deiner Nacht“ ist ein Young Adult Roman, der sich mit der Suche nach sich selbst, der Bewältigung der Vergangenheit und mit der Suche nach sich selbst beschäftigt. Emotionen, Gedanken und Gefühle werden unglaublich gut beschrieben, die Handlung ist, nach einem etwas schwierigen Einstieg, fesselnd und mitreißend. Ich vergebe 5 von 5 Sternen und bin definitiv positiv überrascht! Ich werde hoffentlich noch viele weitere Romane der Autorin lesen können!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.01.2020

Man sieht sich immer zweimal im Leben

Flirting with Fire
0

„Ich träume immer mal wieder von unserer Hochzeit – und er weiß nicht mal, wer ich bin.“

„Flirting with fire“ ist ein Liebesroman von Piper Rayne. Er erschien im November 2019 im Forever Verlag und ist ...

„Ich träume immer mal wieder von unserer Hochzeit – und er weiß nicht mal, wer ich bin.“

„Flirting with fire“ ist ein Liebesroman von Piper Rayne. Er erschien im November 2019 im Forever Verlag und ist der Auftaktband der „Saving Chicago“-Reihe. Die Handlung ist in sich abgeschlossen.
Madison schwärmte schon zu Schulzeiten für Mauro Bianco, den Quarterback des Schulfootballteams. Seitdem sind mittlerweile 9 Jahre vergangen und Maddie hätte nie gedacht, dass sie ihren Highschoolschwarm einmal wiedersehen würde. Als dieser jedoch auf einer Spendenaktion zu Ehren gefallener Soldaten als Junggeselle versteigert wird und ausgerechnet Maddies Freundin Lauren in ihrem Namen auf Mauro bietet und gewinnt, lässt Maddie sich widerwillig auf das gewonnene Date ein...

„Flirting with fire“ ist der Auftaktband der „Saving Chicago“-Reihe, in der es um die Bianco-Brüder geht. Als erstes lernen wir Mauro und Maddie kennen. Beide Hauptfiguren waren mir insgesamt sehr sympathisch und für waren für mein Empfinden ansprechend dargestellt und gestaltet, sodass mir der Einstieg in die Geschichte wirklich leicht viel.
Maddie ist eine junge Frau, die grundsätzlich weiß, was sie vom Leben will. Sie kauft leerstehende Häuser auf, modernisiert sie und verkauft sie weiter, um so jungen Familien ein neues Heim zu geben. Hierfür bedarf es einiges an Organisationstalent, aber auch Kreativität und eine gute Portion Vorstellungsvermögen. Sie ist freundlich und stets darauf bedacht, dass die Personen in ihrer Umgebung sich wohl fühlen. Dabei vergisst sie manchmal ihre eigenen Wünsche und macht sich teilweise kleiner als sie ist. Diese Charaktereigenschaften entstehen aus einem typischen Klischee, so hat Maddie sich vom „hässlichen Entlein“ zu Schulzeiten zu einem wunderschönen Schwan gewandelt, kann dies aber selber nur schwer glauben. Dies belastet dann auch die beginnende Beziehung zu Mauro, dem das Selbstbewusstsein seiner potentiellen Partnerinnen sehr wichtig ist. Nur schwer kann Maddie akzeptieren, dass Mauro wirklich an ihr interessiert sein könnte und zweifelt auch im Laufe der Handlung immer wieder an ihm. Obwohl dies ein typisches Klischee und keine neue Idee für den Plot war, ist dieser Aspekt gut aufgegriffen und umgesetzt worden, weshalb es mich zwar zum Schmunzeln brachte, aber nicht gestört hat.
Auch Mauro ist ein einziges Klischee, als attraktiver Italiener war er bislang, ebenso wie sein jüngerer Bruder, nicht wirklich an Beziehungen interessiert. Trotzdem hat er ein Herz aus Gold und hilft Freunden wo er nur kann. In Madison sieht er von Anfang an mehr, als eine Bettgeschichte, ihr Auftreten und ihr Charakter faszinieren ihn, ihr Aussehen spricht ihn an. Dass sie zusammen zur Highschool gingen, hat er allerdings vergessen.
Sehr gut gefallen hat mir die Kennenlern- (oder Wiedersehens-) Idee der beiden. Die Junggesellenversteigerung und das anschließende, zufällige erneute Aufeinandertreffen der beiden waren gut umgesetzt und definitiv mal etwas Neues.
Insgesamt glänzt der Roman mit einem unglaublich flüssigen und leichten Schreibstil mit viel Humor und ansprechenden Charakteren und Nebendarstellern. Der Hauptkonflikt wird gut umgesetzt und später aufgelöst, er wirkt zu keiner Zeit übertrieben oder anstrengend, obwohl die Handlung mit Klischees überladen ist. Ich habe den Roman an einem Tag verschlungen und mich wirklich gut unterhalten gefühlt. Was mir ein wenig gefehlt hat, war der Tiefgang und ein stärkerer Einblick in die Handlungen und Gefühle von Mauro und Maddie. Zwar wurde versucht, die Perspektive vom Aussehen auf die inneren Werte zu lenken, trotzdem hätten ein wenig mehr Ernsthaftigkeit und ein größerer Einblick gut getan. Insgesamt blieben Denken und Handeln eher oberflächlich beschrieben, was aber dem Lesespaß keinerlei Abbruch tut.
Gut gelöst wurde außerdem die Verknüpfung auf die folgenden Bände, in denen Mauros Brüder die Hauptrolle spielen werden. Wir haben beide bereits mit Vor- und Nachteilen kennengelernt und bekommen auch eine Idee, wer ihr jeweiliger Partner werden könnte. Hier wird auch bereits eine gewisse Spannung aufgebaut, da es rätselhaft bleibt, weshalb Lauren, Maddies beste Freundin, ein Date mit Luca vehement ausschließt, obwohl sie es ebenfalls ersteigert hat. Ich bin daher wirklich gespannt auf die nächsten Geschichten!
Auch das Buchcover und den –titel finde ich sehr gelungen, lediglich Klappentext und Handlung passen meiner Meinung nach nicht wirklich zusammen. Während der Klappentext von einem „Ehemaligentreffen mit Bachelor-Versteigerung“ die Rede ist, geht es im Roman um eine „Spendenaktion zu Ehren gefallener Soldaten“. Sicherlich ist das Resultat da selbe, trotzdem finde ich diese abweichende Darstellung unglücklich.

Mein Fazit: „Flirting with fire“ ist ein typischer Liebesroman, der mit einigen Klischees um die Ecke kommt. Er überzeugt aber mit einem faszinierenden und flüssigen Schreibstil und einer ansprechenden Handlung, die für ein paar schöne und unterhaltsame Lesestunden sorgt. Weil es mir ein wenig an Tiefgang gefehlt hat und ich die Geschichte insgesamt für gut und solide halte, nicht aber für überwältigend, vergebe ich 4 von 5 Sternen und bin sehr gespannt auf Mauros Brüder!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.01.2020

Rettet die Bienen

Die Honigprinzessin
0

„Erst sterben die Bienen und vier Jahre später der Mensch.“ – Albert Einstein

„Die Honigprinzessin“ ist ein Liebesroman von einem Autorenpaar, welches ihre Bücher unter dem Namen Julia Drosten veröffentlicht. ...

„Erst sterben die Bienen und vier Jahre später der Mensch.“ – Albert Einstein

„Die Honigprinzessin“ ist ein Liebesroman von einem Autorenpaar, welches ihre Bücher unter dem Namen Julia Drosten veröffentlicht. Er erschien 2014 und wurde von den Autoren selbst publiziert.
Nachdem die erfolgreiche Marketingmanagerin Alina im Park einen Unfall mit einem älteren Herrn verursacht, bekommt sie unverhofft die Verantwortung für dessen Bienenstämme übertragen. Mehr und mehr lernt sie die kleinen Tiere kennen und lieben und scheut sich schließlich auch nicht für deren Wohl einzutreten. Gemeinsam mit dem Imker und dessen attraktivem Sohn Sven beginnt sie daher den Kampf gegen ein Insektengift und stürzt sich zudem in eine Romanze, die plötzlich mehr zu werden scheint als „nur Sex“.

Der recht reißerisch klingende Klappentext von „Die Honigprinzessin“ erinnerte mich beim Durchlesen ein wenig an einen oberflächlichen Groschenroman. Mit einer entsprechenden Erwartung begann ich daher das Buch und stellte mich auf eine Handlung mit viel Dramatik, aber wenig Tiefgang ein. Sehr schnell konnte der Roman mich aber vom Gegenteil überzeugen, denn Alinas Geschichte ist mit viel Liebe und Engagement geschrieben, ernste Themen kommen dabei nicht zu kurz und auch die Dramatik bewegt sich in einem durchaus normalen und angenehmen Rahmen.
Die Protagonistin Alina war mir von Anfang an sympathisch. Als Unfallverursacherin zögert sie nicht lange und übernimmt die Pflege der Bienenstöcke, obwohl sie mit dem Imkern keinerlei Erfahrungen hat. Sie ist eine engagierte, zuverlässige und freundliche junge Frau, die sich in ihrem bisherigen Leben hauptsächlich auf die Arbeit konzentriert hat. Erst langsam begreift sie, dass diese nicht die zentralste Rolle im eigenen Leben spielen sollte und erkennt durch ihren Unfall ebenso, dass die Beziehung zu ihrem Freund Marc nicht so stabil und innig ist, wie sie es sein sollte. Erstmalig hinterfragt sie ihren Lebensweg und im Laufe des Romans wird ihre persönliche Veränderung deutlich. Ihre Prioritäten erhalten einen anderen Fokus und es zeigt sich, dass für sie moralische Grundsätze wichtiger sind als finanzielle Aspekte. Obwohl Alina und Marc bisher im Büro ein grandioses Team abgeben, mangelt es Marc an Interesse für Alina, denn neben der Arbeit gibt es für ihn nur wenig. Für das Versorgen der Bienen hat er von Anfang an keinerlei Verständnis und drückt dieses auch klar und deutlich aus. Er wird dem Leser als arrogant und egoistisch präsentiert, der ruppige und desinteressierte Umgang mit Alina macht ihn ebenfalls nur wenig sympathisch. Am Beispiel dieser beiden Figuren wird deutlich, dass die Darstellung der Personen unglaublich gut gelungen ist. Schnell wird dem Leser klar wer in der Handlung welche Rolle spielen wird, wobei der Verlauf der Geschichte trotzdem nur wenig vorhersehbar ist, sodass eine gewisse Spannung während des gesamten Romans aufrecht erhalten bleibt.
Der Schreibstil der Autoren ist flüssig und klar – Humor, Dramatik und Ernsthaftigkeit halten sich die Waage. Durch die Erzählperspektive als personalem Erzähler, der die Handlung hauptsächlich aus Alinas Sicht berichtet, werden die Gedanken und Gefühle der Protagonistin eindeutig beschrieben und die Darstellung der Figuren unterstrichen.
Besonders gut gefallen hat mir, dass die Handlung des Romans sich nicht nur auf die Liebesgeschichte und den Lebenswandel von Alina konzentriert, sondern nebenher ein für uns Menschen unglaublich wichtiges Thema anschneidet und eine klare Botschaft vermittelt. Durch die Übernahme der Bienenvölker lernt Alina nicht nur den interessanten Imkersohn Sven kennen, sondern beginnt auch den Nutzen und das Leben der Bienen besser kennenzulernen. Dadurch, dass sie beginnt die wichtige Rolle der Bienen für das Überleben der Menschen zu erkennen, wird auch der Leser zwangsläufig in das Thema involviert und für den Insektenschutz sensibilisiert. Der Kampf den Alina schließlich gegen das Insektengift eines großen Konzerns zu führen beginnt macht deutlich, was für Folgen das Bienensterben für uns Menschen haben kann. Ich fand diesen Aspekt des Romans unglaublich wertvoll und konnte durch ihn sehr viel über Bienen dazulernen. Dabei wurden die entsprechenden Informationen sowohl in die Handlung eingeflochten, als auch in kurzen Zitaten aus entsprechenden Zeitschriften oder Büchern zu Beginn jedes Kapitels.

Mein Fazit: Mit Spannung, Humor und Dramatik, aber auch einer guten Prise Ernsthaftigkeit und Sachlichkeit sensibilisiert „Die Honigprinzessin“ den Leser für ein wirklich wichtiges Thema und präsentiert gleichzeitig eine mitreißende und emotionale Liebesgeschichte. Von mir gibt es eine definitive Leseempfehlung und 5 von 5 Sternen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere