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Malaika

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.08.2017

Eine sehr bewegende Geschichte...

Die Tänzerin von Paris
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Die Idee des Buches - um einmal nicht über den Superstar zu schreiben sondern über die Menschen in seinem Umfeld - gefällt mir sehr. Auch die Kapitel, die abwechselnd einmal im Behandlungszimmer von Doktor ...

Die Idee des Buches - um einmal nicht über den Superstar zu schreiben sondern über die Menschen in seinem Umfeld - gefällt mir sehr. Auch die Kapitel, die abwechselnd einmal im Behandlungszimmer von Doktor Jung und dann wieder in Lucias Vergangenheit spielen, finde ich sehr gelungen. Das gibt dem ganzen Buch eine gewisse Tiefe, ohne die das Buch nicht dasselbe wäre.

Aber leider konnte mich Lucia als Protagonistin nicht überzeugen. Sie wirkte im grössten Teil des Buches irrsinnig naiv und das hat mir das Lesen sehr erschwert. Ich konnte sie nicht als unsympathisch abstempeln, da sie durch ihre Kindheit geprägt und in einem sehr schwierigen Familienverhältnis aufgewachsen ist - im Schatten ihres Vaters, dem berühmten Schriftsteller, im fast schon hassgleichen Verhältnis zu ihrer Mutter und mit einem Bruder, der eigentlich selbst in eine Heilanstalt gehen müsste.

Für mich war es daher sehr schwer, eine Meinung über Lucia zu bilden, da ihre Geschichte so vielschichtig ist und die Autorin eine historische Figur beschrieben hat und daher ihre schriftstellerische Freiheit begrenzt war.

Trotzdem empfehle ich das Buch an alle weiter, die in Lucia Joyce interessiert sind und denen es nichts ausmacht, dass sie ziemlich naiv ist und denjenigen, die über ein Mädchen lesen wollen, das durch ihre Eltern in einen Käfig gezwungen wird und nicht mehr hinaus kommt.

Veröffentlicht am 19.07.2017

Was einem passieren kann, wenn man vor dem Altar stehen gelassen wird.

Kopf aus, Herz an
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Als die organisierte Lilly vor dem Altar stehen gelassen wird, bricht für sie ihr detaillierter Lebensplan zusammen. Spontan beschliesst sie, in die bereits geplanten Flitterwochen zu fahren. Alleine. ...

Als die organisierte Lilly vor dem Altar stehen gelassen wird, bricht für sie ihr detaillierter Lebensplan zusammen. Spontan beschliesst sie, in die bereits geplanten Flitterwochen zu fahren. Alleine. Da geht aber einiges schief…

Ich glaube, ich habe noch nie so viel über ein Buch gelacht: angefangen bei der Vorstellung von Lilly, die völlig durch den Wind ist, und dadurch erst im Flugzeug bemerkt, dass sie im Schlafanzug samt Schweinchenpantoffeln und einem mit Mascara und Lippenstift verschmiertem Gesicht mit 100 anderen Leuten im Flugzeug sitzt bis zu der Szene, in der Lilly sich durch ihre unglaubliche Tollpatschigkeit fast selbst abfackelt, folgte eine unglaublich komische Szene der anderen.

Die Autorin hat einen angenehmen Schreibstil, wodurch ich das Gefühl hatte, an Lilly’s Seite durch die Geschichte zu gehen.

Die Geschichte an sich ist nicht unglaublich umwerfend, aber das ist nicht irgendwie störend, da man mit Lilly mitleben und zusammen mit ihr die ‘wahre Lilly’ entdecken kann. Noch dazu ist das Buch total fesselnd und an vielen stellen wirklich sehr lustig.

Das ist ein perfektes Buch, um aus dem Alltag abzutauchen und viel zu lachen.

Veröffentlicht am 19.07.2017

Ein tolles Buch!

Dark Horse Mountain
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Als Roxy nach Wyoming zu ihrem verschollenen Vater fährt, glaubt sie, sich auf ein paar ruhige Wochen, um ihrem Vater kennenzulernen, einzulassen. Dass er nun mal unpraktischer Weise eine Ranch besitzt, ...

Als Roxy nach Wyoming zu ihrem verschollenen Vater fährt, glaubt sie, sich auf ein paar ruhige Wochen, um ihrem Vater kennenzulernen, einzulassen. Dass er nun mal unpraktischer Weise eine Ranch besitzt, ist für die Tierhasserin nicht gerade einfach. Aber es kommt dann doch ganz anders, als sie es sich vorgestellt hatte.
Da ihr Vater am Anfang kaum Zeit für sie hat, verbringt Roxy ihre Zeit größtenteils damit, für den attraktiven, aber vor allem irritierenden Stallburschen Cale, Boxen auszumisten.
Dann passieren aber immer mehr unerklärliche Dinge und ehe Roxy sich versieht, verschwindet sie im Strudel der Ereignisse.

Die Basis ist eigentlich nichts Neues - das Stadtmädchen fährt zu ihrem verschollenen Vater aufs Land und freundet sich mit einem Pferd und einem einheimischen Jungen an. Aber normalerweise bleibt es dabei und passiert nichts Weiteres.
Hier ist das ein ganz anderer Fall - man hat das Gefühl, dass man die ganze Zeit an Roxys Seite steht und zusammen mit ihr versucht, die Mysterien zu lösen, wobei man mehr als einmal überrascht wird…

Auch die Kombination von Spannung und Humor hat mir sehr gut gefallen. Wenn man mitten im Buch die ganze Zeit loslachen muss, weil Roxy nun wieder im Misthaufen verschwunden ist, oder die Zwillinge sie nassspritzen, macht es wesentlich mehr Spaß, ein Buch zu lesen.
Ein Buch mit genug Spannung zu versetzen, ist mindestens genauso wichtig, wie es mit einer Packung Humor zu versehen, und das hat Kyra Dittmann außerordentlich gut gemacht.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich freue mich, andere Bücher der Autorin zu lesen!

Veröffentlicht am 19.07.2017

Eine interessante Idee!

Schattenkrone
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Kat verliert ihre Mutter in sehr jungem Alter. Eine der Familien aus ihrem Dorf nimmt sie auf und sie wächst, wie es scheint, sorgenlos auf. Aber in ihr ist etwas unruhig, es will hinaus, es ist mysteriös, ...

Kat verliert ihre Mutter in sehr jungem Alter. Eine der Familien aus ihrem Dorf nimmt sie auf und sie wächst, wie es scheint, sorgenlos auf. Aber in ihr ist etwas unruhig, es will hinaus, es ist mysteriös, unerklärbar, gefährlich und machtvoll.

Auf ihrer Reise nach Antworten über den Tod ihrer Mutter lernt sie den Königssohn Alex (Alexander der Große) kennen. Sofort verbindet sie etwas Unerklärliches und Alex lädt Kat in seinen Palast ein. Dort ist aber einiges anders, als sie es sich gedacht hat.
Mit jede Frage, die sie beantwortet bekommt, scheinen drei neue dazuzukommen. Es fängt ein Kampf um Antworten an, aber die Zeit läuft aus…

Die Idee, um historische Persönlichkeiten mit Fantasy zu verbinden, finde ich einfach großartig! Die Kombination passt wirklich gut. Die Charaktere sind interessant, aber haben nicht wirklich diese Tiefgründigkeit, die ich gerne hätte.
Leider hat mich das Buch nicht durchgängig fesseln können. Dieser Drang zu wissen, wie es weitergeht fehlt und das finde ich schade, weil mit diesen Bausteinen hätte sich eine wirklich interessante Geschichte entwickeln können.

Die Geschichte ist aus vielen unterschiedlichen Perspektiven geschrieben und hat einen flüssigen Schreibstil. Obwohl das Buch mich nicht fesseln konnte, haben mir die Ideen sehr gut gefallen und ich bin jedenfalls gespannt, was im zweiten Teil passieren wird!

Veröffentlicht am 19.07.2017

Wenn Alice mit Untoten durchs Buch geht.

Alice - Follow the White
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Als etwas Unerwartetes auf Bettys Beerdigung passiert, sie kurz danach, wie es scheint, wieder lebendig wird und ein kleiner Hase namens Ethan Bond auftaucht, fängt ein ungewöhnliches Abenteuer für die ...

Als etwas Unerwartetes auf Bettys Beerdigung passiert, sie kurz danach, wie es scheint, wieder lebendig wird und ein kleiner Hase namens Ethan Bond auftaucht, fängt ein ungewöhnliches Abenteuer für die drei ohnehin ungewöhnlichen Freundinnen Alice, Betty und Chloe an.
Mit dem temperamentvollen Karnickel gelangen sie in eine Welt voller Wunder, Hass und Gefahr.

Dabei tauchen immer wieder dieselben Fragen auf: Wer ist Ethan Bond wirklich? Warum hat Zooey auf Bettys Sarg bei der Beerdigung geschossen? Wie kann Betty noch leben, obwohl sie an einer schweren Grippe gestorben ist und im Sarg von Zooey erschossen wurde? Und warum verhält sie sich nicht wie eine normale “Untote”?

Die Idee, um viele unterschiedliche Märchen mit "Alice im Wunderland” zu kombinieren, ist interessant, aber wenn alles nur noch ein großes Chaos ist, ist es schwierig, den Überblick zu behalten…

In der ersten Hälfte des Buches konnte ich gar nichts begreifen, ich habe einfach keine Zusammenhänge gefunden. In der zweiten Hälfte wurde das etwas besser, aber der Eindruck des ersten Teiles hatte seinen Abdruck hinterlassen…

Obwohl mich der Aufbau der Geschichte nicht wirklich überzeugen konnte, fand ich den Schreibstil einfach genial!

Das Buch ist aus zwei Perspektiven geschrieben, die sich abwechseln. Alices Sicht ist in einer Ich-Person geschrieben, aber Bettys Gedanken sind als Tagebuch formuliert. Die Kombination ist wirklich interessant und gibt dem ganzen Buch einen interessanten Twist.

Auch finde ich, dass die Autorin wirklich gut mit Sprache umgehen kann. Sie kann kleine Lebensweisheiten auf eine witzige, aber doch charmante Art überbringen.
Besonders dieses Zitat hat es mir angetan - ein Gespräch zwischen Alice und dem Kaninchen Ethan Bond:

Seite 90

,,Also, was suchen wir denn?", versuchte Alice das Gespräch wieder in ruhigere Bahnen zu lenken.
,,Sagte ich doch schon, irgendetwas."
,,Ähm… also wissen wir es nicht genau? Wie kann man etwas finden, wenn man nicht weiß, was man sucht?"
,,Liebe Alice, das ist machmal der ganze Sinn und Zweck des Suchens. “Etwas" zu finden. Wenn du dir vorher genau überlegst, was du finden willst, dann übersiehst du sehr wahrscheinlich alles andere. Dann gehst du am Ende vielleicht mit dem nach Hause, was du finden wolltest und lässt tausend andere Dinge unterwegs liegen, die du dringender gebraucht hättest, weil du in deinem engen Kopf beschlossen hast, dass du diese Dinge nicht suchst. Verstehst du?"
,,Ich weiß nicht…”
,,Manchmal bist du ein hoffnungsloser Fall, Mädchen."
Mit einem Kopfschütteln wandte sich das Kaninchen wieder dem Felsen zu.


Ich gebe diesem Buch 3,5 von 5 Sternen. Die Idee ist wirklich interessant und auch die Dialoge haben mir sehr gut gefallen, ich konnte mich nur leider nicht wirklich in der Geschichte zurecht finden…