Im Schatten der Nazi-Diktatur sucht ein Psychiater 1939 nach einem Serienmörder
Die marmornen TräumeEs ist der Sommer 1939 in Berlin, Deutschland unter der Herrschaft der Nazis, der zweite Weltkrieg steht vor der Tür. Simon Kraus ist nicht nur ein brillianter Psychoanalytiker, er ist auch Gigolo und ...
Es ist der Sommer 1939 in Berlin, Deutschland unter der Herrschaft der Nazis, der zweite Weltkrieg steht vor der Tür. Simon Kraus ist nicht nur ein brillianter Psychoanalytiker, er ist auch Gigolo und Erpresser - seine Klientinnen sind oftmals die Ehefrauen von Nazigrößen mit denen er erst schläft und sie dann erpresst. Seine Selbstgefälligkeit wird unterbrochen, als Franz Beewen in seiner Praxis auftaucht: Ein grobschlächtiger SS-Scherge der in einem delikaten Mordfall diskret ermitteln muß: Eine der Patientinnen von Kraus ist ermordert worden und er ist schon der zweite der ohne viel Staub aufzuwirbeln die Hintergründe herausfinden soll. Es tauchen weitere Leichen auf und eine Gemeinsamkeit wird deutlich: Alle Opfer waren Mitglieder einer Damengruppe, die sich regelmäßig im Adlon trifft um zu feiern und dem Alltag zu entfliehen. Kraus will auf eigene Faust die Hintergründe ermitteln und trifft dabei auf Minna von Hassel - Tochter aus reichem Haus und feinstem Adel, Leiterin eines Heims für psychisch Kranke, schwere Alkoholikerin und dem Regime kritisch gegenüber eingestellt. Aus der anfänglichen Notgemeinschaft Kraus, Beewen und von Hassel wird ein verschworener Haufen, der sich auch dann nicht beirren lässt, als sie erkennen müssen, dass sie in ein Wespennest gestochen haben und nun ihr eigenes Leben auf dem Spiel steht. Es gibt Irrungen und Wirrungen, sehr mächtige Gegenspieler und mehr als einmal müssen sie feststellen, dass sie einer falschen Fährte aufgesessen sind. Werden Sie es am Ende schaffen, nicht nur ihre eigenen Dämonen zu besiegen, sondern auch noch den "Marmormann" zu finden und zur Strecke zu bringen..?
Meine Meinung: Was für ein unfassbar spannendes Buch! Geschickt verwoben mit dem tatsächlichen Berlin 1939 führt uns der Autor in einen albtraumhaften Strudel von Ereignissen und dunklen Geheimnissen bei denen mehr als einmal die Grenzen zwischen Wahn, Fiktion und realen Begebenheiten verschwindet. Das Buch ist ein verhältnismäßig dicker Schinken, aber zu keinem Zeitpunkt kommt Langeweile auf, Grangé schafft es, den Anspannungslevel beim lesen konstant hoch zu halten: Immer fragt man sich, wie es weitergehen mag, welche Boshaftigkeit als nächstes um die Ecke kommt. Für mich jetzt schon eines der besten Bücher des Jahres 2023, wenn ich sechs Sterne vergeben könnte, würde ich es tun. So sind es hochverdiente fünf von fünf Sternen.