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Marshall-Trueblood

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.03.2019

Erzählkunst

Die Eishexe (Ein Falck-Hedström-Krimi 10)
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Erica Falck und Patrik Hedström ermitteln in ihrem mittlerweile zehnten Fall.

Ich verfolge die Serie, die in Fjällbacka spielt, von Beginn an...und ich hatte nach dem letzten Fall die Befürchtung, daß ...

Erica Falck und Patrik Hedström ermitteln in ihrem mittlerweile zehnten Fall.

Ich verfolge die Serie, die in Fjällbacka spielt, von Beginn an...und ich hatte nach dem letzten Fall die Befürchtung, daß sich Camilla Läckberg auserzählt hat. Dieser Fall hat mir wieder besser und sogar sehr gut gefallen. Die Autorin begibt sich in die sehr großen Fußspuren von Elizabeth George, und ich finde, sie macht das sehr gut. Das Drumherum nimmt einen sehr großen Teil der fast 750 Seiten ein; viele Charaktere, die ich aber gut auseinander halten konnte, viele Schauplätze und sehr aktuelle Themen, aber den eigentlichen Fall verliert man in keiner Sekunde aus den Augen. So bin ich den drei Handlungssträngen sehr aufmerksam gefolgt, ohne bei dem, der 1672 spielt, zu ahnen, wozu ich gebeten werde. Am Ende löst sich natürlich alles, für mich schlüssig, auf, vielleicht ist der Showdown ein wenig zu dramatisch, aber das verzeihe ich der Autorin, da sie mich bis dahin sehr abwechslungsreich und spannend unterhalten hat.

So kann es gerne weitergehen; ich erwarte schon den nächsten Fall.

Veröffentlicht am 07.03.2019

Gut, macht Lust auf mehr

Gieriger Zorn
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Hier liegt der zweite Fall für Matilda Drake vor. Den ersten Teil habe ich bisher noch nicht gelesen, das werde ich nachholen. Ich hatte beim Lesen aber nie den Eindruck, daß das ein Nachteil für mich ...

Hier liegt der zweite Fall für Matilda Drake vor. Den ersten Teil habe ich bisher noch nicht gelesen, das werde ich nachholen. Ich hatte beim Lesen aber nie den Eindruck, daß das ein Nachteil für mich gewesen wäre.

DCI Matilda Drake hat es nicht leicht: Ein Jahr nach dem missglückten Ausgang einer Kindesentführung wird ihr von einer Zeitung die Schuld zugeschoben, der Mordkommission droht die Schließung, der Tod ihres Mannes geht ihr immer noch nahe und ein neuer Fall, der an Brutalität fast nicht zu überbieten ist. Aber Matilda schafft das alles. Der Krimi hat mir gut gefallen: Gute Geschichte, guter Spannungsbogen, gutes Personal. Ziemlich viel gut, aber zu sehr gut reicht es für mich nicht, da der Autor ein paar Einfälle hat, die mir nicht gefallen haben. Wie z.B. die Nebenstory um Matildas Nachbarin, bei der ich als Leser von Anfang an den richtigen Verdacht hatte, was da im Nachbarhaus vor sich geht. Diese Geschichte bringt für den Krimi rein gar nichts, es werden nur ein paar Seiten gefüllt. Auch der Alleingang von Matilda gegen Ende ist doch reichlich übertrieben.

Aber wenn man von diesen Dingen absieht, hat Michael Wood einen guten Krimi vorgelegt, der mich auf jeden Fall überzeugt hat, den Nachfolger, den es leider noch nicht auf Deutsch gibt, zu lesen. Denn DCI Matilda Drake ist ein richtig guter Charakter, nicht einfach, mit Ecken und Kanten, ohne, wie es beispielsweise bei den skandinavischen Krimis üblich ist, ganz am Boden zu liegen. Da möchte ich doch sehr gerne wissen, wie es mit ihr weitergeht.

Klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 27.02.2019

Kein Highlight der Serie

Ostseerache
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Ich bin ein Fan der Serie mit Pia Korittki; aber diesmal war ich vom Fall mäßig begeistert. Das wirkt auf mich alles zu konstruiert, zu abwegig und die Lösung der beiden Fälle ist zum einen im alten Fall ...

Ich bin ein Fan der Serie mit Pia Korittki; aber diesmal war ich vom Fall mäßig begeistert. Das wirkt auf mich alles zu konstruiert, zu abwegig und die Lösung der beiden Fälle ist zum einen im alten Fall schon zu erahnen, im aktuellen Fall zum anderen wird der Täter wie das Kaninchen aus dem Hut gezaubert. Also für mich war das nix.

Aber als Fan der Serie bemühe ich mich auch, den dreizehnten Fall als Umbruch in Pias Leben zu sehen. Die Autorin meint es wieder mal (!!!) nicht gut mit Pia. (Liebe Eva Almstädt, wenn Sie das lesen, Pia hat doch auch ein Recht auf ein geregeltes Privatleben...gönnen Sie es ihr bitte!) Der private Schicksalsschlag wird ihr bestimmt noch zu schaffen machen, die Farbenblindheit von Felix könnte ja auch auf einen anderen Vater hindeuten und beruflich steht eine große Herausforderung an. Deshalb gibt es dreieinhalb Sterne mit der Hoffnung, daß a) der nächste Fall wieder besser wird und b) daß Pia unbeschadet durch den Sturm kommt.

Veröffentlicht am 24.02.2019

Unglaublich gut und mutig erzählt

Ein wenig Leben
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Es ist jetzt schon ein paar Tage her, daß ich Ein wenig Leben beendet habe...und noch immer geht das Buch in meinem Kopf herum.

Das ist ein Buch, bei dem ich durch alle Gefühlslagen gegangen bin. Ich ...

Es ist jetzt schon ein paar Tage her, daß ich Ein wenig Leben beendet habe...und noch immer geht das Buch in meinem Kopf herum.

Das ist ein Buch, bei dem ich durch alle Gefühlslagen gegangen bin. Ich war wütend, entsetzt, traurig, amüsiert, glücklich, neidisch, unglücklich. Ich habe gelacht und geweint (mehrmals war mir richtig übel), und natürlich habe ich mit Jude gelitten. Ein Buch, das niemanden kalt lassen kann, ob man es nun für gut oder für schlecht hält. Manchmal habe ich es zugeschlagen und erstmal weggelegt, weil ich es nicht mehr ertragen konnte, um dann, Minuten später, weiterzulesen. Auch wenn sich das Geschehen immer um Jude dreht, darf man die anderen Charaktere nicht unterschlagen, die allesamt Menschen mit ihren Stärken und Schwächen sind; alle sind sie für mich lebendig geworden, auch wenn sie nicht alle liebenswürdig sind.

Vorsicht: Kleiner Spoiler!

Das ist unglaublich gut und mutig erzählt; und auch wenn ich die ganze Zeit auf ein Happy-End, zumindest ein kleines, für Jude gehofft habe, konnte ich mir denken, daß es das nicht geben kann und nicht geben darf. Das macht die gute Erzählerin Hanya Yanagihara aus; sie bleibt sich und der Geschichte auch am Ende treu und ich bin diesen Weg weinend mit ihr gegangen. Auch wenn der ganze Roman Fiktion ist, möchte ich ich nicht darüber nachdenken, daß es solche Schicksale tatsächlich gibt.

Für mich schon jetzt ein Highlight meines Lesejahres!

Veröffentlicht am 17.02.2019

Hat noch jemand Zuckerguss übrig?

Nächte, in denen Sturm aufzieht
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Nächte, in denen Sturm aufzieht ist die Neuauflage von Dem Himmel so nah, ein Roman, den Jojo Moyes 2007 veröffentlicht hat. Ich möchte nicht darauf eingehen, warum der Verlag ein altes Werk unter neuem ...

Nächte, in denen Sturm aufzieht ist die Neuauflage von Dem Himmel so nah, ein Roman, den Jojo Moyes 2007 veröffentlicht hat. Ich möchte nicht darauf eingehen, warum der Verlag ein altes Werk unter neuem Titel veröffentlicht, ohne das auf dem Umschlag zu vermerken, weil ich denke, jeder kann sich denken, warum das passiert...Jojo Moyes hat sich seit diesem Roman als Schriftstellerin stark weiterentwickelt. Der Beweis ist das Buch, das wir wohl alle kennen: Ein ganzes halbes Jahr aus 2012.

Dieses Frühwerk setzt sich auch mit der Zerstörung des Lebensraums von Walen und Delphinen an Australiens Küste auseinander. Das gelingt der Autorin sehr gut, man leidet mit den Menschen, die ihre Lebensweise bedroht sehen und vor allem mit den Meerestieren, die vielleicht noch stärker davon betroffen sind. Was der Autorin meiner Meinung nach allerdings nicht gut gelingt, ist alles andere. Das Personal ist eine Aneinanderreihung von Klischees, hier wird kein einziges ausgelassen. Alle schrecklich eindimensional, von Entwicklung kann ich, wenn überhaupt, sehr wenig entdecken. Die Guten sind grundgut, die Bösen grundböse. Nach den ersten Kapiteln weiß man, wo die Autorin hin will...und eine Überraschung gelingt ihr zu keinem Zeitpunkt. So dümpelt der Roman, wenn es nicht gerade um die Rettung der Tiere geht, vor sich hin. Einige Einfälle sind wirklich gut, andere wortwörtlich für die Tonne! Wenn man die letzten Kapitel liest, darf man sich nicht wundern, wenn die Seiten aneinander kleben bleiben, weil die Autorin sämtlichen Zuckerguss, der ihr zur Verfügung steht, ausschüttet und erst aufhört, wenn der letzte Tropfen aus der Schüssel gelaufen ist. Ich liebe auch Happy-Ends, aber das ist mir hier zu dick aufgetragen.

Über die Bewertung habe ich lange nachgedacht, aber mehr als 2 Sterne sind nicht drin. Wer Jojo Moyes noch nicht kennt, sollte ihren Bestseller aus 2012 lesen, der lässt einen nicht enttäuscht zurück. Kurz: Kann man lesen, muss man aber definitiv nicht!