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Veröffentlicht am 14.04.2024

Kinderklinik Weißensee - Geteilte Träume

Kinderklinik Weißensee – Geteilte Träume (Die Kinderärztin 4)
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Handlung
Berlin-Weißensee 1948
Jahrelang hat Elisabeth, Lissi, Vogel die berufliche Laufbahn ihrer Tante Marlene bewundert. Und schon früh ist daraus der Wunsch entstanden, eines Tages selbst als Ärztin ...

Handlung
Berlin-Weißensee 1948
Jahrelang hat Elisabeth, Lissi, Vogel die berufliche Laufbahn ihrer Tante Marlene bewundert. Und schon früh ist daraus der Wunsch entstanden, eines Tages selbst als Ärztin zu arbeiten. Nun ist es soweit: Lissi tritt eine Stelle als Assistenzärztin an der Kinderklinik Weißensee an. Doch der Klinikdirektor steht der jungen Frau kritisch gegenüber, zudem werden ihr immer wieder neue Steine in den Weg gelegt.
Marlene währenddessen musste in einer Nacht-und-Nebel-Aktion nach Westberlin fliehen, sie hat innerhalb kurzer Zeit viel verloren und muss sich nun neu zurechtfinden. Für beide Damen birgt die Zukunft viele Geheimnisse, sie werden mit Ängsten konfrontiert und müssen doch immer weiterkämpfen.

Meinung
Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie dolle ich mich auf das große Finale der Saga gefreut habe. Bisher haben mir die ersten drei Teile wirklich gut gefallen, es gibt wunderbare Charaktere, bei denen es Spaß macht, sie auf ihrem Weg zu verfolgen und zu schauen, was sie noch so erleben. Gleichzeitig habe ich gemerkt, dass ich es nun so langsam gut und richtig finde, die Reihe abzuschließen und damit geschlossen ins Regal zu stellen. Als das Buch schließlich bei Vorablesen angeboten wurde, habe ich ganz fix Punkte für eingelöst und mir damit ein Rezensionsexemplar gesichert. Ein ganz herzliches Dankeschön daher an Vorablesen, sowie den Ullstein Verlag!

Mir stand vor allem die Handlung von Band eins und zwei noch lebendig vor Augen, an die Ereignisse konnte ich mich sehr gut erinnern. Band drei war nur noch mäßig präsent, jedoch sind mir nach und nach, vor allem mit dem Fortgang der Geschichte, so einige Szenen wieder eingefallen. Insgesamt hatte ich einen soliden Start in die Erzählung und ich war gespannt darauf, wie es wohl weitergehen mag.

Die Handlung setzt ein paar Jahre nach dem dritten Band ein, Marlene und Emma, die immer noch deutlich im Vordergrund stehen, sind mittlerweile deutlich älter als noch im ersten Band und erfreuen sich an ihren eigenen Familien. Einerseits gibt es immer wieder Reminiszenzen an Ausbildung und Studium der Mädels, andererseits sieht man auch, was für eine schöne Entwicklung stattgefunden hat. Jedoch finde ich es auch etwas traurig, dass sie viele ihrer positiven Aspekte und Charaktermerkmale verloren haben oder davon kaum noch was über ist. Ich finde, dass sich beide Protagonisten diesmal nicht in ihrem besten Licht zeigen und viel ihrer ursprünglichen Kraft verloren haben. Daher hatte ich durchaus auch mal den Gedanken, ob dieser finale Band noch notwendig gewesen wäre, da Emma und Marlene teils nur sehr sehr wenig Lebensmut zeigen und mich nicht mehr unbedingt überzeugen konnten.

Insgesamt ist das Selbstmitleid der Figuren diesmal ziemlich stark, neben den Schwestern zeigt auch Lissi immer wieder solche Momente. Dies kam immer dann vor, wenn ich gerade ganz zufrieden mit der Geschichte war, die Protagonisten hatten dann ihren Augenblick und wurden zu wehmütig und haben sich zu stark in ihrem eigenen Schmerz begraben. Mein Lesefluss war direkt wieder weg und ich habe ein bisschen mit den Ereignissen gehadert.

Was mir sehr gut gefallen hat ist die Darstellung der Klinik, mitsamt dem Personal, den Patienten und der Umgebung. Davon ging eine ganz eigene Dynamik aus, die sehr mitreißend war, immer wieder neuen Schwung in die Geschichte gebracht haben und lebendig wirkten. Zudem ist hier die Entwicklung im Vergleich zu den Vorgängerbänden schön zu sehen, gerade in Anbetracht des medizinischen Fortschritts.

Fazit
Ich hab das Buch einerseits gern gelesen, es ist durchaus ganz unterhaltsam und es ist halt einfach super interessant, wie sich die politischen Ereignisse auf das Leben von Emma und Marlene auswirken. Und auch die Entwicklung der Schwestern und deren Familien habe ich aufmerksam verfolgt. Es ist halt schon was Besonderes, die Protagonisten über eine so lange Zeit zu begleiten. Andererseits hat mich die Geschichte leider nicht so richtig begeistert. Mir ging das häufige Drama, das Streiten und auch manche Figuren auf den Keks, sie waren zu uneinsichtig und haben sich ziemlich unvorteilhaft präsentiert. Für meinen Geschmack sind Band eins und zwei der Saga richtig richtig gelungen, danach lässt die Klasse leider etwas nach.

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Veröffentlicht am 13.04.2024

Sturmmädchen

Sturmmädchen
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Handlung
Seit ihren Kindertagen besteht die Freundschaft zwischen Elli, Margot und Käthe, bislang konnte sie nichts voneinander trennen. Doch schließlich greift der Nationalsozialismus auch in dem kleinen ...

Handlung
Seit ihren Kindertagen besteht die Freundschaft zwischen Elli, Margot und Käthe, bislang konnte sie nichts voneinander trennen. Doch schließlich greift der Nationalsozialismus auch in dem kleinen Örtchen in der Eifel um sich und Käthe verfällt schon bald den Ideologien der Partei. Margot hingegen lernt, achtsamer und aufmerksamer zu leben, sie ist Jüdin und fürchtet schon bald um ihr Leben und das ihrer Familie. Bleibt noch Elli, sie ist gehbehindert und weiß nicht recht, was sie von der Situation halten soll. Sie sorgt sich um ihre Freundinnen, wünscht sich die einstige Verbundenheit zurück, möchte Margot gern helfen. Und sie bemerkt, dass ihre Mutter vollkommen überarbeitet ist, sieht allerdings keine Möglichkeit, ihr zu helfen.

Meinung
Von Lilly Bernstein bin ich sehr gute und solide Romane gewöhnt, die auf lebendige Art und Weise ein Schicksal erzählen. Daher freue ich mich auf jeden neuen Titel von ihr, mir gefällt sowohl ihre Art zu erzählen, als auch das Gesamtpaket bestehend aus den Handlungsorten, historischen Bezügen und Protagonisten. Und genau deswegen verfolge ich aufmerksam alle Infos rund um einen baldig erscheinenden Roman, auch bei diesem Buch war ich direkt angefixt. Der Titel klingt gut, die Inhaltsangabe ist richtig vielversprechend und ich war sehr gespannt auf die Umsetzung all dessen. Ein ganz herzliches Dankeschön geht daher an den Ullstein Verlag, es war mir ein großes Vergnügen, ein Rezensionsexemplar des Buches zu erhalten!

Ich habe mit dem Lesen begonnen und war direkt sehr begeistert und angetan von den Ereignissen. Grund dafür waren zum einen die wunderbare Sprache, die direkt äußerst lebendige Bilder von jeglichen Situationen zeichnet und daher ganz viel Spaß macht. Und zum anderen hat mir die Handlung einfach komplett zugesagt. Ich habe die drei Freundinnen direkt ins Herz geschlossen und fand die Lebenssituation von Elli interessant. Nicht nur, wie sie mit ihrer Mutter auf dem Hof lebt, sondern auch selbst so simple Beschreibungen ihres Tagesablaufs haben einen ganz tollen Charakter erhalten. Es wurde nie langweilig, dadurch erhielt die Geschichte eine mitreißende Bodenständigkeit, die nicht nur wichtig ist, sondern auch viel dazu beigetragen hat, dass ich mich so leicht auf die Handlung einlassen konnte und so leicht mit dem Lesen vorangekommen bin.

In einem ganz tollen Maß kommen regelmäßig verschiedene Stimmungen zum Einsatz, die den Ernst mancher Situationen verdeutlichen, ab und an auch ein bisschen die Stimmung auflockern. Vor allem wird so dazu beigetragen, dass die Handlung äußerst lebendig und natürlich wirkt, es gab ganz viele Momente in denen ich dachte, dass hier durchaus auch eine reale Geschichte erzählt werden könnte, ich würde das genauso glauben.

Ich mag es, was für interessante Charaktere erschaffen wurden, die nicht nur glaubhaft, sondern auch sehr lebendig wirken. Dabei wurden vielfältige Protagonisten erschaffen, die mit unterschiedlichsten Zügen und Eigenschaften ausgestattet sind, was natürlich für eine gute Vielfalt sorgt. Zudem mag ich es sehr, was für Entwicklungen sichtbar und wie diese ausgefallen sind. Durchweg sehr natürlich gehalten, dadurch gut nachvollziehbar und es rundet viele Szenen einfach ab.

Bisher habe ich mich positiv geäußert, leider gibt’s auch zwei Kritikpunkte. Einmal weiß ich nicht, ob es die ich langsam anbahnende Liebesgeschichte benötigt hätte. Das hat für mich ein bisschen Unruhe reingebracht und wirkte doch ziemlich konstruiert. Es war keine Anziehung spürbar, der Umgang des Paares war steif und hölzern.
Außerdem war das Ende dann doch ein bisschen zu dramatisch. Bisher war die Geschichte von einer ruhigen, angenehmen und geerdeten Stimmung beherrscht, dann haben sich die Ereignisse zu sehr überschlagen und gleichzeitig auch gezogen. Hat für mich einfach nicht zum Rest des Romans gepasst, es hat der Atmosphäre viel genommen.

Fazit
Ich hab mich sehr auf das Lesen gefreut und war auch lange lange Zeit begeistert. Coole Handlung, die sehr realitätsnah wirkte und für mich war es vorstellbar, dass viele Szenen genau wie geschildert abgelaufen hätten sein können. Dazu gibt’s eine einmalige und sehr feine Stimmung, die geschickt eingesetzt wurde und einzelne Momente abgerundet hat. Lebendige Charaktere sind mit bildhaften Handlungsorten vermischt, mir hat's richtig gut gefallen. Leider wurde noch eine sich anbahnende Liebesgeschichte eingemischt, die ich nicht gebraucht hätte und am Ende des Romans wurde es dann doch etwas hektisch, die Ereignisse haben sich überschlagen. War für mich nicht ganz stimmig, die Geschichte hat mit zunehmender Handlung ganz leicht nachgelassen. Sehr sehr schade, ich war lange vollkommen begeistert vom Buch!

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Veröffentlicht am 01.04.2024

Die wahre Geschichte hinter The Crown

Die wahre Geschichte hinter 'The Crown'. Von Liebe und Aufopferung während der Regentschaft von Elizabeth II.
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Handlung
Die Royals versuchen stets als Einheit und Bilderbuchfamilie aufzutreten. Doch ist das die Realität? Wie sieht es wirklich hinter den Palastmauern aus? Dieser Frage haben sich verschiedene Autoren ...

Handlung
Die Royals versuchen stets als Einheit und Bilderbuchfamilie aufzutreten. Doch ist das die Realität? Wie sieht es wirklich hinter den Palastmauern aus? Dieser Frage haben sich verschiedene Autoren gestellt und dabei unterschiedlichste Themen unter die Lupe genommen, die auch in der Netflix-Serie The Crown behandelt werden. In diesem Buch präsentieren sie ihre Rechercheergebnisse, betrachten die Beziehung von Elizabeth und Philip, ihr Familienleben, aber auch die Geschehnisse in der Politik und England.

Meinung
Für mich hat sich das Buch perfekt als Lektüre für nebenbei angeboten. Ich habe es gleichzeitig mit einem Roman gelesen und fand die Abwechslung sehr angenehm. Jeden Abend habe ich ein paar Kapitel über die Royals gelesen, die Abschnitte haben stets eine angenehme Länge und sie schließen jeweils ein Thema ab. Es wird stets prägnant und anschaulich auf den Punkt gebracht, wie das Leben hinter den Palastmauern und die politische Lage aussehen und wie die königliche Familie von der Bevölkerung wahrgenommen wird. Im Hinterkopf hatte ich häufig diverse Szenen aus der Serie The Crown, die mir echt gut gefallen hatte. Viele Kapitel des Buches nehmen auf die Szenen der Serie Bezug und man kann daher nachvollziehen, was der Wahrheit entspricht und wo die Fantasie der Drehbuchautoren verstärkt eingesetzt wurden. Ich finde, dass das Buch in dieser Hinsicht extrem gut aufklärt, richtigstellt oder die Darstellung in der Serie bestätigt.

Jedes Kapitel wurde von einem anderen Autor verfasst, ab und an gibt es ein paar Sätze, die sich ein wenig überschneiden, weil das Thema bereits im vorherigen Kapitel geklärt wurde. Ansonsten jedoch beinhaltet jeder Abschnitt spannende Hintergrundinformationen und anschaulich wird dargestellt, was es bedeutet, ein Mitglied der königlichen Familie zu sein und welche Regeln für sie gelten.
Mit der Sprache jedes Kapitels habe ich mich direkt angefreundet, ich bin flüssig mit dem Lesen vorangekommen und hatte auch keinerlei Probleme damit, das gerade Gelesene zu verarbeiten oder in einen Zusammenhang zu bringen. Informationen tauchen zwar gehäuft auf, sie werden jedoch so an den Leser weitergegeben, dass sie direkt schlüssig sind und einfach viel Sinn ergeben.

Richtig gut gefallen hat mir die Einbindung von zahlreichen Bildern. Nicht nur waren da wahre Perlen dabei, die einfach wunderschön zu betrachten sind und die königliche Familie perfekt in Szene gesetzt zeigen, sondern es hat mir auch dabei geholfen, mir die Personen in der jeweiligen Situation vorzustellen. Viele dargelegte Momente und Ereignisse wirken dadurch greifbarer und es ist interessant, die Gesichter der Königsfamilie zu studieren und sie mit dem Gelesenen in einen Zusammenhang zu bringen.

Fazit
Ich empfinde das Buch als echt empfehlenswert. Es gibt Einblicke in das royale Leben, vieles wird richtiggestellt und es wird aufgezeigt, wo die Drehbuchautoren der Serie The Crown sich auf Fakten verlassen haben und wo ihre Fantasie ins Spiel kam. Jedes einzelne Kapitel wurde mit tollen Bildern und einer schönen Sprache versehen, sowohl familiäre, als auch politische Ereignisse werden im Buch angesprochen und ich finde, dass ein rundum stimmiges und interessantes Werk vorliegt. Gerade für jene, die sich langsam an die englischen Royals rantasten, die wichtigsten Eckpunkte erfahren wollen und dabei eine angenehme Hülle an Informationen erwarten, eignet sich das Buch perfekt!

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Veröffentlicht am 01.04.2024

Die Schokoladenfabrik - Das Geheimnis der Erfinderin

Die Schokoladenfabrik – Das Geheimnis der Erfinderin
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Handlung
Köln 1862
Apollonia Krusius gilt als Wunderkind. Ihr Vater hat schon vor vielen Jahren ihr Talent erkannt und die junge Frau ist bestrebt, eines Tages zu studieren und anschließend Erfinderin ...

Handlung
Köln 1862
Apollonia Krusius gilt als Wunderkind. Ihr Vater hat schon vor vielen Jahren ihr Talent erkannt und die junge Frau ist bestrebt, eines Tages zu studieren und anschließend Erfinderin zu werden. Doch als er stirbt, haben andere Angelegenheiten Priorität. Fortan steht ihre Erziehung im Vordergrund, schließlich soll sie als gute Partie gelten, um einen standesgerechten Ehemann zu finden. Ihr Onkel will sie mit einem Stollwerck verheiraten, dabei hat Apollonia für einen ganz anderen Gefühle. Nicht für Nikolaus Stollwerck schwärmt sie, sondern für dessen jüngeren Bruder Heinrich...

Meinung
Mir fiel der Start in die Geschichte leider nicht so leicht, wie ich es mir erhofft hatte. Ich brauchte einige Zeit, um mich an die Figuren, die Situation zu gewöhnen und um auch wieder einige Details aus dem ersten Band wieder in mein Gedächtnis zu rufen. Mir ist zwar einiges, aber leider nicht alles in Erinnerung geblieben und da die Handlung nicht nahtlos da ansetzt, musste ich mich an die neue Situation gewöhnen.
Zudem haben mich am Anfang die Erzählperspektiven ein wenig verwirrt, ich musste in Ruhe schauen, wie diese zusammenhängen könnten. Als schließlich deutlich wurde, wie die Stränge sich gekreuzt und teils verbunden haben, wurde es einfacher, den Ereignissen zu folgen und ab da hat auch alles viel Sinn gemacht. Ich bin flüssiger mit dem Lesen vorangekommen, konnte mich leichter auf die Geschichte einlassen und schließlich hat sie mich doch noch gepackt.

So, damit ist meine ganze Kritik gleich am Anfang geklärt, denn abgesehen von den angesprochenen Punkten hat mir das Buch gut gefallen. Die Sprache lässt sich leicht und flüssig lesen und hören, sie zeichnet angenehme Bilder und wirkt lebendig. Ich konnte der Handlung durchweg gut folgen, mag es, wie vielfältig sich die Geschichte erweist und was für ein schöner Spannungsbogen gegeben ist.

Besonders gefallen haben mir die Dynamiken innerhalb der Familie Stollwerck. Jene Szenen, in denen die Familie gesammelt auftritt haben eine ganz besondere Stimmung gehabt, die sehr stark war, die Familienbande aufgezeigt hat und einfach toll inszeniert wurden. Zudem gefällt mir die Beziehung der Brüder zueinander und wie sie miteinander arbeiten, sich unterstützen, aber auch mal offen die Meinung sagen.

Die Spannung war durchweg vorhanden, auch wenn sie mal mehr, mal weniger stark spürbar war. Allein durch unterschiedlichen Ziele der Familie Stollwerck hinsichtlich der Fabrik gibt es immer wieder Konfliktpotenzial, das geschickt eingesetzt wurde und zeigte, wie schwer es sich gestaltet hat, eine Firma zu führen, die den Fortschritt nicht verpassen darf, gleichzeitig aber auch ihre Qualität beibehalten will. So kommt auch ein guter historischer Bezug in die Handlung und durchweg hat sich die Geschichte ziemlich realitätsnah angefühlt.

Jede Figur hat eine interessante Zeichnung erhalten, ich mag es, wie sie im Vergleich zum ersten Band deutlich mehr Reife in ihrem Auftreten zeigen und man merkt, dass die Zeit nicht spurlos an ihnen vorbeigegangen ist. Besonders bei der jüngeren Generation waren im Verlauf der Handlung Entwicklungen zu sehen, die in unterschiedliche Richtungen gegangen sind. Dabei haben sie sich nicht auf eine Meinung versteift, sondern zeigten sich auch gegenüber einem anderen Denken offen und haben dieses akzeptiert. Mochte ich sehr und wirkte durchweg authentisch!

Fazit
Anfangs stand ich der Geschichte noch ein wenig kritisch gegenüber, mir fiel es schwer, mich auf die Handlung einzulassen und mir die Geschehnisse aus Band eins wieder vor Augen zu rufen. Zudem gab es viele Erzählstränge, die erst nach und nach zueinander gefunden haben und zu Beginn wirkten sie ein wenig willkürlich gewählt. Erst mit zunehmender Handlung fiel diese Anspannung von mir ab, ich hatte schließlich das Gefühl, in der Erzählung angekommen zu sein und ab da an ging es immer weiter bergauf. Schließlich hat sich die Geschichte als echt gut entpuppt, ich bin sehr froh, diese gelesen zu haben. Ich bin von der Sprache und der Spannung sehr angetan, mir hat die Darstellung der Figuren gefallen und ich freue mich auf Band drei!

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Veröffentlicht am 01.04.2024

Die Hofgärtnerin - Sommerleuchten

Die Hofgärtnerin − Sommerleuchten
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Handlung

Oldenburg 1893

Maarlene und ihr Verlobter hegen noch immer den Wunsch, eines Tages eine eigene Gärtnerei zu eröffnen. Doch der Weg dorthin ist lang und nicht immer läuft alles, wie es sich die ...

Handlung

Oldenburg 1893

Maarlene und ihr Verlobter hegen noch immer den Wunsch, eines Tages eine eigene Gärtnerei zu eröffnen. Doch der Weg dorthin ist lang und nicht immer läuft alles, wie es sich die Beiden erhoffen. Als sie schließlich die Gelegenheit erhalten, ein Stück Land zu bewirtschaften, scheint es bergauf zu gehen. Doch daran sind einige Bedingungen geknüpft, die voraussetzen, dass alles rund läuft. Noch dazu muss die geplante Hochzeit auf Eis gelegt werden, was auch Folgen für die Beziehung hat. Schafft es das Paar, ihr Ziel zu erreichen, zu heiraten und vielleicht sogar eine Auszeichnung als „Hofgärtnerei“ zu erhalten?


Meinung

Ein paar Ereignisse aus Band eins habe ich zugegebenermaßen vergessen, nicht mehr alles ist mir im Gedächtnis geblieben und trotzdem hatte ich einen angenehmen Start in die Geschichte. Nicht nur wurde ein ruhiger Start geboten, der dem Leser Zeit gibt, sich wieder an die Figuren und die Sprache zu gewöhnen, sondern es gibt ab und an auch ein paar Hinweise auf Geschehnisse aus dem Auftaktteil.


Durchweg bin ich sehr flüssig mit dem Lesen vorangekommen. Ich finde die Geschichte hat ein schönes Erzähltempo, sie ist bildhaft und lebendig und zeigt eine schöne Vielfalt an Charakteren auf. Außerdem liegt eine angenehme Sprache vor, die sich auf einem soliden Niveau befindet, leicht lesbar ist und ein gutes Bild der Lebenssituation von den Figuren zeichnet. Weiterhin wird ab und an ein bisschen Dialekt eingefügt und man lernt nebenbei ein bisschen was über Pflanzenkunde. Tolle Mischung, die mich überzeugen konnte!


Mir hat es gefallen, dass wieder verschiedene Erzählperspektiven genutzt wurden. Es ergibt sich dadurch die Möglichkeit, auf jegliche Figuren verschiedene Blickwinkel zu erhalten, die Geschichte wird vielfältiger und man erhält tiefere Einblicke in verschiedene Lebensweisen und Charaktere. Gerade letztgenanntere erscheinen dadurch tiefgründiger, was echt toll ist!


Und obwohl ich echt super mit dem Lesen vorangekommen bin und mir die Geschichte auch gut gefallen hat, bin ich doch der Meinung, dass die Erzählung ab und an ein bisschen zu ausschweifend war. An einigen Stellen im Text dachte ich mir, dass diese durchaus hätten gekürzt oder gar weggelassen hätten werden können. So wäre das Buch kompakter ausgefallen und viele Dinge noch mehr auf den Punkt gebracht.


Obwohl die Figuren lebendige und interessante Zeichnungen erhalten haben, konnte ich leider keine richtige Bindung zu ihnen aufbauen. Sie waren mir dafür nicht greifbar genug, ich fand es schade, dass sie nicht immer offen ihre Gefühle ausdrücken und dadurch öfter Missverständnisse entstanden sind. Ich denke, wenn sie sich dem Leser ein bisschen anders präsentiert und sich komplett geöffnet hätten, wäre es auch möglich, sie noch intensiver wahrzunehmen.


Ab und an wären ein paar mehr Zeitangaben echt sinnvoll gewesen, um der Handlung nicht nur besser folgen zu können und um zu bestimmen, wie viel Zeit seit dem Beginn der Geschichte vergangen ist. Außerdem spielt die Zeit auch dahingehend eine wichtige Rolle, um zu bestimmen, wie viel Zeit Marleene und ihrem Verlobten noch bleibt, um die Gärtnerei aufzubauen. Ein paar mehr Einstreuungen dessen wären definitiv hilfreich gewesen.


Fazit

Auch Band zwei der Hofgärtnerinnen-Saga hat mir gut gefallen und weckt das Interesse an der Fortsetzung. Ich finde, dass eine interessante und abwechslungsreiche Geschichte vorliegt, die sich super lesen lässt und einen großen Unterhaltungsfaktor bietet. Viele Punkte des Buches haben mir überzeugt, allen voran die Sprache, aber auch die Erzählperspektiven, die Darstellung der Handlungsorte oder das Erzähltempo. Dies alles führt dazu, dass ich einen positiven Gesamteindruck besitze, ab und an gibt es meines Empfindens nach ein paar Verbesserungsmöglichkeit, alles in allem betrachtet liegt ein schönes Buch vor, das ich sehr gern gelesen habe!

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