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Maximiliane

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.08.2021

Schöne Sommerlektüre für Zwischendurch

Ein Herz voll Leben
1

Isabella ist eine Power-Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht. Sie hat die Bäckerei ihrer Großmutter übernommen und führt diese nun als erfolgreichen Cupcake Laden an der Ostsee weiter. Entgegen der ...

Isabella ist eine Power-Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht. Sie hat die Bäckerei ihrer Großmutter übernommen und führt diese nun als erfolgreichen Cupcake Laden an der Ostsee weiter. Entgegen der Meinung ihrer Freundinnen ist sie auch ohne Mann glücklich und möchte sich voll und ganz auf ihren Laden und auf ihre Patentochter Leni - die Tochter ihrer besten Freundin Melanie - konzentrieren, bevor sie die Liebe in ihr Leben lässt. Durch den plötzlichen und für Isabella unerwarteten Tod ihrer Freundin wird jedoch ihr gesamtes Leben auf den Kopf gestellt. Neben der Trauer um ihre beste Freundin seit Kindertagen muss Isabella nun auch noch völlig unerwartete Herausforderungen im Alltag meistern - Melanie hat ihr die Vormundschaft ihrer 4 jährigen Tochter überlassen. Mithilfe von Nachrichten, die Melanie vor ihrem Tod für Isabella verfasst, wächst sie über sich hinaus. Zu allem Überfluss lernt Isabella zudem Maximilian kennen, der ihr Leben ebenfalls auf den Kopf stellt und ihr weitere Schwierigkeiten beschert..

Meine Meinung zum Buch:
Das Cover hat mich vom ersten Augenblick an begeistert. Die dunklen Farben zusammen mit dem hellen Aufdruck spiegeln die Handlung des Buches wieder. Der Klapptext verspricht eine spannende Geschichte und man möchte direkt mit dem Lesen beginnen.
Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht von Isabella und Maximilian erzählt, was dem Leser einen guten Einblick in die unterschiedlichen Denkweisen verschafft und hilft, die Charaktere besser kennenzulernen. Der Schreibstil hat mir an sich sehr gut gefallen, obwohl manche Formulierungen etwas zu viel des Guten sind. Im großen und ganzen jedoch lässt sich das Buch sehr gut lesen.
Nach der Leseprobe, welche mich mit Begeisterung an das Buch herangeführt hat, wurden meine Erwartungen an die Geschichte leider etwas enttäuscht.

Zunächst jedoch die positiven Eindrücke:
Die Freundschaft zwischen Isabella, Melanie und den übrigen Business-Frauen zeigt einmal mehr auf, wie wichtig gute Freunde im Leben sind und dass man sich auch in den größten Notlagen immer auf sie verlassen kann. Der Trauerprozess nach Melanie's Tod wird ungeschönt und ausführlich beschrieben. Jeder, der schon einmal einen seiner Lieben betrauern musste, versteht was in Isabella vorgeht, wie es ist für andere (in diesem Fall Leni) stark zu sein und sein Leben und den Alltag trotz allem zu meistern, da diese nunmal nicht stillstehen. Ebenfalls gut gefallen hat mir, dass ihre Trauer auch aus der Sicht eines anderen - nämlich Maximilians - und seine Hilflosigkeit damit gezeigt wird. Melanies Mails an Isabella sind herzzerreißend. Sie führen zum einen Leni an den Verlust ihrer Mama heran und zeigen ihr zudem, wie sehr sie sie liebt und immer lieben wird. Zum anderen helfen sie Isabella den Trauerprozess zu durchbrechen und das Leben wieder zu feiern - so wie sie es Melanie im Krankenwagen versprochen hat.

Schwierigkeiten hatte ich mit dem weiteren Handlungsstrang - Maximilian und seine Handlungen und Beziehung zu Isabella.
Ich hatte von Anfang an Probleme mit seinem Charakter warm zu werden. Als Mann, welcher sich mit Hilfsjobs über Wasser hält und in der Scheune seines Onkels wohnt, ist er das komplette Gegenteil zur Businessfrau Isabella. Er lebt und arbeitet, um die Treffen mit seinem Sohn zu ermöglichen - soweit so gut. Dass er dabei alle moralischen Bedenken überwindet und auf unmöglichste Weise in Isabellas Leben eingreift ist für mich absolut unverständlich und hat mich mehr als nur einmal den Kopf schütteln lassen. Leider war sein Verhalten vorhersehbar und man hat geahnt, dass er sich in diese Richtung entwickelt. Dass sich ein Erwachsener Mann so von seinem Onkel manipulieren und zu Straftaten drängen lässt ist für mich nicht nachvollziehbar.
Auch die sich entwickelnde Beziehung zwischen Max und Isabella entspricht jeder Hollywood Romanze. Alles in allem war es jedoch schön zu lesen und man hat sich für Isabella gefreut, dass sie die Liebe in ihr Leben lassen und Freude empfinden konnte. Und dann kam das Ende. Auch wenn die Handlung im gesamten auch vorhersehbar war und keine großen Überraschungen bereithielt konnte man der Geschichte leicht folgen und wollte das Buch nur ungern aus der Hand legen. Das Ende jedoch war für mich leider das Fünkchen zu viel und hat mir die Glaubwürdigkeit der Geschichte genommen. Die Enttäuschung war groß und hat mich mit einem Zwiespalt zurückgelassen. Der gesamte Handlungsstrang "Liebe zwischen Maximilian und Isabella" wäre für die Geschichte nicht zwingend notwendig gewesen (eine Freundschaft zwischen den beiden wäre für die Handlung meiner Meinung nach vollends ausreichend) und wirkt erzwungen und nicht ganz ausgereift.

Zusammenfassend handelt es sich bei "Ein Herz voll Leben" um ein schönes Buch über Freundschaft, Liebe, Trauer und den Weg zurück ins Leben. Die Autorin hat das Potenzial der Geschichte leider nicht ausgeschöpft - das Buch lässt einen mit einer Menge offener Fragen zurück. Nichtsdestotrotz ist es ein schönes, leicht zu lesende Buch mit Happy End, welches sich zwischendrin gut lesen lässt.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl