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Veröffentlicht am 07.09.2020

Ein Stein ist ein Stück Ewigkeit

Lieblingssteine
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Manche Dinge kommen immer wieder – nur ein bisschen moderner und aufgepeppt. So auch das Hobby des Steinebemalens. Das haben wir schon im Kindergarten gemacht und das ist unglaublich lange her! Heute hat ...

Manche Dinge kommen immer wieder – nur ein bisschen moderner und aufgepeppt. So auch das Hobby des Steinebemalens. Das haben wir schon im Kindergarten gemacht und das ist unglaublich lange her! Heute hat man ganz andere Möglichkeiten, was das Material betrifft, aber auch die Motive finden sich dank Internet viel leichter. Dennoch ist ein haptisches Buch immer eine feine Sache und ich ziehe es jedem Tutorial auf YouTube vor.

Wie im Vorwort von Christine Reichel erzählt, geht es beim Steinebemalen ganz selten ums Besitzen, sondern darum, zu sich zu finden, die Stille und Muße während des Bemalens zu genießen und mit dem fertigen Stein jemandem eine Freude zu machen. Die Steine eignen sich hervorragend als kleiner Gruß, als Danke, als Aufmunterung, als Glücksbringer und auch, wenn sie größer ausfallen, als Briefbeschwerer.

Allein die Auswahl der Steine ist schon ein kleines Abenteuer. Man betrachtet die Steine mit völlig neuen Augen, sucht Motive darin, schätzt sie auf ihre Eignung als „Handschmeichler“ ein, entdeckt die Vielfalt an Formen und Farben. Beim Bemalen, das bei schönem Wetter auch draußen Spaß macht, fließt ganz viel von einem selbst in die Motive.

Christine Reichel liefert mit diesem Buch eine Menge Tipps und Tricks, auf die man allein vermutlich gar nicht gekommen wäre. Sie erklärt diverse Techniken und Materialien, geht auf die Eignung und Anforderungen ein, die sie stellen. Man erfährt, welche „Grundausrüstung“ man benötigt und eine kleine „Steinkunde“ gibt es ebenfalls. Die Autorin geht auch intensiv auf die unterschiedlichen Farben ein und regt zu Experimenten und Kreativität an. Von Tischkärtchen über magische Steine, von Krafttieren zu Katzen und Hunden, von Punkten und Spiralen zu Schlafsteinen – hier ist alles vertreten und man weiß kaum, wo man anfangen möchte!

Man findet eine Menge wunderschöne Ideen und auch Vorlagen. Da braucht es nur ein wenig Zeit, ein paar Steine, für den Anfang ein paar Farben und Stifte und schon kann es losgehen. Christine Reichel möchte anregen und Mut zum eigenen Stil machen, die Freude am Steinebemalen intensivieren und unterstützen. Das ist ihr, meiner Meinung nach, sehr gut gelungen. Ob viel oder wenig Farbe, ob Muster auf ungrundierten Steinen oder Bilder auf grundierten – der Anfang ist gemacht und wer unsicher ist, kann immer wieder nachlesen. Sehr schön gemacht! Ich bin begeistert und gebe die vollen fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 05.09.2020

Achtzig magere Seiten Sammelsurium mit vielen Zeichnungen

Geheimnisse der Hexen
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Fast ist es schon frech, dies als „Buch“ zu bezeichnen, hat es doch gerade mal 80 Seiten. Dafür ist der Preis dann trotz der schönen Aufmachung mehr als stolz!

Das Buch ist ab 11 Jahren und da muss ich ...

Fast ist es schon frech, dies als „Buch“ zu bezeichnen, hat es doch gerade mal 80 Seiten. Dafür ist der Preis dann trotz der schönen Aufmachung mehr als stolz!

Das Buch ist ab 11 Jahren und da muss ich sagen, habe ich Bauchweh. Es gibt da einige Dinge, die Kids in diesem Alter meiner Meinung nach zu stark beschäftigen und beeinflussen können.

Noch dazu ist es ein wildes Durcheinander. Es kann sich nicht so ganz entscheiden, ob es ein Buch ist, das den Kids etwas über Hexen erzählen möchte, oder ein Hexenlehrbuch sein soll. Gerade letzteres gefällt mir für die Zielgruppe so gar nicht, denn es ist nicht spielerisch und kindlich. Im Gegenteil – die Anleitungen und Anweisungen sind absolut ernst gemeint. Das merkt man schon daran, dass das Buch mit „Liebe Schwester …“ startet.

Die einzelnen Kapitel beinhalten alle sehr kurze Texte zu Grafiken. Tiefes Wissen wird nicht vermittelt. Alles wird angeschnitten, nichts ausführlich behandelt. Die Zeichnungen sind düster und in meinen Augen schon recht beängstigend. Der Esoterik-Gedanke ist hier deutlich im Vordergrund und kommt mir zu stark durch. Ich möchte kein Kind im Zielgruppenalter damit konfrontieren – schon gar nicht ohne „Aufsicht“. Spätestens bei: „Erinnere dich, in dem Moment, in dem du mit dem Bösen einen Bund eingegangen bist, hat dieser dich mit seinen Klauenhänden gezeichnet.“ hört es bei mir dann ganz auf. Wird anfangs kurz mal der Unterschied von weißer und schwarzer Magie angesprochen und betont, dass Böses auf einen dreifach zurückfällt, wird hier deutlich, dass die Mädchen sich „auf die böse Seite“ schlagen. Liebe Eltern, da sind Alptraumnächte quasi im Preis inbegriffen und vorprogrammiert!


Zur Milderung werden dann Märchen und TV-Serien mit Hexen angeführt. Das rettet bei mir jedoch nichts mehr. Selten war ich so entsetzt über ein Buch. Es ist auch eines der wirklich wenigen Bücher, die ich niemals ein Kind ohne Aufsicht lesen lassen würde. Dazu kommt ein bisschen Kräuterkunde, ein bisschen Edelsteinkunde, Pendeln, Orakeln – ein wilder Mix eben. Da sind die Kids besser dran, sie sammeln in einem schönen Notizbuch selbst Informationen und Wissen zu den diversen Themen, die mehr oder weniger mit Hexen zu tun haben.


Sorry, mehr als zwei Sterne sind nicht drin. Und die sind schon arg großzügig!

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Veröffentlicht am 05.09.2020

Und jetzt ziehen sie aus

Die Ältern
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Wie immer ist auch diesmal die Zusammenstellung der Texte enorm unterhaltsam und gelungen. Da erkennt man sich glatt wieder – ob als Elternteil (oder Älternteil) oder als Kind! Hach ja, manches ändert ...

Wie immer ist auch diesmal die Zusammenstellung der Texte enorm unterhaltsam und gelungen. Da erkennt man sich glatt wieder – ob als Elternteil (oder Älternteil) oder als Kind! Hach ja, manches ändert sich wohl nie!

Es ist ja immer besonders schön, wenn ein Autor sein Buch selbst einliest. Diesmal hat Corona quasi mitgemischt. Statt Live-Mitschnitte gibt es Studioaufnahmen, dafür aber mit Outtakes und ein paar Szenen aus dem Studio. Das finde ich spannend und genieße es sehr! Zudem gibt es eine ganz besondere Zugabe: Eine Sammlung ausgewählter Lieblingssätze des Autors aus dessen Kolumne „Mein Leben als Mensch“. Kurz und knackig, aber einfach genial witzig!

Es ist zauberhaft, wie Jan Weiler sich, seine Familie und seine Umwelt beobachtet und all die vielen alltäglichen Begebenheiten und Momente festhält und in Worte fasst! Mit Humor geht eben alles besser, auch der nervige Alltag, das Loslassen, Trennungen und selbst der Freund der Tochter. Einfach mal ein, zwei Schritte zurücktreten und die nervigste Situation mit Humor nehmen. Das wirkt Wunder! Das Motto ist also: Lachen statt ärgern!

Groß sind sie geworden, die Kinder. Die Pubertät ist vorbei. Sie sind flügge. Einerseits wunderschön, andererseits fragt man sich, was nun kommt. Ganz egoistisch frage ich mich, ob Jan Weiler nun nix mehr über das Familienleben schreiben wird oder er auch noch genug Stoff findet, um uns weiter mit diesen köstlichen kleinen Szenen zu füttern. Ich liebe sie nämlich und bekomme kaum genug davon.

Ein kurzer und vor allem kurzweiliger Spaß - fünf Humorsterne wert!

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Veröffentlicht am 05.09.2020

Wer ist der größte Potterfan?

Die Bucket List für Potterheads
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Die Pottermania hörte ja nicht nach dem letzten Band auf und ich denke, sie wird noch viele Jahre weitergehen. Da ist eine solche Bucket List nur eine logische Konsequenz.

Die Idee finde ich super, sie ...

Die Pottermania hörte ja nicht nach dem letzten Band auf und ich denke, sie wird noch viele Jahre weitergehen. Da ist eine solche Bucket List nur eine logische Konsequenz.

Die Idee finde ich super, sie ist auch sehr gut umgesetzt worden, doch wer alle Punkte (oder auch nur einen Teil davon) abhaken möchte, hat einen weiten Weg vor sich und benötigt ein gut gefülltes Portemonnaie! Wieso? Viele der abzuarbeitenden Punkte sind ohne Kohle gar nicht machbar. Da gehören diverse Käufe (Erstausgaben, Bücher in fremder Sprache, Fan-Artikel usw.) dazu, wie auch Reisen zu Orten und Besuche von Theater- und Musical-Aufführungen. Das macht mich ein bisschen traurig, denn das ist mir zu kommerziell. Oder weiß jemand einen Zauberspruch, der bei der Finanzierung hilft?

Schön dagegen sind Anregungen wie: „Schreibe mit Tinte und Feder“, „Mach’s wie Professor Dumbledore und gönn dir in aller Ruhe eine schöne Tasse Tee“ oder „Baue in deinem eigenen Herbarium ‚Zauberkräuter‘ an“. Die sind mit wenig Kosten verbunden und machen dennoch Spaß. Davon hätte ich mir in diesem Buch mehr gewünscht!

Für das Lösen einiger der Aufgaben gibt es „Hermine-Streberpunkte“. Die kann man „sammeln“ und am Ende des Buches dann nachlesen, was man erreicht hat. Eine witzige Idee! Die Zeichnungen sind schlicht, aber treffend, die Schriftarten unterschiedlich, aber nicht zu bunt gemixt und passend gewählt. Einige der vorgeschlagenen Punkte überraschen auch ein wenig. Selbst für sehr große Potterfans wird es wohl hier auch die eine oder andere neue Information geben.

Insgesamt finde ich das Buch gelungen und eine schöne Überraschung für einen echten Potter-Fan. Von mir gibt es vier Sterne dafür.

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Veröffentlicht am 04.09.2020

Koinzidenz

Der Outsider
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Als die Leiche eines kleinen Jungen gefunden wird, fällt der Verdacht sehr schnell auf den Coach der Jugendbaseballmannschaft, Terry Maitland. Das ist für die Bewohner von Flint City doppelt erschreckend, ...

Als die Leiche eines kleinen Jungen gefunden wird, fällt der Verdacht sehr schnell auf den Coach der Jugendbaseballmannschaft, Terry Maitland. Das ist für die Bewohner von Flint City doppelt erschreckend, denn Maitland ist ein beliebter Bürger, ist verheiratet, hat zwei Töchter und niemand hätte je etwas Schlechtes von ihm erwartet. Kann er wirklich ein so grausames Doppelleben führen? Und wie ist es möglich, dass er beweisbar an zwei Orten zur selben Zeit war? Welche Beweise sind Beweise, wo liegt der Fehler, was ist Lüge, was Wahrheit? Der Alptraum scheint kein Ende zu nehmen …

Wie immer schafft King Figuren, die so real wirken, dass man glaubt, sie leben in der Nachbarschaft. Da trifft es hart, wenn eine dieser Figuren in eine Sache gerät, die sich wie Treibsand verhält und Rettung kaum möglich scheint. Man bleibt dran, lässt alles stehen und liegen, weil man unbedingt wissen muss, wie es weitergeht. So geht fesselndes Schreiben! Ob nun Terry Maitland, Detective Ralph Anderson oder Holly Gibbins – sie alle schleichen sich aus der Story heraus in das Leben des Hörers oder Lesers.

Die Ermittlungsarbeit ist ein wichtiger Teil der Story. Was logisch erscheint, kann dennoch nicht stimmen. Das führt natürlich zu Situationen, die erschreckend sind. Als Außenstehender Beobachter möchte man so oft eingreifen, weil man mehr weiß und unbedingt helfen möchte, einen Unschuldigen und seine Angehörigen zu beschützen, zu retten. Das Leid, das die Angehörigen erfahren, schildert King sehr gut. Das ist einer der Punkte, warum ich seine Bücher so sehr mag – es steckt immer enorm viel Herz, Gefühl darin. Vermutlich zieht er einem gerade deshalb so heftig den Boden unter den Füßen weg.

King schildert eindringlich, wie schnell ein Mob sich zusammenrottet, wie das außer Kontrolle geraten und sich verselbständigen kann und wie leicht Menschen komplett übers Ziel hinausschießen können. Der Ruf nach der Todesstrafe, ganz ohne vorherige Verhandlung, ganz ohne irgendwas – das hat mich extrem schockiert. Es ist der wahre Horror – ganz ohne Monster. Fast die Hälfte über denkt man, es muss eine normale Erklärung geben, bis King dann dem Monster doch noch die Tür öffnet. Es ist atemberaubend!

Wie kein zweiter schafft es King, dass die von ihm geschaffenen Monster logisch aufgebaut und damit extrem gut vorstellbar sind. So sehr sich der Kopf dagegen wehren mag, so sehr glaubt das Herz daran. Mit Holly Gibney, die offen für jede für den gesunden Menschenverstand undenkbare Möglichkeit ist, schafft er quasi ein Medium, das die reale Welt mit der vermeintlich unerklärlichen Existenz verbindet und damit dem Buch den eigentlichen Thrill verleiht. Ohne sie würde das Buch nicht funktionieren, finde ich. Ja, sie ist eindeutig meine Lieblingsfigur!

King gelingt auch hier wieder ein fulminanter Show-Down, der an die Nerven und unter die Haut geht. Besonders gut gefällt mir jedoch das „Danach“, also das eigentliche Ende. Er lässt die Geschichte wunderbar „ausrollen“ und lässt keine losen Fäden übrig, was jedoch nicht bedeutet, dass man ohne Alpträume schlafen kann!

David Nathan hört man einfach gerne zu. Seine Stimme hat einen leicht melancholischen Unterton, der die düstere Grundstimmung sehr gut transportiert. So vergehen die mehr als neunzehn Stunden nicht nur aufgrund des Könnens des Meisters des Horrors, sondern auch des Könnens dieses wunderbaren Sprechers nahezu wie im Flug. Ganz klar: fünf Sterne!

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