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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.12.2016

Leider zu flach...

Sahnehäubchen
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Zunächst erst einmal zum Cover, es ist wirklich süß gemacht, eben so süßlich wie die Geschichte, die sie enthält und leider auch so klebrig.
Nina ist an sich eine starke Frau, die ihren Job in einer PR-Agentur ...

Zunächst erst einmal zum Cover, es ist wirklich süß gemacht, eben so süßlich wie die Geschichte, die sie enthält und leider auch so klebrig.
Nina ist an sich eine starke Frau, die ihren Job in einer PR-Agentur eigentlich lieb, bis ihr Tom vorgesetzt wird, seines Zeichens Sohn eines reichen Verlegers, der denkt, dass das Leben eher ein Spiel ist. Also dann auch noch Nina das neue Buch von Dwaine - einem Macho, wie er im Buche steht - in Deutschland PR-technisch betreuen soll, ist das Chaos um Nina perfekt und die Katastrophen vorprogrammiert...
Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive von Nina erzählt und gerade das macht es etwas schwer, das Buch wirklich locker und leicht zu lesen. Nina ist als Charakter recht komplex und leider ist sie so gar nicht die Person, mit der man sich als Leser identifizieren kann. Sie ist sehr egoistisch und gerade das macht es für den Leser schwer, weil man immer nur den Vorteil von Nina sieht, aber dadurch die anderen Charaktere sehr in den Hintergrund rücken und verschwimmen. Neben dem Egoismus ist Nina auch eine Nörglerin, sie muss einfach an allem etwas auszusetzen haben, was über die Zeit wirklich anstrengend wird.
Auch von Romantik oder Erotik ist leider keine Spur in dem Buch zu finden und auch gerade die Romantik ist in solchen Konstellationen schon wichtig, damit man sich als Leserin einer Frauenromans wohl fühlt und so ein kleines Bonbon erlebt, aber das geht hier leider komplett weg.
Die Gestaltung der Geschichte ist recht flach gehalten, es ist kein grosser Spannungsbogen zu finden und leider ist die Geschichte auch recht klischeehaft und mit solchen einfacher Klischees sollte man dann schon klar kommen. Natürlich liegt hier das typische Klischee von der starken Frau, die auf einen Macho trifft vor und leider ist das schon etwas zu stark umgesetzt wurden.
Der Plot und das Cover ist gut, dem Rest des Buches kann nicht wirklich punkten, weil die Geschichte nicht nur klischeehaft sondern auch recht langweilig ist.

Veröffentlicht am 04.12.2016

Ein Herzensöffner...

Mach dein Leben bunt
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Das Cover des Buches ist wirklich schön, es macht einfach Lust auf das Leben und sich eben in den Bann der Geschichten ziehen zu lassen.
Das Buch fängt mit dem Satz an: „Welche Farben des Lebens sind ...

Das Cover des Buches ist wirklich schön, es macht einfach Lust auf das Leben und sich eben in den Bann der Geschichten ziehen zu lassen.
Das Buch fängt mit dem Satz an: „Welche Farben des Lebens sind dir bekannt und welche davon lebst du?“ und gerade der Satz bleibt einfach hängen, weil man sich als Leser immer wieder genau diese Frage stellt.
Kerstin Werner hat eine wirklich schöne Art des Schreibens, in ihrem Buch versammelt sie Kurzgeschichten, so kann sich auch niemand herausreden, er könnte nicht so lange lesen oder so etwas in der Art. Sie macht wirklich Mut und sie schafft es, in den kleinen Dinge des Lebens in den Mittelpunkt zu stellen und damit zu zeigen, dass sich das Leben nicht immer nur auf grosse Sachen bezieht, sondern dass auch viele kleine Sachen eine grosse Freude machen können.
Zu Empfehlen ist es, dass man das Buch immer in kleinen Häppchen geniesst, weil dann ist der Effekt einfach grösser und auch nachhaltiger.
Welche Farbe das eigene Leben hat, konnte ich zwar nicht abschliessend klären, aber schon alleine der Genuss des Buches bereichert das Leben einfach ungemein.

Fazit:
Das Buch öffnet wirklich die Herzen und macht das Leben nicht mehr so schlimm, wie es manchmal erscheint. Kerstin Werner schafft es mit ihren Geschichten, das Leben ins Positive zu ziehen und mit ihren Geschichten zu zeigen, dass das Leben auch in kleinen Dingen immer wieder schön sein kann und dass man dann sich eben nicht immer auf das Grosse und Ganze beziehen sollte, sondern auch mal in die kleinen Momenten Freude und Erfüllung finden kann.

Veröffentlicht am 06.11.2016

Marie und die Kühlschränke...

Die wunderbare Welt des Kühlschranks in Zeiten mangelnder Liebe
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"Die wunderbare Welt des Kühlschranks in Zeiten mangelnder Liebe" wartet nicht nur mit einem etwas ungewöhnlichen Titel auf, sondern auch das Cover ist ein Cover, was sofort ins Auge sticht, weil es schon ...

"Die wunderbare Welt des Kühlschranks in Zeiten mangelnder Liebe" wartet nicht nur mit einem etwas ungewöhnlichen Titel auf, sondern auch das Cover ist ein Cover, was sofort ins Auge sticht, weil es schon alleine durch die unterschiedlichen Schriftarten, aber auch durch die verschiedenen Größen der Buchstaben auffällt und wann hat man denn schon mal Kühlschränke auf dem Cover? Also daher ist es ein Cover, was man nicht immer findet.
Marie ist eine ganz normale Frau, die einfach nur einen Kühlschrank für ihre Wohnung in Toulouse bestellen will, doch leider wird ihr immer wieder ein defektes Teil geliefert oder es gibt einen anderen Grund, warum der Kühlschrank immer und immer wieder nicht funktioniert. Das Spielchen mit den Austauschen des Kühlschranks geht das über 16 Mal und nicht nur Maries Verzweiflung über die Misere wird immer größer, es werden auch nach und nach immer mehr Medien auf die Geschichte aufmerksam und so wird Marie immer mehr ein Magnet für die Öffentlichkeit.
Doch es geht nicht nur um die Kühlschränke, Marie, die zu Beginn des Buches als recht normal erschien, kristallisiert sich im Laufe des Buches immer mehr als Frau heraus, die an sich ein Problem mit zwischenmenschlichen Beziehungen hat und das schwebt über der ganzen Geschichte mit den Kühlschränken, weil dadurch wird erst offensichtlich, wo das Problem von Marie liegt.
Alain Monnier verpackt aber auch in seine Marie, dass sie eine weiche Seiten haben kann und bei weitem nicht immer so hart und direkt ist, wie es zu Beginn den Anschein hat.
Die Geschichte wird von einem recht weit außenstehenden Erzähler erzählt, der immer eine gewissen Distanz zu allem behält und so lernt man nur die Sicht des Erzählers kennen und schafft es nicht wirklich, in Marie reinzuschauen und ihre Gefühlswelt zu entdecken. Der Vorteil des Erzählers ist aber, dass man als Leser mit zusätzlichen Informationen versorgt wird und so immer einen gewissen Wissensvorsprung hat, was dem Buch aber etwas den Charme nimmt.
Alain Monnier verpackt auf gerade mal 160 Seiten einen kleinen Roman über ein recht normales Problem, was er aber in einer übergeordnete Geschichte verpackt. Sein Stil mutet etwas überheblich an und daran muss man sich etwas gewöhnen, weil er auch etwas schwer verständlich schreibt, daran muss man sich gewöhnen, weil der Stil schon etwas sehr eigenes ist.

Fazit:
Alain Monnier schafft mit "Die wunderbare Welt des Kühlschranks in Zeiten mangelnder Liebe" ein Buch, was nun nicht mit viel Spannung aufwartet, aber es ist ein kleiner süsser Roman rund um Irrungen und Wirrungen rund um einen Kühlschrank und Maries Gefühlswelt. Man sollte bei dem Buch aber den französischen Humor, einen sehr eigenwilligen Autorenstil und etwas skurrile Themen mögen, sonst wird das Buch sicher nichts für einen werden.

Veröffentlicht am 06.11.2016

Eine Krankheit muss nicht das Ende bedeuten...

All die schönen Dinge
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Das Cover von "All die schönen Dinge" ist ein echter Hingucker, das Eis und auch die Notizzettel finden sich im Buch wieder und auch der Farbverlauf von dem hellen Blau zu Weiss ist etwas, was dem Cover ...

Das Cover von "All die schönen Dinge" ist ein echter Hingucker, das Eis und auch die Notizzettel finden sich im Buch wieder und auch der Farbverlauf von dem hellen Blau zu Weiss ist etwas, was dem Cover eine Tiefe verleiht, die auch zu der Geschichte passt.
Tammi ist 16 und neben Pistazieneis liebt sie Sprüche - Grabsteinsprüche und das hat leider einen recht traurigen Hintergrund, den Tammi weiss seit 6 Jahren, dass sie eine tickende Zeitbombe ist, weil sie hat ein ein Aneurysma im Kopf, der zwischen den Synapsen sitzt und leider jederzeit platzen kann, einfach so, ohne Vorwarnung. Mit dieser Gewissheit müssen sie, ihre Eltern und ihr Bruder Ben leben und so sucht sich Tammi schon mal den Spruch für ihren Grabstein, weil sie möchte nicht irgendetwas belangloses auf ihrem Grabstein stehen haben.
Genau auf einem dieser Streifzüge lernt sie Fynn kennen, der auf dem Friedhof arbeitet und diese Begegnung stellt die Liste der Dinge, die Tammi noch in ihrem Leben erreichen wollte, gewaltig auf den Kopf...
Tammi und auch die anderen Charaktere, die Ruth Olshan in ihrem Buch schafft, sind wirklich fast alle sympathisch und der Leser sympathisiert einfach mit ihnen. Die Ausnahme stellt hier nur Ben, Tammis Bruder dar, der einfach immer launisch ist und leider sich auch als echter Griesgram erweist.
Die Eltern von Tammi gehen mit ihr recht locker um, manchmal etwas zu locker, was vielleicht an der Krankheit von Tammi liegt, aber vielleicht auch Teil der recht idealen Welt der Autorin ist.
Tammis Krankheit lässt den Leser wirklich mit ihr mitleiden, sie freuen sich aber auch mit ihr, als sie mit Fynn ihre Liebe erlebt, die einfach in sehr schöne Worte gekleidet wird und dann auch ihre Leben verändert, weil nun wartet sie eben nicht mehr nur auf den Tod, weil sie merkt, dass das Leben auch wirklich lebenswert und sehr schön sein kann.
Ruth Olshans Debütroman ist wirklich gelungen, ihre Art des Schreibens spricht den Leser an, sie schreibt flüssig und auch ohne grossen Brüche im Text zu hinterlassen. Ihr Art des Schreibens ist sehr locker, verliert dabei aber nie den Leser und verpackt ein sehr ernstes Thema in eine Geschichte, die auch mit einer locker-witzigen Art erzählt wird.
Das vom Verlag vorgeschlagene Lesealter ist gut gewählt, aber auch Leser über 16 Jahren werden das Buch wirklich verschlingen, weil die Art des Schreibens den Leser einfach in den Bahn zieht und das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen lässt.

Fazit:
Ruth Olshan schafft mit "All die schönen Dinge" ein Buch, was sich wirklich zwischen John Green und anderen Autoren dieser dramatischen Geschichten behaupten kann, Tammi ist eine ungewöhnliche Protagonistin, die den Leser in ihre Welt einlädt und wirklich eine Geschichte zu erzählen hat, die den Leser bewegt und ihn zum nachdenken anregt, auch wenn die Welt rund um Tammi an manchen Stellen etwas zu perfekt erscheint.

Veröffentlicht am 06.11.2016

Einmal Leben verändern bitte...

Ghetto Bitch
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Nele hat eigentlich alles, was sie in ihrem Leben haben will - einen Freund, eine intakte Familie, Geld und Ansehen, aber das alles verändert sich über Nacht als Neles Vater Selbstmord begeht und so die ...

Nele hat eigentlich alles, was sie in ihrem Leben haben will - einen Freund, eine intakte Familie, Geld und Ansehen, aber das alles verändert sich über Nacht als Neles Vater Selbstmord begeht und so die Familie im Stich lässt. Neles Familie ist nicht nur in dem Moment geschockt, sondern es zerstört auch den schönen Schein der Neles Welt bis dahin aufrecht erhalten hat, den durch den Tod des Vaters kommen die gesamten Schulden ans Licht und für Nele und ihre Familie beginnt der Abstieg von Hamburg-Poppelbüttel in das Armenviertel Hamburg-Steilshoop...
Neles Bruder Timo kommt aber mit der Welt aus Glanz und Glamour nie so wirklich klar, weil er gemobbt wird und ist deswegen eher froh über die Veränderungen, die nun anstehen.
Nele und auch ihr Bruder Timo kommen nicht so wirklich mit der neuen Situation klar, die neue Umgebung, neue Schule, neue Freunde - genau das wird für sie zu einem grossen Problem, das sich auch leider nicht so einfach klären lässt...
Gernot Gricksch schafft mit Nele eine Protagonistin, die in die Generation von Teenager der heutigen Zeit passt und eben das erlebt, was kein Teenager erleben will, sie erlebt einen gesellschaftlichen Abstieg, der so Knall auf Fall kommt und dann einfach erstmal mit einer neuen Situation konfiniert wird, die zunächt nicht einfach erscheint, erst mit der Zeit findet sie auch in Steilshoop Anerkennung...
Die Handlung an sich ist gut aufgebaut und auch die Umgebung schafft Gricksch recht gut, aber leider ist die Handlung etwas vorhersehbar, weil es immer wieder etwas das Entdecken der Wendungen vorweg nimmt, aber darüber kann man hinweglesen.
Gernot Gricksch hat einen sehr ehrlichen und lebensnahen Stil ein Buch geschaffen, was in die Zeit passt, wird dabei aber nicht oberlehrerhaft oder belehrend, er zeigt nur die sehr realitätsnah wie das Leben sein kann und was es für Unterschiede zwischen einer Stadt herrschen können. Er schafft es aber mit der lockere Art zu Schreiben, den Leser ab der 1. Zeile mitzunehmen und immer wieder zu zeigen, dass ein Abstieg immer nur dann einer ist, wenn man ihn wirklich als solchen begreift.

Fazit:
Ghetto Bitch lässt für den Leser zwei verschiedene Welten aufeinander prallen - das Luxusleben in Hamburg-Poppelbüttel und das Leben in der arme Stadtgegend Hamburg-Steilshoop. Nele, die wir im Buch kennenlernen, ist ein Charakter, der in die Zeit passt und eben auch etwas vorhersehbar ist, was aber der Geschichte nicht die Sogwirkung raubt.