Tolle Burnout-Story
VerformungSelbstfindung in Zeiten des globalen Zweifels
Atmosphärisch gut gebauter Roman über Burnout und die Suche nach der Erfüllung in einer Welt, die nur Probleme als Lichtpunkte in dem schier endlos langen ...
Selbstfindung in Zeiten des globalen Zweifels
Atmosphärisch gut gebauter Roman über Burnout und die Suche nach der Erfüllung in einer Welt, die nur Probleme als Lichtpunkte in dem schier endlos langen Tunnel des Lebens setzt.
Der Manager Marc nimmt sich eine Auszeit, die ihn zunächst in die innere Leere der sogenannten Freizeit fallen lässt. Ein Schmiedelehrgang, ein Geschenk eines befreundeten Paares, scheint zunächst wenig Sinn zu versprechen. Doch dann findet er eine fremde, spannende Welt, die Welt von Niels, der ihm zeigt, wie man Messer schmiedet.
Mit einem Mal sieht man den erfolgreichen Manager von Siemens als im Grunde einsame Seele, die nie einen wirklich Halt gefunden hatte.
Unterschwellig schwimmen jedoch immer wieder Zweifel hoch. Was ist mit dem Bunker? Was ist hiermit, was damit? Niels und Marc scheinen im Gegenüber einen echten Freund gefunden zu haben, sind sich aber nie wirklich sicher, den Anderen in Gänze zu kennen.
Das Spiel von Licht und Schatten ist perfekt realisiert und zieht den Leser immer tiefer ins Geschehen. Auch die Zeitnähe und Authentizität, durch Schlagworte wie Reichsbürger, Corona, AfD und Verschwörungstheoretiker, verfehlen nicht ihre Wirkung.
Mit dem Auftauchen der zweiten weiblichen Protagonistin, Sonja, kippt die Story das erste Mal. Marc verliebt sich Hals über Kopf in sie, und es wird zweifelhaft, ob nicht alles in Frage gestellt ist: Freundschaft, Weltbild und Selbstfindung der Hauptperson Marc.
Es ist ein sehr gelungener Roman, der viele Fragen aufwirbelt, aber auch Antworten liefert.
Eines dieser Bücher, die nicht geschrieben wurden, um nur zu unterhalten, sondern um einen nachdenklich zu machen und ein kleines Stück weiser.
Absolut lesenswert.