Cover-Bild Verformung
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26,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Braumüller Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 346
  • Ersterscheinung: 01.10.2025
  • ISBN: 9783992003976
Bastian Kresser

Verformung

Der Berliner Manager Marc Steiner belegt nach einem Burnout einen Messerschmiedekurs im Spreewald beim verschlossenen, zugleich charismatischen Niels Bergmann. Dort lernt er nicht nur das Schmieden, sondern auch Niels’ Reich kennen – eine Welt nach eigenen Regeln. Zwischen den beiden entsteht eine unerwartete Freundschaft, und bald wird Marc Teil dieses abgeschotteten Kosmos – mit meterhohem Zaun, Bunker und rätselhaften Besuchern.
Als Marc die Journalistin Nina kennenlernt und ihr Niels vorstellt, wird sie jedoch sofort misstrauisch: Mit diesem Mann stimmt etwas nicht.
Sie beginnt zu recherchieren – die vermeintliche Idylle kippt und plötzlich steht alles auf dem Spiel.
Was als handwerkliches Retreat begann, wird zur existenziellen Auseinandersetzung mit Wahrheit, Manipulation und moralischen Grenzen. „Verformung“ ist ein vielschichtiger Gegenwartsroman über Selbstverlust und Neuanfang, Kontrolle und Hingabe – intensiv, atmosphärisch und voller Spannung.
„Wunderbar zum Lesen und filmisch zu träumen. Verformung hinterlässt tiefe Spuren und man wird animiert, seinen eigenen Film zu gestalten.“
Robert Dornhelm, Regisseur

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Lesejury-Facts

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  • Dr_M hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.10.2025

Tolle Burnout-Story

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Selbstfindung in Zeiten des globalen Zweifels
Atmosphärisch gut gebauter Roman über Burnout und die Suche nach der Erfüllung in einer Welt, die nur Probleme als Lichtpunkte in dem schier endlos langen ...

Selbstfindung in Zeiten des globalen Zweifels
Atmosphärisch gut gebauter Roman über Burnout und die Suche nach der Erfüllung in einer Welt, die nur Probleme als Lichtpunkte in dem schier endlos langen Tunnel des Lebens setzt.
Der Manager Marc nimmt sich eine Auszeit, die ihn zunächst in die innere Leere der sogenannten Freizeit fallen lässt. Ein Schmiedelehrgang, ein Geschenk eines befreundeten Paares, scheint zunächst wenig Sinn zu versprechen. Doch dann findet er eine fremde, spannende Welt, die Welt von Niels, der ihm zeigt, wie man Messer schmiedet.
Mit einem Mal sieht man den erfolgreichen Manager von Siemens als im Grunde einsame Seele, die nie einen wirklich Halt gefunden hatte.
Unterschwellig schwimmen jedoch immer wieder Zweifel hoch. Was ist mit dem Bunker? Was ist hiermit, was damit? Niels und Marc scheinen im Gegenüber einen echten Freund gefunden zu haben, sind sich aber nie wirklich sicher, den Anderen in Gänze zu kennen.
Das Spiel von Licht und Schatten ist perfekt realisiert und zieht den Leser immer tiefer ins Geschehen. Auch die Zeitnähe und Authentizität, durch Schlagworte wie Reichsbürger, Corona, AfD und Verschwörungstheoretiker, verfehlen nicht ihre Wirkung.
Mit dem Auftauchen der zweiten weiblichen Protagonistin, Sonja, kippt die Story das erste Mal. Marc verliebt sich Hals über Kopf in sie, und es wird zweifelhaft, ob nicht alles in Frage gestellt ist: Freundschaft, Weltbild und Selbstfindung der Hauptperson Marc.
Es ist ein sehr gelungener Roman, der viele Fragen aufwirbelt, aber auch Antworten liefert.
Eines dieser Bücher, die nicht geschrieben wurden, um nur zu unterhalten, sondern um einen nachdenklich zu machen und ein kleines Stück weiser.
Absolut lesenswert.

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Veröffentlicht am 04.11.2025

Wenn das Publikum zu raunen beginnt …

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Dann hat der Autor dieses Romans offenbar sein Ziel erreicht. Jedenfalls kommt es mir so vor, als ob er vorhatte seine Leser zu manipulieren. Und die fallen darauf geradezu beispielhaft herein. In einer ...

Dann hat der Autor dieses Romans offenbar sein Ziel erreicht. Jedenfalls kommt es mir so vor, als ob er vorhatte seine Leser zu manipulieren. Und die fallen darauf geradezu beispielhaft herein. In einer Leserunde konnte man das gut verfolgen.

Die Geschichte ist einfach gestrickt und spielt im Spreewald, wo es nach Ansicht des Autors viele Kanäle gibt und wo irgendwie falsch gewählt wird. Die „Kanäle“ sind Seitenarme der Spree und heißen Fließe, weil sie natürlichen Ursprungs sind. Wenn man ein Spreewald-Stipendium gewonnen hat, sollte man das vielleicht wissen.

Marc hat sich eine Auszeit von seinem stressigen Beruf genommen und einen Messer-Schmiedekurs im Spreewald belegt. Der Schmied hat sein Grundstück mit einem hohen Zaun blickdicht geschützt, der selbst oder vielleicht gerade im Spreewald wohl so nicht genehmigt werden würde. Auf dem Grundstück gibt es einen Bunker und einen Störsender gegen Funkwellen. Und natürlich hat der Schmied Niels auch die Empfehlungen der Bundesregierung befolgt und sich Vorräte angelegt. Ein klassischer „Verschwörungstheoretiker“ halt. Zu den Stichworten, die der Autor noch in den literarischen Raum wirft, gehört auch das Kaufen großer Mengen Düngemittel. Es kann sich also nur um einen ziemlichen Bösewicht handeln. Oder?

Ob das tatsächlich so ist, weiß man erst, wenn man das Buch bis zum Ende durchgehalten hat. Es lebt allein von dieser langatmig aufgebauten Spannung. Zwischendrin kommt auch noch eine farbige Journalistin ins Spiel, die sämtliche Klischees bedient und den Verdacht gegen Niels noch bestärkt. Alles ziemlich geschickt gemacht, aber auch durchschaubar. Aber seltsamerweise glauben dennoch hinreichend viele Leser an den bösen Buben. Unter ihnen sind bestimmt auch Liebhaber von Kriminalromanen. Dann sollten sie eigentlich wissen, dass das scheinbar Offensichtliche niemals stimmt. Es gehört zu den Grundprinzipien solcher Bücher, den Leser gerade so an der Nase herumzuführen.

Große Literatur ist dieser Roman nicht. Seine Sprache wirkt hölzern, und die Geschichte selbst ist voller Widersprüche. Außerdem liegt die Handlung sehr nahe an der Tagespolitik. Die Figuren besitzen keine literarische Tiefe. Eine Ausnahme ist Marc. Bei den anderen hätte Versuche, ihnen Leben und Charakter einzuhauchen, das Konzept des Autors durcheinandergebracht, also die Unbestimmtheit vorzeitig aufgelöst. So lässt er den Leser mit seinen Vermutungen allein, eben wie in einem Krimi. Nur gibt es hier keine Leiche, sondern nur eine substanzlose Ahnung, die mehr oder weniger geschickt ins Spiel gebracht und am Leben gehalten wird.

Zwar kennt sich der Autor im Spreewald nicht besonders aus, dafür aber in irgendwelchen seltsamen „alternativen“ Heilmethoden, die schließlich auch noch in die Handlung einfließen, die These von der Verrücktheit mancher Person in diesem Buch stützen sollen, aber auch wenigstens eine Vermutung entschärfen.

Wenn es etwas an diesem Buch gibt, das mich überzeugt hat, dann ist es die Hauptfigur Marc. Erstens zeigt sich an ihr, dass schöpferisches Arbeiten mit den Händen den Geist beruhigt und zur Erdung und geistigen Heilung beiträgt. Zweitens aber – und das ist wohl das Wichtigste – zeigt Marc, dass man seinem Bauchgefühl standhaft trauen sollte anstatt sich von anderen manipulieren zu lassen. Und drittens gelingt es dem Autor zu zeigen, wie wahre Freundschaften entstehen: Manche Menschen finden zueinander, weil sie ohne großes Gerede eine Verbindung spüren, der sie fest vertrauen können.

Insofern besitzt das für manche überraschende Ende auch etwas wirklich Heilsames.

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