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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.05.2021

Spannende Einblicke in die Meeresforschung

Wenn Haie leuchten
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Die Meeresforschung hat mich schon immer interessiert, in den letzten Jahren habe ich das Thema aber etwas aus den Augen verloren. Da war Julia Schnetzers Buch genau das richtige. Die Buchgestaltung mit ...

Die Meeresforschung hat mich schon immer interessiert, in den letzten Jahren habe ich das Thema aber etwas aus den Augen verloren. Da war Julia Schnetzers Buch genau das richtige. Die Buchgestaltung mit den zwei Haien, die sich scheinbar im blauen Wasser bewegen und die den Titel einkesseln, finde ich sehr gelungen.
Dass Meeresbiologie nur bedingt etwas mit den Klischees zu tun, die man aus Dokumentationen und Filmen kennt stellt Schnetzer bereits zu Beginn klar. Dann steigt sie in das eigentliche Thema ein und erklärt nicht nur, warum Haie leuchten, sondern auch viele andere (neue) Ansätze und Erkenntnisse der Meeresforschung.
Mir hat der Sprachstil gut gefallen, das Buch liest sich auch wegen der kurzen Kapitel, die immer wieder durch Bilder aufgelockert werden, recht schnell. Auch der Ausblick zum Ende war spannend; es gibt noch sehr viele faszinierende Geheimnisse in den Meeren zu entdecken und man darf gespannt sein, was in den nächsten Jahren und Jahrzehnten an neuen Erkenntnissen dazukommen wird.
Ich habe einige interessante neue Infos mitgenommen nach der Lektüre, muss aber sagen, dass ich das Buch wahrscheinlich kein zweites Mal in die Hand nehmen werde, da es nicht „zum Schmökern“ einlädt und nach einmaligem Lesen dann auch seinen Zweck erfüllt hat. Trotzdem kann ich das Buch absolut empfehlen, wenn man sich für Meeresbiologie interessiert und einen unkomplizierten Einstieg in die aktuelle Forschung erhalten möchte. Das Quellenverzeichnis am Ende des Buches umfasst fast 30 Seiten und ist ein idealer Ausgangspunkt, um sich vertiefend mit dem Thema zu befassen.

Veröffentlicht am 13.05.2021

Witziger Scheibenweltromane

Alles Sense
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Was passiert eigentlich, wenn der Tod nicht mehr arbeitet? Was passiert mit allen Verstorbenen? Und was macht eigentlich der Tod stattdessen? Ein sehr witziger, aber auch philosophischer Scheibenweltroman. ...

Was passiert eigentlich, wenn der Tod nicht mehr arbeitet? Was passiert mit allen Verstorbenen? Und was macht eigentlich der Tod stattdessen? Ein sehr witziger, aber auch philosophischer Scheibenweltroman. Einer meiner liebsten Scheibenweltromane bis jetzt. Die Bücher um die Figur des Tods gefallen mir immer besonders gut. Streckenweise fand ich es ein bisschen langatmig, wenn es um die Zauberer ging, aber ansonsten ein ganz toller Scheinbenweltroman.

Veröffentlicht am 08.05.2021

Ein überraschendes, tolles Buch

Die Geschichte von Kat und Easy
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Zwei Protagonistinnen, zwei Schauplätze, zwei Zeitebenen. Kat und Easy, in Laustedt und auf Kreta, 1973 und heute. Die Dualitätsthema zieht sich durch den ganzen Roman hindurch. Kapitelweise wechselt das ...

Zwei Protagonistinnen, zwei Schauplätze, zwei Zeitebenen. Kat und Easy, in Laustedt und auf Kreta, 1973 und heute. Die Dualitätsthema zieht sich durch den ganzen Roman hindurch. Kapitelweise wechselt das Geschehen zwischen der Vergangenheit zweier Teenager in Deutschland in den 70er Jahren und zweier älterer Damen in Kreta im Jetzt. Kat ist eigenwillig und aus ihrer Sicht ist der Roman geschrieben, weswegen auch die Sprache eigenwillig und ungewohnt, aber dadurch furchtbar interessant ist. Schon ganz am Anfang haben mich diese Formulierungen in den Bann geschlagen und nicht mehr losgelassen. Ich mochte ihre Geschichte in beiden Erzählsträngen, aber die Geschehnisse in den 70er-Jahren noch ein bisschen mehr, weil dort mehr passiert. Das Jahr 1973 habe ich nicht selbst erlebt, hatte aber gar keine Probleme mich dort gedanklich einzufinden, so eindrücklich, aber nicht aufdringlich schildert die Autorin alles. Das Buch ist sehr unterhaltsam und es macht großen Spaß es zu lesen; ich habe es innerhalb weniger Tage durchgelesen, weil ich nicht abwarten konnte zu erfahren, was denn nun 1973 passiert war. Ein ungewöhnliches Buch, das ich auch gerne noch einmal in die Hand nehmen werde.

Veröffentlicht am 04.04.2021

Ein aufregender Sommer

Hard Land
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Sam ist 15 und wie jeder Teenager Probleme. In seine Fall dann aber doch etwas andere, als die meisten sie haben. „Hard Land“ erzählt einen Ausschnitt aus seinem Leben und vor allem von den großen Fragen ...

Sam ist 15 und wie jeder Teenager Probleme. In seine Fall dann aber doch etwas andere, als die meisten sie haben. „Hard Land“ erzählt einen Ausschnitt aus seinem Leben und vor allem von den großen Fragen des Lebens: Erwachsenwerden, Tod, Freundschaft.
Von der ersten Beschreibung dieser fiktiven Stadt Grady, in der Sam aufwächst, habe ich die Sommerhitze auf der Haut gespürt. Dieser Kleinstadtcharme in einem heißen Sommer hat Wells perfekt eingefangen. „Hard Land“ ist ein Coming-of-Age-Roman, den Teenager lesen können, aber sich meiner Meinung nach mehr an Erwachsene richtet; auch gerade an die Generation, die selbst um 1985 herum aufgewachsen ist: In der Zeit spielt der Roman nämlich.
Die Stimmungen, die Gefühle, alles kommt einem bekannt vor und es steckt viel von den eigenen Erfahrungen mit drin, ohne, dass der Roman übermäßig kitschig ist.
Beim Lesen hat es mich durch die Atmosphäre an Stephen King-Romane wie „Christine“ oder „Es“ erinnert, aber auch an „On the Road“ von Kerouac.
Ein lesenswertes und unterhaltsames Buch, auch für alle, die sich gerne mit der Kulturgeschichte der 1980er beschäftigen oder sich an sie erinnern wollen.

Veröffentlicht am 06.03.2021

Von der Liebe zur Marsch

Der Gesang der Flusskrebse
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Miss Catherine Danielle Clark, das Marschmädchen, Kya. Sie hat viele Namen. Kya lebt in der Marsch und schlägt sich mehr oder weniger alleine durchs Leben. „Der Gesang der Flusskrebse“ ist ein sehr poetisches ...

Miss Catherine Danielle Clark, das Marschmädchen, Kya. Sie hat viele Namen. Kya lebt in der Marsch und schlägt sich mehr oder weniger alleine durchs Leben. „Der Gesang der Flusskrebse“ ist ein sehr poetisches Buch. Plastisch und pointiert erzählt es von der Liebe zur Marsch, von der Liebe zur Natur, von Kyas Liebe zu zwei Männern.
Ich bin kein Fan von Liebesgeschichten und ich hätte Kyas Geschichte daher vielleicht gar nicht gelesen. Aber mir wurde das Buch empfohlen und alleine schon der Titel und das Cover klangen für mich nicht nach einer normalen Liebesgeschichte, weswegen ich reingeschaut habe. Und schon der erste Satz hat mich so fasziniert, dass ich weiter lesen wollte.
Das Buch ist meiner Meinung nach weder Liebesgeschichte noch Krimi, sondern einfach ein richtiger guter Roman, der sich nicht einordnen lässt.
Es ist eine außergewöhnliche, nicht alltägliche Geschichte und die Art, wie Owens die Sprache einsetzt, macht es zu etwas ganz Besonderem. Die Beschreibungen der Natur, die Beschreibungen des Essens, alles klingt so eindrücklich, als stünde man selbst in der Marsch. Eines der interessantesten Bücher, das ich in letzter Zeit gelesen habe.