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Veröffentlicht am 28.03.2020

Liebe zu Fantasy

Shadow Tales - Das Licht der fünf Monde
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Das Buch "Shadow Tales - Das Licht der fünf Monde" in drei Worten: magisch, verwunschen, kreativ. ... und spannend. Jetzt sind es doch vier Worte geworden, aber ich kann es einfach nicht umgehen, denn ...

Das Buch "Shadow Tales - Das Licht der fünf Monde" in drei Worten: magisch, verwunschen, kreativ. ... und spannend. Jetzt sind es doch vier Worte geworden, aber ich kann es einfach nicht umgehen, denn jedes einzelne zeichnet Isabell Mays Buch aus. Früher habe ich nichts anderes als Fantasy gelesen, heute tendiere ich zu (Historien-) Romanen... wie langweilig im Gegensatz zu Fanatsybüchern. :D Aber nein, jedes auf seine Weise. Doch Isabell May hat mich mit ihrem Buch für sich gewonnen und nun bin ich wieder ganz im Fantasyfieber.

Mich hat "Shadow Tales" schnell in seinen Bann gezogen, schon ganz zu Beginn die Atmosphäre der fünf Monde, Lelani nachts (fast) allein im Wald unter dem Sternenhimmel, nichts ist zu hören, außer das Rascheln der Natur in der seichten Luft. Es ist ruhig, es ist idyllisch und ich möchte an diesen einsamen Ort! Doch dann ändert sich alles, als sich das Amulett an Lelanis Hals öffnet, das Amulett, welches sie seit Kindheitstagen bei sich trägt und trotz ständiger Versuche immer verschlossen bleibt. Doch an diesem besonderen Abend soll sich das ändern, das Amulett öffnet sich, im Licht der fünf Monde, und für Lelani ändert sich alles. Vor ihr liegt eine ungewisse Zukunft, die ihre geheimnisvolle Vergangenheit aufklären soll. Während sie in einem ruhigen Dorf mit keinerlei seltsamen Geschehnissen aufgewachsen ist, lüftet sich nun ein Geheimnis nach dem anderen und Lelani begibt sich mit ihrem besten Freund Haze auf eine weite Reise, um die ganzen Fragen in ihrem Kopf zu beantworten. Ihre Mutter, die sie nie kennengelernt hat, soll ihr dabei helfen können.

Es ist spannend und fantastisch, doch vor allem magisch. Mich hat das Konzept der fünf Monde, die täglich am sternenbesetzten Himmel scheinen, sehr fasziniert. Ich konnte mich schnell in Lelanis Geschichte hineinversetzen und habe mit ihr gefährliche Tiere besiegt und gruselige, dunkle Wälder durchschritten, letztlich einem starken Wesen aus Schatten gegenübergestanden. Für mich war „Shadow Tales“ ein tolles Leseerlebnis und ich freue mich auf den zweiten Teil! Noch sind einige Fragen offen, ich möchte unbedingt wissen, weshalb die beiden High Lady-Schwestern verstritten sind, wie Lelani genau zwischen ihnen steht, wie die Geschichte mir ihr und Haze weitergeht und vor allem, was die Zukunft für Lelani am Hof der Mondlordschaften für sie bereithält! Gerade, weil Lelani ja beide, Mond- und Sonnenmagie, in sich zu tragen scheint. (Das hatte ich mir aber schon am Anfang gedacht, denn irgendetwas muss ja noch an ihr besonders sein. :D)

Mich persönlich interessiert ja die Sonnenmagie am meisten. Erfahren wir hier im zweiten Band noch etwas mehr zu? Sowohl die Mond-, als auch die Sonnenmagie sind sehr stark, doch im ersten Buch geht es hauptsächlich um die Mondmagie, und wie Lelani sie zu beherrschen versucht. Doch als Aphra sie in ihrem Vorgarten im kleinen Dorf heimlich eingesetzt hat, die Blumen um sich herum zum Blühen gebracht hat, war ich ja hin und weg. :D Was für eine schöne Fähigkeit ist das bitte? :D Sie scheint nicht nur unkontrollierbar und zu wütenden Feuerstürmen fähig zu sein, sondern kann auch blühendes Leben erwecken. Ich würde gerne mehr über die Sonnenmagie erfahren.

  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Fantasie
Veröffentlicht am 04.02.2020

Geschichte mit viel Potenzial

Die Geliebte des Kaisers
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Inhalt:
Ihre roten Haare, ein Sinnbild der Füchse. Seine zerrissene Gier nach dem ständig Unerreichbaren.

Mena ist die „Geliebte des Kaisers“. Ewalt ihr ständiger Begleiter, ob nun von Mena gewollt oder ...

Inhalt:
Ihre roten Haare, ein Sinnbild der Füchse. Seine zerrissene Gier nach dem ständig Unerreichbaren.

Mena ist die „Geliebte des Kaisers“. Ewalt ihr ständiger Begleiter, ob nun von Mena gewollt oder nicht. Mit seinem Roman nimmt uns Peter Dempf mit in das alte Rom von 1001/1002, das unter der Herrschaft des jungen Kaisers Otto III. steht. Es ist Winter. Der junge Herrscher liegt im Sterben. Mena trägt seinen Sohn in sich. Nach dem baldigen Tod des Kaisers soll Mena sein Herz nach Augsburg bringen, ausschließlich das Herz.

Zu Beginn der Geschichte kann sich Mena der Gefolgschaft des Römischen Kaisers anschließen. Sie bringen die Reichsinsignien über die Berge und in Sicherheit, um die Nachfolge des Kaiser Ottos nicht in falsche Hände fallen zu lassen. In Begleitung ihrer Bekannten kann sich Mena in dessen Schutz bewegen und in den Besitz der Urne kommen, in der das Herz des verstorbenen Kaisers aufbewahrt wird. Doch von nun an ist sie zunehmend auf sich allein gestellt und nicht nur den Kräften des Winters und der Kälte ausgeliefert. Sie steht auch anderen Herausforderern gegenüber, deren Existenz von der Herz-Urne abhängt.

Meinung:

- Charaktere -
Beim Lesen lernen wir zu aller erst Mena, die leibeigene Magd des Kaisers Otto III., kennen. Sie ist eine junge Frau, mit wildem rotem Haar und einem eigensinnigen Kopf, die an die Verwegenheiten von Füchsen erinnert.
Kurz darauf stoßen wir auf Ewalt… aus dem man nicht allzu schlau wird. Er ist ein Junger Diener des Kaiser Ottos und hat sein Herz an Mena verloren. Mit dem Willen, sie allzeit beschützen zu wollen, stürzt er sie gleichzeitig unentwegt in (tödliche) Gefahren.
Kurz vor Aufbruch des Kaiserlichen Heers gelangt Ewalt in die Gewalt von Mattheis und Girgl. Sie wollen für ihren Bayerischen Herzog die Nachfolge sichern und an die Herz-Urne gelangen, womit sie Ewalt in ihren Zwang nehmen, diese in die Hände zu bekommen. Mit ständiger List versetzen die beiden andere Figuren in Angst, wobei in Wirklichkeit nur selten was hinter den Drohungen steckt… So ist Ewald zwischen seiner Zuneigung zu Mena und der Gier auf die Herz-Urne hin und her gerissen. Auf mich wirkten Mattheis und Girgl jedoch wie chaotische Jungen, die sich gegenseitig auf die Füße treten und nur durch Streiche den Weg über die Berge überstehen.
Später tritt der Bergbewohner Gor in die Szenerie ein. Er ist ein großer Mann von kräftiger Statur, mit einem weichen Herz, der Mena an sich nimmt und die halb erfrorene Schwangere über die Berge nach Augsburg bringt. Er ist ein Beschützer, dessen Handlungen meist stimmig sind.
Leider ist jedoch keiner dieser Hauptcharaktere richtig ausgereift und tiefgründig gewesen. Lediglich über Gors Vergangenheit erfahren wir ein wenig mehr.

- Handlungsstränge -
Die Idee der Geschichte hat mich beeindruckt. Es ist eine spannende Szene, in der mehrere Gruppen unabhängig abhängig voneinander die schneebeschütteten Berge überqueren wollen. Da die Truppen nicht gemeinsam unterwegs sind, springt fast jedes Kapitel von der einen Wandergruppe zur nächsten und beschreibt so, was alle erleben und wie sie am Ende wieder zusammenfinden. Leider hatte ich hier oft das Gefühl, das dadurch Details vergessen wurden und die Charaktere Ungewissheiten gegenüber Dingen hatten, die sie eigentlich schon längst hätten wissen müssen. Kleinigkeiten waren leider in den einzelnen Abschnitten nicht immer stimmig oder haben sich sogar deutlich widersprochen. Dadurch sind immer mehr Fragezeichen in meinem Kopf entstanden. Letztlich waren diese für das Ende der Geschichte nicht von Bedeutung und der Roman von Peter Dempf ergab ein großes Ganzes. Dennoch gab es einige verwirrte Momente und gerümpfte Nasen bei mir. Was mich am Ende besonders gewundert hat ist, dass der Zahn des vorherigen Kaisers nicht mehr zu Worte kam. Er schien am Anfang eine so große Rolle zu spielen und hat Mena auch weiterhin auf ihrem Weg durch die Berge begleitet und ihr Hoffnung auf eine bessere Zukunft gegeben. Dann nimmt die Nonne diesen an sich (Mena übergibt ihr den Zahn freiwillig) und er ist aus dem Geschehen verschwunden. Auch nimmt am Ende alles einfach seinen Lauf, alles wogegen Mena und Gor die ganze Zeit gekämpft haben. Durch eine Täuschung gibt sie die Herz-Urne freiwillig von sich, hält nun nichts mehr in der Hand, was ihrem Kind und ihr eine sichere Zukunft bieten könnte. Doch darum wird am Ende auch nicht mehr gekämpft.

- Fazit -
Einerseits hat mir das Ende vom Buch gut gefallen, da Mena die wirklich wichtigen Dinge schätzt und sich auf die gemeinsame Zeit mit ihrem Kind (und Gor) freut. Sie dreht dem fälschlichen Sein der Adligen den Rücken zu. Gleichzeitig wirkt es auf mich, als hätte sie den ganzen Weg, den sie für die Nachfolge Kaiser Ottos III. auf sich genommen hat, vergessen.

Wo das Buch zu Beginn so viel Spielraum für Fantasie, Spannung und reichlich Abenteuer gelassen hat, blieben am Ende leider viele Ungereimtheiten offen. Ich konnte mich mit keiner der vielen Figuren identifizieren oder eine gewisse Nähe zu ihnen aufbauen. Das Setting im winterlichen Rom hat mich sehr gereizt. Es war mein erster Historienroman in Rom. Ich hätte mir hier eine bildlichere Sprache gewünscht, um mir das damalige Leben noch besser vorstellen zu können. Dem Schreibstil sonst war gut zu folgen, teils lustig und humorvoll, dann wieder etwas spannender hat er einen schönen Lesefluss ermöglicht. Ich bin froh, dass die Bilder der Füchse am Ende noch eine Bedeutung gespielt haben!

Schlussendlich ist das Buch „Die Geliebte des Kaisers“ ein nettes Buch für zwischendurch. Leider hat es meine Erwartungen aber nicht erfüllt.

  • Authentizität
  • Cover
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil