Konnte mich leider nicht überzeugen
Sophie L.Für mich war „Sophie L“ das erste Buch des Autors und nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, hatte ich richtig Lust auf einen spannenden und fesselnden Thriller.
Darum geht’s: Olivia Finn ist Gedächtnisexpertin ...
Für mich war „Sophie L“ das erste Buch des Autors und nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, hatte ich richtig Lust auf einen spannenden und fesselnden Thriller.
Darum geht’s: Olivia Finn ist Gedächtnisexpertin für das zurückgewinnen von traumatischen Erinnerungen. Sie lebt mit ihrem Sohn in London, hat ein Teil ihrer Jugend aber bei ihrer französischen Großmutter Josephine Benoit in Frankreich verbracht. Eines Tages geht Josephine in das Hotel Lutetia in Paris und gesteht nach einer wiedergewonnenen Erinnerung unter ihrem selbst gemalten Gemälde 1945 in Zimmer 11 einen Mord begangen zu haben und eigentlich Sophie zu heißen. Olivia reist daraufhin sofort nach Paris um die Wahrheit herauszufinden doch kurz danach wird ihre Großmutter ermordet.
Ich möchte direkt an meine Erwartung an das Buch anknüpfen, denn ich glaube darin liegt viel Erklärung, warum ich das Buch so schlecht bewertet habe und auch leider bei ¾ abgebrochen habe. Ich finde die Einordnung als Thriller ist nicht ganz richtig, vielleicht eher ein historischer Krimi. Für mich hat für einen Thriller definitiv die Spannung gefehlt.
Die ersten 100 Seiten des Buches konnten mich noch ziemlich fesseln. Der Autor arbeitet mit kurzen Kapiteln und es gibt viele offene Fragen, wodurch die Neugier geweckt wurde. Auch die Rückbelenden ins Jahr 1945 aus Sicht von Sophie L, von der man nicht weiß, ob sie in Wahrheit die ältere lebende Josephine ist, fand ich interessant. Über die Gedanken und das Leben in Paris direkt nach dem 2. Weltkrieg zu lesen und die Stationen, die KZ-Überlebende durchlaufen müssen. Auch die Thematik rund um Olivia als Gedächtnisexpertin und das Wiedererlangen von traumatischen Erinnerungen hat mich sehr interessiert. Letzteres wurde aber leider nicht so ausführlich behandelt, wie ich es mir gewünscht hatte vor allem da die Hauptprotagonistin eine Expertin in dem Gebiet ist.
Allgemein wurde ich besonders mit Olivia als Protagonistin nicht richtig warm. Ich konnte einige Entscheidungen von Olivia nicht so richtig nachvollziehen, teilweise leichtsinnig und unprofessionell. (Weiter kann ich auf den Punkt nicht richtig eingehen, ohne etwas zu verraten.) Mich haben auch irgendwann ihre Monologe mit den vielen Fragen die sie sich immer wieder wiederholend gestellt hat genervt, da es sich im Kreis gedreht hat und ich als Leser ja diese Fragen selbst kenne und sie dann nicht gefühlt noch 10x lesen muss. Auch die anderen Charaktere konnten mich emotional nicht erreichen, dazu waren sie mir zu oberflächlich und mir hat die Beschreibung von den Gefühlen gefehlt. Gerade weil das Buch einige sehr Schmerzhafte und traumatische Themen behandelt finde ich es schade das dies bei mir als Leser gar nicht angekommen sind.
Durch den Mittelteil des Buches habe ich mich noch etwas gezwungen, da ich das Buch auf Grund der Leserunde nicht abbrechen wollte und doch irgendwie wissen wollte, wer Josephine Benoit wirklich ist, ob der Mord stattgefunden hat. Da ich mich aber immer mehr motivieren musste das Buch in die Hand zu nehmen und das Interesse an der Geschichte immer mehr verflogen ist habe ich entschieden es abzubrechen. Zu diese Entscheidung hat die Kombination aus fehlender Spannung und wenig Zugang zu den einzelnen Charakteren aber besonders Olivia und Sophie (Rückblenden) aber auch die vielen wiederholenden Fragen geführt.
Als Fazit: Ich glaube, wenn man nicht die Erwartung an einen spannenden Thriller hat und sich für die Nachkriegszeit interessiert aber trotzdem ein Buch mit vielen offenen Fragen und der ein oder anderen spannenden Szene, dann kann dieses ganz gut sein. Ich bin mit den falschen Erwartungen rangegangen und das, was ich gelesen habe, hat mich nicht richtig erreicht weder emotional noch das ich auf die Auflösung hin gefiebert habe.
Ich durfte das Buch im Rahmen einer Leserunde von Lovelybooks lesen.