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Veröffentlicht am 27.01.2019

Der Traum einer Architektin

Allee unserer Träume
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In Ilse Schellhaas wurde schon früh der Wunsch nach einem Studium der Architektur geweckt. Ihr Großvater hatte ein Baugeschäft, in dem auch ihr Vater als Architekt arbeitete. Nach dem Krieg liegen viele ...

In Ilse Schellhaas wurde schon früh der Wunsch nach einem Studium der Architektur geweckt. Ihr Großvater hatte ein Baugeschäft, in dem auch ihr Vater als Architekt arbeitete. Nach dem Krieg liegen viele Städte in Schutt und Asche, doch Ilse hat den Traum, die Straßen wieder aufzubauen, um dort bezahlbaren Wohnraum für einfache Arbeiter zu schaffen. Die neugegründete DDR schreibt einen Wettbewerb für den Bau der ersten sozialistischen Prachtstraße unter verschiedenen Architekturbüros aus. Ilse nimmt ihren ganzen Mut zusammen, reist nach Ostberlin, um ihre Pläne vorzustellen. Als ihre Entwürfe angenommen werden, erpresst sie ihr Ehemann und gibt die Pläne als seine eigenen Zeichnungen aus, denn er kennt Ilses Geheimnis aus der Vergangenheit. Beide schließen einen Pakt und Ilse geht darauf ein, um sich ihren Traum zu erfüllen.

Der Anfang dieses Buches hat mich schon überrascht. Zu Beginn eines jeden Kapitels gibt es eine Kurzzusammenfassung des nachfolgenden Inhalts, so dass meine Neugier geweckt wurde. Der Roman ließ sich sehr flüssig lesen, obwohl es immer wieder Zeitsprünge gab, wusste man genau wo man sich befand, da die Kapitel mit den Orten und Jahreszahlen überschrieben waren. Die Einblicke in die Vergangenheit passten zum aktuellen Handlungsverlauf. Die Geschichte wird aus Sicht von Ilse erzählt, eine für damalige Zeiten selbstbewussten Frau, die sich in einer Männerwelt behaupten muss. Aber leider bin ich mit Ilse nicht warm geworden, sie blieb mir irgendwie fremd.

Obwohl das Buch sehr unterhaltsam war, konnte es mich aber nicht richtig packen.

Veröffentlicht am 22.01.2019

Eintauchen in vergangene Zeiten

Gut Greifenau - Nachtfeuer
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Nach Gut Greifenau – Abendglanz ist dies das zweite Buch der Familiensaga von Hanna Caspian, das nahtlos an den ersten Band anschließt.
Der erste Weltkrieg beginnt und die beiden ältesten Söhne Konstantin ...

Nach Gut Greifenau – Abendglanz ist dies das zweite Buch der Familiensaga von Hanna Caspian, das nahtlos an den ersten Band anschließt.
Der erste Weltkrieg beginnt und die beiden ältesten Söhne Konstantin und Nikolaus der Familie von Auwitz-Aarhayn werden eingezogen. Aber auch die jüngeren Männer aus den Reihen der Bediensteten müssen an die Front. So gestaltet sich das Leben auf dem Gut immer schwieriger. Der Gutsherr Adolphis von Auwitz-Aarhayn ist mit der Führung des Gutes überfordert, so dass sich immer höhere Schulden anhäufen. Um eine Misere abzuwenden, setzt die Familie große Hoffnung in eine Verbindung zwischen dem Kaiserneffen Ludwig von Preußen und der Tochter Katharina. Doch Katharina hat andere Pläne und versucht sich den Eltern zu widersetzen. Aber nicht nur die Gutsfamilie hat ihre Probleme, sondern auch die Bediensteten.

Nach dem ich bereits mit Begeisterung den ersten Band dieser Reihe gelesen habe, kam ich wieder sehr schnell in das Geschehen hinein. Während der Vorgängerband noch sehr beschaulich begann, geht es in diesem Buch von Beginn an fast Schlag auf Schlag, das unerwartete Ereignisse eintreffen. Abwechselnd wird aus der Sicht verschiedener Protagonisten erzählt, hierbei handelt es sich nicht nur um Mitglieder der Grafenfamilie, sondern auch die Bediensteten kommen zu Wort. Durch die wechselnden Perspektiven wird die Spannung ständig hoch gehalten, so dass man unbedingt weiterlesen möchte.

Nach und nach versinkt man als Leser in die temporeiche Geschichte, leidet mit, ist gefesselt vom Geschehen und entwickelt Verständnis für manche Handlungen. Die Seiten flogen nur so dahin. Sehr geschickt ist das Ende gewählt, denn es lässt mich und wohl jede andere Leserin ungeduldig auf die Fortsetzung warten.

Veröffentlicht am 19.01.2019

Der erste Fall von Sofia Perikles

Tod am Aphroditefelsen
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Die Elitestudentin und Tochter eines Diplomaten Sofia Perikles erwartet eine steile Karriere im zyprischen Innenministerium, doch aufgrund einer politischen Intrige landet sie in dem griechisch-zypriotischen ...

Die Elitestudentin und Tochter eines Diplomaten Sofia Perikles erwartet eine steile Karriere im zyprischen Innenministerium, doch aufgrund einer politischen Intrige landet sie in dem griechisch-zypriotischen Grenzdorf Kato Kontrafa als neue Dorfpolizistin. Ihr dortiger Chef Kostas Karamanlis hat um keine Hilfe gebeten. Er würde es am liebsten sehen, wenn sie sich im Polizei-Container nicht blicken lässt und sich in Nikosia amüsieren würde. Auf der Rückfahrt von Nikosia kommt Sofia an einer Unfallstelle vorbei. Ein Fahrzeug war durch die Leitplanken geschossen und lag halb im Wasser vor dem Aphroditefelsen. Sofia lässt es sich nicht nehmen den Unfallort zu besichtigen. Von den beiden Unfallopfern kann nur die Frau als Elena Kyriakou identifiziert werden. Sie stammte aus Kato Kontrafa. Sofia soll der Familie die Todesnachricht überbringen. Nun fühlt sie sich zum ersten Mal als Polizistin. Doch war es wirklich nur ein Unfall oder doch eine vorsätzliche Tötung?

„Tod am Aphroditefelsen“ ist der erste Band einer Reihe, mit der sympathischen Polizistin Sofia Perikles, die auf Zypern spielt. Sofia macht in dem Buch eine erstaunliche Entwicklung durch. Je mehr sie sich in den Fall hinein kniet, spürt sie, dass dieser kleine Ort und die Dorfbewohner ihr Leben auf den Kopf stellen.

Die Geschichte lässt sich flüssig und leicht lesen, wobei die Spannung langsam aufgebaut wird, bis sie sich am Ende steigert. Die einzelnen Kapitel haben eine angenehme Länge und in den Überschriften findet man die griechischen Worte für die Wochentage sowie Zahlen. Gleichzeitig gibt es einige kurze Kapitel, die mehr über Zypern erzählen. Der Autor hat die Gabe die Landschaft und die Orte so lebendig zu beschreiben, dass man alles vor seinem inneren Auge sehen kann.

Ein angenehm zu lesender Krimi, der umrahmt wird vom Leben auf Zypern, mit sympathischen Charakteren und einer Prise Humor.

Veröffentlicht am 07.01.2019

Eine emotionale Familiengeschichte

Café Honeybee
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Greta ist mit ihrem Leben unzufrieden. Nach dem Tod der Mutter hat sie ihr Studium abgebrochen und kümmert sich um die Familie. Ganz besonders aber um ihre Zwillingsschwester Shawna, die sich innerlich ...

Greta ist mit ihrem Leben unzufrieden. Nach dem Tod der Mutter hat sie ihr Studium abgebrochen und kümmert sich um die Familie. Ganz besonders aber um ihre Zwillingsschwester Shawna, die sich innerlich zurückgezogen hat und am Leben nicht mehr teilnimmt und unterstützt ihre Großmutter Pru bei der Führung des Cafés Honeybee. Gleichzeitig meldet auch ihr Freund Fin Ansprüche an. Greta fühlt sich von allen unter Druck gesetzt. Nach einem Streit mit ihrer Großmutter hat Greta einen Autounfall. Sie erwacht im Krankenhaus und kann sich an nichts mehr erinnern. Ist dies die Chance auf einen Neuanfang?

Die Autorin Claire Bonnett schickt den Leser auf eine sehr gefühlvolle Reise ins Café Honeybee nach Edinburgh. Als stiller Gast beobachtet man die Familie und stellt schnell fest, dass jeder mit der Trauer um den Tod der Mutter anders umgeht. Sie finden keine Worte und der Umgang miteinander ist nicht gerade liebevoll. Greta versucht es allen recht zu machen, doch dieses gelingt ihr nicht immer und gleichzeitig bleiben ihr Leben und ihre Träume auf der Strecke. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Greta und Shawna erzählt, so dass man sich gut in die Hauptprotagonisten hineinversetzen und ihre Entwicklung nachvollziehen konnte.

Mir hat die emotionale Familiengeschichte mit ihren Höhen und Tiefen gefallen.

Veröffentlicht am 30.12.2018

Die Erfüllung eines Traumes

Die Ärztin: Das Licht der Welt (MP3-CD)
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Das Hörbuch beginnt Weihnachten 1876 in Brandenburg. Die 13jährige Ricarda lebt mit ihren Eltern und ihren beiden Geschwistern auf Schloss Freystetten. Ihr Vater arbeitet dort als Gärtner und ihre Mutter ...

Das Hörbuch beginnt Weihnachten 1876 in Brandenburg. Die 13jährige Ricarda lebt mit ihren Eltern und ihren beiden Geschwistern auf Schloss Freystetten. Ihr Vater arbeitet dort als Gärtner und ihre Mutter im Haushalt der Grafen Familie, dadurch ist ihr späterer Weg vorgezeichnet. Doch dann tritt eine Wendung im Leben von Ricarda ein. Seit Tagen gibt es Minusgrade und der See hinter dem Schloss lädt zum Schlittschuhlaufen ein. Florentine, die Tochter, des Grafen probiert ihre neuen Schlittschuhe aus und bricht ein. Ricarda rettete ihr das Leben und durfte als Dank bei der unverheirateten Komtess Henriette von Freystetten in Berlin leben. Henriette führte dort ein selbstständiges Leben und unterhielt eine Arztpraxis für Frauen. Ricarda sah nicht nur die mondäne Seite von Berlin, sondern traf auch auf arme und kranke Menschen. Der größte Wunsch von Ricarda war auch Ärztin zu werden, doch dieses ließ sich im Kaiserreich nicht verwirklichen, da es Frauen nicht erlaubt war, Medizin zu studieren. So entschließt sie sich, an die Universität von Zürich zu gehen, um dort ihr Studium als Ärztin aufzunehmen. Eine entbehrungsreiche Zeit steht ihr bevor, doch wird ihre Liebe zu dem Militärarzt Siegfried Thomasius dieses verkraften?

Die Autoren haben den Zeitgeist gut vermittelt. Neben der beginnenden Frauenbewegung bekommt man gute Eindrücke in die Medizin zur Kaiserzeit, die man sich heute nicht mehr vorstellen mag. Die unterschiedlichen Charaktere haben Stärken und Schwächen, so dass sie sehr authentisch wirken. Man spürt die Leidenschaft von Ricarda, die für den Arztberuf brennt. Ich habe mit ihr mit gefiebert und war traurig, als das Hörbuch zu Ende war, denn gern möchte ich wissen wie sich die Geschichte weiterentwickelt.

Mir hat Beate Rhysopp als Hörbuchsprecherin sehr gut gefallen. Sie schafft es mit ihrer Stimme und durch die richtige Intonation der Geschichte und den einzelnen Charakteren Leben einzuhauchen, so dass ich gern zu gehört habe, ohne in Gedanken abzuschweifen.

Von mir gibt es eine klare Empfehlung für dieses ungekürzte Hörbuch.