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Veröffentlicht am 30.12.2020

Der Heimweg

Der Heimweg
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Das Begleittelefon ist ein Service für Frauen, die nachts auf dem Heimweg eine beruhigende Stimme brauchen. Heute sitzt Jules Tannberg an diesem Telefon. Er redet mit Klara, welche glaubt, von einem Psychopathen ...

Das Begleittelefon ist ein Service für Frauen, die nachts auf dem Heimweg eine beruhigende Stimme brauchen. Heute sitzt Jules Tannberg an diesem Telefon. Er redet mit Klara, welche glaubt, von einem Psychopathen verfolgt zu werden und dass sie heute sterben muss.

Auch nach dem Ende dieses Buches sitze ich hier und habe innere Unruhe und Herzklopfen. Ja, Sebastian Fitzek hat mich mit „Der Heimweg“ wieder voll gepackt. Ich konnte diesen Psychothriller nicht mehr aus der Hand legen. Gut ausgearbeitete Figuren lassen das Kopfkino zum Genuss werden.

Die Geschichte zieht ihren Leser in den Bann und beschäftigt sich auch mit einer ganz realen Gefahr. Klara leidet unter der Gewalt ihres Mannes und ist wie so viele Ehepartner in einem Kreislauf gefangen, aus dem sie sich selbst nicht mehr befreien kann. Ist dies etwa der Hintergrund, warum sie sterben soll?

Mit guten Wendungen kommen immer neue mögliche Auflösungen ins Blickfeld, und doch überrascht das Ende. Eine Rezension ohne Spoiler zu schreiben fällt mir selten so schwer. „Der Heimweg“ ist ein Top-Psychothriller, der allen Genrefans viel Lesevergnügen mit Gänsehaut bereiten wird.

Veröffentlicht am 13.12.2020

Sterbewohl© – Wirkstoff: Spannung, wohl dosiert

Sterbewohl
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Deutschland hat sich verändert. Die Menschen leben jetzt in einer Scheindemokratie. Während man früher ältere Menschen respektierte und achtete, sind sie zu einer Belastung für die Staatskasse geworden. ...

Deutschland hat sich verändert. Die Menschen leben jetzt in einer Scheindemokratie. Während man früher ältere Menschen respektierte und achtete, sind sie zu einer Belastung für die Staatskasse geworden. Daher fährt man diese zu vom Staat finanzierte Sterbeseminare, welche in Luxushotels stattfinden. Dort sollen die Senioren „Sterbewohl“ schlucken und durch ihren freiwilligen Tod die Allgemeinheit von teuren Rentenzahlungen entlasten. Nadja und ihre Freunde haben alle zur gleichen Zeit eine solche „Einladung“ in ein Luxushotel auf Fehmarn erhalten. Jedoch kehrte bisher niemand lebend von dort zurück.

Obwohl die Einnahme von „Sterbewohl“ freiwillig sein soll, stellt die Gruppe um Nadja schnell fest, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt. Mit „Sterbewohl“ sollen die Leute freiwillig aus dem Leben scheiden. Doch immer mehr Gäste des Hotels verschwinden, angeblich sind sie abgereist. Denn das kann man jederzeit tun, wenn man kein „Sterbewohl“ einnehmen möchte.

Mit diesem Buch ist Autorin Olivia Monti nicht nur ein sehr guter Krimi gelungen. Die Geschichte regt auch zum Nachdenken an und zeigt, wie schnell sich nicht nur die Gesellschaft ändern kann. Da die Figur „Nadja“ die Geschichte aus der „Ich-Perspektive“ erzählt, ahnt man als Leser, dass sie Fehmarn überlebt haben könnte. Dieses Wissen nimmt dem Kriminalroman jedoch keineswegs die Spannung, welche sich während des gesamten Lesens auf einem guten Level befindet.

Alle Charaktere sind gut ausgearbeitet und erreichen den Leser emotional. Immer wieder werden Fragen aufgeworfen, welche sich der eine oder andere Leser auch schon selbst gestellt haben könnte. Vergleiche werden angestellt, und jeder Leser muss für sich selbst entscheiden, wie er wohl in der ein oder anderen Situation entschieden hätte. Ein sehr guter Krimi, der noch lange nachwirkt und zum Denken anregt. Kopfkino inklusive.

Ich danke Olivia Monti für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars.

Veröffentlicht am 13.12.2020

Die Diagnose

Die Diagnose
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Im Magazin „stern“ berichten Ärzte unter der Rubrik „Die Diagnose“ von ungewöhnlichen Krankengeschichten. Da findet sich eine Schlange im Bauch oder auch ein Zahnstocher in der Leber. Dr. med. Anika Geisler ...

Im Magazin „stern“ berichten Ärzte unter der Rubrik „Die Diagnose“ von ungewöhnlichen Krankengeschichten. Da findet sich eine Schlange im Bauch oder auch ein Zahnstocher in der Leber. Dr. med. Anika Geisler hat für dieses Buch die interessantesten Fälle aus dem „stern“ ausgesucht.

Es ist spannend, die einzelnen kurzen Geschichten zu lesen. Einige sind zum Kopfschütteln, weil der Patient durch unsinniges Verhalten seine Beschwerden selbst verursachte. Andere Geschichten zeigen, dass die Erstdiagnose nicht immer zutreffend sein muss und Patienten jahrelang auf der Suche nach der richtigen Diagnose sein können.

Das Buch lässt sich ohne medizinische Grundkenntnisse lesen, da auf Fachbegriffe entweder verzichtet wird oder diese gut erklärt werden. Durch die vielen Autoren gibt es natürlich unterschiedliche Schreibstile, die Texte lesen sich aber alle gut.

Mir hat das Buch gut gefallen und es dürfte auch ein schönes Geschenk oder Mitbringsel für Mitarbeiter aus dem Gesundheitsbereich sein. So mancher Fall zeigt, dass man sich nicht in eine Diagnose „festbeißen“ oder den Patienten als Psycho, der sich seine Beschwerden einbildet, abstempeln sollte.

Veröffentlicht am 06.12.2020

Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück

Trümmermädchen
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In das glückliche Leben der kleinen Anna bricht eines Tages der zweite Weltkrieg herein. Es ist das Jahr 1941. Anna lebt bei ihrer Tante und Onkel, die eine Bäckerei betreiben. Doch dann wird ihr Onkel ...

In das glückliche Leben der kleinen Anna bricht eines Tages der zweite Weltkrieg herein. Es ist das Jahr 1941. Anna lebt bei ihrer Tante und Onkel, die eine Bäckerei betreiben. Doch dann wird ihr Onkel eingezogen und die Bäckerei bei einem Bombenangriff zerstört. Anna und ihre Tante müssen Schlimmes durchstehen und halten trotz allem an ihrem Traum fest, eines Tages die Bäckerei wieder eröffnen zu können.

Wie so viele andere Menschen müssen Anna und ihre Tante in dieser Zeit hart um ihr Überleben kämpfen. Nie wird von ihnen die Hoffnung aufgegeben, dass ihr Ehemann und Onkel wieder aus dem Krieg zurückkehren wird. Doch schon seit Jahren gibt es keine Nachricht von ihm.

„Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück“ geht dem Leser ans Herz, obwohl man weiß, diese Geschichte ist fiktiv. Aber es gab diese Zeit mit all ihrem Schrecken wirklich, und diese wurde von Autorin Lilly Bernstein gut dargestellt. Als Leser kämpft und leidet man mit Anna und ihrer Familie.

Viele Wendungen führen ihr Leben in verschiedene Richtungen. Sie überstehen die Prüfungen, die ihnen das Schicksal stellt, und zeigen mehr als einmal, wie sich Kämpfen lohnen kann. Die Figuren sind alle sehr gut ausgearbeitet, die Seiten fliegen beim Lesen nur so dahin. Ein guter Spannungsbogen hält den Leser am Buch. Immer wieder bekommt man eine leichte Gänsehaut und kann froh sein, in unseren heutigen Zeiten in Deutschland zu leben. Der Roman zeigt jedoch auch, dass ehemalige Nazis auch nach dem Krieg weiterhin das Sagen haben, und noch lange nicht alles vorbei ist.

Ich habe Anna und ihre Familie lieb gewonnen. Obwohl die Geschichte abgeschlossen scheint, würde ich doch gerne wissen, wie es weiter gehen könnte. Dieses Buch sorgte für viele Stunden für wunderbares Kopfkino.

Ich danke Annika Grützner von Literaturtest und dem Ullstein Taschenbuch Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars.

Veröffentlicht am 06.12.2020

Der Hortensiengarten

Der Hortensiengarten
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Giselle ist Bildhauerin und soll den Kreuzgang eines bretonischen Klosters restaurieren. Während dieser Zeit lebt sie bei den Nonnen. Sie lernt Yannik kennen, der im Dorf ein altes Anwesen saniert. In ...

Giselle ist Bildhauerin und soll den Kreuzgang eines bretonischen Klosters restaurieren. Während dieser Zeit lebt sie bei den Nonnen. Sie lernt Yannik kennen, der im Dorf ein altes Anwesen saniert. In der Zeit des zweiten Weltkrieges war das Kloster noch eine Ruine. Maelle und Sema sind Nachbarskinder und versuchen durch diese schwere Zeit zu kommen. Die Nachbarschaft ist Höhen und Tiefen unterworfen.

Anders als der Rückentext mich vermuten lies, begeben sich Giselle und Yannik nicht nach einer spannenden Entdeckung auf Spurensuche. In zwei gleichberechtigten Handlungssträngen verfolgt der Leser einmal die Ereignisse der Gegenwart um die Restaurierung des Klosters und das Geschehen um Maelle.

Während Giselle sich selbst und Yanniks Vergangenheit näher kommt, begegnet Maelle ihrer großen, jedoch zu dieser Zeit verbotenen, Liebe. Die Geschichten sind gut geschrieben, jedoch kommt trotz Cliffhanger bei jedem Ebenenwechsel keine große Spannung auf. Beide Zeitachsen geben dem Leser kleine Rätsel auf, diese bleiben bis zum Schluss ohne einen richtigen Zusammenhang. Die Figuren sind gut ausgearbeitet, ich habe jedoch keinen Zugang zu ihnen bekommen.

„Der Hortensiengarten“ ist ein gutes Buch, welches nicht allzu viel von seinem Leser fordert und eine angenehme Lektüre für ruhige Lesestunden ist.