Fesselnde Familiensaga
Unsichtbare ZügelPackende Familiensaga, die 6 Jahrzehnte ost- und gesamtdeutscher Geschichte reflektiert, geschrieben von einer Autorin, die bestens mit den Gegebenheiten vertraut ist. Die differenziert ausgearbeiteten ...
Packende Familiensaga, die 6 Jahrzehnte ost- und gesamtdeutscher Geschichte reflektiert, geschrieben von einer Autorin, die bestens mit den Gegebenheiten vertraut ist. Die differenziert ausgearbeiteten Charaktere haben mich sehr angesprochen, Themen wie Landflucht, Rassismus und Klimawandel sind geschickt mit der persönlichen Geschichte verwoben.
Besonders einprägsam der Großvater und die hart arbeitende Mutter. Gut geschildert, wie sich die Mutter im Alter bei einer Urlaubsfahrt von wenig einfühlsamen, fiten Wessi-Rentenrinnen mit überheblichen Äußerungen konfrontiert sieht – was aber auch zeigt, dass in diesem angeblich soziale Gerechtigkeit anstrebenden politischen System für die Gesundheit der Bevölkerung offenbar weniger getan wurde als in der alten BRD. Auch spannend: der Bruder der Protagonisten Dieter mit seiner Großmannssucht, die gepaart ist mit Hilfsbereitschaft und dem ungebremsten Eifer, es zu etwas zu bringen. Später wird er zum Rassisten, verstößt seine Nichte Suse, weil die einen Afrikaner geheiratet hat, trägt aber paradoxerweise durch Förderung dieser Nichte indirekt dazu bei, dass sich die Lebensverhältnisse in Afrika ein wenig bessern.
Fazit: Lebendiges, lesenswertes Buch, das von der Authentizität seiner Charaktere und dem historischen Hintergrund lebt.