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Nilchen

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.10.2024

Alles drin mit flexitarischen Optionen

Gesünder geht’s kaum
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Ich muss ja auch zugeben, erst war Frau Dr. Fleck mir leicht unsympathisch wie sie als perfekt aussehende Frau die Gesundheitstrommel immer wieder medial in Gang setzte. ABER ihr Lieben, es ist ihre Passion ...

Ich muss ja auch zugeben, erst war Frau Dr. Fleck mir leicht unsympathisch wie sie als perfekt aussehende Frau die Gesundheitstrommel immer wieder medial in Gang setzte. ABER ihr Lieben, es ist ihre Passion und man merkt es, wenn man sich mit ihren Inhalten länger beschäftigt und vor allem wie sie es transportiert! Sie hat ein echtes Anliegen und möchte uns alle ein wenig gesünder machen. Und zwar mit einer ganzheitlichen gesunden Ernährung.
Mittlerweile gehöre ich zu ihrer Fangemeinde, weil sie einfach klasse ist, denn sie überbringt ihre Botschaften komprimiert und voller Leidenschaft. Und was mir immer noch wichtig ist: Ihre Rezepte sind sau lecker und super gesund. Mehr kann man nicht erwarten.
Daher nach meinem heiß geliebten Salatbuch von ihr, hab ich mich auf dieses hier gestürzt: Gesünder geht’s kaum! Und Titel ist Programm. Wobei ich gestehen muss, weiterhin das koche und mir und meiner Familie serviere, was ich besonders lecker finde in den Rezeptsammlungen.
Das Buch startet mit wenigen Seiten Wissen, komprimiert und dann der große Fokus auf leckere vegane Gerichte.
Exkurse zu einzelnen Themen wie Algen oder auch Pilze. Lockert das ganze auf. Ich bleibe beim Blättern und Suchen nach Gerichten immer mal wieder an einer Seite, einem Absatz hängen und lerne dazu. Genau wie die Exkurse gibt es zu einzelnen Gerichten auch Tipps am Ende. Mir gefällt diese Art von Wissenstransport hier und da sehr gut. Dann fühl ich mich weder überfordert noch erschlagen und das ganze bleibt leicht spielerisch.
Mega ist auch, dass es zu einigen Gerichten eine sogenannte Flexitarische Option gibt, sprich es ist ein Zusatz oder ein Extra benannt, dass man dazu machen könnte, dass dann nicht vegan ist. Beispielsweise bei einem meiner liebsten Gerichte: Edamame-Pilz-Gemüse kann man dazu passend als flexitarische Option Streifen von Weichkäse mit Pekannüssen dazu servieren. Super lecker, aber kein muss, vor allem nicht, wenn man eine rein vegane Ernährung wünscht.
Wir haben noch nicht alles – wie auch – ausprobiert, aber die Kids finden die Frühstückswaffeln mit Haferflocken super. Sonst sind in Summe alle Arten von Gerichte vorhanden: Warme Hauptgerichte, Salate, Frühstücksideen, Snacks, Bowls, Desserts…alles drin.
Mir gefällt auch dieses Buch aus der Doc Fleck Werkstatt äußerst gut! Alle Daumen hoch von uns!

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Veröffentlicht am 29.09.2024

1883 – ein Zug fährt quer durch Europa

Die erste Fahrt des Orient-Express
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Nachdem wir eine Freundin in einer sehr guten Theatervorstellung erleben dürften, in dem das berühmte Stück „Mord im Orient-Express“ nachgespielt wurde, war ich natürlich begeistert dieses Buch hier zu ...

Nachdem wir eine Freundin in einer sehr guten Theatervorstellung erleben dürften, in dem das berühmte Stück „Mord im Orient-Express“ nachgespielt wurde, war ich natürlich begeistert dieses Buch hier zu entdecken: ‚Die erste Fahrt des Orient-Express‘ von David Janz.
Was besonders fürs gedruckte Buch spricht ist die Route auf einer Karte auf der vorderen Innenseite der Klappbroschure. Da kann man immer mal wieder nachvollziehen wo sich der Zug befindet. Und in der hinteren Klappe ist der Fahrplan – 4 bis 9 Oktober – sowie die Wagenreihung.
Übrigens ist David Janz nur ein Pseudonym des Autoren Dirk Husemann, der bereits einige historische Romane geschrieben hat. Ich kenne bisher keines seiner Romane, dies hier war meine erste Leseerfahrung seines Schreibens.
‚Die erste Fahrt des Orient-Express‘ liest sich gut, die Spannung hält sich und die Geschichte trägt sich selbst. Zum einen, weil es die historisch belegte erste Fahrt des Orient-Expresses unter die Lupe nimmt und der Autor viele wahre Fakten eingebaut hat und zum anderen eine spannende Geschichte um einen Attentäter, der an Bord sein soll.
George Nagelmacker, ein belgischer Bahnunternehmer, der die große Vision hatte einmal quer durch Europa mit dem Zug zu fahren, trotz verfeindeter Territorien und das bei höchstem Komfort. Der Zug verlässt 1883 den Pariser Bahnhof und Nagelmacker hofft inständig darauf, dass dieses riskante Unterfangen ein Erfolg wird, denn er ist hoch verschuldet und diese Investition ist seine letzte Chance. Er wird hier auf der Jungfernfahrt von 12 Diplomaten und der fiktiven Hubertine Berthier begleitet. Die Charaktere sind zum Teil etwas überzeichnet, andere bleiben blasser. Aber eine bunte unterhaltsame Mischung.
Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, allerdings hätte ich gerne ein sehr viel ausführlicheres Nachwort gelesen was fiktiv ist und was den Tatsachen entsprach. Klar, Internetsuchmaschinen helfen und geben nach der Lektüre ein recht rundes Bild, aber bei den sicherlich detaillierten Recherchen des Autors, hätte hier sicherlich etwas Ausführlicheres Platz gefunden.
Fazit: Für alle die historische Stoffe lieben und auch gerne mal im Zug sitzen.

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Veröffentlicht am 28.09.2024

Familie ist ein Geschenk zur Geburt und zugleich Fluch– nicht beeinflussbar

Bevor es geschah
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Ein Barbecue an der Ostküste der USA. Die Witwe der Familie Haynes kommt mit ihren 4 Kindern zusammen sowie deren Partner und ihre Enkelkinder. Wir kommen dazu und erlebe ein Drama, dass sich niemand wünscht. ...

Ein Barbecue an der Ostküste der USA. Die Witwe der Familie Haynes kommt mit ihren 4 Kindern zusammen sowie deren Partner und ihre Enkelkinder. Wir kommen dazu und erlebe ein Drama, dass sich niemand wünscht. Ein kleiner Junge der Familie folgt einer Libelle und ist so vertieft, dass er in den Pool fällt, kann aber leider nicht schwimmen.
Das Idyll ist auf der Stelle gebrochen. In Rückblenden und Beleuchtungen der verschiedenen Familienmitglieder wird nach und nach der schöne beneidenswerte Lack abgekratzt und es kommen unbehagliche Geheimnisse und Vergangenes an die Oberfläche.
Wahnsinnig gut erzählt von der Schweizerin Céline Spierer, die schon sehr lange in New York lebt, aber auf Französisch schreibt. „Bevor es geschah“ ist bereits ihr zweiter Roman, aber der Erste, der ins Deutsche übertragen worden ist. Übersetzt von Sina de Malafosse.
Extrem gut schafft es Céline Spierer die vermeintlich perfekte Familie zu entblößen. Knapp 250 Seiten, die einen einsaugen und erst wieder loslassen, wenn das Ende nahte und die vielen Lügen, Verletzungen und Traumata am Licht sind. Die inneren Konflikte und die so grundverschiedenen Charaktere, die hier in einer Familie zusammenfinden, machen diesen Roman aus. Das was hier oberflächlich als schönes Beisammensein zelebriert wird, ist eigentlich ein Aushalten und Ausharren. Kein gewolltes Eintauchen in die Vergangenheit, weil es Geborgenheit bietet. Eher das Gegenteil
Ein gutes Buch, dass mit seiner feinen Sprache und auch ironischen Momenten eine wahre Lesefreude ist. Für alle spannend, die gerne tiefer in familiäre Konstruktionen abtauchen.

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Veröffentlicht am 28.09.2024

Tolle Künstler:innen übersichtlich und kompakt!

42 Künstlerinnen und Künstler, die du unbedingt kennenlernen solltest
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Was ein tolles Buch um auf einen Entdeckungsstreifzug zu gehen ohne das man gleich ab Künstler:in Nummer 3 überfordert ist. Hier werden 42 verschiedenste und sehr beeindruckende Künstlerinnen und Künstler ...

Was ein tolles Buch um auf einen Entdeckungsstreifzug zu gehen ohne das man gleich ab Künstler:in Nummer 3 überfordert ist. Hier werden 42 verschiedenste und sehr beeindruckende Künstlerinnen und Künstler vorgestellt, die auf ihre Weise zu dem jeweiligen Zeitpunkt ihres Schaffens die Kunstwelt, die Art wie man sich Kunst aneignet, sie sich zunutze macht oder die Ausdrucksform neu erfunden haben und neue Maßstäbe setzten.
Ein Beispiel? Georgia O’Keeffe (1887 bis 1986) wird hier auf die Kernbotschaft kondensiert, dass sie Menschen auf Wunder unserer Welt aufmerksam machen wollte mit ihren Werken.
Welche Periode wird beleuchtet? Renaissance bis in die Gegenwart. Natürlich ist das handverlesen und die ein oder andere Person wird vermisst, aber es gibt einen guten Überblick. Gestartet wird mit Hieronymus Bosch (lebte 1450 bis 1516) und endet mit dem noch lebenden unbekannten Banksy (ca 1974 bis heute).
Jedes Portrait umfasst 2 bis 4 Seiten und einen wirklich kurzen kompakten Text sowie Bildbeispiele und ein Foto oder Gemälde der Person sowie die Eckdaten. Passend ist auch am unteren Ende ein Zeitstrahl an dem die Lebenszeit mit historischen Ereignissen beleuchtet werden. Wunderbar für Kinder hier Ereignisse und Veränderungen in Perspektive zu setzen!
Mich hat das Buch sehr angesprochen und eine wirkliche Bereicherung, wenn man Kunstinteressierte Kinder hat oder auch Erwachsene, die sich mit umfangreichen Kunstbänden schwer tun oder simple keine Lust haben auf lange Texte!

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Veröffentlicht am 25.09.2024

Aufbruch und Verloren sein zugleich

Verlassene Nester
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1992. Ein Ort an der Elbe, in der ehemaligen DDR. Pilly, knapp 13 Jahre alt hat Sommerferien und vegetiert vor sich hin und schließt sich zwei Mädchen an für die sie tiefere Gefühle entwickelt. Pilly wächst ...

1992. Ein Ort an der Elbe, in der ehemaligen DDR. Pilly, knapp 13 Jahre alt hat Sommerferien und vegetiert vor sich hin und schließt sich zwei Mädchen an für die sie tiefere Gefühle entwickelt. Pilly wächst bei ihrem Vater auf, Mutter nicht vorhanden. Ein wirklich zutiefst unschönes Szenario was hier nicht nur im Kleinen in Pilly`s Kernfamilie gezeichnet wird, sondern weitere Kreise zieht um den gesamten Ort. Eine Bankrotterklärung für die Gegend.

Diese Lektüre war wieder einmal eine, die mich etwas ratlos zurücklässt. Denn ich fand es auf den letzten Metern, ca. 30 Seiten vor dem Schluss, dann doch sehr gut und in der Auflösung einiger Enden sehr gelungen.

Auch habe ich die fatal trostlose Grundstimmung so kurz nach der Wende in diesem Elbegrenzgebiet auf der Seite der ehemaligen DDR gut inszeniert gefunden. Dieser diffuse Zustand von Zerfall und Aufbruch zugleich. Menschen, die sich befreit und auch verloren fühlen. Das war richtig gut eingefangen.

„Vor allem diskutierten sie über die Wende, die wie ein Radierer die Fehler im System hatte korrigieren sollen, doch stattdessen den halben Ort entfernt hatte.“ S. 122

Aber insgesamt ein Buch, dass keine gute Stimmung generiert und mich oft über die Charaktere im Buch hat ärgern lassen. Hinzu kommt eine Art der Erzählung, die mit Rückblenden arbeitet. Was an sich gut ist, aber die Art und Weise war anstrengend, da zum Teil mitten im Absatz von der Rückblende zurück in die eigentliche gesprungen wurde. Da war dann so manches Mal der rote Faden verloren.

Ihr seht, es gab Elemente, die ich sehr positiv bewertete, aber in der Summe war es nicht ganz das meine.

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