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Ovidius_Naso

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Veröffentlicht am 03.02.2024

Leider abgebrochen

Erbin des verlorenen Landes
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„Erbin des verlorenen Landes“ von Kiran Desai ist in der vorliegenden Taschenbuch-Ausgabe im August 2013 im Berlin Verlag in der Piper Verlag GmbH erschienen.

Die Handlung spielt in der Mitte der 1980er ...

„Erbin des verlorenen Landes“ von Kiran Desai ist in der vorliegenden Taschenbuch-Ausgabe im August 2013 im Berlin Verlag in der Piper Verlag GmbH erschienen.

Die Handlung spielt in der Mitte der 1980er Jahre. Gleich zu Anfang wird das Anwesen eines pensionierten Richters, wo auch seine Hündin Mutt, seine Enkelin Sai und ein Koch leben, von Aufständischen gestürmt. Es handelt sich hierbei um „Ghorkas“, indische Nepalesen, die für Unabhängigkeit kämpfen. Dies soll die historische Randgeschichte und die politische Lage Indiens darstellen. Parallel wird die Geschichte von Biju, dem Sohn des Kochs, erzählt, der in den USA ausgewandert ist, aber keinen sicheren Arbeitsplatz findet.

Beim Zusammenfassen der Handlung habe ich schon meine Probleme, denn ich habe den Roman nach genau 80 Seiten abgebrochen.

Für mich persönlich ist kein Funke übergesprungen. Vergeblich wartete ich auf ein kleines Ereignis, das mich zum Lesen motivierte. Nicht einmal der Schreibstil der Autorin und der Erzählstil der Handlung haben mich fesseln können. Von der historischen und politischen läge erfährt man bisher wenig. Die Figuren sind sehr oberflächlich. Nach 80 Seiten erwarte ich schon, dass es etwas gibt, dass mich an die Figuren binden könnte. Und wenn es nur Hass ist...
Damit sage ich nicht, dass der Roman schlecht geschrieben oder der Roman insgesamt schlecht ist. Es entspricht schlichtweg nicht meinem persönlichen Geschmack.
Was ich im Ansatz interessant fand, ist die Geschichte um Sai. Man erfährt, warum sie jetzt beim Richter lebt und von ihrer Kindheit. Gern hätte ich noch mehr erfahren, stattdessen wird in den ersten 80 Seiten vermehrt der Fokus auf den Koch und seinen Sohn gelegt.

Das Lesen hat sich die ganzen Seiten über sehr zäh angefühlt. Ich habe mich immer gefreut, wenn ich endlich eine Seite beendet habe, aber Spaß am Lesen hatte ich nicht. Dies ist der Hauptgrund, warum ich für mich entschieden habe, die Lektüre abzubrechen.
Entsprechend kann ich die weitere Handlung in keiner Weise beurteilen. Vielleicht ändert es sich im Verlauf der Geschichte und es hätte mich doch noch fesseln können. Ich werde es wohl nie erfahren…

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mich persönlich der Schreib- und Erzählstil nicht fesseln konnten. Die Figuren – bis auf Sai, aber nur ansatzweise – fand ich langweilig gestaltet. Vom historischen Hintergrund erfährt man wenig, aber vollständig beurteilen kann ich das eben nicht, da ich die Lektüre nach kurzer Zeit abgebrochen habe. Daher kann ich auch keine Kaufempfehlung aussprechen, bin aber der Überzeugung, dass sich jeder ein eigenes Bild machen sollte.

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Veröffentlicht am 28.01.2024

Mitreißender Schreibstil neben weniger mitreißenden Figuren

Morgen, morgen und wieder morgen
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Es ist an einem Tag in der Mitte der 90er-Jahre, als sich die Kindheitsfreunde Sam Masur und die Computerspieldesign-Studentin Sadie Green an einer U-Bahn-Station nach mehreren Jahren wieder begegnen. ...

Es ist an einem Tag in der Mitte der 90er-Jahre, als sich die Kindheitsfreunde Sam Masur und die Computerspieldesign-Studentin Sadie Green an einer U-Bahn-Station nach mehreren Jahren wieder begegnen. Was beide seit Beginn iherer Freundschaft miteinander verbindet, ist vor allem die Liebe zu Videospielen. Bald darauf schließen sich beide zusammen, um Videospiele zu entwickeln, und bauen eine erfolgreiche Firma auf. Aufkommende Rivalitäten und Missverständnisse sollen ihre Freundschaft auf die Probe stellen.

Mit "Morgen, morgen und wieder morgen" gelingt Gabrielle Zevin eine äußerst mitreißende Lektüre über die Freundschaft und deren verschiedensten Nuancen.

Persönlich hat mir Gabrielle Zevins Schreibstil sehr gut gefallen. Zwar gebraucht sie oft Fachtermini der Videospielbranche; diese sind jedoch keinesfalls notwendig, um das Geschriebene zu verstehen, sodass die Lektüre von einer breiten Leserschaft gelesen werden kann. Was Gabrielle besonders gut schafft, ist, die Leserschaft am Ball zu halten. Dies gelingt ihr unter anderem mithilfe von Vorausdeutungen, die aber nie zu viel verraten. Wenn diese dann im Verlauf der Geschichte erneut aufgegriffen werden, kommt dann das Aha-Erlebnis.

Gabrielle Zevin spricht im Verlauf der Lektüre viele gesellschaftsrelevanten Themen an. Diese verarbeitet sie auf "leichter" Art. Doch sind diese keine leichte Kost: Meines Erachtens hat man das Gefühl, durch die Vielfalt an Themen schnell satt zu werden. Es gleicht einem großen Buffet, von dem man nicht alles essen kann. Man hat nicht die Möglichkeit, diese Themen komplett zu verdauen, da sie hintereinander erwähnt werden, ohne vollständig ausgeführt oder zum Teil gar nochmals aufgegriffen zu werden. So habe ich als Leser nicht die Möglichkeit, mich tiefer damit auseinanderzusetzen.

Die Figuren fand ich gut gestaltet, hätten insgesamt aber tiefgründiger herausgearbeitet werden können. Über den größten Teil der Lektüre habe ich mich zu den Figuren nicht so verbunden gefühlt. Deren Handlungen waren oft nicht nachvollziehbar, auch wenn genau diese Handlungen die Geschichte ausmachen. Was ich dennoch spannend fand, ist, wie ich die Protagonisten im Verlauf der Geschichte wahrgenommen habe. Während mir Sam anfangs nicht wirklich gefallen hat, konnte ich gegen Ende mit ihm mitfühlen. Das Gegenteil war mit Sadie Green der Fall: Anfangs konnte ich sie besser nachvollziehen als gegen Ende.

Insgesamt ist "Morgen, morgen und wieder morgen" eine solide Lektüre, die sich trotz der Bandbreite an gesellschaftsrelevanten Themen sehr gut lesen lässt. Der Schreibstil treibt den Leser bzw. die Leserin an, immer weiter zu lesen. Eine tiefgründige Auseinandersetzung mit den vielen Themen gestaltet sich aber schwierig.

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