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Veröffentlicht am 07.12.2025

Gelungenes Reihenfinale

KoboldKroniken 6. Kampf um Kwertz
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In Kwertz steht der Endkampf gegen Azzrar, die Koboldprinzessin an, und Dario und seine Freunde sollten eigentlich möglichst bald auch dort sein. Doch zunächst stehen die letzten Tage des Schuljahres an, ...

In Kwertz steht der Endkampf gegen Azzrar, die Koboldprinzessin an, und Dario und seine Freunde sollten eigentlich möglichst bald auch dort sein. Doch zunächst stehen die letzten Tage des Schuljahres an, und das Schwert Balmung müsste auch noch wieder hergestellt werden. Als sie sich endlich auf den Weg machen, sieht es in Kwertz gar nicht gut aus …

Leider ist nun auch schon der letzte Band der Reihe erreicht, und der hat es noch einmal in sich. Nicht nur, dass man noch einmal allen Bekannten begegnet, es gibt auch ein paar neue Charaktere beziehungsweise Wesen, und wir erfahren endlich, was aus dem Ümpf wurde. Auch bezüglich Dario gab es ja noch das eine oder andere Fragezeichen, lasst euch überraschen, was man hier über ihn erfährt, und auch das Lied der Sieben klärt sich. Ich denke, man kann sagen, alle Fragen sind am Ende beantwortet. Insgesamt ein schöner Abschluss der Reihe.

Auch Band 6 ist natürlich von Thomas Hussung genauso liebe- und fantasievoll illustriert wie die Vorgängerbände, und von Daniel Bleckmann genauso spannend geschrieben worden. Für Fans wird es nicht leicht sein, sich von den liebgewonnenen Charakteren zu trennen, aber ich hoffe doch, dass die beiden Künstler uns bald mit etwas neuem und genauso spannendem überzeugen werden, bis dahin gibt es ja noch andere Werke von ihnen zu entdecken.

Wer die Vorgängerromane gelesen hat, wird sicher auch zum letzten Band der Reihe greifen. Mir hat diese fantasievoll illustrierte und geschriebene Reihe sehr gut gefallen. Daher kann ich sie nur weiterempfehlen, und zwar nicht nur für Kinder.

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Veröffentlicht am 06.12.2025

Spannender und berührender Wissenschaftsthriller

Animal
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Ein Schwein, das seinen Besitzer auf Freilassung verklagt – das ist die Ausgangsposition dieses Romans. Eigentlich ist das in Deutschland nicht möglich, denn Tiere werden nicht als Persönlichkeiten betrachtet, ...

Ein Schwein, das seinen Besitzer auf Freilassung verklagt – das ist die Ausgangsposition dieses Romans. Eigentlich ist das in Deutschland nicht möglich, denn Tiere werden nicht als Persönlichkeiten betrachtet, sondern als Sachen, und Sachen können nicht klagen. Dass man das auch anders sehen kann, ist wahrscheinlich vielen Menschen, besonders solchen, die enge Beziehungen zu Tieren haben, klar, aber wie macht man das dem Gericht bewusst?

Es ist nicht das erste Mal, dass Tibor Rode einen Wissenschaftsthriller geschrieben hat, der unerwartet nahe an der Realität ist. Mich konnte er bisher immer überzeugen, so auch dieses Mal. Wie nahe er der Realität tatsächlich ist, kann man in seinem Nachwort lesen, und natürlich bietet sich auch wieder viel zum Googeln an.

Es dauerte ein bisschen, bis mir die Protagonist:innen einigermaßen nahe kamen, zunächst waren sie mir alle eher unsympathisch. Ben Lorenz ist Anwalt, er möchte sich profilieren, in der Kanzlei, in der er angestellt ist, weit kommen, und dann soll ausgerechnet er die Klage für den Konzern, dem das klagende Schwein Rosa gehört, vor Gericht vertreten. Was zunächst wie eine leichte Sache aussieht, nimmt eine unerwartete Wendung. Für diese sorgt Henrik Rabenstein, der Anwalt Rosas. Dieser ist gut vorbereitet und kann einiges vorbringen, was den Richter dazu veranlasst, sich Bedenkzeit auszubitten. Beide Anwälte haben auch ihre dunklen Seiten, die unterschiedliche Auswirkungen auf die Geschichte haben. Enna van Eyck ist Tieraktivistin mit vielfältigen Problemen, sie kämpft mit allen möglichen Mitteln um Rosa.

Es gibt noch eine Reihe anderer Charaktere, die in positivem und negativem Sinne die Geschichte beeinflussen. Dazu gehört eine Gruppe Wissenschaftler, die in Mexiko zur Sprache der Tiere forschen, ermöglichen möchten, diese mit KI für Menschen verstehbar zu machen. Diese Forschungen sind ein großes Thema des Romans, und tatsächlich Teil der realistischen Seite des Romans.

Und dann ist da noch Rosa selbst, der der Autor auch eine Stimme gibt, sehr passend zu den Bemühungen der oben genannten Forscher. Als Leser:in ist man damit diesem Tier sehr nahe, wird emotional berührt, und hofft auf ein gutes Ende. Ob es ein gutes Ende gibt, wird natürlich nicht verraten, ich kann aber sagen, dass ich das Ende passend finde.

Tibor Rodes Erzählstil gefällt mir gut, er ist bildhaft, spannend und nah bei den Charakteren, aus deren verschiedenen Perspektiven er erzählt. Tiere kommen im Roman einige vor, nicht nur Rosa, sie sind alle auf ihre Art wichtig und gut in die Geschichte integriert.

Tibor Rodes Roman hat mich sehr berührt und nachdenklich gemacht, mir aber auch spannende und interessante Lesestunden bereitet.

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Veröffentlicht am 04.12.2025

Sehr spannender vierter Band

Royal Institute of Magic, Band 4 - Die geheimnisvolle Legende
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Die Gefahr durch die Dunkelelfen wächst, und Ben muss dringend den nächsten Teil der Rüstung Elizabeths I finden, sowie deren Wächter:in. Doch auch sonst wird seine Energie gefordert, ein Zauberattacke-Wettkampf ...

Die Gefahr durch die Dunkelelfen wächst, und Ben muss dringend den nächsten Teil der Rüstung Elizabeths I finden, sowie deren Wächter:in. Doch auch sonst wird seine Energie gefordert, ein Zauberattacke-Wettkampf und die Prüfungen der zweiten Klasse sind nur ein Teil dessen, dem er sich widmen muss.

Der vierte Band der Reihe ist wieder sehr phantasievoll und spannend. Dieses Mal geht es in im wahrsten Sinne des Wortes unbekannte Gegenden, die schon deshalb sehr gefährlich sind. Direkt zu Beginn des Romans gibt es wieder eine Rückblende ins Jahr 1614. Nach dem Tod der Königin wurde ihre Rüstung unter den Direktoren des Royal Institute of Magic aufgeteilt, die sie sorgsam verwahren sollten, damit niemand sie findet. Angus Reed bekam den Brustpanzer zugesprochen und wollte diesen an einem ganz besonderen Ort verstecken. Dass ihm das gelungen ist, wird man im Laufe des Romans erfahren.

Alles wäre ein bisschen einfacher, müssten Ben, Charlie und Natalie sich nur auf das Finden der Rüstungsteile und ihrer Wächter:innen konzentrieren. Dass das nicht so einfach ist, wissen wir bereits aus den Vorgängerbänden. Auch in diesem Band kommt einiges dazwischen, und manchmal muss sich Ben auch entscheiden, was wichtiger ist. Aber ganz egal, was in Bens Leben passiert, es ist immer aufregend, und für uns Leser:innen spannend zu lesen. Ich habe sogar den Eindruck, als wäre jeder Band noch spannender als seine Vorgänger. Zwei Bände fehlen nur noch, und ich kann es kaum erwarten, sie zu lesen.

Es gibt natürlich auch wieder interessante neue Charaktere, nicht nur, weil ein:e neue:r Wächter:in ins Spiel kommt. Mal sehen, ob und wie sich diese in die weiteren Bände einbringen werden.

Ich lese hin und wieder gerne Kinderbücher, speziell aus dem phantastischen Bereich. Diese Reihe hat es mir besonders angetan, sie ist spannend, auch für Erwachsene, und sehr phantasievoll, man kann mit den Protagonist.innen mitfühlen und wird immer wieder überrascht, wie sich die Geschichte entwickelt. Ich bin schon sehr gespannt, wie es weitergehen wird. Sehr gerne empfehle ich die Reihe weiter, man sollte sie aber unbedingt der Reihenfolge nach lesen.

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Veröffentlicht am 01.12.2025

Mann & Müller haben mich überzeugt

Unheimliche Gesellschaft
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1933: Thomas Mann bittet seinen litauischen Übersetzer Žydrūnas Miuleris, den er Müller nennt, zu ihm in die Schweiz zu kommen, da er seine Hilfe benötige. Müller macht sich mit seinem Hund Ludwik auf ...

1933: Thomas Mann bittet seinen litauischen Übersetzer Žydrūnas Miuleris, den er Müller nennt, zu ihm in die Schweiz zu kommen, da er seine Hilfe benötige. Müller macht sich mit seinem Hund Ludwik auf die langwierige Reise, nur um am Ziel feststellen zu müssen, dass es offenbar nur darum geht, dass Katia Mann, die für ihre eigenwillige Fahrweise berüchtigt ist, einen Litauer angefahren hat. Letztlich soll das doch nicht alles gewesen sein, und Müller erlebt zusammen mit Mann und Ludwik ein gefährliches Abenteuer.

Vor dem Lesen war mir nicht bewusst, dass es sich hier bereits um einen zweiten Band handelt. Das war aber nicht weiter schlimm, denn man kann ihn gut ohne Vorkenntnisse lesen, es gibt aber einige Verweise auf den vorherigen Band, die mich neugierig gemacht haben.

Thomas Mann ist nicht nur der Autor von „Buddenbrooks“, seit über 50 Jahren ein Lieblingsroman von mir, sondern hatte dieses Jahr, also 2025, seinen 150. Geburtstag. Ein guter Zeitpunkt also, Werke von ihm und über ihn zu lesen.

Ich brauchte ein bisschen, um in den Roman zu kommen, doch dann hat er mich schnell gepackt, auch wegen seines Humors, der recht dezent gesetzt ist, aber dennoch nicht zu kurz kommt. Der Autor lässt Müller selbst in Ich-Form erzählen, und zwar aus einer späteren Zeit, was man in einer kleinen Rahmenhandlung erfährt. Müller war mir schnell sympathisch, so dass ich gut mit ihm mitfühlen konnte.

Thomas Mann spielt nicht die Hauptrolle, die hat Müller, aber er spielt eine deutliche Rolle, denn die beiden sind zwar nicht Sherlock & Watson, aber Mann & Müller, ebenfalls ein Ermittlerteam, das offenbar schon im ersten Band tätig war, wenn auch die meiste Arbeit Müller überlassen wird. Auch andere Mitglieder der Familie Mann haben Auftritte oder werden zumindest erwähnt. Und auch sonst trifft man die eine oder andere historische Persönlichkeit, aber auch fiktive Personen, insgesamt sind die Charaktere gut gelungen.

Der Roman ist kein typischer Kriminalroman, für mich stehen im Vordergrund die Personen und der historische Hintergrund. Der Fall entwickelt sich unerwartet, sowohl für die Protagonisten als auch für die Lesenden, und wird nicht nur immer gefährlicher für Mann & Müller, sondern auch immer spannender, auch wenn Müller immer einmal wieder vorgreift, im Sinne von „wenn ich da schon gewusst hätte ...“. Am Ende ist der Fall gut gelöst und Müller kann zurück in die Heimat und, zusammen mit den Leser:innen auf das nächste Zusammentreffen mit Thomas Mann hoffen.

Im ausführlichen Nachwort erfährt man etwas über Fiktion und Fakten, wobei es von letzteren doch einige gibt, ich empfehle, es nicht zu überblättern. Auch das Quellenverzeichnis und die Literaturhinweise zeigen, wie gut der Autor recherchiert hat.

Der Roman hat mich gut unterhalten, das liegt an seinen Charakteren, aber auch an seinem Humor. Ich hoffe, Mann & Müller ermitteln noch öfter. Ich vergebe 4,5 Sterne, die ich, wo nötig, aufrunde.

Veröffentlicht am 30.11.2025

Viel versprechender erster Band

Der Weg des ewigen Winters
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Konstantinopel, 1007 nach Christus: Seit sieben Jahren regiert Kälte und Schnee die Welt, zudem werden immer mehr Monster davon angezogen, verantwortlich dafür ist wahrscheinlich die Weiße Hexe, wer oder ...

Konstantinopel, 1007 nach Christus: Seit sieben Jahren regiert Kälte und Schnee die Welt, zudem werden immer mehr Monster davon angezogen, verantwortlich dafür ist wahrscheinlich die Weiße Hexe, wer oder was auch immer das ist.

Halla scheint nur ein kleines Mädchen, doch sie wird offenbar von verschiedenen Fraktionen gejagt, ihre Eltern wurden bereits getötet. Nun hat sie ihr Onkel Orpheus, ein in den Tag hinein lebender Musiker, bei sich aufgenommen. Doch kann sie sich auf ihn verlassen?

Skadi ist eine Söldnerin, der aufgetragen wird, ein kleines Mädchen zu finden, doch nach und nach kommen ihr gewisse Zweifel an ihren Auftraggebern.

Kaiserin Theophanus Sohn Otto ist, nachdem er gegen die Weiße Hexe gekämpft hatte, seit sieben Jahren verschwunden. Ein geheimnisvoller Gefangener gibt ihr neue Hoffnung, Otto endlich zu finden.

Der erste Band der geplanten Trilogie macht es den Leser:innen nicht einfach, die Geschichte ist sehr komplex, es gibt verschiedene Perspektiven und Erzählstränge, die nicht unbedingt viel miteinander zu tun zu haben scheinen, und es bleiben auch am Ende viele Fragen offen. Aber gerade das fasziniert mich auch, beim Lesen wurde ich immer wieder überrascht, es gab viel zu spekulieren, aber auch Dinge, die ich so oder so ähnlich erwartet hatte. Dass am Ende noch so vieles ungeklärt ist, macht die Vorfreude auf den nächsten Band für mich nur noch größer.

Die Welt ist unsere, aber nicht ganz, denn es gibt Magie und magische beziehungsweise mystische Wesen, so dass sich die Historie zum Teil anders entwickelt hat, wie man zum Beispiel an Theophanu sieht. Die historische Theophanu starb bereits 991. Daraus ergibt sich für mich auch ein Teil Faszination, was ist anders, was nicht. Meiner Meinung nach ist die Verquickung von Fantasy und Historie gelungen. Vieles in diesem Roman basiert zudem auf der nordischen Mythologie, immerhin ist der Autor Finne, aber auch das Christentum spielt eine Rolle.

Die Protagonist:innen sind zwar deutlich charakterisiert, aber noch nicht sehr tiefgehend, ich hoffe, dass sich das in den weiteren Bänden noch ändert. Es gibt zudem eine ganze Reihe Charaktere, die man noch nicht klar einordnen kann, sind sie gut, sind sie böse, oder sind sie irgendwo zwischendrin und müssen sich noch entscheiden. Das gilt auch für Halla, die die wichtigste Person zu sein scheint.

Atmosphärisch kann der Roman punkten, vor allem im letzten Drittel, wo man die Kälte und die Gefahren fast körperlich spüren kann, aber auch in anderen Szenen, zum Beispiel in Hallas Träumen. Diese sind verklausuliert, und bedürfen der Interpretation, die man als Leser:in noch nicht wirklich liefern kann. Umso mehr bieten sie Spekulationsmaterial. Für mich waren es mit die interessantesten Szenen. Die Spannung ergibt sich nicht nur aus actionreichen Szenen, sondern eben auch aus all den Fragen, die man sich stellt.

Mir hat der Roman gut gefallen, er ist komplex, anspruchsvoll, geheimnisvoll, atmosphärisch, spannend und bietet Spekulationsmöglichkeiten. Auch das Setting gefällt mir gut, die Verquickung von Fantasy und Historie ist gelungen. So bin ich nun sehr gespannt, auf die weiteren Bände.

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