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Veröffentlicht am 05.12.2019

Das interessante Leben des Bertram Morneweg

Das weiße Gold der Hanse
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Ruben Laurin erzählt vom Lebensweg Bertram Mornewegs, einer realen historischen Persönlichkeit, über den allerdings relativ wenig bekannt ist, so dass der Autor viel dichterische Freiheit hatte, die er ...

Ruben Laurin erzählt vom Lebensweg Bertram Mornewegs, einer realen historischen Persönlichkeit, über den allerdings relativ wenig bekannt ist, so dass der Autor viel dichterische Freiheit hatte, die er aber im Rahmen gut recherchierter Hintergründe nutzt.

Der Titel des Romans ist leider etwas irreführend, denn der Roman spielt zwar zu Zeiten der Hanse (bzw. deren Beginn), aber es geht nicht um Salz, es geht auch nicht um die Hanse selbst, obwohl die wirtschaftlichen Verbindungen der Städte schon eine Rolle spielen, es geht in erster Linie um den Protagonisten.

Erzählt wird auf zwei Zeitebenen. Die erste beginnt 1231 und führt den Leser zu einem Piratenüberfall, dessen einziger Überlebender ein kleiner Junge ist. Er hat sein Gedächtnis verloren und wird fortan Moses genannt, ein Name, der ihm von Rebecca, einer Sklavin jüdischen Glaubens, die ihm das Leben rettet, verliehen wird. Der Junge macht allerhand durch, bis er schließlich in Lübeck landet. Der zweite Zeitabschnitt startet 1275, und hier trifft man auf Bertram Morneweg, Ratsherr und Stifter des Lübecker Heiligen-Geist-Hospitals, das hier noch im Bau ist.

Ruben Laurin hat einen bildhaften und eindringlichen Erzählstil, der mich schon am Anfang, während des Piratenüberfalls gepackt hat. Hin und wieder ist die Erzählung allerdings zu langatmig geraten und manches wird ein bisschen zu oft wiederholt. Im dritten Teil des Buches, wenn es endlich auch in andere Städte des Städtebundes geht, wird es dann so richtig spannend. Dieser Teil hat mir am besten gefallen, und ich hätte mir mehr davon gewünscht.

Die Charaktere sind gut gelungen, besonders den Protagonisten mochte ich von Anfang an. Mein besonderer Liebling ist aber Frido, der es im Leben nicht leicht hatte, aber das beste daraus macht und mit seinem schwäbischen Akzent und seiner Loyalität und Freundlichkeit schnell mein Herz erobert hat. Manch Charakter macht eine Entwicklung durch, nicht immer, aber manchmal, zum positiven, dies ist immer glaubhaft dargestellt und nachvollziehbar. Einzig Traudi, die spätere Ehefrau Mornewegs, wird mir als Kind zu reif und redegewandt für ihr Alter dargestellt.

Wie es sich für einen guten historischen Roman gehört, finden sich auch hier einige Boni: Personenregister, Zeittafel, Glossar, Karte und ein Nachwort des Autors, in dem er, leider etwas kurz, über Fakten und Fiktion berichtet.

Ich bin schon lange Fan des Autors und mag vor allem seine Fantasy-Romane. Nun hat er mich auch im Genre der historischen Romane überzeugen können, wobei noch Luft nach oben ist. Ich habe den Roman gerne gelesen, er war mir nur immer wieder zu langatmig. Erst gegen Ende zieht die Spannung deutlicher an. Als Fan historischer Romane finde ich es schön, wenn sie mich nicht nur unterhalten, sondern auch Neues lehren. Das ist hier gelungen und ich hatte Lust mehr, z. B. über die Hanse, zu erfahren und zu googeln. Ich vergebe 3,5 Sterne und eine Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.12.2019

Auch der 8. Teil ist wieder lesenswert

Doctor Who - Zeitreisen 8: Der Antiheld
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Der zweite Doctor landet mit Zoe und Jamie im antiken Alexandria, wo sie das Museion besuchen und es mit einem genialen Erfinder und den Musen zu tun bekommen.

Die Autorin erzählt sehr bildhaft, die ...

Der zweite Doctor landet mit Zoe und Jamie im antiken Alexandria, wo sie das Museion besuchen und es mit einem genialen Erfinder und den Musen zu tun bekommen.

Die Autorin erzählt sehr bildhaft, die Geschichte passt gut in die Doctor-Who-Welt. Sehr witzig fand ich die Stelle, als der Doctor einen Fez anprobiert und Zoe meint, das stände ihm nicht – jeder Whovian weiß warum …

Auch dieser achte und letzte Teil der Zeitreisen-Kurzgeschichten hat mir gut gefallen. Ich kann ihn jedem Fan des Doctors weiterempfehlen und vergebe 4 Sterne.

Veröffentlicht am 01.12.2019

Lesenswerte Anthologie zum Thema "Phönix"

The P-Files
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31 Kurzgeschichten zum Thema „Phönix“ sind in dieser Anthologie versammelt, alle ganz unterschiedlich, reine Fantasy, Urban-Fantasy, SF, Märchen, Historisches usw. Dazu gibt es wunderschöne Illustrationen. ...

31 Kurzgeschichten zum Thema „Phönix“ sind in dieser Anthologie versammelt, alle ganz unterschiedlich, reine Fantasy, Urban-Fantasy, SF, Märchen, Historisches usw. Dazu gibt es wunderschöne Illustrationen.

Auch meine Reaktionen auf die einzelnen Geschichte waren ganz unterschiedlich, ich habe gelacht, war gespannt, habe mich gegruselt oder gelangweilt, las interessiert und hatte ein paar Mal auch Lust, die Protagonisten in einer anderen Geschichte oder gar einem Roman wiederzutreffen. Mich hat fasziniert, wie viele unterschiedliche Szenarien zu diesem Thema möglich sind und mit welcher Phantasie manche Autoren ans Werk gingen.

Naturgemäß gibt es in jeder Anthologie Geschichten, die einem nicht gefallen, das war bei mir auch hier der Fall, aber es waren wenige, zwei oder drei, deutlich mehr haben mir sehr gut gefallen, z. B. „Space Firebird“ von Fay Winterberg, „Housten hat Probleme“ von Markus Heitkamp oder „Die Gabe des Phönix“ von Stephanie Lammers. Manche Autoren scheinen auch bereits in der vorherigen Anthologie des Verlages Geschichten mit ihren Protagonisten veröffentlicht zu haben, so dass ich große Lust bekommen habe, auch diese Anthologie zu lesen.

Wer (Fantasy)Anthologien mag, kann hier nichts falsch machen, die Geschichten sind vielfältig und größtenteils lesenswert. Ich vergebe gerne 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 21.11.2019

Nicht der beste, aber ein guter Waringham-Roman

Teufelskrone
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1193: Yvain of Waringham tritt seinen Knappendienst bei Prinz John an und bleibt diesem auch zukünftig treu, was nicht immer einfach ist. Beide, Yvain und John, müssen viele Höhen und Tiefen überwinden.

Nach ...

1193: Yvain of Waringham tritt seinen Knappendienst bei Prinz John an und bleibt diesem auch zukünftig treu, was nicht immer einfach ist. Beide, Yvain und John, müssen viele Höhen und Tiefen überwinden.

Nach fünf Waringham-Bänden, die zeitlich aufeinander aufbauen, geht die Autorin erstmals in der Zeit zurück. 1192 wird Richard Löwenherz auf der Heimreise aus dem Heiligen Land festgesetzt und nur gegen Lösegeld wieder frei gelassen. Sein Bruder John greift nach der Krone, muss nach Richards Freilassung aber erst einmal wieder zurückrudern.

Erst kürzlich las ich einen Roman aus dieser Zeit, und bin froh, dass Rebecca Gablé John (und im übrigen auch Richard) differenzierter darstellt. Mittlerweile sieht ihn auch die Forschung nicht mehr ausschließlich als Scheusal, wie man es z. B. auch aus den Robin-Hood-Filmen kennt, sondern als Mann mit Stärken und Schwächen, der nicht nur schlecht agierte. Natürlich ist auch Gablés John kein Engel und manche seiner Taten kann man nicht schönreden, ebenso wenig sein immer willkürlicheres Handeln. Auch Yvain kann im Laufe der Zeit ein Lied davon singen.

Yvain ist mir schnell sympathisch gewesen. Der Leser begleitet ihn über zwei Jahrzehnte, bis nach Johns Tod, und lernt ihn und seine Familie gut kennen. Es ist schön, wieder bei den Waringhams zu sein, auch wenn man sie bisher nur aus späteren Zeiten kannte. Nicht so gut gefallen hat mir leider die, in meinen Augen entbehrliche verbotene Liebschaft Yvains, die sich durch die ganze Geschcihte zieht und für mich keinen erzählerischen Mehrwert hat. Auch wenn man das Ende des Romans betrachtet, frage ich mich, wozu sie gut sein sollte. Leider hat sie mir den Roman ein bisschen verleidet, zumal er in diesen Szenen oft recht kitschig wird.

Ausgestattet ist der Roman wieder perfekt, neben Personenregister, (im HC) farbigen Karten und einem Stammbaum der Plantagenets gibt es ein gut zu lesendes Nachwort der Autorin, in der sie auch über Fiktion und Fakten schreibt, und das mich auf einen weiteren Waringham-Roman zur Zeit Henrys III hoffen lässt.

Für mich nicht der beste, aber ein guter Waringham-Roman, der einmal einen etwas anderen Blick auf John bietet, ohne die Geschichte zu beugen. Ich kann ihn auf jeden Fall Fans des Genres weiterempfehlen und vergebe 4 Sterne.

Veröffentlicht am 19.11.2019

Ein Roadtrip, der auch für den Leser zum Abenteuer wird

A. S. Tory
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Sid Sagenroth ist 15 Jahre alt und lebt mit seinem kleinen Bruder bei der allein erziehenden Mutter. Die Herbstferien stehen vor der Tür, doch leider wird es keine Urlaubsreise geben, dass kann die Mutter ...

Sid Sagenroth ist 15 Jahre alt und lebt mit seinem kleinen Bruder bei der allein erziehenden Mutter. Die Herbstferien stehen vor der Tür, doch leider wird es keine Urlaubsreise geben, dass kann die Mutter sich nicht leisten. Sid, der ein für sein Alter eher seltenes Hobby hat, er sammelt Vinylschallplatten, macht sich auf langweilige Tage gefasst. Doch dann erhält er eine E-Mail, die die Herbstferien doch noch spannend und zu etwas Besonderem macht: Ein Roadtrip steht an, auf dem es viel zu erleben gibt, und bei dem Sid interessante Bekanntschaften machen wird.

Als Mutter hatte ich zwar leichte Panikattacken wegen der Art, wie Sids Herbstferien sich entwickeln, doch mein abenteuerliebendes Leserherz fand seine Erlebnisse interessant und spannend. Man darf halt nicht alles so ernst sehen, und sollte sich auf die Geschichte einfach einlassen. Immer wieder kam ich auch ins Grübeln, warum gerade Sid ausgesucht wurde, und hatte alle möglichen Erklärungen, die die Autorin dann aber nicht toppen konnte.

Sids Roadtrip hat mir sehr gut gefallen, besonders die ersten Stationen erschienen wie ein guter Abenteuerurlaub, später allerdings verlor der Roman seine Leichtigkeit, was ich bedauert habe, und schwenkt in eine Richtung, die mir nicht ganz so gut gefällt, die aber in die Zeit passt und vielleicht jugendlichere Leser zum Nachdenken bringen wird. Diese sind vielleicht auch eher als ich die Zielgruppe der Geschichte, immerhin stammt auch Sid, der Protagonist, aus dieser Gruppe.

Ich hatte durchgehend das Gefühl, tatsächlich mit Sid unterwegs zu sein, die Autorin schreibt bildhaft und hält das Kopfkino des Lesers in Schwung. Sie lässt Sid selbst in Ich-Form erzählen, was dem Roman gut tut. Am Ende bleiben in meinen Augen ein paar Fragen offen, die aber den Unterhaltungswert des Romans, zumindest für mich, kaum schmälern. Das Nachwort der Autorin habe ich gerne gelesen.

An Cover und Klappentext sollte man sich übrigens nicht allzu sehr stoßen, meines Wissens ist beides noch nicht final, die Autorin arbeitet noch daran, ein kleiner Vor- (vielleicht auch Nachteil) des Selfpublishings.

Mich hat der Roman gut unterhalten, er lässt sich gut lesen und ist packend geschrieben. Von mir gibt es 4 Sterne und eine Leseempfehlung.