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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.02.2020

Mühsamer Start bis es endlich funkelt und knistert

Das Funkeln einer Winternacht
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Ich hab mir Karen Swans "Das Funkeln einer Winternacht" als leichte Weihnachtslektüre gekauft. Der Einbad versprach auf dem Cover Funkeln und Zauber, auf der Rückseite eine interessante Thematik als Hintergrund ...

Ich hab mir Karen Swans "Das Funkeln einer Winternacht" als leichte Weihnachtslektüre gekauft. Der Einbad versprach auf dem Cover Funkeln und Zauber, auf der Rückseite eine interessante Thematik als Hintergrund für eine weihnachtliche Lovestory. Bo und Zac sind Influencer und reisen durch die Welt, ständig begleitet durch ihren Freund, Manager und Fotografen Lenny, der sie unbedingt bis Weihnachten auf 10 Millionen Follower bringen möchte. Frisch verlobt fliegen sie von der Südsee ins eisige Norwegen auf eine entlegene Alm. Dort keimen in Bo zunehmend Zweifel auf, ob sie wirklich ihr ganzes Leben mit der Welt teilen will. Bei Zac und Lenny stößt sie damit nur auf Erstaunen und Unverständnis, der einzige der sie versteht ist ihr schroffer Reiseguide Anders...
Der Roman verflechtet zwei parallele Geschichten, die eine die von Bo und Zac, die andere von Signy, Anders Großmutter, um 1936.
Ich habe sehr lange gebraucht, um in die Geschichte rein zu finden. Vielleicht, weil mir die Welt der Influencer völlig fremd ist, vor allem aber wohl, da ich keine rechte Sympathie für die Protagonisten aufbringen konnte und mich die Rückblicke in Signys Jugend anfangs sehr irritiert haben. Aber das dranbleiben hat sich rentiert, nach ca. 250 Seiten nahm die Geschichte Fahrt auf, echte Gefühle bahnten sich an, es gab Inhalt. Im weiteren Verlauf war mir dann einiges eine Spur zu dick aufgetragen, aber das Buch hat mich dann durchaus gefesselt.
Der Schreibstil hat mich nur teilweise überzeugt, die Autorin bemüht sich um eine detailreiche Schilderung der Umstände und der Landschaften, mir war das zum Teil zu viel, dass ich fast gelangweilt dadurch war, und die verwendeten Metaphern irritierten mich teilweise sehr.
Insgesamt ein nettes Buch mit mühsamen Start und am Ende fast zu viel Knalleffekt, daher keine absolute Empfehlung, aber kann man schon lesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.12.2019

Frida und Bjarne- das sympathische Ermittlerduo ist wieder da!

Sterbekammer
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Sterbekammer ist der dritte Band der Krimiserie um das Ermittlerduo Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn aus der Feder von Romy Fölck. Die Mordkommission hat einen neuen Vorgesetzten, zu dessen Einstand ...

Sterbekammer ist der dritte Band der Krimiserie um das Ermittlerduo Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn aus der Feder von Romy Fölck. Die Mordkommission hat einen neuen Vorgesetzten, zu dessen Einstand 2 mysteriöse Todesfälle das Team vor Rätsel stellt. Wie in den Vorgängerbänden haben wir es mit einem ungelösten Cold Case und aktuellen Fällen zu tun, deren Fäden am Schluss zusammenlaufen. Nachdem wir erst sehr rasant in die Geschichte einsteigen, kommen zwischendurch ein paar Längen auf, auch, weil wir mehr aus dem Privatleben der Ermittler erfahren. Das ist nicht umbedingt störend, im Gegenteil, die beiden sind äußerst sympathisch und man nimmt als Leser gern an ihren Sorgen, Nöten und schönen Momenten teil, aber dadurch fand ich diesen Band weniger spannend und fesselnd wie die ersten beiden. Erfreulich finde ich, dass das Buch und die Auflösung, obwohl ich zum Schluss eine gewisse Vermutung hatte, nicht vorhersehbar ist. Insgesamt kann ich die Lektüre absolut empfehlen, ich bin weiterhin begeistert von Romy Fölcks Schreibstil, aber an die Vorgänger kommt Sterbekammer aus meiner Sicht nicht ran...

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.11.2019

Sympathische Familiengeschichte mit vielen Höhen und noch mehr Tiefen

Vom Ende der Einsamkeit
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Ich habe das Buch geschenkt bekommen und war schon von Titel und Klappentext her sehr neugierig. Ich hab dann erst etwas gebraucht, um reinzukommen, dann hat es mich gepackt. Ein Wechselbad der Gefühle! ...

Ich habe das Buch geschenkt bekommen und war schon von Titel und Klappentext her sehr neugierig. Ich hab dann erst etwas gebraucht, um reinzukommen, dann hat es mich gepackt. Ein Wechselbad der Gefühle! Insgesamt eine eher depressive Grundstimmung mit Höhen und Tiefen. Zwischenzeitlich flossen reichlich Tränen.
Den Titel hab ich nicht ganz verstanden. Jules und seine Geschwister werden früh Waisen und kommen ins Internat, was sie unterschiedlich verkraften und verarbeiten. Im weiteren verfolgen wir als Leser wie sie erwachsen werden, wie sich ihre Freundschaften und Beziehungen entwickeln. Eine spannende, einfühlsame Familiengeschichte.
Der Schreibstil gefiel mir sehr gut, allerdings waren mir manchmal die Zeitsprünge zu abrupt. Wobei man dazu entschuldigend sagen muss, dass es sonst ein sehr langes Buch geworden wäre. Die Charaktere sind nachvollziehbar und lebendig gestaltet, die Hauptfigur, Jules lädt zum mit ihm mitfühlen ein, ohne, dass er mir wirklich sympathisch wurde.
Insgesamt kann ich die Lektüre weiter empfehlen ohne dass das Buch aus meiner Sicht ein absolutes Muss ist.

Veröffentlicht am 19.05.2019

Packendes Familiendrama vor dem Hintergrund der Not der Nachkriegszeit und der teils schwer zu ertragenden gewaltsamen Erziehung der 50er-Jahre

Grenzgänger
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Nach dem Tod ihrer Mutter kümmert sich die junge Henni um ihre Geschwister Johanna, Matthias und Fried. Vom Vater erhält sie dabei wenig Unterstützung. Um genug zu Essenund etwas anzuziehen zu haben, schmuggelt ...

Nach dem Tod ihrer Mutter kümmert sich die junge Henni um ihre Geschwister Johanna, Matthias und Fried. Vom Vater erhält sie dabei wenig Unterstützung. Um genug zu Essenund etwas anzuziehen zu haben, schmuggelt sie mit den anderen Dorfbewohnern Kaffee aus Belgien über die Grenze. Als sie dabei erwischt wird, kommt sie in eine Besserungsanstalt und ihre Geschwister müssen ins Heim. Ihr Bruder Matthias stirbt dort an einer Lungenentzündung. Aber all das ist nur ein Teil der Wahrheit...

Mechtild Borrmann erzählt ein (fiktives) ergreifendes Familiendrama vor einem dunklen Stück Zeitgeschichte. Diesmal handelt es sich nicht um einen expliziten Kriminalroman, dennoch liest es sich phasenweise wie einer. Die Geschichte springt kapitelweise zwischen 3 bzw. 4 Handlungs- und Zeitebenen, was manchmal nicht ganz einfach ist, jedoch meist sind die Übergänge geschickt fließend gestaltet. Wenn es anfangs noch etwas konfus und zusammenhangslos scheint, fügt sich am Schluss alles allmählich zu einem großen Ganzen.

Die Charaktere sind sehr interessant und überzeugend herausgearbeitet, die Handlungsorte eindrucksvoll dargestellt. Dadurch lebt man sehr in der Geschichte mit und kann intensiv mit den Beteiligten mitfühlen. Es bleibt spannend bis zum Schluss. Und bis dahin macht man als Leser eine Achterbahn der Gefühle mit. Insbesondere die Szenen im Heim sind teilweise kaum auszuhalten. Also wer zart besaitet ist, sollte sich die Lektüre lieber überlegen, ansonsten kann ich den Roman nur absolut empfehlen.

Veröffentlicht am 09.05.2019

Darf ich sein, wer ich bin und bin ich gut, so wie ich bin?

Someone New
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Micah kommt aus gutem Hause, die Eltern sind als renommierte Anwälte Mitglied der "High Society". Doch der Familienfrieden ist gestört, seit die Eltern Micahs Bruder Adrian rausgeworfen haben, als sie ...

Micah kommt aus gutem Hause, die Eltern sind als renommierte Anwälte Mitglied der "High Society". Doch der Familienfrieden ist gestört, seit die Eltern Micahs Bruder Adrian rausgeworfen haben, als sie entdeckt haben, dass er schwul ist. Deshalb lehnt Micah sich zunehmend auf und zieht schließlich aus.
Ihr neuer Nachbar ist ausgerechnet Julian, der kurz zuvor ihretwegen seinen Job verloren hat. Micah hat deshalb ein schlechtes Gewissen, gleichzeitug fühlt sie sich zunehmend von Julian angezogen. Doch dieser zeigt sich abweisend, hält sie und alle anderen auf Distanz. Denn er hat ein Geheimnis, das ihre Meinung über ihn für immer verändern könnte...

"Someone new" ist der neue Young Adult-Roman aus der Feder von Laura Kneidl. Es ist mein 3. Buch der Autorin nach "Berühre mich. Nicht." und "Verliere mich.Nicht". Und einmal mehr fesselte mich der packende Schreibstil der Autorin. Man kann schwer aufhören zu lesen. Man fühlt sich sofort in die lebendig heraus gearbeiteten Charaktere ein und fiebert mit ihnen mit. Zentrale Themen sind hier "Anders sein", Toleranz und ihre Grenzen und "Dazugehören", ohne hier näher ins Detail zu gehen, um nicht zu viel zu verraten. Die Konflikte sind gut heraus gearbeitet, auch wenn mir die Interaktion zwischen Micah und ihren Eltern und das Problem um ihren Bruder manchmal etwas konstruiert vorkam, wobei das vielleicht auch einfach Ausdruck meiner Fassungslosigkeit über die massive Reaktion der Eltern ist. Insgesamt kam mir die Geschichte zwar etwas vorhersehbar vor, jedoch wurde ich an mehreren Stellen wirklich sehr überrascht, nicht zuletzt durch Julians Geheimnis.
Überflüssig fand ich, dass Luca, der Held der Vorgängerromane, auch vorkommt, jedoch mit einer meiner Meinung nach komischen Rolle. DArauf hätte ich gerne verzichtet.
Schade fand ich, nicht mehr über Julians Mitbewohner Aurie und Cassie zu erfahren, aber ich habe am Ende des Romans mitbekommen, dass es einen nächsten Band über die beiden geben wird...

Insgesamt war "Someone new" ein leicht und schnell zu lesender Roman mit einer mitreißenden Liebesgeschichte vor dem Hintergrund ernster, relevanter Themen. Grundsätzlich kann ich ihn weiterempfehlen, jedoch hat er mich nicht so überzeugt wie die Vorgänger, was aber an der Thematik liegen mag.