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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.07.2025

Der Spaß geht weiter.

Morden ohne Sorgen - Vier Pfauen und ein Mord
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Ich bekam das Buch wieder als Rezensionsexemplar über den Autor zugeschickt. Dafür möchte ich mich nochmal bedanken und darauf hinweisen, dass es meine Meinung nicht beeinflusst.

Ich habe die Reihe von ...

Ich bekam das Buch wieder als Rezensionsexemplar über den Autor zugeschickt. Dafür möchte ich mich nochmal bedanken und darauf hinweisen, dass es meine Meinung nicht beeinflusst.

Ich habe die Reihe von Anfang an verfolgt und finde, dass die Geschichten von Mal zu Mal besser werden.

Auch in diesem fünften Teil, der in Band 4 am Ende wieder angeteasert wurde, geht es um die Abenteuer von Frederik Loebell und seinem Wilhelm, dem vorwitzigen Zwergdackel, der für so einige ulkige Begebenheiten sorgt. So schmuggelt ihn sein Herrchen zu Beginn dieses Romans auf die Pfaueninsel, ein bei den Touristen beliebtes Ausflugsziel mitten in der Havel, auf der Hunde verboten sind.

Dort begegnet er einer verdächtigen Wahrsagerin, einem zwielichtigen Anwalt, Loebells Mutter stolpert diesmal über eine Leiche auf einer Herrentoilette und die ganze Redaktion rätselt, ob die plötzlich abstinente Lisi schwanger von ihrem Janni sein könnte.

Und als ob das noch nicht reicht, scheinen die vier titelgebenden Pfauen, in Wahrheit diebische Elstern zu sein.

Aber ich möchte nicht zu viel erzählen, um anderen Leser:innen nicht die Freude am Miträtseln zu rauben. Ich selbst lag diesmal komplett daneben mit meinen Verdächtigen!

Am Ende gibt es erneut einen kleinen Ausblick auf die Fortsetzung, die wieder sehr vielversprechend klingt.

Ach, ich muss endlich mal nach Potsdam reisen!

Fazit:

Mir hat die Lektüre wieder viel Spaß gemacht. Der Schreibstil ist bildhaft und leicht zu lesen. Die Geschichte ist humorvoll, unterhaltsam und wieder überraschend bis zum Schluss. Die Protagonist:innen haben alle ihren eigenen, durchaus skurrilen Charakter. Einige Male musste ich doch den Kopf schütteln über so manche Handlung. Ich kann mir diese Krimireihe auch prima als Vorabend-Krimi vorstellen. Ob so ein Filmteam eine Sondergenehmigung für Dreharbeiten mit Dackel auf der Pfaueninsel bekäme?

Wer Agatha Raisin und Hubert mit und ohne Staller mag, wird Wilhelm lieben.

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Veröffentlicht am 22.06.2025

Mal ein anderes, cooles Köln

Ursula und das V-Team
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Ich finde, Köln ist einen Besuch wert. Es gibt so viel in dieser Stadt zu entdecken. Aber vermutlich werde ich nach der Lektüre dieses Buches mit anderen Augen durch die Stadt gehen.
Die Leserunde
Das ...

Ich finde, Köln ist einen Besuch wert. Es gibt so viel in dieser Stadt zu entdecken. Aber vermutlich werde ich nach der Lektüre dieses Buches mit anderen Augen durch die Stadt gehen.
Die Leserunde
Das Buch wurde in drei Leseabschnitte aufgeteilt, die sehr gut innerhalb einer Woche zu lesen waren. Zumindest waren für die Diskussionsrunden jeweils eine Woche festgesetzt. Den letzten Abschnitt habe ich allerdings bereits in der zweiten Woche beendet, hatte aber glücklicherweise Notizen gemacht und konnte so problemlos in der dritten Woche mitdiskutieren. Dabei war es erstaunlich, wie ähnlich teilweise die Leseeindrücke waren, aber auch wie unterschiedlich manche Abschnitte von den Lesenden empfunden wurden.

Das fand ich sehr bereichernd und konnte so auch manches noch aus einer anderen Perspektive mitdenken. Mir hat die Leserunde sehr gut gefallen. Bei Band 2 wäre ich sofort wieder dabei!

Zum Inhalt / Meine Eindrücke zum Buch
In diesem Buch wird eine alte Kölner Sage auf neue und fantasievolle Weise erzählt. Der Legende nach, war die junge Ursula, eine Adelige aus England, auf einer Wallfahrt mit 10 Jungfrauen, der sich weitere Frauen anschlossen, bis die Schar auf 11.000 angewachsen war. Auf dem Rückweg dieser Reise wollten sie in Köln übernachten, wurden aber nicht in die Stadt gelassen, da diese mittlerweile von den Hunnen belagert wurde. Ein Sohn von Attila wollte sie heiraten und so verschonen, aber einer Prophezeiung folgend weigerte sich Ursula, woraufhin sie und ihre Begleiterinnen getötet wurden. Dem Anführer der Hunnen erschien dann allerdings im Traum eine Engelschar, woraufhin die Hunnen abzogen.

Im Buch wird nun diese Legende als Grundlage genommen. Alle 18 Jahre erscheinen die Geister der Hunnen wieder und drohen, über Köln herzufallen. Nur eine Gruppe von elf Jungfrauen kann sie davon abhalten. Also werden seit hunderten Jahren junge Frauen, die bestimmte Anforderungen erfüllen, im Alter von 10 Jahren ihrem Elternhaus entrissen und zu den Verteidigerinnen von Köln ausgebildet. Dabei kommen den Mädchen verschiedene Kräfte zur Hilfe wie magische Fähigkeiten, besonderes alchemistisches Können oder große körperliche Kraft. Diese Fähigkeiten werden ihnen durch das Trinken aus einem magischen Kelch verliehen, bei dem sie auch ihr bisheriges Leben vergessen.

Zu Beginn der Geschichte verschwinden zwei der Mädchen, so dass Ursula und ihr Team einen Ersatz brauchen, der noch Jungfrau ist. In der heutigen Zeit mit 18 Jahren gar nicht mal so leicht. Die Wahl fällt auf Adam, der als Stadtführer in Köln arbeitet und eher unfreiwillig in diese Situation gerät. Er wird im Verlauf der Handlung zu einem der spannendsten Charaktere. Weswegen, möchte ich nicht genauer ausführen, um nicht unnötig zu spoilern. Es wird allerdings ziemlich skurril und auch urkomisch.

Aber eigentlich sind alle Protagonist*innen spannende und sympathische Charaktere. Ich konnte mich nicht entscheiden, welcher Perspektive ich lieber gefolgt bin. Das ist auch die Stärke des Buches. Kapitelweise wechseln die Perspektiven und man folgt jeweils einer anderen der Protas. Dadurch wird es auch nie langweilig. Es gab aber auch kein Kapitel, dass ich gerne übersprungen hätte, um wieder einer vorherigen Person zu folgen. Die Geschichte wird chronologisch erzählt, folgt aber allen wichtigen Personen gleichermaßen. Es gibt keine unnötigen Längen und die Vielzahl der Protas ist nur zu Anfang etwas unübersichtlich. Aber man kommt schnell in die fesselnde Handlung und fiebert dann richtiggehend mit.

Auch die Vielzahl an Lebewesen in Kölns (magischer) (Unter-)Welt ist spannend und abwechslungsreich dargestellt. Teilweise ist man erleichtert, dass es noch keine Bücher mit Geruchserlebnis gibt.

Mit der beste Charakter ist das Zuhause der Gruppe um Ursula. Das Hotel Athene verfügt über eine Vielzahl an faszinierenden Räumen und Fähigkeiten, die teilweise sehr spaßig sind. Zumindest für mich als außenstehende Leserin. Zum Feind möchte ich das Hotel nicht haben.

Die Handlung wechselt fließend zwischen lustigen, ekligen, berührenden und tragischen Momenten. Mir wurde keine Sekunde langweilig! Es gibt großartige Szenen, witzige Dialoge, spannende Kämpfe und durch die gelungene Auflösung ist das Ende halbwegs abgeschlossen. Dennoch freue ich mich schon auf eine Fortsetzung, die hoffentlich nicht zu lange auf sich warten lässt. Sicherlich werde ich dann Band 1 vorab noch einmal lesen.

Wer schon Bücher von Ciamh McDonnell gelesen hat, erwartet sicherlich einen bestimmten Schreibstil. Dieser ist allerdings nicht ganz so wie sonst, da ja seine Ehefrau anscheinend einen Großteil des Buches geschrieben hat. Das ist zumindest meine Vermutung, aber ein gewisser Einfluss des Autors ist dennoch zu merken. Beide sind große Fans der Stadt Köln und waren schon mehrfach zu Lesungen und Treffen mit ihrem deutschen Verlag dort, daher haben sie die Handlung hauptsächlich in Köln angesiedelt.

Fazit:
Das Buch ist jetzt schon eins meiner Jahreshighlights, welches ich unbedingt empfehlenswert finde!

Lasst Euch ein auf eine skurrile Reise in ein überraschend vielschichtiges Köln mit Ekelfaktor und Lachgarantie.

Für Fans der Die Flüsse von London, Skulduggery Pleasant und Stranger Times.

Tipp:
Das Nachwort der Autorin mit deutschen Sätzen aus ihren Duolingo-Lektionen lesen.

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Veröffentlicht am 19.05.2025

Dieses Buch ist nicht immer einfach zu lesen, aber sehr faszinierend.

Reality, Reality
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Keine leichte Lektüre, dennoch lesenswert.
Das Buch wurde mir vom Luchterhand Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Das hat mich sehr gefreut, beeinflusst meine Meinung allerdings nicht.

Man ...

Keine leichte Lektüre, dennoch lesenswert.
Das Buch wurde mir vom Luchterhand Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Das hat mich sehr gefreut, beeinflusst meine Meinung allerdings nicht.

Man begleitet die Ich-Erzählerin etwa eine oder zwei Wochen in ihrem verkorksten Leben und wird von Anfang an ganz nah an sie heran gezogen.

Sie war mir allerdings nicht durchgehend sympathisch. Ich fand sie teilweise sogar anstrengend. Trotzdem wollte ich wissen, was als nächstes passiert und ob sie es schafft, ihren Partner auszuzahlen, damit sie die Wohnung behalten kann.

Ihre Beweggründe wurden mir manchmal nicht ganz klar und ich fand die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten zeitweise sehr ungesund.

Gestützt durch Rückblicke auf verschiedene Phasen ihres Lebens erzählt Bibbs, wie es zur Trennung kam. Dabei geht sie nicht chronologisch vor, was mich manchmal etwas verwirrt hat. Allerdings fand ich, dass das zu ihrem Charakter passt. Sie hat ihr Leben selten im Griff, kann nicht mit Geld umgehen und ist niemand, mit dem ich gerne befreundet wäre.

Aber gerade die Brüche in ihrem Lebenslauf machen diese Geschichte so faszinierend.

Das Buch ist keine leichte Lektüre, aber dennoch lesenswert, da sie einen manchmal fast voyeuristischen Blick auf Bibbs Erlebnisse und einen schwarzhumorigen Blick hinter die Kulissen der Glamour-Welt wirft.

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Veröffentlicht am 19.05.2025

Bildhaft, fesselnd und poetisch

Das Geheimnis der Dattelpalmen
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Das Buch spielt im Iran nach der Revolution 1979 und während des Krieges mit dem Irak und beschreibt eindrücklich den Alltag und die Erfahrungen der Protagonist*innen.

In die Hintergrundgeschichte des ...

Das Buch spielt im Iran nach der Revolution 1979 und während des Krieges mit dem Irak und beschreibt eindrücklich den Alltag und die Erfahrungen der Protagonist*innen.

In die Hintergrundgeschichte des Iran und seiner Bevölkerung ist die Liebesgeschichte von Giessu und Er eingebettet.

Die Autorin verwendet eine bildhafte und poetische Sprache, die die Handlung nahbar und bewegend macht.

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Veröffentlicht am 19.05.2025

Brown Girls ist ein unfassbar starkes Debüt voller Poesie und Stimmgewalt.

Brown Girls
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unbedingte Leseempfehlung!
Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Brown Girls ist ein unfassbar starkes Debüt voller Poesie und ...

unbedingte Leseempfehlung!
Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Brown Girls ist ein unfassbar starkes Debüt voller Poesie und Stimmgewalt.

Die Autorin schreibt dabei aus der Sicht vieler Mädchen und Frauen der Gruppe von People of Colour, die in den letzten Jahrzehnten in Queens, New York aufgewachsen sind. Töchter von Immigrantinnen mit den unterschiedlichsten Lebensgeschichten und Erfahrungen, die sich dennoch vielfach sehr ähnlich und dennoch vielfältig und verschieden sind.

Die Erzählung folgt diesen Leben chronologisch und erzählt von der Kindheit im „miesen Teil von Queens“, den unterschiedlichen Lebenswegen mit Highschool, College, Ausbildung, Arbeit und Privatleben. Dem Weggang einiger, dem Bleiben anderer, von Familiengründung oder auch nicht. Dabei nimmt die Autorin Rücksicht auf die Diversität der brown girls. Sie erzählt dabei nicht aus einer Ich-Perspektive, sondern erzählt immer mehrstimmig aus der Wir-Sicht.

Das Buch ist kurzweilig und bildhaft geschrieben. Es vereint die Wut auf Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung und die Liebe zu ihren Müttern, Vätern, Brüdern, Schwestern und Freund
innen. Es ist ein eindrücklicher Blick in eine patriarchale Gesellschaft, in der sich Mädchen und Frauen immer noch ihren Platz erkämpfen müssen und auch mit ihren eigenen Zweifeln und Herausforderungen kämpfen.

Die Erzählung ist vielfach fragmentarisch und temporeich und geht nicht sehr tief in die einzelnen Themen. Vieles wird nur kurz angerissen und erwähnt, aber wirft dennoch einen ausreichend umfassenden Blick auf die moderne Geschichte Amerikas.

Das Buch gibt allen eine Stimme, die nicht Teil der weißen heteronormativen „Mehrheits“-Gesellschaft sind.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und halte es für eine wunderbare Ergänzung zu all den bisher erschienenen Bücher von PoC-Autor*innen. Es ist so komplex wie die Persönlichkeiten, von denen es erzählt.

Zitat:

"Wir sehen die Gesichter unserer Verwandten vor uns[..], deren Gesichtszüge wir in unseren eigenen Gesichtern erkennen. [..] Ein Gefühl nicht unähnlich einem Déja-vu. Dass wir irgendwie schon mal hier waren. Aber wie soll das möglich sein? [..] Wir gehen immer Weg. Wir haben es im Blut wegzugehen. Aber vielleicht haben wir es auch im Blut zurückzukehren. Warum haben wir je geglaubt, dass Heimat nur ein einziger Ort sein kann? Wo doch das Leben in diesen Körpern bedeutet, dass wir viele Welten in uns tragen."

Es gibt in diesem Buch viele Sätze, die auch mich direkt ansprechen, obwohl ich viele Erfahrungen als weiße Frau gar nicht machen kann. Aber ich glaube fest, dass wir alle miteinander verbunden sind und es keine künstlich geschaffenen Grenzen geben sollte.

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