Brown Girls ist ein unfassbar starkes Debüt voller Poesie und Stimmgewalt.
unbedingte Leseempfehlung!
Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.
Brown Girls ist ein unfassbar starkes Debüt voller Poesie und ...
unbedingte Leseempfehlung!
Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.
Brown Girls ist ein unfassbar starkes Debüt voller Poesie und Stimmgewalt.
Die Autorin schreibt dabei aus der Sicht vieler Mädchen und Frauen der Gruppe von People of Colour, die in den letzten Jahrzehnten in Queens, New York aufgewachsen sind. Töchter von Immigrantinnen mit den unterschiedlichsten Lebensgeschichten und Erfahrungen, die sich dennoch vielfach sehr ähnlich und dennoch vielfältig und verschieden sind.
Die Erzählung folgt diesen Leben chronologisch und erzählt von der Kindheit im „miesen Teil von Queens“, den unterschiedlichen Lebenswegen mit Highschool, College, Ausbildung, Arbeit und Privatleben. Dem Weggang einiger, dem Bleiben anderer, von Familiengründung oder auch nicht. Dabei nimmt die Autorin Rücksicht auf die Diversität der brown girls. Sie erzählt dabei nicht aus einer Ich-Perspektive, sondern erzählt immer mehrstimmig aus der Wir-Sicht.
Das Buch ist kurzweilig und bildhaft geschrieben. Es vereint die Wut auf Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung und die Liebe zu ihren Müttern, Vätern, Brüdern, Schwestern und Freundinnen. Es ist ein eindrücklicher Blick in eine patriarchale Gesellschaft, in der sich Mädchen und Frauen immer noch ihren Platz erkämpfen müssen und auch mit ihren eigenen Zweifeln und Herausforderungen kämpfen.
Die Erzählung ist vielfach fragmentarisch und temporeich und geht nicht sehr tief in die einzelnen Themen. Vieles wird nur kurz angerissen und erwähnt, aber wirft dennoch einen ausreichend umfassenden Blick auf die moderne Geschichte Amerikas.
Das Buch gibt allen eine Stimme, die nicht Teil der weißen heteronormativen „Mehrheits“-Gesellschaft sind.
Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und halte es für eine wunderbare Ergänzung zu all den bisher erschienenen Bücher von PoC-Autor*innen. Es ist so komplex wie die Persönlichkeiten, von denen es erzählt.
Zitat:
"Wir sehen die Gesichter unserer Verwandten vor uns[..], deren Gesichtszüge wir in unseren eigenen Gesichtern erkennen. [..] Ein Gefühl nicht unähnlich einem Déja-vu. Dass wir irgendwie schon mal hier waren. Aber wie soll das möglich sein? [..] Wir gehen immer Weg. Wir haben es im Blut wegzugehen. Aber vielleicht haben wir es auch im Blut zurückzukehren. Warum haben wir je geglaubt, dass Heimat nur ein einziger Ort sein kann? Wo doch das Leben in diesen Körpern bedeutet, dass wir viele Welten in uns tragen."
Es gibt in diesem Buch viele Sätze, die auch mich direkt ansprechen, obwohl ich viele Erfahrungen als weiße Frau gar nicht machen kann. Aber ich glaube fest, dass wir alle miteinander verbunden sind und es keine künstlich geschaffenen Grenzen geben sollte.