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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.01.2020

hab mir mehr erwartet, aber gerade Diskriminierung gut dargestellt

Wie du mich siehst
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„Vielleicht reicht es ja schon, gelernt zu haben, dass sich die Liebe als unverhofftes Werkzeug entpuppt hatte, als das Messer, das ich gebraucht hatte, um den Schutzanzug zu zerschneiden, den ich mir ...

„Vielleicht reicht es ja schon, gelernt zu haben, dass sich die Liebe als unverhofftes Werkzeug entpuppt hatte, als das Messer, das ich gebraucht hatte, um den Schutzanzug zu zerschneiden, den ich mir jeden Tag angezogen hatte.“
- S. 348


Rezension
{spoilerfrei}

Cover
Das Cover ist durch den starken Kontrast zwischen Schwarz und Weiß und die zwei Personen, die Shirin und Ocean darstellen, sehr auffällig. Man kann auch durch die Beschreibungen im Buch die Protagonisten gut identifizieren.
Der Kontrast zwischen den beiden Farben stellt die unterschiedlichen Leben der Zwei da und passt daher gut zum Buch.
Dennoch ist dieses Cover keins mit einem Wow- Effekt, das gewisse Etwas fehlt mir.
4 /5 🦋e


Inhalt
Es ist kurz nach 9/11 und Shirin ist mal wieder umgezogen und muss ihr Leben an einer neuen High-School meistern. Mit ihren persischen Wurzen, dem Kopftuch und ihrem offensichtlichen Anderssein hat sie es nicht leicht und als LeserIn ist man schon fast schockiert, wie schnell sie auf Anfeindungen trifft, wie stark die institutionelle Diskriminierung zu spüren ist und wie schwer es Shirin hat.
Ihr etwas ruppiger und eher anti- eingestellte Charakter ist da leicht erklärt.
Dadurch, dass die Geschichte kurz nach 9/11 spielt, sind diese Anfeindungen wohl stärker, als (offensichtlich gekleidete) Muslim es jetzt über sich ergehen lassen müssen. Und doch gab es so viele Szenen, in die ich mich komplett in Shirin hineinversetzen konnte und es toll finde, wie authentisch es dargestellt wurde: der falsch ausgesprochene Name, die Vermutung, sie könne kein Englisch, die falschen Behauptungen und Gedanken über ihren Kleidungsstil und und und.
Direkt beim Reinlesen dachte ich mir: Wow Tahere Mafi trifft es auf den Punkt!

Mit der Zeit wurde mir dennoch eine Sache wichtig:
Jedem sollte bewusst sein, dass das hier NUR Shirins Geschichte ist, nicht die von allen Perserinnen oder allen Musliminnen.

Bei manchen Sachen wird es im Buch zu sehr auf die Kultur bezogen und pauschalisiert (z.B. der Bruder darf mehr – Nein! Das ist bei Shirin so, aber sicher nicht (& das weiß ich) bei allen dieser Religion oder dieser Kultur. )
Wäre die Protagonistin „weiß“ und „westlich“, müsste man das wohl so nicht explizit sagen, doch leider denkt man sobald es um eine ethnisch oder religiöse Andere geht, dass mit diesem Charakter ALLE Personen dieser Kultur oder Religion beschrieben werden. Aber nein, es geht nur um Shirin.

Im Ganzen gefällt mir der Plot gut, es ist nicht voraussehbar, wie es weitergeht. Und Ocean ist ein toller männlicher Protagonist, bei dem man sich so manches mal dachte „Mensch Shirin, sei doch mal netter!“. Es bleibt immer spannend und man fiebert mit beiden, besonders mit Ocean mit.

Es wurde nie langweilig und auch wenn ich gerne etwas mehr Backgroundwissen gehabt hätte; zu Sachen, die Shirin erwähnt (Fastenmonat o.Ä.) und mir dadurch ein paar Themen zu oberflächlich gehalten wurden, gefällt mir der Plot im Ganzen gut.
4 /5 🦋e


Schreibstil
Das Buch ist aus Shirins Ich- Perspektive geschrieben und lässt sich super leicht und flüssig lesen. Die Seiten flogen nur so dahin und obwohl Shirin wirklich ruppig ist, verstand ich vieler ihrer Probleme wirklich gut.
Dennoch fehlte mir bei dem Schreibstil, besonders bei emotionalen Szenen, der gewisse Wow- Effekt, manches kam einfach nicht so ganz an.
Gerade weil ich weiß, dass es größtenteils autobiographisch ist, habe ich in der Protagonistin sehr oft Tahereh Mafi wiedererkannt und hatte das Gefühl, dass sie sich ihren LeserInnen gerade selber öffnet. Das hat alles noch mal viel persönlicher gemacht.
3,5- 4 /5 🦋e


Fazit
Mal ein ganz anderer Young Adult Roman, in dem Rassismus und Diskriminierung offen angesprochen wird und deutlich wird, welche verheerende Rolle beides spielen kann.
Die Diskriminierungserfahrungen waren sehr authentisch dargestellt und ich denke, viele können sich (leider) damit identifizieren.
Da die Autorin jedoch bewusst von einem persischen und muslimischen Mädchen schreibt, dass ein Kopftuch trägt und zum Teil religiöse Praktiken erwähnt, hätte ich mir diesbezüglich etwas mehr Tiefe gewünscht und auch eine Abgrenzung zwischen Shirins eigener Meinung und Kultur und Religion, da alles recht vermischt wurde und ich dadurch die Vermutung habe, dass es für LeserInnen so rüberkommen kann, als seien diese drei Sachen identisch. Jedoch ist Shirin, wie jeder einfach ein Mädchen (egal welcher Kultur & Religion) mit ihren eigenen Ansichten und ihrem eigenen Leben.
Ich habe etwas die Angst, dass sie zu sehr als Rollenbild gesehen wird, nicht als ein individueller Charakter.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.01.2020

gefällt mir!

Die geheime Mission des Kardinals
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„Laufend ging es um Sunniten, Schiiten, Drusen, Alawiten, Christen und Juden. Seit seiner Ankunft war das so, auf der Straße, in den Geschäften, im Bus und im Amt. Was war passiert?, fragte er sich. Als ...

„Laufend ging es um Sunniten, Schiiten, Drusen, Alawiten, Christen und Juden. Seit seiner Ankunft war das so, auf der Straße, in den Geschäften, im Bus und im Amt. Was war passiert?, fragte er sich. Als er fünf Jahre zuvor in Syrien gewesen war (...) hatte man höchstens einmal an einem ganzen Abend erwähnt, dass jemand einer bestimmten Religion oder Nationalität angehörte.“
- Die geheime Mission des Kardinals

Rezension
{spoilerfrei}

Cover
Das Cover ist voller Kalligrafie und arabischen Wörtern. Für mich passt es perfekt zum Buch und gefällt mir so sehr gut.
4,5 /5 🦋e

Inhalt
Ein Mord eines Kardinals. Was hat er in Syrien vorgehabt und wieso musste er auf so seltsame Art sterben? Kommissar Barudi ermittelt, nicht zuletzt, weil er es nicht hinnehmen möchte, dass ein Gast seines Landes ermordet wird.
Die Aufklärung des Falles geht nur langsam voran und endet dann doch sehr abrubt, doch gleichzeitig versteht man, wieso sich Rafik Schami für dieses Ende entschieden hat und es macht den Roman noch gelungener und authentischer. Es geht nämlich nicht nur um diesen Mord, sondern viel mehr um die Situation in Syrien kurz vor Kriegsanbruch.
Erschreckend erfährt man als LeserIn, wie es zu diesem Zeitpunkt schon in Syrien aussah, wie die Politik und Gesellschaft dort fungierte und welche Vorzeichen diesen andauernden heutigen Krieg schon ankündigten, aber eher heimlich gehalten und verdeckt wurden.
4 /5 🦋e

Schreibstil
Das Buch wird von einem Erzähler geschrieben, der überwiegend aus Barudis Sicht beschreibt, aber auch mal andere Charaktere näher beschreibt, wie seinen Freund und Mit- Kommissar Mancini. Zwischendurch gibt es immer mal wieder Ausschnitte aus Barudis Tagebuch, wodurch man vieles aus seinem Leben, seiner Vergangenheit und seinen Gefühlen erfährt.
Ab und an gab es Abschnitte, die mir zu ausschweifend waren, da sie nicht zum Fortgang der Geschichte beitragen, doch das stört nicht weiter.
Politische Situationen und Zusammenhänge werden ausführlich geschildert und auch wenn man sich zwischendurch dachte „Hmm, wie war das jetzt?“, ist es mit der Zeit immer verständlicher.
Viele Gedankengänge Barudis konnte ich nur Zustimmen und mir gefiel sein, aber auch Mancinis Humor sehr, da musste man so manches Mal schmunzeln.
Wie immer ein gelungener Schreibstil Schamis.
4,5 /5 🦋e


Fazit
Ein sehr gelungener Roman, der nicht nur die Kriminalgeschichte erzählt, sondern auch einen Einblick in die Machenschaften von Politikern und Geistlichen gibt, zeigt, dass der Schein trügt und Syrien auf eine neue und besondere Weise beschreibt.
So lernt man als LeserIn viel, über Syrien, den dortigen Krieg und wie darüber gedacht wurde. Nicht nur unterhaltsam, auch lehrreich. Gefällt mir!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.01.2020

mal was anderes

Die Engel von Sidi Moumen
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{spoilerfrei}

Inhalt
Jaschin wächst im ärmlichen Sidi Moumen auf und sieht in der Fußballmannschaft seine einzige Lebensaufgabe.
Der/die Leser/in erfährt in diesem Buch sehr unverblümt von den Lebenszuständen ...

{spoilerfrei}

Inhalt
Jaschin wächst im ärmlichen Sidi Moumen auf und sieht in der Fußballmannschaft seine einzige Lebensaufgabe.
Der/die Leser/in erfährt in diesem Buch sehr unverblümt von den Lebenszuständen in Sidi Moumen. Kleine Hütten, die Müllhalde direkt vor der Tür, viel Dreck, unfreundliche Bekannte und Verwandte und mitten drin Kinder, Jugendliche die einfach nur Fußball spielen möchten. Keine Schule, keine Bildung. Die Vergessenen Marokkos.
Auch in diesem Buch beschreibt der Autor kein Marokko, das man kennt, sondern das andere, die unbekannte, gefährliche und auch traurige Seite, in der Jungs so sehr nach einem Sinn suchen, ohne Schule, ohne Bildungschancen, sodass sie auf die falschen Leute hineinfallen und sich für einen „Paradiesgürtel“ entscheiden statt zu leben und an eine Zukunft zu denken.
Immer wieder zeigt der Protagonist dennoch Zweifel, Ängste und Sorgen, ob er die richtige Entscheidung getroffen hat. Er wirkt menschlich, wie ein Junge, der eigentlich nur Hilfe braucht und so hat es Mahi Binebine geschafft, nicht nur die Täter darzustellen, sondern auch die Opfer in ihnen.
4 /5 🦋e

Schreibstil
Das Buch wird vom Jaschin in der Ich- Form erzählt und wirkt vom ersten Moment an sehr real und man hat tatsächlich das ganze Buch über das Gefühl, Jaschin ist real und nicht „nur“ eine erfundene Romanfigur.
Zwischendurch springt es für mich zu viel hin und her. Mal ist Jaschin jung, mal ist es schon kurz vor dem Attentat, dann wieder weit davon entfernt, oder gar nach dem Attentat. Dadurch wurde ich als Leserin etwas ungeduldig, wann es denn soweit ist, dass die Zeit kurz vor diesem Attentat wirklich geschildert und nicht nur kurz angedeutet wird.
3 /5 🦋e


Fazit
Ein gelungener Roman über eine erschreckende Begebenheit. Das Buch zeigt, wie schnell Jugendliche in gefährliche Gruppen rutschen können und stellt dem/der Leser/in ein anderes, für Touristen und viele Einheimische eher verstecktes Marokko dar, das voller Armut und schlimmen Schicksalen ist.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.01.2020

fantastisch und gefühlvoll

Was perfekt war
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„‚Es tut mir leid, dass ich das aus den Augen verloren habe‘, flüsterte ich. ‚Dass ich uns aus den Augen verloren habe. Du hast mir immer genügt. Immer.‘“
- S. 279

Rezension
{spoilerfrei}

Cover
Das Cover ...

„‚Es tut mir leid, dass ich das aus den Augen verloren habe‘, flüsterte ich. ‚Dass ich uns aus den Augen verloren habe. Du hast mir immer genügt. Immer.‘“
- S. 279

Rezension
{spoilerfrei}

Cover
Das Cover ist schlicht und dennoch durch dieses Tuch, wie es scheint, auffallend. Es passt gut zu anderen Titel von Colleen Hoover, hat jedoch nichts mit dem Inhalt zu tun.
4,5 /5 🦋e

Inhalt
Der Klappentext verrät, dass Quinn und Graham sich kennenlernen und schnell heiraten, aber nicht wie sie sich kennenglernt haben.
Der Klappentext verrät, dass sie ein Eheproblem haben, aber nicht welches.
Und beides ist eine totale Überraschung.
Abwechselnd gibt es ein Kapitel aus der Vergangenheit und eins aus der Gegenwart.
Das Kennenlernen der Zwei ist was ganz anderes, witzig, gefühlvoll und schön. Man weiß, dass sie zusammenkommen und dennoch fiebert man mit. Graham und Quinn wirken beide so lebhaft, so voller Liebe für einander und das Näherkommen ist einfach schön mitanzusehen.
Die Gegenwart ist anders, etwas passiver, emotional und düsterer.
Schnell erfährt man, was das Problem der Ehe ist und ich denke jeder (oder fast jeder), kann sich sofort in diese Gefühl hineinversetzen. Nicht unbedingt, weil man das selbe Problem hat, sondern weil man es fühlen kann.
Durchgehend spannend, gefühlvoll und einfach mitreißend!
5 /5 🦋e

Schreibstil
Quinn beschreibt aus der Ich- Perspektive die Geschichte, abwechselnd gibt es ein Kapitel zur Gegenwart und zur Vergangenheit.
Von Beginn an ist das Buch sehr emotional geschrieben und man kann die Gefühle Quinns gut nachvollziehen.
Am Ende gibt es zudem auch mal Grahams Sicht, die mich zu Tränen gerührt hat.
Das Thema des Buches ist nicht ohne, es ist schwer und doch schafft die Autorin es grandios alles in Worte zu fassen.
Und es gibt so viele tolle Zitate!
5 /5 🦋e


Fazit
Dieses Buch bewegt vom ersten Moment an, ist super emotional und lässt einen leicht ein paar (mehr) Tränen verdrücken.
Colleen Hoover hat es mal wieder geschafft, ein wichtiges Thema aufzugreifen, toll zu verpacken und extrem real darzustellen.
Eine totale Empfehlung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.01.2020

hätte länger sein können

Schneeflockenträume
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{spoilerfrei}

Cover
Ein schönes winterliches Cover, perfekt für die gemütliche Zeit des Jahres.
4,5 /5 🦋e

Inhalt
Das Buch fängt kurz vor Josies Abreise aus Alaska an und anders als beschrieben, scheint ...

{spoilerfrei}

Cover
Ein schönes winterliches Cover, perfekt für die gemütliche Zeit des Jahres.
4,5 /5 🦋e

Inhalt
Das Buch fängt kurz vor Josies Abreise aus Alaska an und anders als beschrieben, scheint mir die Beziehung zwischen ihr und Palmer bis dahin nicht wirklich tief. Ihre Unterhaltungen wirken oberflächlich und Palmer, aber auch andere Einheimische, wirken grob gesagt wie Hinterwäldler. Erst mit der Zeit entwickelt sich die Beziehung zwischen Palmer und Josie und doch fehlten mir da die gewisse Emotionen. Es kommt einfach nicht so rüber.
Josie reist zurück nach Seattle und die Geschichte nimmt etwas Fahrt auf. Im Ganzen geht es mir jedoch zu schnell. Vieles wird nur oberflächlich angesprochen.
Der Plot gefällt mir, passt zur Jahreszeit und ist gut für zwischendurch. Dennoch hätte ich mir ein bisschen mehr Tiefe gewünscht.
3,5 /5 🦋e

Schreibstil
Das Buch ist abwechselnd aus Palmers und Josies Perspektive geschrieben. Und zugegeben, gerade zu Beginn wirken mir die beiden Charaktere etwas zu… kindlich. Palmer lebt zwar eher abgeschieden, doch sein Verhalten und Denkweise ist für mich nervig und gar nicht nachvollziehbar für einen erwachsenen Mann.
Josie wirkt dagegen reifer, doch auch ihre Gefühle kommen bei mir nicht so an. Nach einigen Seiten und Kapiteln ändert es sich und ich kann mich in beide Protagonisten hineinversetzen.
Leider kommen die Gefühle dennoch nicht so ganz rüber und Charaktere, wie Jack, sind mir zu oberflächlich und klischeehaft beschrieben.
Im Ganzen lässt sich der Roman jedoch locker lesen und ist eine gute Lektüre für zwischendurch.
3 /5 🦋e


Fazit
Eine schöne Wintergeschichte, die an manchen Stellen gerne noch etwas Tiefe hätte haben können. Ansonsten ist sie super für gemütliche Wintertage geeignet, auch für Leute, die vielleicht nur zu dieser Zeit ein Buch in die Hand nehmen.
Es gibt meiner Meinung nach aber bessere Bücher der Autorin.
Etwas mehr Länge wäre schön.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere