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Veröffentlicht am 19.05.2025

starkes Debüt mit Luft nach oben

Daughter of the Pirate King - Fürchte mein Schwert
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Der Roman handelt von Alosa, der Tochter des berüchtigten Piratenkönigs. Sie wird nicht müde, dies zu erwähnen. Denn ihre besonderen Fähigkeiten hat sie hauptsächlich, weil er sie von klein auf brutal ...

Der Roman handelt von Alosa, der Tochter des berüchtigten Piratenkönigs. Sie wird nicht müde, dies zu erwähnen. Denn ihre besonderen Fähigkeiten hat sie hauptsächlich, weil er sie von klein auf brutal trainiert hat, um aus ihr eine würdige Nachfolgerin zu machen.

Zu Beginn des Romans wird Alosa auf ihrem Schiff gefangen genommen. Dies ist allerdings ein Trick, da sie an einen Teil einer Schatzkarte gelangen will, die sich auf dem feindlichen Schiff befinden muss. Also verbringt sie die meiste Zeit damit, aus ihrem Kerker zu fliehen und das Schiff nach der Karte abzusuchen.

Dabei versucht sie der erste Maat Riden immer wieder zu behindern, was zu lustigen Wortgefechten führt. Diese kleinen Kämpfe zwischen den beiden fand ich amüsant und ich hatte meinen Spaß daran.

Auch gefallen haben mir zwei der anderen Piraten, die etwas näher beleuchtet werden. Der Rest der Mannschaft ist eher Kulisse und bleibt etwas blass. Das liegt aber auch daran, dass das Buch konsequent aus Alosas Sicht geschrieben ist. So kann natürlich nur ihr eingeschränkter Wirkkreis nahe gebracht werden.

Es gibt mehrere Kampfszenen, die zum Spannungsaufbau beitragen. Während der Lektüre kommt so keine Langeweile auf.

Die unweigerlich entstehende Liebesgeschichte zwischen Alosa und Riden ist zwar vorhersehbar, nimmt aber nicht zu viel Raum ein. Als Feinde stehen sie auf unterschiedlichen Seiten. Alosa ist ihrem Vater treu ergeben, Riden ist seinem Bruder und Captain gegenüber absolut loyal. So handeln beide im Interesse der jeweiligen Protagonisten und arbeiten gegeneinander. Trotzdem sind sie plötzlich gezwungen, zusammen zu halten, was ihre bisherigen Überzeugungen auf die Probe stellt.

Eine gewisse Zuneigung ist dann auch irgendwann zu erahnen, was aber passend in die Geschichte eingebaut ist.

Das Ende ist offen und lässt eine spannende Fortsetzung erwarten.

Fazit:

Mir hat das Buch gefallen, auch wenn es an manchen Stellen etwas nervig war, wie Alosa über ihre Fähigkeiten spricht. Sie betont wiederholt, dass sie ja viel mehr ausrichten könnte, wenn sie nicht den geheimen Plan ihres Vaters verfolgen würde.

Wenn man darüber hinweglesen kann, erwartet einen allerdings eine abenteuerliche Piratengeschichte mit fantastischer Note. Ich hätte gerne mehr über Alosas Sirenenfähigkeiten gelesen, denke aber, dass sie im zweiten Band mehr davon zeigen können wird.

Der Schreibstil der Autorin ist bildhaft, dynamisch und lebhaft. Die Geschichte ist durchaus humorvoll, kommt aber nicht ohne Gewalt aus. Piratinnen sind halt keine Disney-Prinzessinnen.

Für mich ist das Buch lesenswert und ich bin gespannt, wie es in Band 2 weiter geht. Vor allem interessieren mich auch die Pirat*innen in Alosas Crew, von denen in Band 1 noch nicht viel zu lesen war.

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Veröffentlicht am 19.05.2025

Ein Buch über die japanische Kultur und die japanische Seele

Eine Reise in 72 Wörtern
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Das Buch ist über 400 Seiten stark und quillt nur so über vor faszinierenden Details und Informationen über Japan und die japanische Gesellschaft.

Die Autorin hat das Buch in 72 Kapitel eingeteilt, so ...

Das Buch ist über 400 Seiten stark und quillt nur so über vor faszinierenden Details und Informationen über Japan und die japanische Gesellschaft.

Die Autorin hat das Buch in 72 Kapitel eingeteilt, so wie die Japanerinnen das Jahr in 72 Jahreszeiten einteilen.

Der alte japanische Kalender teilt die vier Jahreszeiten eines Jahres in 24 sogenannte Perioden ein, die wiederum jeweils in drei Teile aufgeteilt sind, so dass am Ende 72 verschiedene Zeiten entstehen

Jedes Kapitel ist mit einem Begriff und dem dazugehörenden Schriftzeichen überschrieben. Diese 72 Begriffe werden dann in den unterschiedlich langen Kapiteln, teilweise sehr ausführlich erläutert und in einen passenden Kontext gesetzt.

Teilweise werden auch die Herkunft der Schriftzeichen und ihre Zusammensetzung erklärt. Dabei war es mir manchmal etwas langatmig geschrieben, an anderer Stelle fand ich es dann aber auch äußerst interessant und erhellend.

Die Autorin stellt auch Vergleiche zwischen japanischer und westlicher Denkweise an, was mich wünschen lässt, dass wir uns im Westen einfach manchmal mehr ein Beispiel an den japanischen Gepflogenheiten nehmen sollten. Wo kann man schon seine Tasche unbeachtet stehen lassen, um sich um die Bezahlung seiner Mahlzeit zu kümmern, und ohne befürchten zu müssen, bestohlen zu werden?

Die Philosophie und Poesie, die in diesem Buch steckt, hat mich berührt und fasziniert. Der Schreibstil der Autorin ist fesselnd und bildhaft. Die Liebe und Achtung, die sie für Japan und die Menschen empfindet, kann man auf jeder Seite spüren.

Ich empfehle das Buch allen Menschen, die eine Reise nach Japan planen, ob es nun eine Reise zum Vergnügen oder eine Geschäftsreise ist, ist dabei völlig unerheblich. Aber gerade Geschäftsleute können in diesem Buch vorab einige Verhaltensweisen erlernen, die den Umgang mit Japaner
innen und das Verständnis zueinander erleichtern können.

Fazit:

Das Buch sollte man weglegen, wenn man nur eine leichte Lektüre erwartet, denn das geballte Wissen in diesem Buch erfordert aufmerksames und konzentriertes Lesen.

Empfehlen kann ich das Buch allen, die sich für die japanische Kultur und Geschichte interessieren und sich generell tiefergehend mit Japan beschäftigen möchten.

Ich habe durch dieses Buch auf jeden Fall viel über Japan gelernt, das ich noch nicht wusste.

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Veröffentlicht am 19.05.2025

wissens- und lesenswert

Wir sind die Roboter
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Als Kind der 80er sind mir natürlich einige Werke der Konzeptkünstler Kraftwerk bekannt. Ich habe mich jedoch nie eingehender mit ihnen beschäftigt. Das Rezensionsexemplar habe ich daher aus Neugier im ...

Als Kind der 80er sind mir natürlich einige Werke der Konzeptkünstler Kraftwerk bekannt. Ich habe mich jedoch nie eingehender mit ihnen beschäftigt. Das Rezensionsexemplar habe ich daher aus Neugier im Bloggerportal angefragt und mich über die Zusage gefreut.

Der Autor hat bereits verschiedene Texte über Kraftwerk verfasst und zum 50-jährigen Jubiläum des Albums Autobahn erneut die Band zum Thema genommen.

Das Buch ist in mehrere Abschnitte unterteilt, die auch die Frühwerke vor dem offiziellen Album Autobahn nicht unerwähnt lassen.

Dabei beschränkt sich Uwe Schütte nicht nur auf das Album Autobahn, sondern gibt einen umfassenden Überblick über das Gesamtkunstwerk der Mensch-Maschine Kraftwerk.

Er verbirgt dabei nicht seine Bewunderung für die Band, blickt aber auch kritisch auf einige Attitüden der Künstler.

Der Autor schreibt strukturiert und ausführlich über den Einfluss, den Kraftwerk auf verschiedene Musiker*innen und Genre hatten und haben und zeigt auf, dass viele heute bekannte Bands und Komponisten, ohne Kraftwerk wohlmöglich nicht so erfolgreich gewesen wären.

Besonders interessant fand ich die Vernetzungen der Düsseldorfer mit Künstlern in aller Welt und die gegenseitige Inspiration und Wertschätzung untereinander. Seien es die Entwicklungen der Detroiter Techno-Szene oder die verschiedensten europäischen Bands wie Laibach, die durch ihre Interpretationen der elektronischen Popmusik einen ganz eigenständigen Stil entwickelten.

Ich habe mit großem Interesse über die Hintergründe und das Konzept Kraftwerk gelesen.

Fazit:

Das Buch wird für Fans wahrscheinlich wenig Neues bieten, ist aber für Interessierte an Musikgeschichte eine wissens- und lesenswerte Lektüre.

Ich werde auf jeden Fall in einige der genannten Werke, nicht nur von Kraftwerk, reinhören.

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Veröffentlicht am 19.05.2025

Hätte ich ohne meinen Lesekreis nicht gelesen

Regen
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Ich habe das Buch für meinen Lesekreis gelesen.
Positiv: einige Formulierungen sind wirklich sehr gut und würde ich zitierenswert nennen.
Das Buch ist außerdem schnell gelesen. Der Text selbst ist etwa ...

Ich habe das Buch für meinen Lesekreis gelesen.
Positiv: einige Formulierungen sind wirklich sehr gut und würde ich zitierenswert nennen.
Das Buch ist außerdem schnell gelesen. Der Text selbst ist etwa 50 Seiten lang. Daran schließt ein Interview einer großen deutschen Zeitung mit dem Autor an. Dies habe ich allerdings nur überflogen.
Negativ:
1. Wespen sind nicht so negative Geschöpfe, wie es der Autor da in einem Nebensatz beschreibt. Es sind sehr nützliche Insekten!
2. Mir war beim Lesen nicht klar, worauf der Autor eigentlich hinaus will. Im Grunde ist es eine lose Vermengung mehrerer Themen, die eigentlich in keinem Zusammenhang zueinander stehen. Der Ich-Erzähler soll als Schöffe einen Text verfassen und kommt aus dem Regen irgendwo unter. Dann folgt der lange Monolog, der mit dem titelgebenden Regen nichts zu tun hat.
Ich glaube nicht, dass ich so bald wieder zu einem Buch von von Schirach greifen werde. Und 20,- € hätte ich dafür nicht ausgegeben. Wie gut, dass es Büchereien mit einer großen Auswahl an verfügbaren Titeln gibt!

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Veröffentlicht am 19.05.2025

Macht neugierig auf mehr Lesestoff über Afrika

All about Africa
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Der Titel erscheint ein wenig irreführend, da das Buch mit 240 Seiten nur einen kleinen Überblick über die reiche Geschichte Afrikas bieten kann.
Der Autor bietet aber einen guten Grundstock, um darauf ...

Der Titel erscheint ein wenig irreführend, da das Buch mit 240 Seiten nur einen kleinen Überblick über die reiche Geschichte Afrikas bieten kann.
Der Autor bietet aber einen guten Grundstock, um darauf sein Wissen über den viel zu vernachlässigten Kontinent aufzubauen.
Es geht um einzelne Persönlichkeiten der afrikanischen Geschichte, auch um globale Zusammenhänge wie den Sklavenhandel und generell Handelsbeziehungen, die vielfach ausbeuterisch begannen.
Ich empfehle die Lektüre dieses Buches, um einen ersten Einblick in die reiche Geschichte und vielfältige Kultur der unterschiedlichen afrikanischen Länder zu erhalten.

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