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Veröffentlicht am 16.07.2025

was für ein Verwirrspiel, toll gemacht

Himmelerdenblau
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Der 7. September 2003 bringt ein einschneidendes Ereignis in die Familie Novak. In dieser Nacht vor 20 Jahren verschwand ihre Tochter Julie. Bis heute gibt es keine Spur was in dieser Nacht passiert ist. ...

Der 7. September 2003 bringt ein einschneidendes Ereignis in die Familie Novak. In dieser Nacht vor 20 Jahren verschwand ihre Tochter Julie. Bis heute gibt es keine Spur was in dieser Nacht passiert ist. Die True-Crime-Podcaster Liv und Phil nehmen den Jahrestag von Julies Verschwinden zum Anlass, diesen Fall nochmals an die Öffentlichkeit zu bringen. Eine Entscheidung, die nicht nur die Follower-Zahlen weiter pushen soll, vielleicht ergeben sich ja auch neue Spuren und Ansätze für weitere Ermittlungen. Als erstes will Liv den Vater, Theo Novak, interviewen. Nicht so einfach, denn er leidet seit einiger Zeit an Demenz. In meinen Augen hat Romy Hausmann die kognitiven Einschränkungen von Prof. Dr. Theo Novak sehr gut zum Ausdruck gebracht. Fehlende Worte werden von ihm mit Dings ersetzt, Wortneufindungen fließen in seine Sätze und Gedanken ein. Vergangenes verbindet sich fließend mit der Gegenwart. Das wiederum drückt die Autorin dadurch aus, dass in einigen Abschnitten alles nur noch kleingeschrieben wird. Theo, der ehemalige Chef der Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie der Charité, verliert immer mehr Teile seiner Persönlichkeit. Zu Liv scheint er Vertrauen gefasst zu haben. Nur ist es für Liv schwierig bei seinen krankheitsbedingten Aussetzern und wirklich fundierten Erinnerungen zu unterscheiden.
Aber es gibt noch weitere zwielichtige und Spannung bringende Figuren in diesen Thriller. Wie zum Beispiel den Ex-Freund von Julie, Daniel Wagner. Seine Verhaltensweisen haben mich auch zum Grübeln gebracht.
Auf jeden Fall kann ich eines sagen: mit zunehmenden Lesefortschritt hat es die Autorin geschafft mich immer mehr zu verwirren. Da habe ich mich, was den Kopf betrifft, fast wie Theo Novak gefühlt. Toll gemacht, so spannend und voller unerwarteter Überraschungen. Ein toller Thriller, der die 5 Lese-Sterne absolut verdient hat.

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Veröffentlicht am 16.07.2025

historisch fundiert und unterhaltsam zu lesen

Schwestern des brennenden Himmels
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Als junge Frau hat Ann Miller in London an der Flak gestanden um die Angriffe der deutschen Flieger auf ihre 2. Heimat, London, zu vereiteln. Nun ist der Krieg beendet, aber noch ein wichtiger Schritt ...

Als junge Frau hat Ann Miller in London an der Flak gestanden um die Angriffe der deutschen Flieger auf ihre 2. Heimat, London, zu vereiteln. Nun ist der Krieg beendet, aber noch ein wichtiger Schritt für einen dauerhaften Frieden fehlt noch. Die Siegermächte, England, Russland und Amerika, müssen über die Aufteilung und damit über die Zukunft Deutschlands und seiner neuen Grenzen entscheiden. Zu diesem Zweck treffen sich Churchill, Stalin und Truman in Potsdam. Auch Ann ist mit dabei als ATS-Mitglied ist sie dem britischen Heer unterstellt und muss für die reibungslose Versorgung und Unterkunft der Herren sorgen. Aber eigentlich hat Ann sich auf diese Aufgabe beworben, weil sie Cousine Charlie, ihre Begleiterin in Kindertagen, finden will….
Beim Lesen habe ich gemerkt, wieviel Hintergrundrecherche die Autorin betrieben haben muss, um die Handlung authentisch in die historischen Gegebenheiten einzubetten. Ob es nun die Befindlichkeiten der einzelnen Entscheider der Konferenz und ihre Taktiken um die Ziele ihres Landes bestmöglich zu sichern, alles passt zusammen. Und vieles war mir bisher auch so noch nicht bekannt. Die Warnung von Anns Vorgesetzter, dass niemand, besonders nicht als Frau, alleine durch die zerstörte Stadt gehen darf, missachtet Ann und bringt sich damit in bedrohliche Situationen. Denn eines ist klar, wenn Hunger das beherrschende Gefühl des Lebens ist, die Besatzer noch immer die Gräueltaten der Deutschen vor Augen haben bleibt die Menschlichkeit oft auf der Strecke.
Doch ungeachtet dessen hat Ann, eigentlich heißt sie ja Annegret Müller, ihrer Cousine damals vor ihrer Flucht versprochen, sich um sie zu kümmern. Nur wie? Es darf ja niemand wissen, dass sie eine Deutsche ist, selbst Jackson Power, dem GI zu dem sie sich hingezogen fühlt, nicht. Der Roman liest sich wunderbar. Gefühlvoll, historisch fundiert und neue Sichtweisen aufzeigend hat er mich wunderbar unterhalten. Darum gebe ich auch 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 13.07.2025

spannende Ermittlung

Schwüre, die wir brechen
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Der Krimi beginnt mit einem Schiffunglück bei dem durch den Zusammenprall mit den Brückenpfeilern die Fahrbahnen ins Meer stürzen und einige Autos wegen der schlechten Sicht in den Abgrund stürzen. Es ...

Der Krimi beginnt mit einem Schiffunglück bei dem durch den Zusammenprall mit den Brückenpfeilern die Fahrbahnen ins Meer stürzen und einige Autos wegen der schlechten Sicht in den Abgrund stürzen. Es dauert einige Zeit bis man den Zusammenhang mit den aktuellen Morden als Leser erkennt. Aber genau darin liegt ja auch die Spannung.
Die beiden Ermittler Svea Karhuu und ihr Kollege Jon Nordh haben eine sehr schwierige Mordserie aufzuklären. Dabei ist Jon Nordh ein eher schroffer Typ, der aber noch immer mit dem Tod seiner Frau nicht abgeschlossen hat. Über Privates spricht er nicht im Team, dabei hatte ich beim Lesen den Eindruck, dass er das Herz am richtigen Fleck hat und auch die Kompetenz seiner Mitarbeiter kennt. Doch auch Svea hat private Sorgen, die niemand wissen darf. So ist es auch bei ihr eine Gradwanderung, die Ermittlungen im neuen Fall voranzubringen und gleichzeitig die Drohungen wegen ihrer Vergangenheit als verdeckte Ermittlerin in den Griff zu bekommen.
Den Opfern wird bei lebendigem das Herz herausgerissen und anstelle des Kopfes wurde ein Tierkopf angenäht. Einfach grausam und unter die Haut gehend. Zusätzlich hinterlässt der Täter auch am Opfer oder am Tatort Hieroglyphen, für deren Entschlüsselung erst noch ein Schlüssel gefunden werden muss. Gelungen dargestellt fand ich auch die Macht der Presse und der sozialen Medien, die die Arbeit der Polizei mitunter erschweren, wenn nicht gar dem Täter in die Hand spielen. Die Rückblenden in die Vergangenheit triggern die Spannung beim Lesen zusätzlich.
Ich fand diesen Schwedenkrimi spannend und gebe 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 13.07.2025

Fall ist spannend und damit kurzweilig

Nach dem Leben
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Helmut Gepken ist eine traurige Figur. Nicht nur, dass er jetzt im Alter von 75 Jahren mit einer Überdosis Insulin ermordet wurde, bereits als Kind musste er unter dem tyrannischen, gewaltbereiten, alkoholkranken ...

Helmut Gepken ist eine traurige Figur. Nicht nur, dass er jetzt im Alter von 75 Jahren mit einer Überdosis Insulin ermordet wurde, bereits als Kind musste er unter dem tyrannischen, gewaltbereiten, alkoholkranken Vater leiden, der bei jeder Kleinigkeit zu drastischen Strafen griff, leiden. Auch Helmuts Ehe ging vor etwa 10 Jahren in die Brüche und mit seinem Sohn hat er kaum Kontakt. Er war ein einsamer, alter Mann und hatte kaum soziale Kontakte. Wer also steckt hinter der Tat???
HK Hanna Will und der Kriminalpsychologe Jan de Bruyn können lange Zeit kein Motiv erkennen. Ihre lockere Art beim Gedankenaustausch zwischen Jan und Hanna habe ich als sehr erfrischend empfunden. Dieser herzliche, neckende Schlagabtausch zeigt, wie sehr sie sich mögen, sich wertschätzen und zueinander passen. Und das nicht nur dienstlich.
Es stellt sich die zentrale Frage, warum Helmut nach der Scheidung sein Haus verkauft und in sein Elternhaus zieht. Das Haus in dem es für ihn so viele schlechte Erinnerungen gibt und von den Einwohnern des Dorfes immer noch das Gerücht aufrecht gehalten wird, dass sein Vater ein Kriegsverbrecher war. Hängt Helmuts Tod damit zusammen?
Schlussendlich muss ich sagen, dass ich so einige Wendungen im Buch nicht ganz glaubwürdig finde. Warum z.B. gibt er einer Bekannten den Erlös seines Hausverkaufs.
Insgesamt gebe ich 4 Lese-Sterne und hoffe auf noch mehr Fälle mit den beiden Ermittlern.

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Veröffentlicht am 13.07.2025

Krimianteil kommt zu kurz

Treuetat
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Der Journalist, Kai Ziegler, hat einen tödlichen Autounfall. Schnell stellt die Spurensicherung fest, dass an seinem Auto die Radmuttern gelockert wurden. Also Mord und dem werden noch weitere folgen….
Verena ...

Der Journalist, Kai Ziegler, hat einen tödlichen Autounfall. Schnell stellt die Spurensicherung fest, dass an seinem Auto die Radmuttern gelockert wurden. Also Mord und dem werden noch weitere folgen….
Verena Irlenbusch und ihr Partner Christoph Todt müssen schon sehr tief graben, bis sie eine Verbindung zwischen den Opfern entdecken. Aber seit Neuesten ist Leonie Ritte nach ihrem schweren Motorradunfall wieder im Team. Immer noch mit körperlichen Einschränkungen, aber ebenso engagiert wie brillant bei den Recherchen. Sie war vor dem Unfall Verenas Partnerin und nun nach ihrer Rückkehr erweist sich die Integration ins Zweierteam als sehr ruppig. Verena versucht zwischen Leo und Todt zu vermitteln, als hätte sie nicht selbst genug zu tun.
Denn Verena und Todt haben neben dem anstrengenden und zeitintensiven Job auch noch große private Probleme zu lösen. Die sind in diesem Krimi recht ausführlich geschildert. In meinen Augen zu umfangreich, was zu Lasten der Spannung und der eigentlichen Ermittlung geht. Der Fall selbst mit seinen Verweisen in die lange zurückliegende deutsche Geschichte, hätte es verdient mehr im Vordergrund zu stehen. Insgesamt gebe ich daher leider nur 3 Lese-Sterne.

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