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Rebecca1120

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

was bei Süskind die Nase, sind hier die Ohren

Still - Chronik eines Mörders
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Der Protagonist, Karl Heidemann, leidet bereits vor der Geburt an einem überempfindlichen Gehör. Bereits im Mutterleib leidet er wegen des hörbaren Herzschlags seiner Mutter. Die Kindheit verbringt er ...

Der Protagonist, Karl Heidemann, leidet bereits vor der Geburt an einem überempfindlichen Gehör. Bereits im Mutterleib leidet er wegen des hörbaren Herzschlags seiner Mutter. Die Kindheit verbringt er in völliger Stummheit und Isolation im Keller seiner Eltern. Doch auch hierher dringen noch immer Geräusche hinunter, die ihm unsagbare Qualen bescheren. Erst als er den nassen Selbstmord seiner Mutter u. dabei den Frieden in ihrem Gesicht entdeckt, ist dies der Auslöser für ihn auch bei anderen Menschen diesen Frieden zu "erwecken". Es beginnt eine endlos lange Suche nach dem inneren Frieden, bei dem er zum Massenmörder wird.
Das Buch ist keine leichte Lektüre. Die Geschichte hat mich beim Lesen sehr stark an "Das Parfum" von Patrick Süskind erinnert. War bei Süskind's Mörder die Nase der Auslöser für die vielen Morde, sind es hier die Ohren, die einen Menschen zum Massenmörder werden lassen.
Ich habe mich beim Lesen sehr schwer mit den ellenlangen Schachtelsätzen getan. Diese Schreibweise war/ist mich etwas zu anstrengend. Man muss nicht alles, was man ausdrücken will in einen Satz legen.
Insgesamt ist es lesenswert, da es Thomas Raab recht gut gelingt die z.T. sehr naive Denkweise der handelnden Personen recht nahe zu bringen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Spannung ausbaufähig

Zündstoff
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Die Story ist sehr gut: neu zugezogen und gerade erste Freundin gefunden, begeht diese Selbstmord. Aber war es wirklich Selbstmord. Gemeinsam mit den Jugendfreunden (Malte u. Ragnar) der Toten versucht ...

Die Story ist sehr gut: neu zugezogen und gerade erste Freundin gefunden, begeht diese Selbstmord. Aber war es wirklich Selbstmord. Gemeinsam mit den Jugendfreunden (Malte u. Ragnar) der Toten versucht Lucie dies zu recherchieren, weiß aber im Laufe der Geschichte nicht mehr, wem sie noch trauen kann da es immer zu neuen Bombendrohungen kommt.
Außerdem ist Lucie verunsichert wegen ihrer Liebesgefühle für die beiden jungen Männer.
Mir ist die Geschichte zu langatmig gewesen. Spannung kam immer nur für kurze Momente auf. Außerdem haben mich beim Lesen so einige Formulierungen verwirrt/gestört. Hier einige Beispiele: gemütvolle Augen (haben Augen ein Gemüt?)
anplierte (Begriff aus Schleswig für plärren?)
absentieren (örtlicher Begriff für verabschieden?)
Gut gefallen hat mir die Beschreibung der idyllischen Gegend an der Schlei. Da merkte man die Liebe der Autorin an ihrer Heimat.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Lesbar aber nicht der Renner

Steif und Kantig
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Zwei Schwestern, wie Katz und Maus, wohnen je in einer Doppelhaushälfte. Sie begegnen sich täglich, knurren sich an, aber eigentlich würde ohne die gegenseitigen Besuche beiden Witwen etwas fehlen. Dann ...

Zwei Schwestern, wie Katz und Maus, wohnen je in einer Doppelhaushälfte. Sie begegnen sich täglich, knurren sich an, aber eigentlich würde ohne die gegenseitigen Besuche beiden Witwen etwas fehlen. Dann passieren nacheinander in der ländlichen Idylle 2 Morde und beide Schwestern versuchen sich in der Aufklärung der Fälle. Allerdings gelingt es der Autorin nur bedingt dabei Spannung aufzubauen. Die ganze Geschichte zeugt von viel Liebe der Schreiberin zum ländlichen Leben, plätschert insgesamt aber nur so langsam dahin. So sind die Ermittlungsmethoden der beiden Damen auch nicht sehr glaubhaft beschrieben. Mit fehlt die Spannung.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Spannend bis zum Schluss

Die Lichtung
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Während am Anfang der Geschichte die Ohnmacht des Protagonisten Jan (weil er mit der Recherche zu einem "schwarzen Teil" seiner Jugend beauftragt wird) noch recht unglaubwürdig erscheint, zumal die Geschichte ...

Während am Anfang der Geschichte die Ohnmacht des Protagonisten Jan (weil er mit der Recherche zu einem "schwarzen Teil" seiner Jugend beauftragt wird) noch recht unglaubwürdig erscheint, zumal die Geschichte bereits 30 Jahre zurück liegt.
Dann gelingt es dem Autor aber einzigartig die Fortschritte bei der Aufdeckung der Vergangenheit sowie die Übergänge zwischen Gegenwart u. Vergangenheit zu gestalten. Jan fällt es schwer seine Gefühle von damals (erste Jugendliebe, bester Jugendfreund) zu unterdrücken, die Veränderungen der alten Freund in drei Jahrzehnten zu akzeptieren.
Ein sehr lesenswerter, spannender, unterhaltsamer Krimi!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Zu viel Gefühl

Ein Laden, der Glück verkauft
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Theodora, genannt Teddi, wächst mit ihrem wesentlich jüngeren Bruder Josh behütet auf einer Farm in Kentucky auf. Ihre Liebe zu alten Dingen, lässt sie aber die Heimat verlassen u. ihren eigenen Weg suchen. ...

Theodora, genannt Teddi, wächst mit ihrem wesentlich jüngeren Bruder Josh behütet auf einer Farm in Kentucky auf. Ihre Liebe zu alten Dingen, lässt sie aber die Heimat verlassen u. ihren eigenen Weg suchen. Ihr Bruder, von klein auf stark naturverbunden, verschwindet als Jugendlicher.
Die Autorin versucht die Beweggründe der Protagonistin für ihren Weg in die Fremde und in Selbstständigkeit darzustellen. So auch die Seelenschmerzen von Teddy über den ungeklärten Verbleib ihres Bruders.
Mir ist diese Darstellung zu gefühlsbetont u. mit zu wenig tragender Handlung verbunden. Manchmal ist weniger mehr.