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Veröffentlicht am 13.02.2025

gespenstisch gut

Haus der Geister
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Auch wenn ich den ersten Band um Kriminalrat Gustav Heller nicht gelesen habe, ist mir der Einstieg in den neuen Fall leichtgefallen. Das liegt sicher daran, dass der Autor die Figuren so lebendig beschreibt ...

Auch wenn ich den ersten Band um Kriminalrat Gustav Heller nicht gelesen habe, ist mir der Einstieg in den neuen Fall leichtgefallen. Das liegt sicher daran, dass der Autor die Figuren so lebendig beschreibt und auftreten lässt. Heller lernt man als engagiert, dabei aber auch fordernd und oft auch aufbrausend kennen. Ganz anders dagegen sein Assistent Adelbert Schrumm. Der junge Mann, der unbedingt eine Frau kennenlernen möchte, den Pfennig immer zweimal umdreht und irgendwie im Schatten von Heller zu stehen scheint, fand ich sympathisch. Dabei erscheint er auf den ersten Blick als kauziger Typ, gottesfürchtig und trotzdem glaubt er an Gespenster. Doch mitunter zeigt er sehr überraschend was in ihm steckt. Das muss selbst Heller anerkennen.
Ja, Gespenster sind der Kern dieser Geschichte, woran ich mich am Anfang erst gewöhnen musste. Doch was der Autor daraus in diesem historischen Krimi entwickelt, war für mich sehr spannend zu lesen. Denn der Fall ist sehr verzwickt und Heller erscheint nicht nur einmal recht ratlos. Wie er es am Ende sich selbst eingesteht, kam er mir vor, als würde er in Ermangelung von Ermittlungsansätzen alles von unten nach oben kehren. Dem Autor gelingt es sehr gut, die damaligen medizinischen Möglichkeiten und beginnende wissenschaftliche Tendenzen aufzuzeigen und mit Hellers neuesten Fall zu verflechten. Gleiches gilt, für die alten Denkweisen. Auf den ersten Blick Unerklärliches wird Geistern zugeordnet statt näher hinzusehen und die Logik dahinter zu suchen. Denn das ist Hellers Motto.
Sehr gut gefallen hat mir, wie Hellers Frau es versteht mit ihrem mitunter cholerischen und ausfallend werdenden Mann umgeht. Man merkt, dass sie Erfahrung damit hat und es versteht ihn wieder auf die richtige Bahn zu lenken.
Ich fand diesen neuen Band um Kriminalrat Heller sehr lesenswert und gebe 4,5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 07.02.2025

gelungene Fortsetzung

Mörderfinder – Das Muster des Bösen
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Max Bischoff und Marvin Wagner wollen in Düsseldorf ein Detektivbüro unter dem Namen WaBi Investigations eröffnen. Sie sind in den letzten Vorbereitungen, da kommt ein Friseur aus Trier und will sie im ...

Max Bischoff und Marvin Wagner wollen in Düsseldorf ein Detektivbüro unter dem Namen WaBi Investigations eröffnen. Sie sind in den letzten Vorbereitungen, da kommt ein Friseur aus Trier und will sie im Namen seines in Untersuchungshaft sitzenden Freundes, Rainer Klinke, engagieren. Klinkes Sohn wurde vor 6 Monaten entführt, missbraucht und getötet und der Täter ist anschließend mit einer viel zu milden Strafe davongekommen. Doch nun ist wieder der Sohn eines Richters entführt und Klinke will, dass Bischoff den Jungen rettet…
Ich habe das Buch fast in einem Rutsch ausgelesen. Die beiden Detektive, Bischoff und Wagner sind einfach klasse. Besonders Marvin hat es mir angetan. Der haut völlig trocken seine Weisheiten heraus, dass ich des Öfteren laut lachen musste. Die Handlung ist spannend. Einfach weil es so viele mögliche Verdächtige, vor allem aber, weil man so viele unsympathische Menschen während der Ermittlungen kennenlernt. Jeder von denen könnte es sein. Doch selbst Bischoff lässt sich bei seinen Recherchen in die Irre führen, kann auf sein Bauchgefühl nicht mehr ganz vertrauen. Ich fand, dass er in diesem Band zu viele Vorschusslorbeeren bekommen hat. Getriggert wird die Spannung durch die Beschreibungen der Behandlung der armen Opfer, was gleichzeitig die zeitliche Brisanz für die Aufklärung vermittelt. Die Figur des Friseurs, der so erfolgreich Recherchen und die richtigen Treffer für die weitere Ermittlung im Internet findet, hat mir gefallen.
Ich finde diesen 5. Band absolut gelungen und empfehle ihn uneingeschränkt weiter. Darum gibt’s von mir auch 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 31.01.2025

ich habe es verschlungen

Enna Andersen und die dunklen Tage
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Das Abtauchen in die Handlung ist mir wieder sehr leichtgefallen. Es war ein Treffen auf alte Bekannte. Man merkt beim Lesen, dass es bei Ennas Team sich um ein in sich ruhendes System handelt. Selbst ...

Das Abtauchen in die Handlung ist mir wieder sehr leichtgefallen. Es war ein Treffen auf alte Bekannte. Man merkt beim Lesen, dass es bei Ennas Team sich um ein in sich ruhendes System handelt. Selbst der Neuzugang Zinar Kawki wird wohlwollend aufgenommen und sofort integriert. Verstärkung ist auch bitter nötig, da der 5 Jahre zurückliegende Giftmord an einer jungen Serviererin sich als sehr schwierig darstellt. Während der Recherche entdecken Enna und ihr Team Parallelen zu zwei weiteren bisher ungeklärten Todesfällen bei denen ebenfalls Einstiche eine Rolle spielten. Das können und wollen sie bei ihren aktuellen Ermittlungen nicht aus dem Auge verlieren. Heißt aber auch noch mehr Ermittlungsarbeit. Denn nun müssen sie drei Fälle genau analysieren und sich mit den Ermittlern der anderen Fälle in Verbindung setzten.
Ich finde es sehr gelungen wie die Autorin hier im Buch mit dem Zwiespalt der Ermittler bei ihrem Bestreben den Mord doch noch zu lösen und der fehlenden Zeit für die Familie, neudeutsch work-live-balance, umgehen. Gleiches gilt für die abweisende Art der ursprünglichen Ermittler bei Nachfragen. Sehen die doch mitunter Kritik an ihrer damaligen Arbeit. Nachvollziehbar und sicher auch sehr realistisch.
Die Ausklärung dieses Cold-Cases hat mich wirklich sehr spannend unterhalten. Ich mag dieses Team und finde, dass sich Paulsen sehr zum Positiven weiterentwickelt hat. Sicher ist das auch mit ein Grund, warum Enna mit dem Gedanken spielt beruflich kürzer zu treten. Als Leser hoffe ich aber gleichzeitig, dass es noch viele weitere Fälle mit Enna und ihrem Team gibt. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 31.01.2025

was für ein Verwirrspiel

Die Tochter des Serienkillers
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Aus Jane wird Jenny. Sie will mit ihrer Familie nichts mehr zu tun haben. Der Vater, den sie innig geliebt hat, ist ein überführter Serienmörder und ihre Mutter hat sich nach seiner Verhaftung aus Angst ...

Aus Jane wird Jenny. Sie will mit ihrer Familie nichts mehr zu tun haben. Der Vater, den sie innig geliebt hat, ist ein überführter Serienmörder und ihre Mutter hat sich nach seiner Verhaftung aus Angst vor der Schmach eingekapselt - mit Jane. Sie darf nicht mehr aus dem Haus, keine Freundinnen haben. Sie fühlt sich wie in einem Gefängnis. Seit damals sind 11 Jahre vergangen. Jane, nun Jenny, ist geflohen und hat sich ein eigenes Leben ausgebaut, ist verheiratet, erfolgreiche Tierärztin und hat zwei zauberhafte Kinder, die sie liebt. Hört sich nach Familienidylle an. Und sich holt sie, seit Marks Seitensprung ihr altes Leben zunehmend wieder ein. Sie hat nachts Alpträume, wandelt herum und hat Blackouts nach denen sie verdreckt an den seltsamsten Orten aufwacht. Das Schlimmste, sie kann sich dann an nichts mehr erinnern. Nachdem Marks Seitensprung Olivia nun auch noch vermisst wird, ist Jenny völlig am Ende.
In meinen Augen hat die Autrin die innere Zerrissenheit von Jenny sehr gut herausgearbeitet. Jenny weiß einfach nicht einmal, ob sie sich selbst noch trauen kann. Was passiert während der Zeit ihrer Blackouts? Ist sie selbst es, die die schwarzen Tüten mit den Tierkadavern vor ihr Haus stellt oder hat jemand das Geheimnis um ihre Vergangenheit herausbekommen?
Jennys Sorgen und Ängste konnte ich gut nachvollziehen. Denn zusätzlich zu den Selbstzweifeln kam auch die Unsicherheit, ob vielleicht ihre Kinder in Gefahr geraten könnten. Ich habe mit Jenny gelitten und habe sie auch manchmal dafür bewundert, wie beharrlich sie versucht die Wahrheit herauszubekommen. Leider geht sie dabei ihren eigenen Weg, vertraut sich selbst ihrem Ehemann nicht an. So wundert es wenig, dass die Eheleute sich immer mehr voneinander entfernen. Von mir bekommt dieser Thriller, den in seiner Entwicklung so verwirrend wie spannend empfunden habe, 4,5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 29.01.2025

spannend geht’s weiter – bin begeistert

Der Schutz der Freundschaft
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Es war nicht mein erster Band der Falkenbachsaga. Ich habe alle gelesen und fiebere nach jedem Band schon immer der Fortsetzung entgegen. Ich glaube, man sollte auch alle Bände gelesen haben, um die Zusammenhänge ...

Es war nicht mein erster Band der Falkenbachsaga. Ich habe alle gelesen und fiebere nach jedem Band schon immer der Fortsetzung entgegen. Ich glaube, man sollte auch alle Bände gelesen haben, um die Zusammenhänge besser zu verstehen. Auch hier, im 11. Band, ist wieder so viel passiert, dass die Seiten nur so dahingeflogen sind. Die Autorin versteht es einfach Dramatik und Spannung auszubauen und den Leser zu fesseln. Es ist aber auch eine schlimme Zeit, der sich die Falkenbachs und Lehmanns jetzt stellen müssen. Das Schlimmste dabei ist, dass Denunzierung und Spionage immer größere Ausmaße unter dem Naziterror annehmen. Auch mein Argwohn war geweckt als der neue Lagerkommandant, Viktor Sander, als neue Figur auf dem Gut ins Spiel kam. So jung und dann schon SS-Hauptsturmführer, da kann man schon misstrauisch werden. Aber er ist nicht die einzige rätselhafte Person in diesem Band die den Bewohnern von Gut Falkenbach böses will. Es wird also nie langweilig, im Gegenteil. Paul-Friedrich hat alle Hände voll zu tun, um über seine dunklen Kanäle und Beziehungen mehr über diese Leute herauszubekommen, um alle weiterhin zu schützen.
Ich weiß nicht, ob ich Dorothea von Falkenbach bedauern oder verurteilen soll. Sie ist in einer behüteten Welt als Adlige aufgewachsen und damit alt geworden. Nie musste sie einer Arbeit zum Lebensunterhalt nachgehen, einzig in der Etikette und dem Erhalt des Scheins nach Außen sieht sie den Zweck ihres Daseins. Ich finde sie kleingeistig und ignorant. Eine Frau, der die Zusammenstellung der Tischsträuße wichtiger ist als ein paar liebevolle Zeilen an dem leiblichen Sohn an der Front zu schreiben, die kann ich einfach nicht mögen. Um so mehr bewundere ich Clara, dass sie es versteht hier als Vermittlerin innerhalb der Familie aufzutreten und Verständnis für Dorothea aufbringen kann. Etwas entsetzt war ich von den Überlegungen von Paul-Friedrich und Wilhelm. Soll es wirklich so weit kommen, dass sie Deutschland den Rücken kehren müssen? Gut, die Goldbarren würden ihnen den Neustart, wo auch immer, leichter machen. Aber alle hängen doch so an dem was sie sich in Bernried aufgebaut haben. Ich bin schon mächtig gespannt, wie es weitergeht. Dieser Band erhält von mir neben einer 100%igen Leseempfehlung 5 Lese-Sterne.

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