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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.08.2017

wieder ein wunderbar gelungener, spannender Krimi

Wildeule
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Gesine Cordes, Ex-Kriminalkommissarin und jetzt leidenschaftliche Friedhofgärtnerin, sieht in ihrem derzeitigen Beruf auch eine Berufung. Aber so ganz kann sie die Kommissarin auch nicht verstecken. Als ...

Gesine Cordes, Ex-Kriminalkommissarin und jetzt leidenschaftliche Friedhofgärtnerin, sieht in ihrem derzeitigen Beruf auch eine Berufung. Aber so ganz kann sie die Kommissarin auch nicht verstecken. Als eine falsche Person im Sarg liegt und schließlich bei ihrem Freund auch noch eine Leiche im Kofferraum des Leichenwagens gefunden wird, kann und will sie sich nicht mehr aus den Ermittlungen heraushalten….
Ich habe Gesine bereits in den beiden anderen Büchern gemocht. Aber hier in diesem Krimi hat sie mir besonders gefallen. Introvertiert, stur, manchmal ruppig, gefühlvoll, auch wenn sie es nicht gerne zeigt, wird sie von Annette Wieners hier wunderbar glaubhaft und liebenswert beschrieben. Im Buch steht: Eine Eule jagt und kämpft und lässt dabei ihr Leben. Auf die Idee, von sich aus alles bleiben zu lassen, kommt sie nicht.“ Ich finde, diese Beschreibung passt auch wunderbar zu Gesine. Denn um ihre Lieben und für ihre Überzeugung kämpft auch sie mit allen Mitteln.
Außerdem bin ich immer wieder begeistert darüber, mit welchen anschaulichen, phantasievollen ohne kitschig wirkenden Worten die Autorin die Natur beschreibt. So z.B. „Die Sonne hing in goldenen Fächern von den kahlen Ästen.“ Hier merkt man, dass nicht nur Gesine, sondern auch Annette Wieners von der Natur begeistert ist. Auch in diesem Buch fehlen nicht die Beschreibungen der giftigen Pflanzen in unserer Gegend.
Ich kann dieses Buch allen Krimi-Freunden wärmstens empfehlen. Wer Gefühle, Verwirrungen verbunden mit immer mehr anwachsender Spannung lesen möchte, der sollte unbedingt zu diesem Buch greifen. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne.

Veröffentlicht am 14.08.2017

Spannung kommt erst sehr spät auf

Die Fährte des Wolfes
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Das Cover hat mich absolut angesprochen und neugierig gemacht. Aber beim Lesen kam bei mir erst ab Mitte des Buchs Spannung auf. Das lag sicher einmal daran, dass man sich neben den vielen handelnden Personen ...

Das Cover hat mich absolut angesprochen und neugierig gemacht. Aber beim Lesen kam bei mir erst ab Mitte des Buchs Spannung auf. Das lag sicher einmal daran, dass man sich neben den vielen handelnden Personen mit nordischen Namen auch noch an diverse thailändische Namen gewöhnen musste.
Mit der Hauptperson >Zack< konnte ich mich gar nicht anfreunden. Wie kann denn ein Ermittler der Sonderkommission derart mit Drogen umgehen? Sein Leben scheint ihm nichts wert zu sein. Dann kommen auch noch seine Sexeskapaden dazu, die den Kerl auch nicht sympathischer machten. Einzig positiv ist seine bedingungslose Treue zu seinem Jugendfreund, auch wenn der nicht immer gesetzestreu lebt.
Die Ermittlungsarbeit von Zack und Deniz kam mir vor wie ein Fußmarsch durch den Großstadtdschungel mit lauter roten Ampeln bei dem beide an jeder Kreuzung wegen Rot stehenbleiben müssen oder eine andere Richtung einschlagen. Da passt sogar ein Satz aus dem Buch perfekt: „Viele Spuren, aber immer noch keine klare Richtung.“
Die Morde unter Zuhilfenahme der gierigen Wölfe waren schon recht brutal und lassen beim Leser das Kopfkino anspringen. Aber realistisch, glaubhaft fand ich diese Mordmethode deshalb trotzdem nicht. Ich hatte mir mehr spannende Lesestunden versprochen. So richtig überzeugt hat mich dieser Krimi nicht. Von mir gibt’s daher auch nur 3 Lese-Sterne.

Veröffentlicht am 08.08.2017

fesselnd, Spannung pur

Kein guter Ort
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Arne Eriksen arbeitet in Südnorwegen als Psychiater an einer Klinik. Ihn faszinieren die Geschichten um die Rabenschlucht und das darin seit dem Tod zweier Menschen leerstehende Hotel. Als seine Freundin, ...

Arne Eriksen arbeitet in Südnorwegen als Psychiater an einer Klinik. Ihn faszinieren die Geschichten um die Rabenschlucht und das darin seit dem Tod zweier Menschen leerstehende Hotel. Als seine Freundin, Kari Bergland, bittet sich therapeutisch um die drogenabhängige Tochter ihres Chefs anzunehmen. Nimmt die spannungsgeladene Geschichte seinen Lauf ….
Ich war erst skeptisch: ein Münchener der versucht auf die Welle der Skandinavien-Krimis aufzuspringen? Aber dieses Buch hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Diese Mischung aus Beschreibungen der Natur, der Verwurzlungen und Denkweise der Sami und der europäischen Sichtweise ist dem Autor wunderbar gelungen. Mich hat die Figur des Arne beeindruckt. Nimmt Drogen in Form von getrockneten Fliegenpilzen zu sich, um eine andere Sicht auf die Dinge zu erhalten. Alle Achtung! Auch mit seiner zaghaften Zuneigung zu Kari hat er bei mir gepunktet. Alle Figuren sind glaubhaft, realistisch dargestellt und was das Wichtigste ist: die Spannung in diesem Krimi ist stets auf einem hohen Level. Immer denkt man beim Lesen: was passiert denn nun wieder?
Ich fühlte mich wunderbar unterhalten und kann dieses Buch allen Krimi-Fan wärmstens weiterempfehlen. Von mir gibt’s daher 5 Lese-Sterne.

Veröffentlicht am 04.08.2017

unterhaltsamer historischer Roman

Der Duft des Teufels
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1695: Köln ist gespalten. Einige weniger gebildete Bürger glauben, geschürt durch die Hetzreden von Bruder Martin, der Teufel sei in die Stadt eingezogen. Andere wiederum sehen eindeutig menschliche Hintergründe ...

1695: Köln ist gespalten. Einige weniger gebildete Bürger glauben, geschürt durch die Hetzreden von Bruder Martin, der Teufel sei in die Stadt eingezogen. Andere wiederum sehen eindeutig menschliche Hintergründe für diese Ausuferungen. Denn alles weist auf ein Aphrodisiakum hin, von dem Männer und Frauen zu lustvollen Ektasen verführt werden, welches von Menschenhand hergestellt wurde. Ein Deuvelswasser! Als die Hebamme Katharina ins Visier der Teufelsaustreiber gerät, versucht der Kaufmannssohn Daniel, der mehr als Sympathie für sie empfindet, sie aus dem Kerker zu retten ….
Die Geschichte liest sich recht gut. Beim Lesen kann man die Manipulation der Menschen durch Bruder Martin wunderbar nachempfinden. Streckenweise war ich richtig wütend auf diesen Mönch, dem niemand Einhalt gebieten konnte. Genauso ging es mir mit dem arbeitslosen Weber Fritz Haan, den Katharina abgewiesen hatte und damit dessen Zorn und Rachelust ausgelöst hat.
Gefallen hat mir besonders die Figur des Giovanni Paolo Feminis. Sein sturer Drang ein neues Wässerchen nach der Rezeptur seines Großvaters zu kreieren, auch noch unter den widrigsten Bedingungen und dann auch sein liebevoller Umgang mit seiner Ehefrau. Er ist einfach nur liebenswert.
Was mich etwas störte war, dass Begriffe auf der Jetzt-Zeit in diesem Buch verwendet wurden. Ich denke da zum Beispiel an „Spediteur“. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Ende des 17. Jahrhunderts diese Begriffe schon Verwendung fanden.
Insgesamt gesehen ist dies aber ein wunderbar unterhaltsamer historischer Roman den ich gerne weiterempfehle. Von mir gibt’s 4 Lese-Sterne.

Veröffentlicht am 31.07.2017

ganz schön anstrengend zu lesen

Heimkehren
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Die Schriftstellerin versucht beginnend im Ghana des 18. Jahrhunderts die Geschichte zweier Schwestern, die sich nie kennengelernt haben, über mehrere Generationen bis hin in die USA der Gegenwart aufzuzeigen. ...

Die Schriftstellerin versucht beginnend im Ghana des 18. Jahrhunderts die Geschichte zweier Schwestern, die sich nie kennengelernt haben, über mehrere Generationen bis hin in die USA der Gegenwart aufzuzeigen. Dabei gelingt es ihr recht gut die Rechtlosigkeit der schwarzen Bevölkerung, insbesondere die Rechtlosigkeit der Frauen darzustellen und in die Handlung einfließen zu lassen. Anschaulich beschriebt sie auch die Fehden unter den einheimischen Stämmen, deren Rieten und als trauriges Kapitel dieser Menschen deren Versklavung. Das hat mich schon nachdenklich gemacht. Gleichzeitig konnte man beim Lesen aber auch den Stolz, der diesen Menschen eigen war wunderbar nachempfinden.
Für den Leser sind die ungewohnten Namen schon sehr schwierig zu merken und einzuordnen. Aber zum Glück hat die Autorin am Ende des Buchs einen Stammbaum aufgezeichnet. Was mich gestört hat, waren die Sprünge bei neuen Kapiteln. Da waren dann zum Teil Jahre, Jahrzehnte dazwischen vergangen, ein zeitlicher Hinweis als Kapitelüberschrift fehlte, so dass ich raten musste wie denn der Zusammenhang zwischen den bisherigen Figuren zu den neu in Erscheinung getretenen zu sehen ist. Das fand ich etwas schade. Dann wurden auch Schicksale angedeutet (schwangere Ehefrau verschwindet), der Leser also neugierig gemacht, nur kam nie wieder Bezug darauf. Durch diesen Stil kam mir die Geschichte abgehackt, holprig erzählt vor.
Insgesamt betrachtet ist das ein lesenswertes Buch, das die volle Konzentration des Lesers erfordert.
Von mir gibt’s 3 Lese-Sterne.