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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.01.2026

Provokant, ehrlich, verstörend

Half His Age
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"Half His Age" von Jennette McCurdy ist ein provokantes und zugleich erschreckend realistisches Buch, das aus der Perspektive einer Teenagerin erzählt wird. Besonders beeindruckend ist der Schreibstil: ...

"Half His Age" von Jennette McCurdy ist ein provokantes und zugleich erschreckend realistisches Buch, das aus der Perspektive einer Teenagerin erzählt wird. Besonders beeindruckend ist der Schreibstil: so direkt, ehrlich und treffend zum Thema, dass man fast vergisst, dass keine echte Jugendliche schreibt. Die Geschichte rund um die junge Protagonistin Waldo zeigt eindringlich ihre inneren Konflikte, Probleme und Gefühle, die sie hinter einer Fassade aus Gleichgültigkeit verbirgt. Diese bleiben für den Leser dennoch klar erkennbar und vor allem nachvollziehbar. Waldo ist klug, aufmerksam und reflektiert. Es ist erstaunlich, wie viel sie in ihrem jungen Alter beobachtet, für sich einordnet und ihre Konsequenzen daraus zieht. Trotz seiner Stärke macht das Buch traurig und hinterlässt einen unangenehmen Nachgeschmack. Man kann sich der Wirkung der Geschichte nicht entziehen und wird unweigerlich dazu gebracht, über das Gelesene nachzudenken, ganz besonders als Frau.

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  • Handlung
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Veröffentlicht am 05.01.2026

Gelungene Neuerzählung

Medea
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Mit Medea gelingt Rosie Hewlett eine überzeugende und moderne Neuerzählung der bekannten griechischen Sage. Der Roman reiht sich problemlos in die aktuelle Welle gelungener Mythennacherzählungen wie Circe ...

Mit Medea gelingt Rosie Hewlett eine überzeugende und moderne Neuerzählung der bekannten griechischen Sage. Der Roman reiht sich problemlos in die aktuelle Welle gelungener Mythennacherzählungen wie Circe oder Psyche & Eros ein. Besonders hervorzuheben ist der Perspektivwechsel von objektiv zu subjektiv. Die Geschichte wird aus Medeas Sicht erzählt und zeichnet ein differenziertes Bild einer Figur, die in klassischen Darstellungen oft als rachsüchtig oder irrational abgestempelt wird. Hewlett macht Medeas Beweggründe und Emotionen nachvollziehbar und hinterfragt damit traditionelle Frauenbilder der Mythologie. Der Schreibstil ist atmosphärisch und, sodass die Handlung trotz bekannter Vorlage spannend bleibt. Insgesamt ist Medea eine gelungene, tiefgründige und lesenswerte Neuinterpretation.

Veröffentlicht am 10.11.2025

Zwischen Illusionen und Stärke

Heir of Illusion
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"Heir of Illusion" von Madeline Taylor ist ein Fantasyroman, der von der ersten Seite an fesselt und einen kaum wieder loslässt. Die Geschichte ist geprägt von einer konstanten Spannung, die nie wirklich ...

"Heir of Illusion" von Madeline Taylor ist ein Fantasyroman, der von der ersten Seite an fesselt und einen kaum wieder loslässt. Die Geschichte ist geprägt von einer konstanten Spannung, die nie wirklich abfällt. Kaum glaubt man, den Plot zu durchschauen, überrascht die Autorin mit einer neuen Wendung, die alles zu wissen geglaubte wieder auf den Kopf stellt. Genau diese Unvorhersehbarkeit hat mich besonders begeistert und dafür gesorgt, dass ich immer noch ein Kapitel weiterlesen musste.
Im Zentrum steht Ivy, die weibliche Protagonistin. Eine Assassinin, die nicht nur über innerlich sondern auch äußere Stärke verfügt. Ihre Gabe der Illusion ist originell umgesetz und fügt sich leicht in die Welt und die Handlung ein. Ivy ist nicht passiv, sondern jemand, der aktiv entscheidet, kämpft und sich behauptet. Sie wirkt dabei weder überzeichnet noch unnahbar, sondern menschlich und stark zugleich. Ich mochte ihre Entwicklung sehr. Ein echtes Badass, das dabei trotzdem authentisch bleibt.
Auch die Beziehung zwischen Ivy und Thorne hat mir ausgesprochen gut gefallen. Sie ist nicht zu kitschig, nicht zu dominant und überlagert die eigentliche Handlung nicht, sondern ergänzt sie. Die Dynamik zwischen den beiden ist intensiv, wenn auch manchmal zerrissen. Man fiebert automatisch mit den beiden mit.Insgesamt ist "Heir of Illusion" ein mitreißender, emotionsgeladener Fantasyroman mit einer starken Heldin und vielen cleveren Wendungen.

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Ein stilles Buch, das lange nachhallt

Jetzt gerade ist alles gut
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Der Roman "Jetzt gerade ist alles gut" von Stephan Schäfer hat mich auf eine leise, aber eindringliche Weise berührt. Es ist kein Buch, das mit großen Szenen oder überraschenden Wendungen arbeitet. Stattdessen ...

Der Roman "Jetzt gerade ist alles gut" von Stephan Schäfer hat mich auf eine leise, aber eindringliche Weise berührt. Es ist kein Buch, das mit großen Szenen oder überraschenden Wendungen arbeitet. Stattdessen konzentriert es sich auf das Wesentliche: die kleinen Momente, die wir im Alltag oft übersehen, und die Erkenntnis daraus, dass diese extrem wertvoll sind. Gerade diese bewusste Verlangsamung, hat mich während des Lesens und auch noch darüber hinaus beschäftigt. Stephan Schäfer schafft es, mit wenigen, aber klaren Worten ein Gefühl von Nähe und Echtheit zu erzeugen. Sein Stil sehr verständlichen wirkungsvoll.
Besonders beeindruckt hat mich, wie unaufdringlich die Botschaft des Buches vermittelt wird. Es gibt keinen moralischen Zeigefinger, keine belehrenden Sätze. Die Erkenntnis ergibt sich fast von selbst, aus dem Erleben und Mitfühlen. Die Vergänglichkeit des Lebens wird nicht auf schwer zu verarbeitende Art inszeniert, sondern verkraftbar gezeigt. Das Buch erinnert daran, dass nichts selbstverständlich ist, und dass sich Bedeutung oft in scheinbar unspektakulären Augenblicken verbirgt.
Obwohl der Roman relativ kurz ist, wirkt er erstaunlich lange nach. Man legt ihn nicht weg und vergisst ihn, sondern denkt weiter über das nach, was wirklich wichtig ist. Es ist eines dieser Bücher, die einen mit dem Gefühl zurücklassen, etwas Wesentliches verstanden oder vielleicht wiederentdeckt zu haben.

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Dunkel und fesselnd

House of Rayne
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Der Roman House of Rayne von Harley LaRoux hat mich vor allem mit seiner Atmosphäre in den Bann gezogen. Schon von den ersten Seiten an umwebt die Geschichte ein düsterer, unheimlicher Ton, der sowohl ...

Der Roman House of Rayne von Harley LaRoux hat mich vor allem mit seiner Atmosphäre in den Bann gezogen. Schon von den ersten Seiten an umwebt die Geschichte ein düsterer, unheimlicher Ton, der sowohl faszinierend als auch ein wenig bedrohlich wirkt. Dieser Gothik- Flair zieht sich konsequent durch das gesamte Setting und macht das Lesen zu einem stimmungsvollen, ästhetischen Erlebnis. Man hat das Gefühl, stets von Schatten, Geheimnissen und einer unterschwelligen Spannung umgeben zu sein, was für mich der stärkste Aspekt des Romans war. Die Welt, in die man hineingezogen wird, lebt von mysteriösen Orten, flüsternden Wänden und einem Gefühl von Vergänglichkeit und Sehnsucht.
Auch die Charaktere fand ich wirklich gelungen. Sie wirken authentisch, haben Tiefe und entwickeln sich im Laufe der Geschichte weiter. Besonders überrascht hat mich, wie gut die Liebesgeschichte darin verwoben ist. Obwohl ich anfangs unsicher war, ob sie mich wirklich abholen würde, hat sie sich als stimmig und emotional nachvollziehbar erwiesen. Sie nimmt Raum ein, ohne den eigentlichen Plot zu überlagern und fügt sich zudem organisch in den düsteren Ton des Buches ein.
Trotz aller Begeisterung blieb am Ende ein kleines Gefühl von Vorhersehbarkeit. Irgendetwas hat für mich gefehlt, um den Roman zu einem vollkommenen Highlight zu machen. Vielleicht hätte es ein wenig mehr Spannung in manchen Szenen gebraucht oder ein wenig mehr Wendungen. Zwar ist die Geschichte spannend, aber ich hatte gelegentlich das Gefühl, dass sie noch intensiver hätte zuspitzen können.
Trotzdem bleibt House of Rayne ein atmosphärischer, spannender Roman mit starken Charakteren und einem unverwechselbaren Stil. Für Solche, die gothic infundierte Horrorromane mögen, ist dieser eine gute Wahl.

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