Profilbild von Rosenmadl

Rosenmadl

Lesejury Profi
offline

Rosenmadl ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Rosenmadl über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.05.2017

Im Schatten des Meisterwerkes

Belgravia
1 0

Inhalt:

London im Jahre 1841: James Trenchard hat sich einen gewissen Wohlstand erarbeitet und dies tröstet ihn über all die leidlichen Jahre hinweg. Nur der Tod seiner Tochter vor über 25 Jahren wird ...

Inhalt:

London im Jahre 1841: James Trenchard hat sich einen gewissen Wohlstand erarbeitet und dies tröstet ihn über all die leidlichen Jahre hinweg. Nur der Tod seiner Tochter vor über 25 Jahren wird nie aus seinem Gedächtnis verschwinden. Sie starb bei der Geburt ihres Sohnes. So sahen sich die Trenchards gezwungen den Jungen einem Geistlichen zu übergeben. Doch wie lange kann dieses Geheimnis noch bewahrt werden?


Meine Meinung:

Da mir "Downton Abbey" so unglaublich gut gefallen hat war ich natürlich extrem neugierig auf das neueste Werk des Autors. Man merkt sofort, dass er sich darüber Gedanken gemacht hat, wie er ein ähnlich interessantes Szenario erwirken könnte. Und obwohl die Geschichte und auch die Protagonisten natürlich ganz anders erscheinen wie in seinem älteren Buch, erkennt man auf den ersten Seiten schon die vielen Parallelen. Im Endeffekt ist dies eine kleine Fortsetzung seines Meisterwerks nur mit anderen Charakteren, schlechteren Ausführungen und kaum interessanten Szenen. Die Vorhersehbarkeit war mir von Anfang an klar und mich konnten kaum noch Dialoge oder auch Situationen aufheitern oder hervorstechen.

Ich möchte damit sagen, dass mich die Geschichte einfach nicht mitreißen konnte und weder die Adelsherrschaften noch die Bediensteten für außergewöhnliche Auftritte sorgten. Keineswegs ist der Schreibstil schlecht, nein er konnte mich absolut mit in die Zeit reisen lassen, aber dennoch fehlten mir so einige AHA-Erlebnisse oder unvorhersehbare Ereignisse. Für mich kamen die meisten Personen in "Belgravia" plump und platt vor und ständig ein Gezeter und Gemaule, ein Hintergehen und Belügen.

Charles hätte doch auch schon längst erkennen müssen, wer sich da um ihn so stark bemüht. So naiv kann man ja schon fast gar nicht mehr sein. Und auch andere Protagonisten kamen mir entweder verlogen, lieblos oder gar bösartig vor. Natürlich sollte dies nicht dazu beitragen einen guten Roman zu bewerten. Aber wenn einem Leser nur solche Banalitäten oder unzufriedene Personen begegnen, dann macht es einfach nur halb soviel Spaß.


Fazit:

Für mich ein kleiner Flop, aber vielleicht auch kein Wunder, wenn man "Downton Abbey" gewöhnt ist. Die Geschichte konnte mich keinesfalls überzeugen, die Charaktere werde ich nicht vermissen und auch das Gesamtwerk wird nicht in meinen Erinnerungen verweilen. Einzig allein der gute Schreibstil und die düstere Atmosphäre des faszinierenden London zu jener Zeit haben mich nicht im Stich gelassen. Daher vergebe ich noch gute


3 Sterne !

Veröffentlicht am 15.09.2016

spannungsgeladen und actionreich

Der Killer
1 0

Inhalt:

Viele Feinde kann man nicht wirklich aufhalten und da kommt Will Robie ins Spiel.
Der skrupellose Auftragskiller der amerikanischen Regierung, der niemals sein Ziel verfehlt
Doch eines Tages ...

Inhalt:

Viele Feinde kann man nicht wirklich aufhalten und da kommt Will Robie ins Spiel.
Der skrupellose Auftragskiller der amerikanischen Regierung, der niemals sein Ziel verfehlt
Doch eines Tages tappt er in eine Falle und sieht sich selber als Gejagten. Auf seiner Flucht geschehen immer mehr Mordfälle und so langsam glaubt er an eine Verschwörung.


Meine Meinung:

David Baldacci hat es mit seiner Ausdrucksart geschafft, dass ich mir vorkam als wäre ich mitten im Geschehen.
Ich konnte mir jegliche Situationen bildlich vorstellen und ich musste meine Gefühle im Zaun halten, damit ich nicht vor Schreck laut aufschreien mochte.
Die geradlinige, faszinierende Schreibart des Autors macht es einem unheimlich leicht der Story zu folgen.
Oftmals habe ich das Problem bei politischen Thrillern oder Romanen, dass ich nicht ganz schlüssig den Gegebenheiten folgen kann, deswegen lese ich manchmal quer. Aber bei "Der Killer" konnte ich keine einzige Stelle finden, in der ich mir verloren vorkam.
Die Protagonisten wurden herausragend ausgearbeitet, wie im richtigen Leben zeigte sich schnell Antipathie oder Sympathie.
Auch die Handlungsstränge waren meiner Meinung nach sehr präzise dargestellt, keine Fragen blieben offen. Das Ende lies keine Ungereimtheiten auf.
Was ich nur sehr schade finde, dass gerade dahingehend keine großen Überraschungen mehr
zu erwarten waren. Schnell kristallisierte sich heraus, wer den Präsidenten töten sollte und natürlich wie immer wurden die entführten Protagonisten ganz schnell befreit.
So spielt es sich in den meisten Thriller ab. Da kann meiner Meinung nach nur noch eine hervorragende Ausdrucksweise, ein leichter warmer und rasanter Schreibstil die kleine Enttäuschung retten. Und das hat der Autor definitiv im Repertoire.


Fazit:

Ein rasanter Thriller, der mit herausragendem Schreibstil aufwartet. Überzeugende Charaktere,
spritzige Dialoge und harte Handlungen lassen "Der Killer" zu einem Erlebnis werden.

David Baldacci hat mit Will Robie den perfekten,harten aber herzlichen Typ erschaffen, den man sich vielleicht
an seiner Seite wünscht. Ein Polit Thriller, der unendlich viel Spaß macht und einfach durch seine extreme Spannung die Kapitel vorbeifliegen lässt. Nur ein paar kleine Details und die Tatsache, dass das Ende
vorhersehbar wurde, haben mich dazu veranlasst, ein Bewertungspunkt ab zu ziehen und so vergebe
ganze

4 Sterne !

Veröffentlicht am 28.09.2017

Wer hat Angst vor diesem Hotel?

Grandhotel Angst
0 0

Inhalt:

Die junge Nell und ihr Gatte reisen im Jahre 1899 an die ligurische Küste um dort ihre Flitterwochen zu verbringen und im berühmten "Grandhotel Angst" zu logieren. Nell ist sehr angetan von dem ...

Inhalt:

Die junge Nell und ihr Gatte reisen im Jahre 1899 an die ligurische Küste um dort ihre Flitterwochen zu verbringen und im berühmten "Grandhotel Angst" zu logieren. Nell ist sehr angetan von dem Luxus, welches dieses Hotel in sich birgt. Doch schon bald stirbt überraschend ein Hotelgast und die Legende um das Haus nimmt ihren Lauf.
Steckt vielleicht sogar ihr Mann hinter den auf einmal mysteriösen Vorfällen? Bei ihren Nachforschungen gerät sie bald selbst unter Mordverdacht. Was hat es mit dem Ganzen auf sich? Kann Nell dies beenden und wird sie je die Wahrheit erfahren? Oder liegt auf dem Hotel doch ein Fluch?


Meine Meinung:

Der Klappentext hat mich dazu verführt, mich mit dieser Geschichte auseinander zu setzen und so musste ich unbedingt diesen Roman lesen.

Gleich schon zu Beginn lernt man die atmosphärische Aura und das Flair des Hotels Angst kennen. Emma Garnier versteht es wirklich gut, Einblicke zu schaffen und die Spannung aufrecht zu erhalten. Die Seiten fliegen nur so dahin und man hat das Gefühl mitten im Geschehen involviert zu sein.
Ich bin begeistert von der Geschichte, von der Legende um das Hotel und von der einfachen, aber stets unterhaltsamen Sprache der Autorin. In dieser Hinsicht hatte ich viel Spaß beim Lesen und ich hätte mir gewünscht, dass noch mehr Szenen gestaltet worden wären. Denn kaum ist man mit den Gedanken und Gepflogenheiten vertraut, schon ist das Ende nah.

Die vielen Wendungen, die offenen Fragen, die abstruse Art und Weise des Geschehenen und die Glaubwürdigkeit der Protagonistin haben mich, als intensiven Verfolger, dazu gebracht bei der Stange zu bleiben und selbst eine Lösung des Ganzen zu entwickeln. Aber mit einem solch vage gehaltenen und durchaus konfusen Ende hätte ich kaum gerechnet.
Ich hatte den Eindruck, dass die Geschichte noch ein wenig ausbaufähiger gewesen wäre und hätte gerne noch mehr von den Neben-Charakteren, sowie den Schauplätzen erfahren.

Dennoch eine spannende Roman-Idee und gerne mehr von Emma Garnier !


Fazit:

Ich würde es sogar wagen, diesen Roman in die Sparte "Psychothriller" ein zu ordnen, denn es wird sehr mit der Psyche gespielt. Auch den Leser verwirrt man mit einigen gestellten Szenen. Die Spannung ist jedoch von Anfang an präsent und auch der Schreibstil kann sehr überzeugen.

Mir hat das Lesen, das Miträtseln sehr großen Spaß bereitet und deswegen vergebe ich auch gerne ganze


4 Sterne !!




Veröffentlicht am 20.09.2017

Ein Schreibstil, der überzeugt

Heute fängt der Himmel an
0 0


Inhalt:

Kurz nach dem Tod ihrer Großmutter Margaret erhält Emily ein wundervolles Gemälde, welches sie sehr fasziniert. Nicht nur erkennt sie darauf Margaret sondern die dazugehörige Notiz lässt sie ...


Inhalt:

Kurz nach dem Tod ihrer Großmutter Margaret erhält Emily ein wundervolles Gemälde, welches sie sehr fasziniert. Nicht nur erkennt sie darauf Margaret sondern die dazugehörige Notiz lässt sie plötzlich daran zweifeln, dass ihr Großvater, den sie nie gesehen hat, doch nicht aus freien Stücken gegangen sein kann. Und so macht sie sich auf die Suche nach dem Maler des Gemäldes, in der Hoffnung, der Wahrheit auf die Spur zu kommen.


Meine Meinung:

Ich bewundere immer und immer wieder Autoren, die es schaffen, eine solch wundervolle Atmosphäre in ihre Geschichten zu packen. Die Warmherzigkeit, die gefühlvolle Liebe und die Unendlichkeit des Lebens mit ein paar Zeilen so grandios erzählen zu können, lässt mich oft sprachlos zurück.

Emily ist eine Person, die man einfach ins Herz schließen muss und ich habe sie so gerne bis zum Ende hin begleitet. Auch wenn die Geschichte zum Teil sehr viel Traurigkeit in sich birgt, hat man dennoch das Gefühl der Geborgenheit inne. Ich finde es fantastisch, dies mit einfachen Worten ausdrücken zu können und ich habe mich in den Schreibstil der Autorin regelrecht verliebt.

Obwohl man anfangs schon so einiges erfährt und obwohl es keine wirklich großen Überraschungen in "Heute fängt der Himmel an" gibt, möchte man dennoch immer weiter lesen um ja nichts zu verpassen. Und es lohnt sich allemal, denn es liegen so viele Weisheiten und wundervolle Gefühle in zwischen den Zeilen. Ich fand es wunderbar jeden einzelnen Charakter kennen zu lernen und konnte mir jeden schon fast bildlich vorstellen.

Die Zeitsprünge in die Vergangenheit und das Lesen der Briefe haben mir besonders viel Freude bereitet und so hoffe ich auf die nächsten Werke von Kristin Harmel.


Fazit:

Eine gefühlvolle, warmherzige und wunderbare Geschichte einer jungen Frau, die sich auf den Weg begibt, nicht nur ihren Großvater zu suchen, sondern auch sich selbst.
Ein Schreibstil, der überzeugt und Charaktere, die begeistern. Ich fand diesen Roman einfach herzerwärmend und wunderbar ausgearbeitet und vergebe daher auch ganze


5 Sterne !

Veröffentlicht am 13.09.2017

Träume, Hoffnung, Liebe und Trauer vereint

Solange die Hoffnung uns gehört
0 0


Inhalt:

Die Angst vor dem NS-Regime zwingt die Jüdin Anni dazu, ihre Tochter Ruth mit einem Kindertransport nach England zu schicken. Kurz darauf bricht in Deutschland der Krieg aus und Anni kann das ...


Inhalt:

Die Angst vor dem NS-Regime zwingt die Jüdin Anni dazu, ihre Tochter Ruth mit einem Kindertransport nach England zu schicken. Kurz darauf bricht in Deutschland der Krieg aus und Anni kann das Land nicht mehr verlassen. Als Sängerin darf sie nicht mehr auftreten, in der gesamten Stadt ist sie nicht mehr gerne gesehen und so bleibt ihr nichts anderes übrig ihr Schicksal zu akzeptieren, auch wenn sie damit rechnen muss niemals wieder ihre Tochter in den Arm nehmen zu können. Wie wird es Ruth damit ergehen und hält Anni ihre Situation lange genug aus? Wird sich nach Ende des Kriegs doch noch alles zum Guten wenden?


Meine Meinung:

Wenn man ein Buch zuklappt und erstmal nicht wieder in die Realität zurückkehren kann; wenn man zunächst seine Gedanken ordnen muss und sogar die Tränen noch nicht versiegt sind, dann hat man einen aufwühlenden, zarten, voller Trauer und doch hinreißenden Roman von Linda Winterberg gelesen. Diese Autorin schafft es nun schon zum zweiten Male, dass ich am liebsten niemals hätte aufhören wollen mich in ihre Werke zu vertiefen und mich in die Art und Weise des Erzählens zu verlieben. Die Emotionalität und die Tiefe des Handelns und auch die Hauptcharaktere selber können einem nur faszinieren und lassen einem kaum noch los.

Höchstens das Ende kam mir zu abrupt und ein wenig gefühlskälter rüber, aber das kann auch daran liegen, dass die vorhergehenden Ereignisse schon genug an Gefühlen und Unendlichkeiten der Liebe gespickt waren. Dennoch hätte ich gerne ein etwas ausführlicheres Ende verspüren mögen.

Mit dieser Geschichte wird einem erst wieder so richtig bewusst, wie wichtig es ist, niemals die Hoffnung zu verlieren und an seinen Träumen und an seinem Leben fest zu halten. Ich freue mich schon auf die nächsten Bücher der Autorin, die ich mit Sicherheit alle sehr bewusst und mit Eifer verschlingen werde.


Fazit:

Ein gelungener Roman über Träume, Hoffnungen, Liebe und die Trauer. In einer Zeit, die voller Schmerz und Ungerechtigkeit vieler Menschen gegenüber geprägt wurde. Mit herausragenden und ausführlich gezeichneten Hauptcharakteren und einem Schreibstil, der einem mit reißt. Für mich wieder mal ein Highlight und deswegen hat "Solange die Hoffnung uns gehört" ganze

4,5 Sterne

verdient !