Profilbild von SaSch

SaSch

Lesejury Profi
offline

SaSch ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit SaSch über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.05.2026

kein Thriller

Meeresdunkel
0

Zwei Familien fliegen im Herbst nach Mallorca. Beide haben dasselbe renovierungsbedürftige Ferienhaus gebucht. Nach der ersten Nacht entscheiden sie, den einwöchigen Urlaub gemeinsam zu verbringen. Doch ...

Zwei Familien fliegen im Herbst nach Mallorca. Beide haben dasselbe renovierungsbedürftige Ferienhaus gebucht. Nach der ersten Nacht entscheiden sie, den einwöchigen Urlaub gemeinsam zu verbringen. Doch statt Urlaub und Erholung erwartet sie Betrug, Unfall, Tod und Unwetter.

Das Buch ist in 3 Abschnitte unterteilt: Ankunft, Aufenthalt und Abreise. Jedes relativ kurz gehaltene Kapitel ist mit dem Namen einer handelnden Person überschrieben. Das macht das Lesen leicht und kurzweilig.

Till Raether hat einen guten Schreibstil. Sowohl Orte und Landschaft als auch Personen, deren Gedanken und Gefühle, werden sehr bildlich, verständlich und nachvollziehbar beschrieben.

Allerdings hapert es an der Story. Anreise und Ankunft ziehen sich sehr hin. Der zweite Teil beginnt dann plötzlich mit einer ganz anderen Geschichte, die 1995 in Berlin spielt. An dem ausgehöhlten Buch merkt die Leserin zwar, dass es einen Bezug zum Ferienhaus auf Mallorca geben muss, aber eigentlich wird eine Jugendliebe zweier Ausgestoßener erzählt.
Am Ende ist das verständlich, die Auflösung insgesamt aber sehr konstruiert.

Auf jeden Fall fehlt der Thrill, diese unterschwellige Spannung, die einen guten Thriller ausmacht. Hier wird eher die Geschichte zweier Familien, hauptsächlich mit Blick auf die Vergangenheit, erzählt.

Wer so etwas mag, ist hier gut aufgehoben. Thrillerleserinnen eher nicht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.04.2026

Sexualisierte u.a. Gewalt

Einsam wie der Tod
4

Der neue Fall des Privatermittlers Wolf Larsen betrifft die Vergangenheit seiner Mitarbeiterin Sanna Bjørnstad und ihrer Schwester Elin. Ein YouTuber behauptet, dass deren Vater, der sie als Mädchen misshandelt ...

Der neue Fall des Privatermittlers Wolf Larsen betrifft die Vergangenheit seiner Mitarbeiterin Sanna Bjørnstad und ihrer Schwester Elin. Ein YouTuber behauptet, dass deren Vater, der sie als Mädchen misshandelt und terrorisiert hat und vor langer Zeit für tot erklärt wurde, noch lebt.
Die beiden schwer traumatisierten Schwestern wollen das nicht hinnehmen und beginnen, jede auf ihre Art, zu ermitteln.

Für mich war das der erste Fall des Ermittlerteams und ich hatte das Gefühl, dass die Kenntnis der ersten beiden Teile hilfreich gewesen wäre.
Sannas dissoziative Persönlichkeitsstörung, die sowohl für Wolf als auch für Sanna völlig normal zu sein scheint, hat mich anfangs irritiert. Speziell die Tatsache, dass Sanna ihre drei anderen Persönlichkeiten kennt, schien mir nicht realistisch.

Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen. Auf der einen Ebene begleiten wir die drei bei ihren Ermittlungen, auf der anderen Ebene erleben wir die schreckliche Kindheit der zwei Schwestern. Besonders dieser Teil ist sehr spannend und düster geschrieben.

Insgesamt schreibt der Autor sehr flüssig, fängt die Atmosphäre gut ein und beschreibt die Landschaften sehr bildhaft. Auch die Hauptcharaktere haben eine gewisse Tiefe, sodass die Geschichte ein rundes Bild abgibt.
Das Ende war für eine geübte Krimileserin nicht überraschend, passt aber in seiner Gewalttätigkeit zur Geschichte.
Allein die psychischen Störungen war mir etwas zuviel. Vielleicht hilft ja das Lesen von Teil 1 und 2 für ein besseres Verständnis.

Wer gern spannende Krimis liest und kein Problem mit sexualisierter Gewalt hat, dem kann ich dieses Buch empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 27.04.2026

Klimakatastrophe

Ins fahle Herz des Sommers
1

Fausto lebt allein in einem Haus und hat sich dort gut eingerichtet. Eine Seuche hat die Menschheit dezimiert, der Klimawandel lässt die Sonne erbarmungslos auf die Erde scheinen, sodass Aktivitäten nur ...

Fausto lebt allein in einem Haus und hat sich dort gut eingerichtet. Eine Seuche hat die Menschheit dezimiert, der Klimawandel lässt die Sonne erbarmungslos auf die Erde scheinen, sodass Aktivitäten nur nachts möglich sind. Dann fährt Fausto mit dem Rad in einen verlassenen Ort, den er nach Nahrungsmitteln absucht.
Dann taucht Valerie auf und zieht bei ihm ein. Fausto verliebt sich und ist nun nicht mehr allein. Allerdings ist einiges merkwürdig an Valerie: Sie schwitzt nicht, ernährt sich von für Fausto ungenießbaren Kakteen und weiß wenig über ihre Vergangenheit.

Die Geschichte ist sehr düster und gut geschrieben. Die Leserin fühlt die Hitze, Durst und Einsamkeit. Mit Valerie wird es zwar besser, aber irgendwie auch unheimlich.
Insgesamt passiert in der Geschichte nicht viel, sie plätschert so dahin.

Großartig gelesen von Matthias Koeberlin, den ich als Sprecher sehr mag, und der mit seiner ruhigen Erzählstimme perfekt zur Geschichte passt.
Bei mir bleiben am Ende jedoch viele Fragen offen und einiges erscheint mir unlogisch.

Wer mal eine ruhige Erzählung mit dystopischer Stimmung braucht, ist hier genau richtig.




  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Sprecher
  • Thema
  • Cover
Veröffentlicht am 13.04.2026

kein Psychothriller

Die Psychopathin - Wer manipuliert dich wirklich?
2

Karolin Boger hat sich einen festen Platz in einem Familienunternehmen erarbeitet und hofft darauf, dessen Leitung übernehmen zu können. Nebenbei muss sie sich um ihre 13jährige Nichte Ronja kümmern, für ...

Karolin Boger hat sich einen festen Platz in einem Familienunternehmen erarbeitet und hofft darauf, dessen Leitung übernehmen zu können. Nebenbei muss sie sich um ihre 13jährige Nichte Ronja kümmern, für die ihre psychotische Schwester oft keine Zeit hat. Ihren Liebhaber, der noch verheiratet ist, verschweigt sie ihrem Umfeld. Nun passieren viele merkwürdige Dinge, die Karolin an ihrem Verstand zweifeln lassen. Unter anderem verschwinden Dinge, die Autoreifen sind platt, die Windschutzscheibe zerbricht und in der Firma unterlaufen ihr angeblich Fehler.

Hier wird ganz langsam eine Geschichte vieler Ungereimtheiten aufgebaut. Karolin macht für die Schäden wahlweise ihren Mitbewerber um die Firmenleitung, die Noch-Ehefrau ihres Liebhabers und ihren Ex-Ehemann verantwortlich.



Ich habe schon viele gute Psychothriller gelesen, dieser gehört nicht dazu. Hier fehlen sowohl thrill als auch die nötige Spannung. Je länger es dauerte, je mehr Karolin sich in ihrem naiven Gedankenkarussell gedreht und völlig absurde Entscheidungen getroffen hat, desto mehr war ich genervt. Es werden wirklich viele mögliche Täter:innen angeboten, während sich das vermeintliche Opfer auf einen Feind festlegt. Wenn diese Person, deren Verhalten auch nicht nachvollziehbar ist, die Täterin gewesen wär, wäre ich entsetzt gewesen. So wurde zumindest versucht, ein überraschendes Ende zu kreieren.

So nach und nach erfährt die Leser:in mehr über Karolins Vergangenheit, die Probleme ihrer Schwester und ihrer Nichte und die Familie und Freunde ihres Liebhabers. Dadurch gibt es zwar immer mehr mögliche Täter, spannender macht es die Geschichte nicht.



Wer einen ruhigen Krimi zum Mitraten sucht, ist hier richtig. Freund:innen von Psychothrillern sollten eher Abstand nehmen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 03.04.2026

Eher langweilig

Moorgold - Ein Erzgebirgskrimi
0

Die Kriminalkommissarin Annalena Krest muss sich um den Todesfalls eines Gauklers in der Wolkensteiner Schweiz kümmern und gleichzeitig als Alleinerziehende um ihren 2jährigen Sohn.
Ihr Kollege Ralf Lorenz ...

Die Kriminalkommissarin Annalena Krest muss sich um den Todesfalls eines Gauklers in der Wolkensteiner Schweiz kümmern und gleichzeitig als Alleinerziehende um ihren 2jährigen Sohn.
Ihr Kollege Ralf Lorenz ist zur Zeit beurlaubt, weswegen sie die Ermittlungen allein führt, unterstützt nur von Nikolaus Bremer, der ihr vom Büro aus behilflich ist.

Hier wird eine Todesfallermittlung in sehr schöne Landschaftsbeschreibungen gebettet. Auch erfährt die Leserin etwas über Sagengestalten des Erzgebirges. Das hat mich neugierig gemacht.

Allerdings nimmt die Gedankenwelt der Kommissarin viel Raum ein. Ständig denkt sie darüber nach, was wohl ihr Kollege tun würde. Auch ihre Handlungen sind teilweise nicht nachvollziehbar. Beispielsweise sucht sie zweimal einen Leichenfundort auf, an dem sie sich sehr unwohl fühlt, obwohl es dort gar nichts zu ermitteln gibt.
Richtig geärgert hat mich, dass ihr Kollege sie geduzt, sie ihn aber gesiezt hat. Das widerspricht jeder Lebenserfahrung.

Insgesamt ist dieser Lokalkrimi gut und flüssig geschrieben, wobei über lange Zeit ein spannendes Element fehlt. Zum Schluss wird es einmal aufregend, da hat die durchschnittliche Leserin das Büchlein schon gelangweilt zur Seite gelegt. Ich war auch kurz davor.

Wer eine ruhige Erzählung aus dem Erzgebirge lesen möchte, wird hier ausreichend unterhalten. Für einen Lokalkrimi ist mir die Geschichte zu langweilig.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere