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Veröffentlicht am 28.02.2019

Schönes Cornwall ohne Spannung

Je dunkler das Grab
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Cornwall- dort ist alles schön, Touristen strömen dorthin, unzählige Filme und Bücher existieren und zeigen liebliche Landschaften, wunderbare Parks und Gärten, freundliche Einheimische. Ein Highlight ...

Cornwall- dort ist alles schön, Touristen strömen dorthin, unzählige Filme und Bücher existieren und zeigen liebliche Landschaften, wunderbare Parks und Gärten, freundliche Einheimische. Ein Highlight ist St. Michaelˋs Mount, eine kleine Insel auf Vulkangestein, nur bei Ebbe zu Fuß zu erreichen.
Zu einem Jubiläum ist eine Festschrift zu erstellen. Der verantwortliche Professor holt sich für den gärtnerischen Teil Hilfe einer Fachkraft. Sie ist verschuldet, einsam: sowohl Ehemann als auch Vater sind jeweils bei einem Autounfall gestorben. Die Mutter hat die Familie verlassen.
Als beide die Insel erkunden, finden sie unter einer Plane einen Ermordeten mit zertrümmertem Gesicht. Ein knurriger Inspektor und seine patente Gehilfin verhaften recht schnell einen Verdächtigen.
Eine nette, leichte Geschichte, die Mary Ann Fox geschrieben und der aufbau Verlag veröffentlicht hat. Schöne Landschaft, durchschnittliche Inselbewohner, unsympathische Gestalten, einige Klischees - fertig ist Unterhaltung für Bahnfahrten oder unaufgeregte Urlaubslektüre. Wird dem Titel, der Spannendes suggeriert, nicht gerecht.

Veröffentlicht am 27.02.2019

Abgründe

1793
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Es beginnt mit dem Fund einer grausam verstümmelten Leiche in Stockholms Abwässern. Der Körper ist kaum noch als menschliches Wesen erkennbar, nacheinander wurden Gliedmaßen amputiert und alle Sinne zerstört. ...

Es beginnt mit dem Fund einer grausam verstümmelten Leiche in Stockholms Abwässern. Der Körper ist kaum noch als menschliches Wesen erkennbar, nacheinander wurden Gliedmaßen amputiert und alle Sinne zerstört. Der, der den Toten bergen muss, ist ein Kriegsinvalide mit Holzarm, häufiger Gast in Kneipen und mit einer Art Gnadensold im Dienst der Stadt. Der ermittelnde Beamte, schwer schwindsüchtig, aber zielstrebig und engagiert, wird ihm zum Freund. Beide erzählen ihre Geschichte und verfolgen allen Widrigkeiten zum Trotz konsequent mögliche Spuren.
Niklas Natt och Dag gelingt es, einen weiten Bogen über die Gräuel des Schwedisch- Russischen Krieges über abartige Bordelle, die Französische Revolution bis zu medizinischen Hintergründen zu schlagen. Sogar die Rechtlosigkeit der Frauen im 18. Jahrhundert, Zustände in Spinn- bzw. Armenhäusern und Spielklubs werden in faszinierender Weise beschrieben.
„1793“ ist ein historischer Krimi, der den Leser in seinen Bann zieht. Immer wieder ist man erschüttert über das Verhalten der Protagonisten. Man hofft und bangt, ist angewidert und überrascht und kann nicht zu lesen aufhören.
Sehr ungewöhnlich und lesenswert.

Veröffentlicht am 27.02.2019

Der geteilte Wald

Was uns erinnern lässt
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Milla findet einen Lost Place, als Erste! Mitten im Wald ist ein versiegelter Keller, darin alte Marmeladengläser, Weinflaschen, Schulhefte von 1977. Für den perfekten Internetauftritt wären Hintergrundinformationen ...

Milla findet einen Lost Place, als Erste! Mitten im Wald ist ein versiegelter Keller, darin alte Marmeladengläser, Weinflaschen, Schulhefte von 1977. Für den perfekten Internetauftritt wären Hintergrundinformationen und Vorher- Nachher- Fotos toll. Milla beginnt zu forschen, findet tatsächlich ehemalige Bewohner und lernt die Geschichte des nun nicht mehr vorhandenen Hotels Waldeshöh kennen. Es wurde 1904 erbaut, erfolgreich von der Familie Dressel geführt. Bekannterweise wurde nach dem 2. Weltkrieg Deutschland geteilt, das Hotel lag genau im Sperrgebiet im Thüringer Wald. Welchen Schwierigkeiten und Repressalien die Dressels bis zu ihrer Zwangsevakuierung ausgesetzt waren, wird anschaulich beschrieben. Kehren sie irgendwann zurück?
Vieles hat man so nicht gewusst. Unglaublich, welchen Schikanen die Bevölkerung ausgesetzt wurde, unfassbar, was als normal erachtet wurde, welche Druckmittel eingesetzt wurden, um die Menschen klein zu halten.
Kati Naumann vermittelt die Stimmung der Dressels, man fühlt Angst und Beklemmung der Generationen. Gut gelungen ist die Verbindung der Geschehnisse von 1945 und der Folgejahre bis in die Gegenwart 2017.
Bildhaft und vorstellbar wird Deutsche Zeitgeschichte lebendig.
Gewünscht hätte ich mir zur besseren Übersichtlichkeit einen Stammbaum der Familie.
Interessant zu lesen, auch Liebe und Verrat kommen vor.
Ein empfehlenswertes Buch aus dem Harper Collins Verlag.

Veröffentlicht am 24.02.2019

Beginn einer Familiensaga

Der weiße Ahorn
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Mina Baites erzählt die Geschichte der Schuhfabrikanten Breitenbach in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Man könnte expandieren, aber eine unglückliche Geschichte aus der Vergangenheit wird von ...

Mina Baites erzählt die Geschichte der Schuhfabrikanten Breitenbach in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Man könnte expandieren, aber eine unglückliche Geschichte aus der Vergangenheit wird von einem Konkurrenten ausgenutzt. Um den Erhalt des Familienunternehmens zu sichern, wird eine Tochterfirma in Amerika geplant. Für Rose ist es die Chance, einer ungewünschten Ehe zu entgehen und eigene Pläne zu verwirklichen. Allerdings erweist sich das Erbe von Tante Funny als ganz anders als erwartet.
Ein flüchtiger Blick auf Berlin, auf die Sensationsgier der Presse und niedere Machenschaften, noch flüchtiger die Überfahrt nach Amerika auf einem Auswandererschiff. Eine Schilderung der beschwerlichen Reise vom Verlassen des Schiffs bis zum Ziel. Der Charakter Kutschen-Mary, eine historisch belegte Figur, bekam Tiefe, hier wurde es interessant. Andere Personen wurden nur kurz einbezogen, sogar die Hauptpersonen blieben blass. Hier liegt enormes Potenzial, die Aufmerksamkeit des Lesers zu fesseln. Als Auftakt einer Familiensaga ist „Der weiße Ahorn“ eine nette Bekanntschaft mit den Breitenbachs, der auf interessante Entwicklungen hoffen lässt.
Von Tinte & Feder, Amazon Media EU.


Veröffentlicht am 22.02.2019

Spannendes aus Schweden

Mitternachtsmädchen (Ein Nathalie-Svensson-Krimi 3)
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Jonas Moström hat in seinem Kriminalroman alles, was hineingehört: Gewalt, Mord, Drogen, verschiedene Verdächtige. Die Opfer des Vergewaltigers und Mörders sind alle blond, blauäugig und Studentinnen. ...

Jonas Moström hat in seinem Kriminalroman alles, was hineingehört: Gewalt, Mord, Drogen, verschiedene Verdächtige. Die Opfer des Vergewaltigers und Mörders sind alle blond, blauäugig und Studentinnen. Aber warum wird der Täter immer brutaler und nimmt zudem stets den linken Schuh und das Handy der Mädchen mit? Das zu klären, ist Aufgabe von Nathalie Svensson, psychiatrische Oberärztin, die mit einer schwedischen Ermittlereinheit tätig wird. Ein nicht wirklich kompetenter Chef behindert die Ermittlungen eher, als hilfreich zu sein. Ein Mitarbeiter, der einen Verlust nicht verarbeitet, ein sympathischer Kollege, der persönliche Schwierigkeiten hat und ein verliebter, aber internetaffiner Jungspund sind im Team.
Nathalie muss außerdem einen Sorgerechtsstreit durchstehen, eine Freundin trösten und ihre Gefühle auf die Reihe bekommen.
Ermittelt wird in alle Richtungen, welches Motiv mag der Täter gehabt haben? Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Tatorten und bedeutsamen Gebäuden in Uppsala? Sind eifersüchtige Freunde schuldig oder die Mitglieder eines frauenfeindlichen Ordens? Ehemalige Patienten mit Zwangsstörungen oder Internetbekanntschaften?
Die Polizeiarbeit wird geschildert, verschiedene Ansätze führen nicht nur die Ermittler auf falsche Fährten. Die Spannung wird konstant gehalten, besonders, wenn sich wieder eine Spur als irrelevant erweist.
Ein gut zu lesender Krimi aus dem Ullstein Verlag, übersetzt aus dem Schwedischen von N. Pröfrock und D. Mißfeldt.