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Veröffentlicht am 15.04.2024

Überleben in New York

Happy Hour
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Notizen wilder Nächte in New Yorker Stadtteil Brooklyn. Isa durchlebt eine abwechslungsreiche Zeit mit der unkonventionellen Gala, lernt viele Menschen kennen, hat flüchtige Abenteuer. Mal trifft man Diesen, ...

Notizen wilder Nächte in New Yorker Stadtteil Brooklyn. Isa durchlebt eine abwechslungsreiche Zeit mit der unkonventionellen Gala, lernt viele Menschen kennen, hat flüchtige Abenteuer. Mal trifft man Diesen, mal Jenen, eine Aufzählung. Ohne Aufenthaltserlaubnis, mit dem Verkauf schludrig selbstgenähter Kleider oder als Statisten verdienen sie etwas Geld, schnorren sich durch und treiben durchs Leben. Immer öfter bewegt sie nur die Antwort auf folgende Fragen: »Wo schlafe ich heute?« und »Gibt mir diese Person eine Mahlzeit aus?«. Es ist bitter, aber was kann sie machen? Zunehmend genervt schildert sie, wie sie sich durchschlägt. Zunehmend langweilig die Wiederholungen für den Leser.
Marlowe Granados lässt ihre Isa nur mitunter interessant erzählen, Details beschreiben, genau beobachten und zynisch werten. An Geld zu kommen wird immer schwieriger. Dass sie ausgenutzt wird, ist ihr bewusst. Kann und will Isa so weitermachen? Anfänglich mochte ich Isa nicht, anfänglich schien ihr Leben toll. Dann tat sie mir nur noch leid. Was für ein fürchterliches Leben!

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Veröffentlicht am 15.04.2024

Der 24/7 Laden

Frau Yeoms kleiner Laden der großen Hoffnungen
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Der obdachlose Dok-go befreit Frau Yeom zwei Mal aus misslichenSituationen, schont sich dabei nicht. Da die Kioskbesitzerin dringend eine nächtliche Aushilfe sucht, gibt sie ihm den Job. Kümmert sich um ...

Der obdachlose Dok-go befreit Frau Yeom zwei Mal aus misslichenSituationen, schont sich dabei nicht. Da die Kioskbesitzerin dringend eine nächtliche Aushilfe sucht, gibt sie ihm den Job. Kümmert sich um ihn.
Kim Ho-Yeon schildert die Mentalität von Frau Yeom, von Dok-go, ihrer jungen Angestellten Si-hyeon und anderer sehr gut vorstellbar, berichtet von ihren sehr verständlichen Sorgen. Das Ladenteam hilft sich gegenseitig, dort wird mehr Rückhalt als bei den eigenen Verwandten geboten. Die sind oft unerträglich. Nicht nur den Kollegen, auch anderen Kunden zeigt Dok-ngo auf, wie sie ihr Leben zum besseren ändern können. Eine Idealgestalt in einem Herzensroman, der in einem fein geschliffenen Sprachstil beeindruckt.

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Veröffentlicht am 15.04.2024

Karg

Der Heumacher
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Knut Hansen Nesje lebt in der Kleinstadt Molde. Harte Arbeit und wenig Lohn kennzeichnen sein Leben. Die Frau ist gestorben, sein Sohn fast flügge, da begegnet ihm die tatkräftige Serianna. Die Erfüllung ...

Knut Hansen Nesje lebt in der Kleinstadt Molde. Harte Arbeit und wenig Lohn kennzeichnen sein Leben. Die Frau ist gestorben, sein Sohn fast flügge, da begegnet ihm die tatkräftige Serianna. Die Erfüllung seines Traumes von einem kleinen Stück selbstzubewirtschschaftendem Land und ein wenig Glück rückt näher.
Schwägerin Gjertine hat einen ganz anderen Traum.
Edvard Hoem erzählt sehr klar, sehr wertungsfrei. Seine Figuren sind präzise in ihren Aussagen, reden kargen Klartext, haben feste Moralvorstellungen. Sein Roman schildert Begebenheiten des Alltags in Norwegen, an einem Fjord mit wunderschöner Natur, aber wenig rentabler Wirtschaft. Detailgenau werden kärgliche Erbschaften aufgelistet. Ein steter Ablauf eintöniger Tage voller Mühsal wird geschildert.
Nach „Die Hebamme“ ein weiteres Werk von Edvard Hoem, das sich nicht leicht liest, auf das man sich einlassen muss. Das wollte mir anfänglich eher nicht gelingen, der zweite Teil allerdings, der Neuanfang Gjertines in Amerika, sprach mich an. Mit Einschränkung also ist das Leben der beiden Hauptfiguren Nesje und Gjertine durchaus lesenswert.

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Veröffentlicht am 09.04.2024

Ein Leben um 1913

Hoffnung auf eine glückliche Zukunft
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Anna ist 13 und muss von zuhause fort, vielleicht für immer. 1913 reist sie in die Schweiz, arbeitet in einem Hotel. Fleißig und willig bewältigt sie alle Anforderungen lernt sogar bedeutende Personen ...

Anna ist 13 und muss von zuhause fort, vielleicht für immer. 1913 reist sie in die Schweiz, arbeitet in einem Hotel. Fleißig und willig bewältigt sie alle Anforderungen lernt sogar bedeutende Personen kennen und kämpft mutig um ein besseres Leben. Und dann war da auch noch August …
Gaby Hauptmann beschreibt sehr anschaulich die Zeit um 1913 und später, sie lässt den Leser an Annas Leben teilhaben. Das ist interessant und erlebnisreich. Einige zeitgeschichtliche Ereignisse runden die Erzählung ab. Liest sich gut und lässt eine spannende Fortsetzung erwarten.

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Veröffentlicht am 04.04.2024

Die Band

Otto in der Unterwelt
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Musiker Otto möchte Freundin Rike retten. Aus der Unterwelt! Ein Tunnelbau entlässt Höllenwesen (dreiköpfige Dackel …) in die Berliner Luft. Fabelwesen mischen die Bevölkerung auf. Hilfe!
Also begibt ...

Musiker Otto möchte Freundin Rike retten. Aus der Unterwelt! Ein Tunnelbau entlässt Höllenwesen (dreiköpfige Dackel …) in die Berliner Luft. Fabelwesen mischen die Bevölkerung auf. Hilfe!
Also begibt sich Otto in die Unterwelt und muss, um zu seiner Rike zu kommen, den Fährmann überzeugen, ihn überzusetzen. Dazu erzählt er seine Geschichte, recht ausführlich sogar.
Sebastian Niedlich überträgt die griechische Götterwelt ins hier und heute und lässt große Teile der Bevölkerung in vorauseilendem Gehorsam kuschen und plötzlich einem regelrechten Griechenwahn verfallen. Er spart nicht mit Andeutungen auf Ätzzustände in der Jetztzeit und beschreibt seine Protas so, dass sie leicht mit ihren „Vorbildern“ in heutiger Zeit zu identifizieren sind. Betriebsblinde Männer inclusive. Das ist über lange Strecken lustig und humorvoll geschrieben. Der Wahnwitz steigert sich, die Götterwesen spalten mit ihren Angewohnheiten die Meinungen Menschen.
Humorige Unterhaltung voller (un-) versteckter Andeutungen, die Spaß macht, zu lesen.

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