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Veröffentlicht am 01.07.2024

Eine Person kann eine Menge bewirken

Bea & Nyx – Der Baum zwischen den Zeiten
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"Wenn die Welt untergeht, sind wir alle gleich. Dann ist niemand besser oder cooler oder beliebter als eine andere Person. Niemand besitzt dann mehr Wert - weder Präsidenten noch Könige noch dieses Mädchen ...

"Wenn die Welt untergeht, sind wir alle gleich. Dann ist niemand besser oder cooler oder beliebter als eine andere Person. Niemand besitzt dann mehr Wert - weder Präsidenten noch Könige noch dieses Mädchen vor mir." (S.156)

Bea findet in einem Astloch ihres Lieblingsbaumes eine Botschaft. Sie freut sich, denn ebenso wie die Absenderin Nyx wünscht sie sich schon lange eine Freundin. Die Mädchen verfehlen sich immer wieder, schließlich begreifen sie, dass sie zwar beide in Tasmanien, aber in unterschiedlichen Zeiten leben. Bea 2023, Nyx 70 Jahre später. Der gemeinsame Lieblingsbaum sorgt für die Verbindung. Es wird abwechselnd aus den Perspektiven der Mädchen erzählt, so das man einen guten Einblick in die jeweililgen Lebensumstände erhält.

Schnell ändert sich der Ton, Nyx hatte anfangs Sorgen wegen des geplanten Umzuges nach dem Tod der Mutter, aber dieser ist plötzlich aufgrund von Katastrophen nicht mehr möglich. Ihr bleibt nur der Hilferuf in die Vergangenheit. Bea möchte gerne helfen und sucht nach Möglichkeiten. Sie wird in der Schule gemobbt und hat trotzdem immer wieder den Mut neue Dinge anzugehen.

"Eine Person kann eine Menge bewirken" (S.223)

Das Buch ist kurzweilig und spannend geschrieben. Die wechselnden Blickwinkel sorgen für Tempo und stellen die Lebensumstände der beiden Mädchen sehr gut dar. Die Auswirkungen des Klimawandels können hier durch die Berichterstattung gefühlt live miterlebt werden, das macht das Buch sehr spannend und temporeich.

Nyx lebt sehr einsam in der verbrannten perspektivlosen Zukunft, die Menschen verkehren nur noch viral miteinander, echte Kontakte gibt es kaum. Die Ernährungssituation hat sich dramatisch verändert. Bea erfährt aufgrund ihrer Ausgrenzung ähnliche Einsamkeit, hat jedoch eine scheinbar intakte Umwelt und liebevolle, zugewandte Eltern, die ihr bedingungslos vertrauen. Beide Mädchen sind trotz ihrer bisherigen Erlebnisse sehr offen, mutig und neugierig.

Aufgrund der mystischen Brieffreundschaft ist nicht alles an dieser Geschichte real nachvollziehbar, aber die Probleme des Klimawandels und auch die im Leben der Kinder wirken sehr authentisch. Bei einigen Themen hätte ich mir eine bessere Ausarbeitung gewünscht, z.B. bei dem Thema Mobbing. Aber für die Zielgruppe ist der Umfang und der gewählte Erzählstil gut gewählt. Die Botschaft, das jeder Einzelne etwas bewirken kann, wird sehr deutlich. Im Nachwort äußern sich die Autorinnen hierzu ebenfalls. Sie sind sich wie Bea und Nyx noch nie im echten Leben begegnet und leben an den Schauplätzen der Geschichte.

Lesenswert

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Veröffentlicht am 14.06.2024

Nordseeakte Teil 3

Akte Nordsee - Das schweigende Dorf
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Auch im dritten Teil der Nordseeakte ermitteln die Rechtsanwältin Fentje und der Journalist Niklas wieder gemeinsam. Damit ist es kein klassischer Krimi, in dem die Polizei die Ermittlung in der Hand hat. ...

Auch im dritten Teil der Nordseeakte ermitteln die Rechtsanwältin Fentje und der Journalist Niklas wieder gemeinsam. Damit ist es kein klassischer Krimi, in dem die Polizei die Ermittlung in der Hand hat. Es handelt sich eher um Cozy Crime, das Privatleben der Hauptfiguren und ihrer Familien spielen wieder eine beträchtliche Rolle.

Im neuen Fall versuchen Fentje und Niklas ein Verbrechen aufzuklären, dass viele Rätsel aufgibt. Es gilt weit zurück in die Vergangenheit zu recherchieren, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Die Autorin erzählt, wie immer sehr gekonnt und gestaltet die Figuren und Schauplätze sehr authentisch. Das Lesen ist kurzweilig und unterhaltsam, dennoch handelt es sich hier um den mit Abstand schwächsten Teil der Reihe. Der Kriminalfall gerät aufgrund der privaten Verwicklungen sehr stark in den Hintergrund und vieles an der Aufklärungsarbeit erschien mir zu konstruiert. Das titelgebende schweigende Dorf wird jedoch sehr gut vorgestellt und lebt das genannte Konzept in allen Lebenslagen, hier wird vieles unter den Tisch gekehrt.
Die Themen Gewalt gegen Frauen und Mobbing werden gut in die Handlung eingebracht, finden jedoch keine zufrieden stellende Lösung oder ein passendes Statement.
Insgesamt habe ich dieses Buch gerne gelesen, was an dem kurzweiligen Erzählstil lag und den sympathischen Hauptfiguren. Aber die privaten Verwirrungen haben hier viel zu viel Raum bekommen und teilweise genervt. Dass Menschen kurz vor den Vierzigern so kindisch agieren, hätte ich nicht in epischer Breite lesen müssen, die dadurch entstanden unnötigen Längen gingen zulasten einer schlüssigen Krimihandlung. Da ich das Konzept dieser Reihe und auch die Autorin sehr mag, warte ich auf Teil vier, der mich hoffentlich wieder vollständig begeistern kann.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 28.05.2024

Gedanken über die Arbeit

Mit Herz und Hingabe arbeiten
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Daisy Gräfin von Arnim plaudert in diesem Buch ein wenig aus dem Nähkästchen und lädt dazu ein die tägliche Pflicht, unsere Arbeit, unter neuen Blickwinkeln zu betrachten. Die Apfelgräfin empfindet ihre ...

Daisy Gräfin von Arnim plaudert in diesem Buch ein wenig aus dem Nähkästchen und lädt dazu ein die tägliche Pflicht, unsere Arbeit, unter neuen Blickwinkeln zu betrachten. Die Apfelgräfin empfindet ihre Arbeit als Segen, das ist sicherlich nicht eins zu eins auf die breite Masse zu übertragen. Manch Einer muss arbeiten um sich sein Leben leisten zu können, dabei sind die Bedingungen nicht immer ideal oder Vorlieben und Interessen können nicht ausreichend berücksichtigt werden, da ist sicherlich oft vieles den Umständen geschuldet, das es keine erfüllenden Gefühle gibt. Obwohl ich die Übertragbarkeit auf die Allgemeinheit nicht in allen Teilen so sehe, habe ich das Buch sehr gerne gelesen und die schönen Bilder betrachtet.

Die Autorin nähert sich Thema als Christin und Unternehmerin, sie verliert aber auch die Angestellten nicht aus dem Blick. Die Texte lassen sich leicht lesen, Ausdruck und Kapitellänge sind gut zu bewältigen. Durch die Familienerinnerungen, ihre Kindheitserinnerungen haben sie sehr geprägt, entwickelt sie das Thema immer weiter fort. Gegliedert ist das Buch in die Bereiche: Was ist eigentlich Arbeit? Die Last der Arbeit, Der Segen der Arbeit, Vorbilder, Gebete und Gedanken. Insbesondere die christliche Aspekte haben mir hier gut gefallen. Die Autorin wirkt sehr sympathisch, man hat den Eindruck sie kennenzulernen und dass sie ihre Perspektiven und Ansichten gerne teilt. Das Arbeit Freude bereiten soll und nach Möglichkeit die persönliche Berufung erfüllen soll, ist unbestritten.

Ein sehr schön gestaltetes Buch, welches interessante Einblicke in das Leben der Autorin, aber auch nachdenkliche Impulse bietet.

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Veröffentlicht am 28.05.2024

Das Watt erleben

Watt erleben
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Das Wattenmeer ist eine spannende einzigartige Landschaft, in der es sehr viel zu entdecken gibt. Häufig kann man Pflanzen und Tiere nicht so einfach zuordnen, das kleine Büchlein schafft Abhilfe und stellt ...

Das Wattenmeer ist eine spannende einzigartige Landschaft, in der es sehr viel zu entdecken gibt. Häufig kann man Pflanzen und Tiere nicht so einfach zuordnen, das kleine Büchlein schafft Abhilfe und stellt Vieles vor, was einem dort begegnet. Es ist kein Bestimmungsbuch, sondern stellt zu den Themen Säugetiere, Vögel, Pflanzen, Spülsaum, Salzwiesen die Arten vor, die einem dort häufig begegnen. Die Fotos sind sehr schön und zeigen deutlich die Besonderheiten, so ist ein Zuordnen leicht. Die Texte verzichten weitergehend auf Fachjargon und Fremdwörter, so dass auch Kinder ihren Spaß haben, wenn sie Dinge auf den Bildern Wiedererkennen und den dazugehörigen Text lesen. Das Buch ist klein, handlich und leicht, so dass man es unterwegs problemlos mitnehmen kann. Für uns war es ein guter Mix an Informationen, nicht zu ausführlich, aber auch nicht zu knapp. Es wird gezeigt, was man am ehesten finden kann, wenn man sich aufmacht um Watt zu erleben.

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Veröffentlicht am 28.05.2024

kulinarisches Abenteuer

Salt and Silver am Meer
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Die beiden Autoren lieben es zu reisen, zu surfen und zu kochen. Nach jahrelangen Reisen rund um den Globus sind sie in Sankt Peter Ording angekommen und bieten dort nun eine einzigartige Küche in ihrem ...

Die beiden Autoren lieben es zu reisen, zu surfen und zu kochen. Nach jahrelangen Reisen rund um den Globus sind sie in Sankt Peter Ording angekommen und bieten dort nun eine einzigartige Küche in ihrem Restaurant an. Viele der Rezepte sind in diesem Buch zu finden und die Inspirationen aus Marokko, California, Libanon, Israel, Toskana, Portugal, Japan, Korea und Lateinamerika sorgen für geschmackliche Höhepunkte.

Das besondere Kochbuch ist mit vielen Bildern von den Reisen angereichert, die Lust auf die vorgestellten Orte und aufs Nachkochen der beschriebenen Gerichte machen. Mir gefallen die kurzen Reiseberichte mit den individuellen Anekdoten sehr gut. Außerdem gibt es einen kurzen Abriss zum Restaurant, den Anfängen hierzu, Zutaten, Quellen und Küchenwerkzeug.

Die Rezepte sind in die Abteilungen Austern, Frühling, Sommer, Herbst, Winter, Grundrezepte eingeteilt, was mir gut gefällt, da ich auch überwiegend saisonal koche. Aus der Rubrik Frühling habe ich schon fleißig einiges ausprobiert. Der Panierte weiße Spargel mit Bärlauchpesto gefiel uns am Besten, den gibt es auf jeden Fall wieder. Die Mezze-Tafel hat uns begeistert. Nun warten wir auf die erste Zucciniblüte im Garten, um "knusprige Zucciniblüte mit Safran-Aioli" zuzubereiten, das Rezeptfoto ist so toll, ein echter Hingucker. Der ungewöhnlichen Mix: Burrata auf Rhabarber mit Levante Crunch schafft es zur Zeit wöchentlich auf unseren Speiseplan.

Zu jedem Rezept gibt es ein ansprechendes ganzseitiges Foto, die Beschreibung, Zutaten und Anleitung finden sich jeweils auf der gegenüberliegenden Seite. Den Anweisungen sind verständlich und nachvollziehbar. Auf Nährwertangaben wurde aber leider verzichtet.

Mir gefallen die teils ungewöhnlichen Mischung in den Rezepten sehr gut, auf die Rezepte für Herbst und Winter freue ich mich schon.

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