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Veröffentlicht am 25.08.2018

Adrenalin pur

D.I. Helen Grace: Blinder Hass
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Achtung, Teil 7 einer Reihe - leichte inhaltliche Spoiler zum Vorgänger.

Nachdem sich Helen Graces Unschuld heraus gestellt hat und sie nach drei Monate im Gefängnis entlassen wurde, ist sie zurück auf ...

Achtung, Teil 7 einer Reihe - leichte inhaltliche Spoiler zum Vorgänger.

Nachdem sich Helen Graces Unschuld heraus gestellt hat und sie nach drei Monate im Gefängnis entlassen wurde, ist sie zurück auf ihrem alten Posten. Doch diese Zeit ist nicht spurlos an ihr vorbei gegangen und sie ist ihren Kollegen, allen voran DS Sanderson, gegenüber sehr misstrauisch. Doch dann wird sie auf dem Weg zur Arbeit beinahe Zeugin eines skrupellosen Überfalls, bei dem eine junge Frau getötet wurde. Kaum sind die Ermittlungen zu diesem Fall auf Touren, kommt es schon zu dem nächsten Überfall auf einen Apotheker. Schnell ist klar, die Fälle hängen zusammen und es sieht nach einem regelrechten Rachefeldzug aus. Nun heißt es doch für Grace und ihr Team zusammenzuhalten, denn sie müssen herausfinden, was die Täter antreibt und ob und wo sie wieder zuschlagen werden.
Meine Meinung
Ein sehr düsteres Cover ziert den neuen Thriller des Autors Matthew J. Arlidge und allein dieser Name reicht schon aus, um mich auf das Buch neugierig zu machen.
Dieses Mal war ich besonders gespannt darauf, wie es weitergehen wird mit D.I. Helen Grace, denn die Erfahrungen aus dem vorherigen Band mussten ja auch verarbeitet werden, aber dazu später mehr.
Hier gelingt wieder einmal der Einstieg besonders leicht, denn man befindet sich umgehend im Geschehen und ist sofort bei der Sache. Wie immer schreibt Arlidge sehr direkt und temporeich und dadurch wird man auch gleich an die Seiten des Thrillers gefesselt.
Die sehr kurzen Kapitel und die ständig wechselnden Perspektiven sorgen für ganz viel Tempo. Es kommt zu unvorhersehbaren Wendungen und Überraschungen und das macht das Geschehen lebendig und glaubwürdig. Die Handlung spiegelt nur einen einzigen Tag wieder und das macht diesen grausigen Amoklauf noch klarer und eindringlicher. Dadurch, dass der Leser auch immer wieder kurz Opfer oder andere Personen des Geschehens kennenlernt, wird es noch erschreckender, denn die Opfer sind Menschen wie du und ich. Alles in allem erhält der Leser hier nur wenige Momente, in denen er zum Luft holen kommt und das Adrenalin sinkt. Dadurch wird der Thriller wieder einmal zu einem wahren Pageturner, der erst zur Ruhe kommen lässt, wenn man am Ende ankommt.
Der Fall ist sehr grausam und doch auch recht nah an der Realität. Man kann sich durchaus vorstellen, dass es so oder so ähnlich passieren kann. Oft genug haben reale Ereignisse gezeigt, dass Arlidge hier nicht weit von der Realität bleibt. Stattdessen macht er, wie oben erwähnt, klar, dass es jeden treffen kann und er erläutert durchaus auch, wie es dazu kommen kann.
Wie auch sonst ist D.I. Helen Grace die Protagonistin, doch man spürt ihr dieses Mal deutlich an, dass die vorausgegangenen Ereignisse Spuren bei ihr hinterlassen haben. Die sonst so toughe und loyale D.I. hat hier häufiger mit Momente der Vergangenheit, die in ihrem Kopf herumspuken, zu kämpfen. Das machte sie mir aber noch ein Spur menschlicher und glaubwürdiger. Auch DS Sanderson leidet hier deutlich an ihren früher getroffenen Entscheidungen. Auch Reporterin Emilia Garanita, bei der ich mir bis heute nicht sicher bin, ob ich sie überhaupt mag, muss sich dank falscher Entscheidungen neu behaupten. Tatsächlich lernt man in diesem Band sogar ein wenig eine andere Seite von ihr kennen.
Gefallen haben mir hier auch wieder die Einblicke, die der Leser von den Tätern erhält. Diese mögen auf den ersten Blick recht stereotypisch sein, wirken dadurch aber auch wieder glaubhaft.
Mein Fazit
Wer die vorherigen Thriller aus der Feder des Autors Matthew J. Arlidge mochte, wird auch hier wieder seine wahre Freude beim Lesen haben. Spannend, voller Tempo und Adrenalin, zum Mitfiebern und Nachdenken, zeigt dieser Thriller einmal mehr, wie gut dieser Autor schreiben kann. Ich hatte wieder ein paar spannende Lesestunden, in denen ich das Buch nicht aus der Hand legen wollte. Wie immer: Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 25.08.2018

Von der ersten Seite an fesselnd

Der Schatten
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Nach der Trennung von ihrem Lebensgefährten zieht die Journalistin Norah von Berlin nach Wien. Hier will sie unter ihrem alten Leben einen Schlussstrich ziehen und die Vergangenheit hinter sich lassen. ...

Nach der Trennung von ihrem Lebensgefährten zieht die Journalistin Norah von Berlin nach Wien. Hier will sie unter ihrem alten Leben einen Schlussstrich ziehen und die Vergangenheit hinter sich lassen. Doch schon am ersten Tag auf dem Weg zu ihrer neuen Arbeit, macht sie eine seltsame Begegnung. Eine alte Bettlerin macht ihr eine Prophezeigung, die ihr nicht mehr aus dem Kopf geht. Am elften Februar wird sie gegen 22.00 Uhr im Wiener Prater einen Mann namens Arthur Grimm töten. Norah ist aufgewühlt und die Worte gehen ihr nicht mehr aus dem Kopf. Sie macht sich auf die Suche nach der alten Frau und auch nach Arthur Grimm und je mehr sie herausfindet, desto mehr scheint das alles mit einer Sache aus Norahs Vergangenheit zu hängen.
Meine Meinung
Ein schlichtes Cover, das trotzdem es weiß ist, auch ein wenig düster und unheimlich wirkt. Es wäre mir vielleicht nicht gleich aufgefallen, aber da ich bereits die vorherigen Werke der Autorin mochte, wäre spätestens der Name auf dem Cover ein Grund für mich, zu dem Buch zu greifen.
Der Einstieg in diesen Thriller gelingt sehr gut, man ist gleich mitten im Geschehen und erfährt auch schon ein wenig über die Protagonistin. Melanie Raabes Schreibstil ist absolut gelungen, denn sie schafft es eine Atmosphäre mit ihren Worten aufzubauen, bei der man das Gefühl hat, gleich mittendrin im Geschehen zu sein. Man spürt hier die gesamten Emotionen der Protagonistin und fühlt mit ihr die Hoffnung auf einen Neubeginn, die einsetzende Verwirrung, dann Beklemmung bis hin zu Angst. Ich war wieder von der ersten bis zur letzten Seite dieses Buches gefesselt und konnte es einfach nicht aus der Hand legen.
Durch diese dichte Atmosphäre wird auch die Spannung hoch gehalten, zwar ist es zu Beginn noch ruhig, doch das ändert sich sehr schnell, denn spätestens ab dem Moment der Prophezeiung will man einfach nur wissen, was da nun hintersteckt. Immer wieder gibt es neue Wendungen und Überraschungen für den Leser und man weiß am Ende nicht mehr, was wahr ist und was nicht. Man ist hier beinahe wie die Protagonistin im Taumel zwischen Realität und Verwirrung und das hat mich absolut in Atem gehalten.
Zu der Story an sich möchte ich eigentlich gar nicht so viel verraten, denn man stößt hier immer wieder auf neue Überraschungen, die die Spannung steigern. Durch den Erzähler in dritter Person bleibt man zwar ein wenig der Beobachter, aber durch die geschickt eingesetzte Sprache kann man hier absolut nachempfinden, wie sich Norah fühlt.
Norah ist eine genau gezeichnete Protagonistin, von der man ein sehr ausgefeiltes Bild erhält. Sie scheint stark und mutig und sie setzt sich für andere, insbesondere für Frauen, ein. Doch so nach und nach spürt man, dass auch sie etwas mit sich trägt, etwas aus ihrer eigenen Vergangenheit, was sie bis heute nicht losgelassen hat. Trotzdem ist sie eine bewundernswerte Frau mit dem Herz am rechten Fleck, auch wenn sie manchmal aus dem Bauch heraus reagiert. Neben Norah gibt es noch ein paar wenige Nebencharaktere, die aber deutlich blasser bleiben als die Protagonistin. Trotzdem bekommen sie soviel Leben eingehaucht, dass man ein klares Bild von ihnen erhält, wie z. B. ihren Freunden Max und Paul.
Mein Fazit
Absolut atmosphärisch und spannend erzählt, so dass ich hier ganz dicht an der Protagonistin Norah blieb und ihre Gefühle beinahe schon live miterleben konnte. Eine Story, die mit vielen Überraschungen und Wendungen daher kommt und mit deren Ende ich gar nicht gerechnet hätte. Melanie Raabe konnte mich wieder einmal mit ihrem Thriller in Atem halten und begeistern. Wer Bücher mit viel Spannung mag, sollte unbedingt zu den Büchern der Autorin Melanie Raabe greifen. Mich hat dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt.

Veröffentlicht am 25.08.2018

Gelungene Umsetzung

Der Sturm
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Bei einer Seereise geraten der König von Napoli samt Gefolge und seinem Sohn Feridan in einen Sturm. Tonio, der Herzog von Milan, der einst der Kanzler war, glaubt sofort zu wissen, woher dieser Sturm ...

Bei einer Seereise geraten der König von Napoli samt Gefolge und seinem Sohn Feridan in einen Sturm. Tonio, der Herzog von Milan, der einst der Kanzler war, glaubt sofort zu wissen, woher dieser Sturm kommt, denn einst gab es Unstimmigkeiten mit seinem Bruder Prospero, der damals der Herzog Milans war. Hinter all dem verbirgt sich eine Geschichte, die Feridan noch nicht kennt und so beginnt Tonio zu erzählen, was sich einst zutrug. Prospero war als Herzog immer ein großer Herrscher, doch als seine Frau plötzlich verstirbt, fällt er in tiefe Verzweiflung. Er glaubt, dass er nur glücklich werden kann, wenn er seine Frau wieder zum Leben erweckt. Dabei soll ihm die Hexe Coraxa, die sich in Gefangenschaft befindet, und ein mysteriöses Buch helfen. Doch dabei geht einiges schief und alles ändert sich.
Meine Meinung
Bereits mit der Kalypto Trilogie konnte mich Tom Jacuba fesseln und als ich dann von dieser Shakespeare Adaption erfuhr, war ich sehr neugierig. Das Werk lehnt sich an Shakespeares Der Sturm an und ich muss zugeben, dass ich dieses Werk nie gelesen habe, somit kann ich also keinerlei Vergleiche zum Original ziehen und ging völlig unvoreingenommen ans Lesen. Ich denke, hier sind Kenntnisse zum Orginalwerk nicht von Nöten.
Das Cover des Buches gefällt mir gut und es passt sehr gut zu der Geschichte, wie man schon allein am Titel erkennen kann. Es sticht auf jeden Fall hervor und wirkt harmonisch.
Zu Beginn der Geschichte wusste ich noch so gar nicht, in welche Richtung mich das alles führen sollte, denn hier verrät der Klappentext schon wieder mal recht viel von dem, was eigentlich erst zum Ende des Mittelteils beginnt. Tom Jacubas Schreibstil ist sehr detailliert, Gestalten, aber auch Umgebungen werden gut dargestellt und vorstellbar. Auch sonst ist er sprachlich durchaus der Zeit, in der die Geschichte spielt, angepasst und doch so modern, dass es fesseln kann.
Die Spannung wird eher langsam aufgebaut, wobei es sich durchaus stetig steigert. Auf Grund des recht detaillierten Schreibstils wirkt es hier und da etwas lang, wobei es nicht langweilig wird. Dadurch, dass die Geschichte so aufgebaut ist, dass ein Charakter die Ereignisse erzählt bekommt, wirkt es auch genau so: wie eine Erzählung. Das ein oder andere Ereignis, vor allem später auf der Insel, wurde mir ein wenig zu leicht gelöst, vor allem der Konflikt mit den dort lebenden Geschöpfen.
Das Worldbuilding hat mir gut gefallen, magisches wird mit der realen Welt verknüpft, wobei es für mich ruhig noch ein wenig mehr um die Magie hätte gehen können. Manches wird hier auch nur zwischen den Zeilen erzählt, so dass der Leser auch selbst ein wenig miträtseln kann. Die Atmosphäre ist teils magisch, teils ein wenig düster, aber passt hier perfekt und verfehlt seine Wirkung nicht.
Die Perspektiven der Geschichte wechseln, wobei Prospero hier durchaus viel Raum einnimmt. Doch auch seine Tochter Miranda erhält hier eine wichtige Rolle. Doch ihre Handlungen werden durch einen personellen Erzähler beschrieben, der den Leser hier eher als Zuschauer fungieren lässt.
Die Charaktere der Geschichte sind sehr gut und detailliert ausgearbeitet. Man kann ihnen bei ihren Veränderungen förmlich zusehen, allem voran natürlich Prospero. Dieser ist zunächst noch ein recht wohlwollendender Herrscher, doch seine Verzweiflung lässt ihn manches Mal unkontrolliert handeln. Seine Entwicklung ist glaubwürdig, vor allem auch der Hass, in den er sich immer mehr hineinsteigert.
Miranda ist ein fast schon ätherisch wirkendes Wesen, sehr liebevoll, aber auch extrem stur. Man spürt ihr behütetes Aufwachsen in ihren Handlungen. Weitere Figuren, vor allem die fantasievolleren Figuren, werden genau beschrieben und charakterisiert.
Mein Fazit
Wie auch schon mit der Kalypto Trilogie konnte mich Tom Jacuba auch hier wieder mit seinen Ideen und Vorstellungen überzeugen. Die detaillierten Beschreibungen sind vielleicht nicht jedermanns Sache, dürfte aber durch lesen einer Leseprobe bereits im Vorfeld zu erkennen sein. Mir gefällt der Stil des Autors, denn er schafft es Umgebungen und Personen lebendig werden zu lassen. Man kann es nicht mit Kalypto vergleichen, da diese Werke nichts miteinander gemeinsam haben, aber wer Fantasy mag, sollte hier einfach mal hineinschnuppern.

Veröffentlicht am 20.08.2018

Gelungenes Finale

Silberschwingen 2: Rebellin der Nacht
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Achtung – Band 2 einer Dilogie, deshalb inhaltliche Spoiler vorhanden!

Es ist nun mehr als deutlich geworden, dass Thorn ein Halbwesen ist, halb Mensch, halb Silberschwinge und genau das zeigen auch ihre ...

Achtung – Band 2 einer Dilogie, deshalb inhaltliche Spoiler vorhanden!

Es ist nun mehr als deutlich geworden, dass Thorn ein Halbwesen ist, halb Mensch, halb Silberschwinge und genau das zeigen auch ihre roten Flügel. Doch da dies in den Augen der Oberen des Clans der Silberschwingen Verrat bedeutet, hat sie sich den Rebellen angeschlossen, obwohl sie dem Sohn des Laird, Lucien York, versprochen war. Gemeinsam mit Riley ist ihr aber die Flucht vor dem Rat und somit auch vor Lucien gelungen, doch dabei hat sie ihn verletzt und das nicht nur körperlich. Doch der Rat gibt nicht so schnell auf, sie wollen Thorn und setzen Verfolger auf sie an. Lucien bietet sich an, diese Aufgabe zu übernehmen und das, obwohl er noch unter großen Schmerzen leidet, die die Bestrafung des Clans, die er über sich ergehen lassen musste, herbeigeführt haben.
Meine Meinung
Oh, dieses Cover, es ist absolut traumhaft und passt hervorragend zu dem ersten Band, doch nicht nur der Umschlag ist aussergewöhnlich gestaltet, sondern auch das Buch an sich schimmert. Für Coverliebhaber schonmal ein wahres Highlight.
Auch der Einstieg in den zweiten Teil der Dilogie gelingt problemlos, denn die Autorin Emily Bold knüpft beinahe nahtlos an das Geschehen des ersten Bandes an. Allerdings sollte man diesen auch unbedingt vorher gelesen haben, da die Bücher aufeinander aufbauen.
Wie bereits im ersten Teil konnte mich Emily Bold sehr schnell wieder an ihre Geschichte fesseln. Sie schreibt klar und leicht verständlich, ist dabei aber auch sprachlich modern und jugendlich, so dass auch die jüngeren Leser hier angesprochen werden. Ganz besonders gut hat mir gefallen, dass die Autorin in ihrer Geschichte nicht nur dieses neue Volk der Silberschwingen zum Leben erweckt, sondern auch alte Mythen und Sagen mit in ihre Geschichte einbaut. Das alles passt so hervorragend zusammen, so dass das Gesamtbild einfach nur passend und stimmig ist. Es macht Spaß, diese moderne Fantasygeschichte mit alten Elementen verbunden zu lesen.
Im zweiten Band wird es noch einmal mehr spannend, denn hier gibt es so einige Konflikte, nicht nur die zwischen dem Clan der Silberschwingen und den Rebellen. Auch Thorn muss sich hier deutlich über ihre Gefühle im Klaren werden und wem sie letzten Endes Glauben und Vertrauen schenkt, scheint nicht immer ganz leicht. Somit ist dieser Band eine Mischung aus Liebe, Verrat, Spannung und wirkt weiterhin durchdacht.
Was mir ebenso gefallen hat, ist die Darstellung der Settings, die dank gelungener Beschreibungen lebendig werden und den Leser mitten ins Geschehen setzen. Obenrein gibt es immer wieder Überraschungen und unvorhersehbare Ereignisse für den Leser, die Rebellin der Nacht zu einem Pageturner werden lassen.
Wie schon zuvor wechseln auch hier die Perspektiven, zwischen Thorn und Lucien, aber auch hin und wieder zu wichtigeren Nebencharakteren, wie z. B. Nyx. Während man Thorns Sicht aus der Ich-Perspektive verfolgt, erlebt man die weiteren Perspektiven durch den Erzähler in dritter Person. Dieser Wechsel versetzt den Leser zum einen tief in die Gefühls- und Gedankenwelt der Protagonistin, lässt ihn aber auch gleichzeitig zusehen, wie die anderen handeln, was natürlich ebenso für Spannung sorgt.
Thorns Entwicklung hat mir sehr gut gefallen, denn sie ist deutlich reifer geworden. Sie hat ihre Meinung und wirkt wesentlich gefestigter in ihrem Handeln. Auch wenn sie immer noch überlegen muss, wem sie wirklich Vertrauen schenken kann und wem nicht, bleibt sie sich treu und steht zu denen, die sie liebt.
Lucien war mir im ersten Band noch nicht zu hundert Prozent sympathisch, doch auch er hat eine deutliche Wandlung vollzogen und konnte mich hier letzten Endes doch noch überzeugen. Auch er wirkt wesentlich reifer als noch zuvor und ist durchaus als der Sohn eines Lairds zu betrachten.
Doch nicht nur die Protagonisten sind hier überzeugend, auch die Nebencharaktere sind wohl durchdacht und überzeugend, allen voran Riley hat mir hier richtig gut gefallen. Emily Bold haucht auch ihren Nebencharakteren eine große Portion Leben ein und sie lassen mitfiebern und mitzittern und sorgen immer wieder für Überraschungen.
Mein Fazit
Ein absolut gelungener zweiter Teil, der mir noch einmal mehr gefallen hat und mich fesseln und überzeugen konnte. Eine deutliche Weiterentwicklung bei den Charakteren, aber auch eine spannende Handlung mit Wendungen und Überraschungen sorgen hier für eine gute Unterhaltung. Setting, Fantasygestalten und Mythen werden hier geschickt miteinander verknüpft. Eine tolle Fantasygeschichte, die nicht nur jüngeren Lesern spannende Lesestunden bereitet. Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 20.08.2018

Geschichte eines Lebens

Das rote Adressbuch
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Doris Alm lebt seit vielen Jahren alleine, die einzige Verwandte, die sie noch hat, lebt mit ihrer Familie in Amerika und auch von ihren Freunden ist niemand mehr da. Geboren im Jahre 1918 hat sie viele ...

Doris Alm lebt seit vielen Jahren alleine, die einzige Verwandte, die sie noch hat, lebt mit ihrer Familie in Amerika und auch von ihren Freunden ist niemand mehr da. Geboren im Jahre 1918 hat sie viele überlebt, doch eins hat sie immer beibehalten, alle Namen von Menschen, die ihr wichtig sind, hat sie in ihrem roten Adressbuch eingetragen. Nun beginnt sie für ihre Großnichte Jenny anhand der Einträge in ihrem Adressbuch ihre Geschichte niederzuschreiben. Dabei werden ihre Erinnerungen an ein sehr bewegtes Leben wach.
Meine Meinung
Schon die Gestaltung dieses wunderhübschen Buches sieht absolut bezaubernd aus und verspricht eine Geschichte voller Gefühl. Genau diese verbirgt sich auch hinter diesen schönen Buchdeckeln, denn wir erfahren hier sehr viel über Doris und die Menschen, die sie in ihrem Leben, manchmal viel zu kurz, begleitet haben.
Was hier absolut überzeugen und einnehmen konnte, ist Sofia Lundbergs Schreibstil. Sie hat einen sehr harmonischen Stil und manches Mal klingen die Worte nahezu wie Poesie. Gerade in den Rückblicken auf teilweise lang zurückliegende Tage klingt es, als würde sie Abstand nehmen und doch spürt man bei den Worten, wieviel wirklich dahintersteckt und wieviel Einfluss die unterschiedlichen Ereignisse auf Doris’ Leben genommen haben.
Somit erfahren wir in Das rote Adressbuch von dem gegenwärtigen Leben der Doris Alm, begleiten sie aber auch von ihrer Kindheit an in Rückblicken, die Doris anhand der Namen in ihrem Adressbuch aufschreibt. Das Tempo ist ruhig und doch bewegend, denn es gibt einfach ein ganzes Leben wieder. Beginnend in der Kindheit, die viel zu schnell nicht mehr unbschwert ist, als der Vater stirbt, über die unterschiedlichen Jobs, von Hausmädchen über Mannequin, vom Leben in Armut und in großer Gesellschaft, von Neubeginn und Weitermachen und auch von der großen Liebe.
Während man von Doris’ Gegenwart durch einen Erzähler in dritter Person erfährt, der auch in der Gegenwart schreibt, sind die Rückblicke in der Ich-Form und auch in der Vergangenheit erzählt. Unterteilt sind die Kapitel mit Überschriften der Namen aus dem Adressbuch, denn diese unterschiedlichen Namen stehen auch für unterschiedliche Abschnitte aus Doris’ Leben.
Doris ist eine beeindruckende Protagonistin, deren einsames Leben in der Gegenwart mir ein wenig Gänsehaut bereitete, zumindest zu Beginn. Doch je mehr ich von ihr las, desto mehr merkte ich, dass sie durchaus ein erfülltes und vor allem bewegtes Leben hatte. Wie so oft zeigt die Geschichte aber auch, dass viele ältere Leute allein sind, da viele ihrer Freunde und Verwandte vor ihnen gehen mussten. Doch wenn man sich ein wenig Zeit nimmt, dann merkt man, dass sie ganz viel zu erzählen haben. Eins zeigt Doris mit ihrer Geschichte ganz besonders, es lohnt sich, immer wieder aufzustehen und weiterzumachen und genau das erzählt die Autorin hier in ihrer Geschichte.
Neben Doris gibt es einige weitere Charaktere denen sie auf ihrer Lebensreise begegnet. Interessante Persönlichkeiten, wie der Künstler Gösta Nilsson begegnen ihr, aber auch einige unsympathische Zeitgenossen. Eine weitere wichtige Rolle neben Doris spielt noch deren Großnichte Jenny. Diese führt ein eigenes Leben weit entfernt von ihrer Tante, aber als sie merkt, dass diese sie braucht, beginnt sie ihr wirklich zuzuhören und sorgt sogar noch für ein kleines Wunder.
Mein Fazit
Eine gefühlvoll erzählte Geschichte vom Leben und über das Leben. Dabei erzählt die Autorin Sofia Lundberg mit sehr viel Herz und Emotionen die Geschichte von Doris Alm. Die Protagonistin hat sogar ein reales Vorbild aus dem Umfeld der Autorin, auch wenn diese vielleicht nicht ganz so ein bewegtes Leben wie die Protagonistin geführt hat. Mit diesem Roman macht die Autorin dem Leser aber auch mehreres klar: zum einen, gib niemals auf im Leben, auch wenn du hinfällst, lohnt es sich, wieder aufzustehen. Zum anderen, nimm dir Zeit für die Menschen in deiner Umgebung, auch den Älteren, denn diese können dir viel Lebenserfahrung, aber auch spannende Geschichten aus dem eigenen Leben erzählen.