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Veröffentlicht am 18.01.2018

Anders als gewohnt

Schwarze Witwen
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Inhalt: Jill the Ripper, so wird die junge Frau, die Jagd auf Männer aus dem Mittelstand macht. Im Dunklen lauert sie ihnen auf, tötet und verstümmelt sie. Der Verdacht fällt auf Prostituierte und die ...

Inhalt: Jill the Ripper, so wird die junge Frau, die Jagd auf Männer aus dem Mittelstand macht. Im Dunklen lauert sie ihnen auf, tötet und verstümmelt sie. Der Verdacht fällt auf Prostituierte und die junge Polizisten Lucy Clayburn soll undercover in diesem Millieu ermitteln. Lucy hoffe, nachdem sie in ihrer ersten Woche bei Kripo einen Fall ordentlich verbockt hat, hier ihre große Chance zu bekommen, doch so leicht, wie es zunächst scheint, ist dieser Fall nicht.
Meine Meinung:
Ich kenne die Mark Teckenburg Reihe des Autors und weiß von daher, dass er eigentlich ein Garant für spannende Thriller ist. Auch mit seiner neuen Hauptfigur, Lucy Clayburn, hat er durchaus einen interessanten Charakter erschaffen, doch hier hatte ich geringe Einstiegsprobleme. Ich weiß nicht genau, ob es an der Übersetzung liegt, denn ich hatte hier und da den Eindruck, dass der Schreibstil zwar flüssig, aber auch extrem einfach gehalten und ab und an sogar etwas holprig wurde. Dadurch läßt es sich dann aber auch sehr schnell lesen und ist leicht verständlich.
Das Buch beginnt mit einem Rückblick über die Ereignisse aus Lucys Anfängen bei der Kripo, die aber mit dem eigentlich Fall über Jill the Ripper auch nicht allzu viel zu tun hat. Auch danach dauert es verhältnismäßig lang, bis die Story in Schwung kommt und es spannend wird. Dafür lernte ich viel aus dem persönlichen Umfeld der Ermittlerin kennen und denke, dass dies auch für weitere Fälle der jungen Detective durchaus nützlich ist. Gewünscht hätte ich mir hier ein wenig mehr Aspekte aus dem Bereich der Täterin, denn ich könnte mir vorstellen, dass genau dieser psychologische Bereich unheimlich spannend und interessant geworden wäre. So bleibt es ein amerikanisch angehauchter Spannungsroman, der sich ein wenig wie ein solcher Film lesen läßt.
Die Perspektive liegt hier ausschließlich bei der jungen Lucy Clayburn und wird durch einen Erzähler aus der dritten Person widergegeben. So hatte ich zwar eine Draufsicht aufs Geschehen, jedoch fehlte mir hier ein wenig die Verbindung zur Protagonistin.
Diese ist ein durchaus interessanter Charakter, wenn sie auch ein kleines bisschen klischeebehaftet ist. Die typische toughe und harte Ermittlerin, die in einer Männerwelt versucht, sich durchzusetzen. Sie hat durchaus ihren weichen Kern, aber alles in allem blieb sie mir, trotz vieler Kenntnisse aus ihrem Umfeld, doch nicht so ganz greifbar. Wobei ich hier auch ein wenig den Eindruck hatte, dass auch Lucy, trotz allem Ehrgeiz und dem Wunsch nach höherem zu greifen, nämlich den Traum bei der Kripo zu ermitteln, immer mal wieder mit sich selbst hadert.
Neben Lucy gibt es einige weitere Nebencharaktere, bei denen ich mir auch sicher bin, den ein oder anderen in weiteren Fällen wiederzusehen. Lucys Mutter ist für mich hier noch erwähnenswert, da sie doch eine sehr erstaunliche Frau ist, wenn ich so bedenke, mit welchen Geheimnissen sie jahrelang herumlief. Worum es da geht, müsst ihr allerdings selber lesen.
Mein Fazit:
Ein leichter und flüssig zu lesender Thriller, der meine Erwartungen nicht ganz erreicht hat, mich aber dennoch gespannt auf einen weiteren Band über Detective Lucy Clayburn zurückläßt. Nach einem recht langsamen Einstieg wurde es noch temporeich und spannend, mit einigen Wendungen, die überraschen können. Zum Einstieg in eine neue Reihe durchaus passabel, aber bisher überzeugt mich Mark "Heck" Heckenburg doch etwas mehr.

Veröffentlicht am 18.01.2018

Undurchschaubare Vergangenheit

Girl With No Past
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Die Bibliothekarin Leah lebt allein und bescheiden in einer kleinen Wohnung in London. Völlig zurückgezogen von anderen Menschen, ohne Freunde, ohne Familie, doch dieses Leben hat sie selbst gewählt, denn ...

Die Bibliothekarin Leah lebt allein und bescheiden in einer kleinen Wohnung in London. Völlig zurückgezogen von anderen Menschen, ohne Freunde, ohne Familie, doch dieses Leben hat sie selbst gewählt, denn ein Ereignis in ihrer Vergangenheit läßt sie keinen Frieden finden. Als sie gerade beginnt, wieder etwas Mut zu fassen und die ersten vorsichtigen Bande einer Freundschaft zu ihrer Kollegin Maria bindet und in einem Online-Portal den Administrator Julian kennenlernt, geschieht etwas. Sie erhält einen Brief von einem Unbekannten und die Botschaft des Briefes ist sehr deutlich: "Alles Gute zum Jahrestag!", steht darin. Das kann nur eines bedeuten, jemand kennt Leah und weiß, was sie vor einer ganzen Weile getan hat.
Meine Meinung:
Allein der Klappentext des Buches zog mich magisch an und versprach spannende Lesestunde, die ich hier auch erhalten habe. Der Einstieg beginnt mit einem Epilog, der zwar zeigt, dass in Leahs Vergangenheit etwas geschehen ist, aber woher die Schuldgefühle, die sie permanent begleiten, herkommen, bleiben bis fast zum Ende ein Geheimnis. Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und läßt sich flüssig und locker lesen, so dass ich das Buch recht schnell verschlungen habe. Dabei ist es hier gar nicht so sehr das spannende Geschehen während der Geschichte, sondern der Wunsch danach, endlich herauszufinden, was in Leahs Vergangenheit passiert ist, das auf mich förmlich in die Geschichte zog. So bleibt der Plot eher ruhig, wenn auch durchaus fesselnd, da der Leser sehr viel Gelegenheit hat, hier selber Theorien über die Ereignisse in der Vergangenheit zu finden.
Die Geschichte spielt in unterschiedlichen Zeitsträngen und so erfährt man erst nach und nach von den Ereignissen aus Leahs Schulzeit. Auch wenn schnell klar wird, dass es hier den Zusammenhang zu finden gilt, warum Leah solche Schuldgefühle mit sich herumträgt, tappte ich lange Zeit im Dunklen. Die Autorin versteht es auch sehr gut, den Leser immer wieder am Ende mit kleineren Cliffhangern zu drängen, weiterzulesen.
Erzählt wird das Ganze von Leah in der Ich-Form, doch richtig nahe brachte mich das der Protagonistin nicht. Man weiß zwar, dass sie mit furchtbaren Schuldgefühlen kämpft und aus welcher Zeit diese stammen, doch während man versucht, die junge Frau zu begreifen, bleibt sie doch irgendwie fremd. Diese Umsetzung der Protagonistin hat mir sehr gut gefallen, denn so wirkte sie nicht nur auf ihre Mitmenschen im Buch unnahbar, sondern auch auf mich als Leserin. Erst so nach und nach entwickelt sich etwas wie Verständnis für Leah und für das, was sie seit vielen Jahren zu verarbeiten versucht. Sie ist durch und durch von ihren Schuldgefühlen geplagt und auch wenn sie schon früher als Teenager kein allzu geselliger Mensch ist, so ist jetzt als Erwachsene völlig unnahbar. Hier fand ich auch die Darstellung, wie sie sich anderen Charakteren über gibt, sehr glaubhaft dargestellt und auch dieses langsame Öffnen ihrer Selbst war vorstellbar.
Neben Leah gibt es eine überschaubare Anzahl an Nebencharakteren, die hier aber auch genau das sind, was sie sein sollen, denn sie bleiben zum großen Teil sehr nebensächlich. Zumindest die Charaktere in der Gegenwart, denn von ihren Freunden aus ihrer Schulzeit bekommt man durchaus ein klares Bild vermittelt.
Auch wenn ich während des Lesens permanent versuchte, die Puzzleteile in ein sinnvolles Ganzes zusammenzufügen und auch so nach und nach Ideen entwickelte, war das Ausmaß der vergangenen Ereignisse sehr erschreckend und so hatte ich mir dies nicht gedacht. Mit dem Ende des Buches schließt die Autorin dann und knüpft sozusagen wieder an den Anfang an.
Mein Fazit:
Ein spannendes Buch, das ich kaum zur Seite legen mochte und dessen Protagonistin mir lange ein Rätsel blieb. Auch wenn ich lange Zeit keine richtige Verbindung zu ihr aufbauen konnte, wollte ich doch wissen, warum sie so geworden ist, wie sie sich gab. Kleine Puzzleteile und Cliffhanger an den Kapitelenden machen die Geschichte ebenfalls spannend. Auch wenn es hier nicht permanente Action gibt und der Schwerpunkt hier eher auf der Psyche der Protagonistin liegt, war es doch ein Buch, das gute Unterhaltung bietet und das ich gerne weiterempfehlen möchte.

Veröffentlicht am 18.01.2018

Colleen Hoover ist einfach die Königin dieses Genres

Nächstes Jahr am selben Tag
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Die achtzehnjährige Fallon, Tochter eines ehemaligen Fernsehstars, hat einen Traum, sie möchte Schauspielerin am Broadway werden. Aus diesem Grund möchte sie von Los Angeles nach New York ziehen und trifft ...

Die achtzehnjährige Fallon, Tochter eines ehemaligen Fernsehstars, hat einen Traum, sie möchte Schauspielerin am Broadway werden. Aus diesem Grund möchte sie von Los Angeles nach New York ziehen und trifft sich an ihrem letzten Abend mit ihrem Vater in einem Restaurant. Doch dieser behandelt Fallon alles andere als freundlich, denn er glaubt nicht an Fallons Traum, denn auch wenn sie Talent hat, so ist sie optisch keine Schauspielerin, denn bei einem Brand hat sie schwere Verbrennungen erlitten und dementsprechend Narben an ihrem Körper. Doch völlig überraschend erhält Fallon Unterstützung bei dem Gespräch, denn der junge Mann am Nachbartisch, Ben, hat mitgehört und mischt sich ein. Nachdem der Vater geht, kommen sie weiter ins Gespräch und schnell stellen sie fest: sie mögen sich. Ausgerechnet jetzt vor dem Umzug, doch die Beiden beschließen etwas: nächstes Jahr am selben Tag werden sie sich wiedersehen, genau da, wo sie sich kennengelernt haben.
Meine Meinung:
Was soll ich noch groß zu den Büchern von Colleen Hoover schreiben? Diese Frau besitzt einfach einen unsagbar guten, flüssigen und fesselnden Schreibstil, der mich jedes Mal aufs Neue mitten in ihre Geschichten zieht. Genau so war es auch dieses Mal wieder, denn mit Nächstes Jahr am selben Tag, ist der Autorin wieder einmal ein wundervolles und gefühlvolles Buch gelungen, das ich in kürzester Zeit, nämlich an nur einem Abend, verschlungen habe. Wie so oft war ich auch hier von der ersten Seite an mitten im Geschehen und konnte die Charaktere lebhaft vor mir sehen.
An diesem Buch hat mir ganz besonders die Entwicklung der Charaktere gefallen. Colleen Hoover läßt ihre Protagonisten wirklich nur einmal im Jahr, am 9. November, aufeinander treffen und in der Zeit dazwischen, wissen sie nicht voneinander. Das brachte natürlich immer wieder Entwicklungen und Wendungen mit sich, die ich nicht unbedingt vorausgesagt habe. Natürlich gibt es auch wieder ein besonders dramatisches Geschehen, doch worum es geht, solltet ihr natürlich selber lesen.
Wie auch in ihren anderen Büchern läßt Colleen Hoover auch hier ihre Charaktere selber erzählen. So verfolgen wir die Geschichte der beiden Protagonisten aus abwechselnder Sicht, kapitelweise in der Ich-Perspektive und mal schildert Fallon ihre Gefühle und ihre Sicht auf die Ereignisse und dann wiederum Ben. So hatte ich als Leserin natürlich wieder einen sehr guten Eindruck, wie es den Charakteren mit ihren Erlebnissen geht und wie sie sich dabei fühlen und ich hatte natürlich auch den Eindruck, die Beiden sehr gut kennenlernen zu dürfen.
Fallon ist eine ganz tolle Person, die einfach nur sehr natürlich wirkt und wie das nette Mädchen von nebenan. Sie ist weder die abgehobene Prinzessin noch das Naivchen, das vom Bad Boy verführt wird, sondern einfach jemand, wie du und ich. Das läßt sie natürlich auch unglaublich sympathisch werden und ich habe mit ihr mitgefiebert, gelacht, gezittert und den Klos in der Kehle heruntergeschluckt. Ben ist kurz und knapp gesagt: toll! Er ist einfach ein ganz toller Kerl, bei dem ich einfach nur sagen kann: einen Ben für alle oder bitte mehr von diesen Bens auf dieser Welt. Ihr müsst ihn einfach selbst erleben, denn da merkt ihr schnell, was ich damit meine.
Nebencharaktere gibt es hier nicht allzu viele und sie bleiben auch recht deutlicht im Hintergrund, geben aber der Geschichte ein natürliches Geschehen und wirken trotz teilweise sehr kurzen Auftritten sehr lebendig.
Mein Fazit:
Ein typischer Colleen Hoover Roman, mit der die Autorin meiner Meinung nach, noch einmal eine Schippe oben drauf legt. Sie schreibt die Geschichte rund um Fallon und Ben voller Gefühl, aber auch mit sehr viel Humor und so wird der Leser auch zwischen den ganzen Gefühlen hin- und hergezogen. Es macht einfach unglaublich viel Spaß dem Geschehen zuzusehen, denn die Bilder im Kopf werden, wie immer, sehr lebendig. Für Colleen Hoover Fans ein MUSS und für alle, die es noch nicht sind, aber dieses Genre mögen, ein Tipp!

Veröffentlicht am 18.01.2018

Sehr spannend erzählt

Das Haus in der Nebelgasse
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Wir schreiben das Jahr 1900 und viele fangen an, umzudenken, doch die Zeiten sind noch sehr schwierig für Frauen. Doch Matilda Gray, eine junge Lehrerin, ist eine sehr selbstbewusste, junge Frau, die weiß, ...

Wir schreiben das Jahr 1900 und viele fangen an, umzudenken, doch die Zeiten sind noch sehr schwierig für Frauen. Doch Matilda Gray, eine junge Lehrerin, ist eine sehr selbstbewusste, junge Frau, die weiß, wie sie ihre Meinung vertreten kann. Als eine ihrer Schülerin durch ihren Vormund von der Schule abgemeldet wird und das angeblich aus gesundheitlichen Gründen, wird Matilda misstrauisch, denn eigentlich war das Mädchen eine sehr wißbegierige, junge Frau. Dann erhält sie noch eine Karte der Schülerin, die scheinbar einen versteckten Hilferuf beinhaltet. Matilda beginnt auf eigene Faust zu forschen, was passiert ist und stößt auf eine versteckte Schatulle, mit deren Inhalt sie jedoch wenig anfangen kann. Sie wendet sich an den Historiker Professor Fleming und gemeinsam gehen die Beiden auf eine spannende Nachforschung im viktorianischen London.
Meine Meinung:
Ich muss sagen, dass Susanne Goga es mit ihrem Buch geschafft hat, mich gleich von der ersten Seite an, an das Geschehen zu fesseln. Der Schreibstil ist einfach so mitreißend und versetzt den Leser umgehend in das viktorianische London und man kann das Buch kaum noch aus der Hand legen. Dabei ist es zwar sprachlich durchaus der Zeit angepasst, aber nicht so abgehoben, dass man sich mit langatmigen Passagen herumschlagen muss. Ganz im Gegenteil, es ist einfach sehr fesselnd, flüssig und trotz des historischen Hintergrunds recht modern. Es ist auf jeden Fall ein richtiges Lesevergnügen.
Dazu ist es dann auch ganz schnell sehr spannend, denn man hat nur wenig Zeit, bevor man sich gleich im Geschehen befindet. Ich persönlich liebe diese geheimnisvollen Geschichten aus der Vergangenheit und hier ist es besonders gelungen, denn hier wird in der Vergangenheit über noch weiter vergangener Tage geforscht. Dadurch, dass der Roman selber in der Vergangenheit spielt, gibt es natürlich keinerlei Methoden der Nachforschung, so wie wir sie können und es heißt: back to the roots. Eine absolut abenteuerliche Suche nach der Wahrheit. Alles wurde sehr geschickt aufgebaut und glaubhaft und interessant beschrieben. Auch als Leser hat man hier ganz viel Zeit, eigene Vermutungen anzustellen und gedanklich zu forschen, doch natürlich gibt es hier immer wieder Wendungen, die einen wieder in eine andere Richtung führen.
Genau so gelungen fand ich den Aufbau des Settings und der glaubwürdigen Darstellung der damaligen Zeit. Ich hatte hier zu keiner Zeit Zweifel, mich im Jahre 1900 zu befinden. Geschickt baut die Autorin Ereignisse aus der damaligen Zeit ein, wie z. B. Informationen über den Burenkrieg. Während der Nachforschungen hat der Leser Gelegenheit, Blicke auf die gehobenere Gesellschaft Londons zu werfen, aber auch genauso gut erhält man Einblicke in finstere Gassen und Gegenden. Es herrscht durchweg eine gelungen Atmosphäre, die die Zeit wiederspiegelt. Auch das Haus, um das sich die Nachforschungen drehen, fand ich sehr spannend, denn dieses Haus hat einen durchaus realen Hintergrund und spiegelt so das ganze Geschehen ein wenig, einfach ein zeitenübergreifender Aufbau, genau wie das besagte Haus.
Erzählt wird die Geschichte hauptsächlich aus der Perpektive der jungen Lehrerin Matilda Gray, die mir in ihrer Art unheimlich gut gefallen hat und die ich sehr mochte. Ihre Art ist, für die damalige Zeit, sehr unkonventionell und sie geht ihren Weg mit sehr viel Selbstverständlichkeit und Unabhängigkeit. Ich mochte sie sehr und sie ist hier auch ein sehr großer Sympathieträger. Doch auch ihr Begleiter Professor Fleming ist ihr da sehr ähnlich und auch ihn mochte ich sehr für seine moderne Denkweise und das nicht typische Männerverhalten der damaligen Zeit. Auch aus seiner Sicht können wir das ein oder andere Kapitel miterleben und kommen ihm dadurch auf jeden Fall näher und man merkt, auch der Professor hat Geheimnisse. Eine sehr gelungene Nebenfigur ist Matildas Vermieterin, die Schriftstellerin Beatrice Westlake, deren Art ich einfach unheimlich erfrischend fand.
Mein Fazit:
Ein Buch, mit dem ich mich als Leser sehr wohl gefühlt habe und das mir spannende Unterhaltung bot, da ich einfach mitten im Geschehen war und miträtseln und gedanklich forschen konnte. Der Leser ist hier einfach mit in der Geschichte integriert und es macht sehr viel Spaß. Die Charaktere wirken lebendig und sind sehr sympathisch. Das Geschehen rund um die Zeit ist gut recherchiert und wiedergegeben. Ein Buch, das ich sehr gerne weiterempfehle für schöne Lesestunden.

Veröffentlicht am 18.01.2018

Martin Krist ist Mr Crime

David Gross / Brandstifter
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Nachdem Valentina ihren Ehemann brutal ermordet in seinem Arbeitszimmer aufgefunden hat, weiß die junge Frau und Mutter zweier kleiner Kinder nicht was sie tun soll. Sie findet Zuflucht bei ihrer besten ...

Nachdem Valentina ihren Ehemann brutal ermordet in seinem Arbeitszimmer aufgefunden hat, weiß die junge Frau und Mutter zweier kleiner Kinder nicht was sie tun soll. Sie findet Zuflucht bei ihrer besten Freundin Amy, doch schon bald stellt sich heraus, dass ihr Ehemann einige Geheimnisse vor ihr hatte. Zur gleichen Zeit versucht der Privatermittler David Gross das Verschwinden eines jungen Geschäftsmannes und werdenen Vaters aufzuklären, obwohl er eigentlich noch mehr als genug eigene Probleme mit seiner spurlos verschwundenen Ehefrau und seinem Sohn Jan hat. Zu guter Letzt gibt es dann auch noch Luka, der bewusstlos im Krankenhaus liegt und Schuld am Tod seiner Frau haben soll, die bei einem Wohnungsbrand, den Luka gelegt haben soll, getötet wurde.
Meine Meinung:
Das war nicht mein erstes Buch des Autors Martin Krist und gleich von vorneherein: es wird auch nicht das letzte Buch gewesen sein. Der Autor versteht es ganz hervorragend, den Leser gleich von der ersten Seite an mitten ins Geschehen zu werfen und zieht einen mit einem äußerst fesselnden und flüssigen Schreibstils mitten in die Story. Dabei ist es wirklich extrem spannend, denn hier werden unterschiedliche Zeitebenen mit unterschiedlichen Handlungssträngen erzählt, die zunächst so gar nichts miteinander zu tun haben. Als Leser muss man förmlich wissen, was da denn nun geschehen ist und wo denn da überhaupt Zusammenhänge zu finden sind. Doch diese gibt es und der Autor führt diese unterschiedlichen Ereignisse ganz geschickt aufeinander zu, so dass all das ein großes und schlüssiges Gesamtbild ergibt. Dank permanenter Cliffhanger an den Kapitelenden, musste ich auch immer wieder weiterlesen und habe so manch einen Abend viel zu spät das Buch zur Seite gelegt.
Der Autor läßt durch einen personellen Erzähler seine Geschichte wiedergeben, so dass man wie bei einem Film mit ansehen kann, was gerade geschieht. Dabei wechseln die Perspektiven zwischen den einzelnen Personen hin und her. Wer hier Emittlungen im herkömmlichen Sinne erwartet, liegt ebenfalls falsch, denn es gibt zwar den Ermittler David Gross, doch der ist ebenfalls kein typischer Ermittler. Er hat so einige eigene Sorgen und Probleme, die er mit sich herumschleppt und dadurch auch immer wieder in Schwierigkeiten gerät. Im Nachhinein hab ich erfahren, dass David Gross auch schon in zwei weiteren Bänden vor Brandstifter, der Ermittler war. Doch das tat dieser Geschichte keinen Abbruch und man konnte auch bedenklos lesen, ohne Vorkenntnisse zu besitzen.
Die Charaktere waren seh vielschichtig und auch zahlreich, doch dank der eigenen Handlungsstränge problemlos auseinanderzuhalten. Da wäre zum einen Valentina, die den Verlust ihres Mannes betrauern sollte, doch mit einem Übermaß an Bedrohungen und Gefahren, aber auch mit Geheimnisse von Seiten des Ermordeten konfrontiert wird. Mit ihr habe ich am meisten mitgelitten, da ich selber mich sehr gut in sie hineinversetzen konnte und dieses Gefühl plötzlich vor dem Nichts zu stehen, äußerst beängstigend fand. Trotzdem ist sie eine sehr mutige Frau, die mich mit manch einer Aktion überraschen konnte.
David Gross ist ohne Frage ein äußerst interessanter Protagonist, von dem ich auf jeden Fall mehr erfahren möchte und mir auf jeden Fall auch die beiden Vorgänger zu Brandstifter noch holen möchte, um einfach mehr zu seiner Person und seinen Hintergründen zu erfahren. Er läßt sich auf jeden Fall nicht leicht erschüttern und ist hartnäckig.
Luka ist hier der "schwächste" Protagonist, zumindest von dem, was er erlebt. Er ist so ein wenig der Loser, der nichts so richtig auf die Reihe bekommt und der immer wieder, selbstverschuldet, auf die Nase fällt. Hier hatte ich höchstens Mitleid mit seiner Frau.
Mein Fazit:
Ein vielschichtiger, vielseitiger Thriller, der absolute Hochspannung bringt und ein wahrer Pageturner ist. Mit einem äußerst interessanten Ermittler, über den ich gerne mehr erfahren möchte. Dabei gibt es hier viele Perspektivenwechsel und auch Zeitsprünge, die den Leser fordern und bei denen man durchaus aufmerksam bleiben muss. Doch da es wirklich absolut fesselnd erzählt ist, war es für mich ein wahrer Pageturner und ich fand es genial, wie hier scheinbar völlig Unzusammenhängendes einen Sinn ergibt. Unbedint lesen!