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Veröffentlicht am 18.01.2018

Hast du dich richtig entschieden?

Dark Matter. Der Zeitenläufer
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Jason Dessen führt ein ganz normales Leben, verheiratet mit seiner Traumfrau Daniela lebt er mit ihrem gemeinsamen, fünfzehnjährigen Sohn Charlie in einem Haus in Chicago. Als Uniprofessor lebt er nicht ...

Jason Dessen führt ein ganz normales Leben, verheiratet mit seiner Traumfrau Daniela lebt er mit ihrem gemeinsamen, fünfzehnjährigen Sohn Charlie in einem Haus in Chicago. Als Uniprofessor lebt er nicht gerade auf großem Fuß, denn eigentlich hätte aus seinem Leben viel mehr werden können, denn er war an der Uni ein regelrechtes Physikgenie. Doch im Grunde seines Herzens ist Jason Dessen glücklich. Als er an einem ganz gewöhnlichen Abend aufbricht, um noch ein paar Kleinigkeiten zu besorgen, wird er von einem maskierten Mann überfallen und verliert sein Bewusstsein. Doch als er in einem Institut wieder zu sich kommt, ist plötzlich alles ganz anders, er ist nicht mehr verheiratet, seinen Sohn gibt es nicht und er arbeitet auch nicht mehr als Professor, sondern ist ein gefragter Physiker. Jason versteht die Welt nicht mehr, denn scheinbar kennen ihn alle in der Firma, in der er zu sich kam. Was ist geschehen?

Meine Meinung:

Der Einstieg in den Roman fiel sehr leicht, denn zunächst bekommt der Leser die Möglichkeit, sich ein Bild von Jasons Leben zu machen. Man begleitet ihn ein kurzes Stück in seinem alltäglichen Leben und wird Zeuge des Überfalls. Blake Crouchs Schreibstil ist dabei sehr flüssig und gut verständlich. Er schafft es sehr gut, dem Leser einen guten Überblick und Eindruck des Geschehens zu liefern und verliert sich dabei nicht in unnötigen Details. Die Sätze sind meist kurz und dadurch wirkt die Sprache recht einfach, ist aber hier auch perfekt, da das Thema schon kompliziert genug ist. Dabei gibt es hier auch sehr viele Dialoge, da nicht nur der Leser keine Ahnung hat, was los ist, sondern auch der Protagonist Jason, sind diese sehr hilfreich, denn es wird zeitweise sehr kompliziert im Denken, denn es geht hier nicht, wie der Titel zunächst vermuten lässt, um Zeitreisen, sondern um das Multiversum. Der Gedanke über ein: was wäre, wenn ich anders gehandelt hätte, mich anders entschieden hätte, an jedem dieser Wege gibt es einen Scheideweg, eine Parallelwelt, die zeigt, wie es wäre, wenn man sich für einen anderen Weg entschieden hätte. Klingt kompliziert? Ist aber gar nicht so wild, denn der Autor erklärt das Ganze recht gut und die meiste Zeit war alles recht klar vorstellbar.

Die Spannung bleibt hoch gehalten, gerade zum Zeitpunkt der Entführung steigt auch zum ersten Mal der Adrenalinspiegel und auch sonst wird immer wieder an der Spannungsschraube gedreht. Gemeinsam mit dem Protagonisten erlebt man Fluchten, steht vor Geheimnissen, kämpft mit verschiedenen Gegnern und sucht nach Antworten und Lösungen. Dabei gibt es hier unglaublich viele Wendungen, die nicht vorhersehbar sind und den Leser immer wieder in neue Richtungen lenken und alles noch einmal überdenken lassen, auch sonst bringt der Inhalt zum Nachdenken: kann es so ein Multiversum wirklich geben? Denn dieses Multiversum ist durchaus ein diskutiertes Thema.

Dadurch, dass die Geschichte in der Ich-Form aus Jasons Perspektive geschildert wird, ist man als Leser auch ganz nah am Geschehen und kann alles, was der Protagonist empfindet, gut nachvollziehen. Ich spürte seine Verwirrtheit, gerade nachdem er in dem Institut wieder zu sich kommt, aber genauso konnte ich seine Angst und auch seine Liebe zu seiner Frau mitempfinden.

Die Charaktere sind hier mehr oder weniger überschaubar, da man in erster Linie Jason auf seiner aberwitzigen Suche begleitet. Gemeinsam mit der Psychologin Amanda begibt er sich hier auf Reisen durch das Multiversum. Auch wenn ich viele seiner Gedanken nachvollziehen kann, bleibt allerdings Jason für mich ein nicht ganz greifbarer Charakter. Zwar kann ich mich in seine jeweiligen Situationen versetzen, habe aber trotzdem noch ein wenig das Gefühl, ihn nicht richtig kennengelernt zu haben. Wobei ich aber auch wieder sagen muss, dass hier auch eher das Hauptthema bei dem Geschehen und nicht in den Charakteren liegt. Genau so geht es mir auch mit den Nebencharakteren, ihre Handlungen sind zwar nachvollziehbar, aber wirklichen Tiefgang bei der Charakterisierung ist auch da nicht zu finden.

Mein Fazit:

Alles in allem ein sehr temporeiches Buch, dessen Kernfrage lautet: wie wäre es, wenn du dich anders entschieden hättest? Wie wäre dann dein Leben verlaufen? Vor allem, welches Leben ist das, das du dir wünschst? Auch wenn der Titel, der Zeitenläufer ein wenig in die Irre führt und nicht unbedingt den wirklich Inhalt spiegelt, so ist es trotzdem sehr gut gelungen. Wer Bücher mit viel Action mag, ist hier gut aufgehoben und wird, auch dank des sehr flüssigen Schreibstils, gute Unterhaltung finden.

Veröffentlicht am 18.01.2018

Rasanter Thriller voller Spannung

Ein dunkler Trieb
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Nachdem Björn Liebermann seiner Lebensgefährtin zuliebe von Hamburg nach Berlin zieht, läuft nicht alles so, wie er es sich vorgestellt hat. Nicht nur, dass er auf seine Beförderung zum Hauptkommissar ...

Nachdem Björn Liebermann seiner Lebensgefährtin zuliebe von Hamburg nach Berlin zieht, läuft nicht alles so, wie er es sich vorgestellt hat. Nicht nur, dass er auf seine Beförderung zum Hauptkommissar verzichten und seine geliebte Hündin zurücklassen muss, nein, er wird auch noch vorläufig zur Mordkommission versetzt. Nachdem er dort erst einmal gebührend von seinen neuen Kollegen im Dienst eingeführt wurde, landet auch gleich ein sehr brisanter Fall auf den Tisch der Abteilung. Eine junge Prostituierte wird in einem verborgenen Waldstück aufgefunden. Schnell gibt es eindeutige Spuren, doch was die Kollegen der Kripo letzendlich erwartet, wird zu einem wahren Alptraum.
Meine Meinung:
Gleich zu Beginn möchte ich sagen, dass dieser Thriller wirklich richtig spannend ist und ein wahrer Pageturner, den ich nicht mehr aus der Hand legen konnte. Der Autor L. U. Ulder hat hier mit einem absolut gelungenen Schreibstil eine völlig unvorhersehbare Geschichte erzählt, bei der einfach alles passte. Mit einer klaren und flüssigen Sprache zieht er den Leser gleich von der ersten Seite an in seine Geschichte. Der Schreibstil ist locker, gut verständlich und absolut fesselnd, einmal begonnen, entwickelt die Handlung einen starken Sog, nicht zuletzt auch dank der doch recht bildreichen Erzählungen, die auch für ein gutes Kopfkino sorgten.
Dank der vielen, recht kurz gehaltenen Kapitel, in denen die Perspektiven wechseln, steigt auch rasch die Spannung. Immer wieder dreht der Autor an der Spannungsschraube und lässt das Adrenalin steigen, zwar gibt es immer wieder Momente, in denen das Tempo wieder zurückgeschraubt wird, die aber auch nötig sind, um sich auf die Handlung und die Personen einzulassen. Trotzdem flacht die Geschichte nie ab und bleibt durchweg interessant.
Der Fall an für sich ist sehr grausam und der Leser bekommt genügend Details, mit denen er sich ein Bild formen kann, unbedingt zimperlich sollte man hier nicht sein, wobei es aber nicht zu detailliert wird, so dass man auch hier eigene Vorstellungn entwickeln kann. Was mir richtig gut gefallen hat, sind die zahlreichen Wendungen und absolut undurchsichtigen Entwicklungen. Zwar habe ich permanent mitgerätselt und doch kam ich dieses Mal nicht ansatzweise auf eine Idee, wer hier der Täter ist.
Durch einen personellen Erzähler in der dritten Person verfolgt man das Geschehen. Dabei wechseln sich hier immer mal wieder die Blickwinkel und was mir persönlich immer besonders gut gefällt, sind die Einblicke in die Gedankenwelt des Täters. Genau diese bekommen wir hier ebenfalls geliefert. Aber auch andere Perspektiven, vor allem die von Björn Liebermann, dem Kommissar, kommen hier vor. Zum einen bekam ich dadurch immer ein kleines bisschen mehr mit, als die Ermittler, zum anderen tappte ich genau so im Dunklen wie diese. Der gesamte Plot ist von Anfang bis Ende durchdacht und alles findet seine Auflösung. Auch die Ermittlungsarbeiten wirken hier recht gut und glaubwürdig, was für eine wirklich gute Recherche spricht.
Die Charaktere der Geschichte wirken authentisch und lebendig. Oft sind die Kommissare in Thrillern ja abgehalfterte Helden mit einem Paket voller Sorgen. Nicht so Björn Liebermann, der mir hier von Beginn an sehr sympathisch ist. Ich mag seine unkomplizierte Art, wie er sich Kollegen gegenüber gibt, wie er selber Ermittlungen führt und auch schonmal aus dem Bauch heraus handelt. Auch seine Kollegen, auch wenn sie hier Nebenrollen spielen, waren gut vorstellbar. Alle Charaktere und deren Aktionen und Interaktionen runden den Thriller noch einmal mehr ab.
Mein Fazit:
Absolut unvorhersehbar, voller Wendungen und viel Spannung kommt dieser Thriller daher. Der Protagonist Björn Liebermann ist ein sehr sympathischer Charakter, von dem ich hoffe, noch einiges lesen zu dürfen. Ich konnte dieses Buch erst aus der Hand legen, nachdem ich die letzte Seite verschlungen habe und freue mich regelrecht, mal einen Thriller gelesen zu haben, bei dem ich einfach mal im Dunklen tappte. Meine Leseempfehlung an alle Thrillerfans und die, die es gerne einmal mit diesem Genre versuchen möchten.

Veröffentlicht am 18.01.2018

Äußerst spannend

Murder Park
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Vor zwanzig Jahren tötete ein Serienmörder, der sich Jeff Bohner nannte, in einem Vergüngungspark auf Zodiac Island drei junge Mütter. Bohner wurde gefangen genommen, doch der Vergnügungspark wurde trotzdem ...

Vor zwanzig Jahren tötete ein Serienmörder, der sich Jeff Bohner nannte, in einem Vergüngungspark auf Zodiac Island drei junge Mütter. Bohner wurde gefangen genommen, doch der Vergnügungspark wurde trotzdem geschlossen. Heute wurde diese Insel von dem reichen Unternehmer Rupert Levin gekauft und dieser hat etwas ganz besonderes mit dem alten Park vor: er möchte darauf wieder eine Art Freizeitpark errichten, den Murder Park. Um ihn durch die Presse bekannt zu machen, hat er elf weitere Menschen zu einem Wochenende auf der Insel eingeladen. Hier sollen die zuvor ausgewählten Personen testen, inwiefern Levin mit seinem Konzept Erfolg haben wird. Doch kaum auf der Insel, geschieht ein Mord. Ist der Täter unter den Gästen? Oder hat sich jemand auf die Insel geschlichen? Und das schlimmste daran: die Fähre zum Festland kommt erst am Montag zurück und der Kontakt zur Aussenwelt ist abgebrochen.
Meine Meinung:
Der Klappentext dieses Buches klang sehr spannend und ich war sehr neugierig darauf, worum es hier überhaupt geht. Der Einstieg in den Thriller fiel mir recht leicht, denn der Autor verknüpft hier die Vergangenheit sehr geschickt mit seinem Text aus der Gegenwart. Er läßt den Psychiater, der bereits zwanzig Jahre zuvor auf der Insel tätig war, mit den potentiellen Gästen der Insel Gespräche führen, aus denen wir so einiges aufschnappen können und während des Lesens immer wieder annimiert werden mitzurätseln, was geschehen ist und wer der Täter ist. Mit einigen doch sehr überraschenden Wendungen gelang es auch immer wieder, mich zu verblüffen und eins ist klar, ich wusste genau so wenig, wer hier der Täter ist, wie auch die Personen auf der Insel. Auch wenn ich immer wieder einen Verdacht hatte, war ich mir bei keinem sicher, wem ich vertrauen könnte. Das machte das Buch sehr spannend und fesselte mich auch ungemein.
Jonas Winners Schreibstil ist recht leicht und verständlich gehalten, dabei gelingt es ihm sehr gut, immer wieder durch kurze Beschreibungen Bilder zu erzeugen, so dass ich mir die Personen und vor allem auch die Insel sehr gut vorstellen konnte. Das Buch lässt sich sehr flüssig lesen und ich hatte es innerhalb eines Abend verschlungen. Die Stimmung, die hier erzeugt wird, ist durchaus düster und bedrückend und ich finde, dass dieses Buch kein klassischer Thriller an sich ist, sondern eher eine Mischung aus Psychothriller und Thriller. Allein dieses Setting, dass hier beschrieben wird, ließ immer wieder eine Gänsehaut beim Lesen entstehen. Nicht nur die beschriebenen, verlassenen Fahrgeschäft, die nach zwanzig Jahren einen trostlosen Eindruck vermittelten, haben ihre Wirkung beim Lesen, sondern auch die Beschreibungen des Settings, wie das "neu" aufgemachte Inselhotel. Ich konnte hier absolut mit den Personen auf der Insel mitfiebern und ihre Angst nachempfinden.
Der Erzählstil ist der des personellen Erzählers, wobei dieser schon fast eine auktoriale Sichtweise vermittelt, da man durch die Gespräche mit dem Psychiater so einiges an Hintergründen der Personen erfährt, die diese voneinander gar nicht wissen. So manch eines der Gespräche brachte immer wieder äußerst interessante Aspekte ein, die gleich wieder die eigenen Überlegungen in eine andere Richtung trieben. Das war auf jeden Fall eine sehr interessante und gelungen Art, Einblicke in die Vergangenheit zu geben.
Die Charaktere hier sind alle völlig undurchsichtig und jeder Einzelne davon brachte mich zum Grübeln und Rätseln. So richtig vertraut habe ich keinem der Anwesenden, denn hier hatte so ziemlich jeder etwas zu verbergen und vor allem etwas mit der Vergangenheit der Insel zu tun, sei es von vor zwanzig Jahren oder aus neuerer Vergangenheit. Ich hatte hier immer wieder einen anderen in Verdacht und so richtig sympathisch wurde mir keiner. Der Protagonist der Geschichte ist Paul Greenblatt, der eine ganz besondere Verbindung zu Zodiac Island hat und meine Gefühle diesem Charakter gegenüber waren immer wieder durchwachsen, richtig schlau wurde ich nicht aus ihm, aber trotzdem hatte dieser durchaus mein Mitgefühl.
Leider hatte das Buch einen großen Wehrmutstropfen am Ende für mich parat, denn dieses hat mir gar nicht mehr gefallen und nahm alle Gänsehautfeelings wieder raus und ließen mich ernüchtert zurück. Dadurch wurden für mich die vielen Ereignisse zuvor platt, leider kann ich nicht genauer darauf eingehen, da ich sonst einfach zu viel verraten würde.
Mein Fazit:
Ein Thriller, der mir zu einem großen Teil spannende Lesestunden bereitet hat. Dazu kamen noch eine düstere und beängstigende Atmosphäre mit einem wirklich unheimlich anmutenden Setting. Auch die Charaktere waren undurchschaubar und interessant und wirkten hier sehr auf die ganze Atmosphäre ein. Das Ende lässt mich zwar ein wenig ernüchtert zurück, doch trotzdem war das Buch ein gutes Lesevergnügen für Leser, die Gänsehautatmosphäre mögen. Eine Leseempfehlung gibt es auf jeden Fall.

Veröffentlicht am 18.01.2018

Gottie in der Unendlichkeit

Ein bisschen wie Unendlichkeit
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Seit Gotties Mutter kurz nach deren Geburt verstarb, lebt diese mit ihrem Vater und ihrem älteren Bruder bei ihrem Großvater Grey in einem sehr kleinen Ort mitten im Nirgendwo. Doch dann geschieht etwas, ...

Seit Gotties Mutter kurz nach deren Geburt verstarb, lebt diese mit ihrem Vater und ihrem älteren Bruder bei ihrem Großvater Grey in einem sehr kleinen Ort mitten im Nirgendwo. Doch dann geschieht etwas, mir dem sie nicht gerechnet hat, ihr Opa verstirbt und für Gottie bricht eine Welt zusammen. Als dann ihr heimlicher Freund auch noch mit ihr Schluss macht, versinkt sie regelrecht in Trauer und Einsamkeit, doch richtig bemerken scheint das niemand. Doch dann geschehen merkwürdige Dinge im Leben des Mathe- und Physikgenies, es scheint als würde sie wieder Zeit in ihrer Vergangenheit erleben und wenn sie wieder in der Gegenwart ist, weiß sie nicht, was bis dahin geschah. Woran kann das nur liegen? Tagträume oder Wurmlöcher? Dann kehrt urplötzlich ihr ehemaliger bester Freund Thomas zurück und dieser bringt ihr ganzes, eh schon chaotisches Leben, noch mehr durcheinander.
Meine Meinung:
Bei diesem Buch wirkte schon alleine das Cover wie ein Magnet, denn es ist wirklich wunderschön. Die Geschichte dann an für sich war dann eher gar nicht so leicht, denn für ein Jugendbuch steckte hier doch schon ein gewisser Anspruch dahinter. Der Schreibstil an für sich hat mir gut gefallen und der Autorin gelingt es sowohl ihre Charaktere als auch ihre Geschichte dem Leser näher zu bringen. Schwierig wird es, wenn Gottie anfängt, ihre plötzlichen Erlebnisse der Vergangenheit zu berechnen, ganz nach dem Gottie H. Oppenheimer Prinzip. Da fiel es mir persönlich immer mal wieder schwer, wirklich zu verstehen, wie Gottie da auf ihre Theorien kommt und was sie da berechnet und doch weiß ich, dass es Physiker wohl wirklich versuchen zu berechnen, ob es diese Wurmlöcher oder Parallelwelten wirklich gibt. Also vom Anspruch her ist es nicht nur für Jugendliche geeignet, sondern auch durchaus interessant für den erwachsenen Leser.
Doch neben all diesem physikalischen Berechnungen gibt es hier ganz viel Gefühl und Tiefgang in der Geschichte, denn Harriet Reuter Hapgood geht hier auf unglaublich viele bewegende Themen ein. Sei es der Verlust und die damit einhergehende Trauer und deren Verarbeitung, die erste Liebe oder Freundschaft und Familie. All das wird mit in diese Geschichte mit viel Gespür mit eingebracht.
Erzählt wird die Geschichte von der junge Gottie in der Ich-Form. Durch diese Perspektive lernte ich Gottie und ihre ganze verquere Gefühlswelt gut kennen. Manchmal fiel es mir zwar wirklich schwer, der Handlung zu folgen, da hier auch immer wieder Zeitsprünge mit ins Geschehen einflossen und es immer wieder etwas zu wissenschaftlich wurde und doch hat diese Geschichte das gewisse Etwas, das mich berühren konnte.
Gerade die Figuren der Geschichte wurden hier sehr gut ausgearbeitet und durchdacht. Gottie mochte ich sehr, gerade weil sie kein typischer Teenager ist, sonder eine ganz eigene Persönlichkeit und das meine ich auch genau so, wie ich es geschrieben habe, denn Gottie ist hier mit Ecken und Kanten versehen. Sie öffnet sich nur schwer und zieht sich lieber in sich selbst zurück, während sie ihre Trauer verarbeitet. Für mich hatte sie etwas von einem typischen naturwissenschaftlichen Genie - genial in dem was sie tut, aber was ihre Beziehungen zu anderen Menschen betrifft, ist sie recht schwierig und eigen. Gut, dass da Thomas, ihr bester Freund aus der Kindheit zurückkehrt, der sich seit damals ziemlich verändert hat und wesentlich reifer und erwachsener wirkt und damit Gottie irgendwie auch aus ihrem Schneckenhaus lockt. Aber auch Gotties gesamte Familie, der Name Oppenheimer passt hier wohl perfekt, ist alles andere als alltäglich und ich mochte diese Charaktere sehr gerne. Grey, den man in den Rückblicken kennenlernt und recht kauzig erscheint, der Bruder Ned, der Vater in seiner eigenen Welt, diese Familie ist so skurril und doch so warmherzig, dass man sie einfach mögen muss.
Mein Fazit:
Kein einfacher und leichter Jugendroman, da er meiner Meinung nach durchaus einen gewissen Anspruch mit sich bringt und doch hat dieses Buch ganz viel Gefühl und Warmherzigkeit. Es zeigt schwierige Themen auf, verknüpft manches (für mich zu sehr) mit wissenschaftlichen Aspekten und doch ist man während des Lesens durchaus gefangen von dem Geschehen. Ich empfehle hier einfach in Leseproben zu schnuppern, denn das Buch ist durchaus lesenswert.

Veröffentlicht am 18.01.2018

Hat Potential für mehr

Karma Girl
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Was gibt es schöneres als den Hochzeitstag im Leben einer jungen Frau? Eigentlich sollte Carmen Cole glücklich sein, denn heute ist es soweit und sie wird ihren Freund Matt heiraten. Doch irgendwie überkommen ...

Was gibt es schöneres als den Hochzeitstag im Leben einer jungen Frau? Eigentlich sollte Carmen Cole glücklich sein, denn heute ist es soweit und sie wird ihren Freund Matt heiraten. Doch irgendwie überkommen sie Zweifel und sie sucht kurz vor der Trauung noch einmal Matt auf. Allerdings ist das Bild, das sie erwartet ein ganz anderes, als gedacht, denn Matt bemerkt sie noch nicht einmal, da er schwer beschäftigt ist, ihre beste Freundin und Trauzeugin Karen zu beglücken. Der Verrat allein ist schon abscheulich, doch als sie dann auch noch die Kostüme unter der Kleidung der beiden liebsten Menschen in ihrem Leben entdeckt, ist sie kurz sprachlos: Matt ist der Superheld Machinator und ihre Freundin Karen ist seine Gegenspielerin Crusher. Zum Glück ist Carmen Reporterin und sie weiß genau, was sie mit dieser neuen Entdeckung machen wird: sie veröffentlicht Fotos der Beiden und nicht nur das, ihre neue Mission: die Identitäten der Superhelden aufdecken.
Meine Meinung:
Jennifer Estep ist mittlerweile eine meiner Lieblingsautorinnen im Urban Fantasy Bereich und eine neue Reihe aus ihrer Feder ist schon ein reines must read. Ich war also extrem neugierig, wie die Autorin die Umsetzung rund um die Superhelden gelungen ist. Allerdings fiel mir der Einstieg in diese Geschichte erstaunlich schwer, zwar ist der Schreibstil, wie immer, extrem mitreißend und flüssig, aber ich hatte Schwierigkeiten, mich in die Protagonistin zu versetzen und mit ihr wirklich warm zu werden. Die ersten hundert Seiten ließen mich doch ein paar Mal zweifeln, ob dieses Buch für mich richtig ist. Doch dann kam eine Wende innerhalb der Geschichte und irgendwie nahm sie ab da viel mehr Fahrt auf. Zwar war der Storyhergang recht vorhersehbar, brachte aber wirklich gute Unterhaltung mit witzigen Dialogen und auch viel mehr Schwung.

Was mich an diesem Buch sehr fasziniert, ist dieses ganz natürliche Einbauen von Charakteren wie den Superhelden, so als wenn es ganz klar ist, dass es diese gibt und wie diese sich verhalten. Das hat mich durchaus auch an die bekannten Marvel Helden erinnert und brachte mich auch immer mal wieder zum Lachen. Ich sah die Charaktere regelrecht in ihren glitzernden Kostümen vor mir und sie kamen mir dabei sehr real und lebendig vor.

Auch das gesamte Setting war ein typisches Bild für Superhelden und Bigtime erinnerte mich, während es vor meinem inneren Auge entstand, an New York (sollte es wohl auch) und die Handlungen der Fearless Five erinnerten mich doch schon sehr an die Fantastic Four. Also Parallelen zu bekannten Helden und deren Geschichten sind hier sehr greifbar und machten dadurch auch vieles in der Handlung vorhersehbar.

Die Geschichte wird aus der Sicht der Protagonistin Carmen Cole, ihres Zeichens Reporterin, erzhählt. Durch die Ich-Form konnte man zwar alles durch ihre Augen verfolgen, aber so richtig gemocht habe ich sie erst viel später. Zu Anfang war sie mir einfach zu flach und zu verbittert, zwar konnte ich ihre Handlungen nachvollziehen, aber sympathisch war sie mir dadurch nicht. Auch als sie auf einen der Fearless Five Helden, nämlich Striker stösst, hat mich ihre Schwärmerei ein wenig genervt. Es scheint ein wenig so, als würde die Autorin hier versucht haben, ihre Figuren erwachsener erscheinen zu lassen, da diese das ja auch in der Geschichte sind, doch der Anfang ließ mich da hin und wieder dran zweifeln. Doch irgendwann kam auch hier ein Wendepunkt und ich mochte Carmen wesentlich lieber als noch zu Anfang. Woran es aber genau lag, kann ich gar nicht benennen. Die weiteren Figuren hier sind typische Superhelden mit speziellen Fähigkeiten und natürlich mit ihren Widersachern. Die Fearless Five sind zwar recht sympathisch, aber auch durchweg werden hier Superheldenklischees bedient, wobei das ja eigentlich schon beim Cover klar sein dürfte. Striker ist hier natürlich der sexy Held, der mich zwar nicht großartig überraschen konnte, aber doch seine berechtigte Wirkung hatte.
Mein Fazit:
Ein Einstieg in eine neue Urban Fantasy Reihe rund um Superhelden, die hier auch genauso wirkten. Zwar war die Handlung recht vorhersehbar und auch der Einstieg fiel mir schwer, trotzdem konnte es mich ab einem gewissen Punkt an das Geschehen fesseln. Locker und leicht geschrieben, so wie es einfach auch typisch für die Autorin ist, brachte dieses Buch nette Unterhaltung für zwischendurch und birgt Potential für weitere Bände. Für weibliche Marvel Fans und Leser von leichter Urban Fantasy gibt es hier durchaus interessante Unterhaltung.