Ein Leben in der RAF
Ich dachte, bis dahin bin ich totEin Leben in der RAF
So ziemlich jeder hat vermutlich schon von der RAF gehört. Ob man nun genau weiß, um was es bei ihnen geht oder nur den Begriff gehört hat. Ich bin zu jung um ihre Zeit selbst mitbekommen ...
Ein Leben in der RAF
So ziemlich jeder hat vermutlich schon von der RAF gehört. Ob man nun genau weiß, um was es bei ihnen geht oder nur den Begriff gehört hat. Ich bin zu jung um ihre Zeit selbst mitbekommen zu haben, doch habe ich hier und da mal etwas gehört und fand es insgesamt recht interessant, wie sie sich zusammengetan und organisiert haben. Ihre Taten natürlich nicht.
Die Rote Armee Fraktion wurde in den 1960/1970er Jahren gegründet. Ein genaues Datum gibt es nicht. Sie sind mit der Zeit gewachsen. Als erste Aktion gilt die Baader-Befreiung am 14. Mai 1970 (Wikipedia)
In diesem Buch geht es jedoch um Silke Maier-Witts als Person. Sie schreibt in ihrer Autobiografie "Ich dachte, bis dahin bin ich tot: Meine Zeit als RAF-Terroristin und mein Leben danach" von ihrem Leben in der Gruppierung und wie sie reingeraten ist. Denn sie wurde von der engagierten Studentin zur Terroristin der Roten Armee Fraktion.
In diesem Buch schildert sie uns ihren Werdegang. Von ihrer Kindheit, Jugend, über ihre politische Einstellung während des Studiums. Bis sie sich 1977 letztendlich dazu entschied, sich der RAF anzuschließen.
Sie beschreibt ihre Beteiligung an Aktionen wie der Entführung und Ermordung von Hanns Martin Schleyer und ihre anschließende Flucht in die DDR. Dort lebt sie anschließend unter falscher Identität.
Ich kann und will keine der Taten gut heißen oder schön reden. Verbrechen sind eben diese. Und wenn Menschen entführt, ermordet oder sonstwie geschädigt werden, muss es dafür Konsequenzen geben. Doch finde ich es spannend, wie sie hier ihre Taten reflektiert. Wie es dazu kam, dass sie in diese Kampf gekommen ist und dass eben diese Konsequenzen nach sich ziehen. Sie hat nach ihrer Haft einen ganz anderen Weg eingeschlagen und möchte nun einen guten und positiven Beitrag leisten.
Auch der Aspekt, wie leicht man in solche Organisationen geraten kann (das gleiche gilt für Sekten etc.) zeigt es sehr gut. Sie hören dir zu, geben vor, für dich da zu sein, um dich dann für ihre Dienste einspannen zu können.
Für mich war es ein Buch, das mich zum Nachdenken angeregt hat. Ich werde mir sicher noch etwas mehr Literatur dazu ansehen und man kann am Ende nur hoffen, dass unsere Politik nicht so weit führt, dass es erneut zu solchen Dingen kommt.
ISBN: 978-3462006902
Umfang: 384 Seiten
Autorin: Silke Maier-Witt
Verlag: Kiwi
Erscheinungsdatum: 13.0225