Zwischen Burnout und Neubeginn – eine leise, tief berührende Geschichte
Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essenLasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen ist ein stilles, kluges und zugleich tief berührendes Buch, das lange nachklingt. Durch die klar unterteilten Kapitel wirkt es zunächst wie eine Sammlung ...
Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen ist ein stilles, kluges und zugleich tief berührendes Buch, das lange nachklingt. Durch die klar unterteilten Kapitel wirkt es zunächst wie eine Sammlung von Kurzgeschichten, doch weil immer dieselbe Erzählerin im Mittelpunkt steht, entsteht ein leiser, zusammenhängender Roman über Selbstfindung und Neubeginn.
Die namenlose Hauptfigur versucht nach einem Burnout, wieder in die Arbeitswelt zurückzufinden. Sie nimmt verschiedene, teils absurde Jobs an, die auf den ersten Blick unspektakulär wirken, aber erstaunlich viel Tiefe offenbaren. Besonders spannend finde ich, dass sie stets nach Arbeit ohne Verantwortung sucht und sich dann doch mit ganzer Hingabe hineinbegibt. Sie wirkt herzlich, aufmerksam und vorsichtig zugleich – jemand, der weiß, wie leicht man sich in etwas verliert, wenn man sich zu sehr bindet.
Kikuko Tsumura schreibt ruhig, präzise und mit einer feinen Balance aus Melancholie und Humor. Das Buch zeigt, wie viel Raum Arbeit im Leben einnehmen kann und wie schwer es ist, Abstand zu gewinnen. Ein stilles, tröstliches und wunderbar unaufgeregtes Buch, das einen noch lange begleitet.
Für mich ist es ein leises, aber kraftvolles Buch über Menschlichkeit, Selbstfürsorge und das zarte Gleichgewicht zwischen Nähe und Distanz. Ein besonderes Leseerlebnis, das auf unaufgeregte Weise nachhallt – still, feinfühlig und klüger, als es auf den ersten Blick scheint.