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Veröffentlicht am 09.02.2025

Eine Braut, vier Brautjungfern und ein Todesfall

Die Villa
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Die zukünftige Braut Aoife und ihre Freundinnen Dani, TIff, Beth und und Celine reisen nach Marbella, wo sie eine abgelegene Villa gemietet haben und mit viel Alkohol und ohne Hemmungen einen zügellosen ...

Die zukünftige Braut Aoife und ihre Freundinnen Dani, TIff, Beth und und Celine reisen nach Marbella, wo sie eine abgelegene Villa gemietet haben und mit viel Alkohol und ohne Hemmungen einen zügellosen Junggesellinnenabschied feiern - und am Ende ist Aoilfe tot und die mit ihr aufgefundene Dani ist zu zugedröhnt, um sich an irgendetwas zu erinnern. Um den Dingen auf die Spur zu kommen und endlich abschließen zu können, lockt sie drei Jahre später die anderen drei wieder nach Marbella. Während sie Nachforschungen anstellt, kommen die alten Spannungen wieder ans Tageslicht und auch von in Marbella lebenden Auswanderern werden sie gewarnt, tiefer zu graben....

Die preisgekrönte Londoner Fernsehproduzentin und Autorin Jess Ryder geht ihrer Leidenschaft für spannende Psychothriller nach und öegt mit "Die Villa" einen mitreißenden Spannungsroman vor, der mich absolut packen konnte. Obgleich ich schon schnell einen Verdacht hatte, führten zahlreiche Wendungen, die diesen zunächst bestätigten, zu einem unvorgergesehen Schluss, der mich in jeder Hinsicht zufriedenstellen konnte.

FÜr die große Party haben die jungen Frauen die südspanische Küstenstadt Marbella an der Costa del Sol ausgesucht, die allgemein als der Jet Set Hotspot Europas bekannt ist und darüber finden sich auch so ziemlich alle (Vor-?) Urteile im Buch wieder. Auf jeden Fall das passende Ambiente für eine ausgelassene Party ohne Grenzen.

Der Thriller wird erzählt in zwei Zeitsträngen: "damals", als die Party so ein schreckliches Ende nahm und "heute", als Dani auf eigene Faust ihre Erinnerungen wieder zum Vorschein bringen will und in eigener Sache ermittelt. Überwiegend erzählt ein personaler Erzähler über Dani, ergänzt wird seine Sicht jedoch durch die Ich-Erzählperspektiven der anderen Haupt-Figuren, wodurch die Spannungen immer deutlicher zu Tage treten.

Die Figuren sind durchaus mehrdimensional dargestellt und alles andere als transparent in ihrem Verhalten; alle haben ihre Geheimnisse und Animositäten untereinander. Wirklich sympathisch war mir keine und zusammenfassend gilt der alte Spruch: Wenn man solche Freundinnen hat, braucht man keine Feinde. Sie wirkten jedoch authentisch auf mich und ich fühlte mich gut unterhalten damit, sie zu beobachten.

Es liegt wohl in der Natur der Sache, dass in der Schilderung der riesengroßen Party eine Menge Alkohol getrunken, Drogenmissbrauch thematisiert und sexuelle Handlungen durchgeführt werden. Wer nicht darüber lesen möchte, sollte die Hände von diesem Roman lassen.

Auch, wenn mir das Thema des Junggsellinnenabschieds und der ausufernden Partys fern liegt, konnte mich dieser spannungsgeladene Thriller absolut mitreißen und ich vergebe volle fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 02.02.2025

Im finalen Band nach Afrika

Die Glücksfrauen – Das Geheimnis der Rosen
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2024 reisen June, die Enkeltochter von Luise, und Sandra, die Enkeltochter von Maria, nach Tansania, wo Wendy, die Enkelin von Anni lebt. Gemeinsam versuchen sie, den Lebensweg von Anni nachzuzeichnen, ...

2024 reisen June, die Enkeltochter von Luise, und Sandra, die Enkeltochter von Maria, nach Tansania, wo Wendy, die Enkelin von Anni lebt. Gemeinsam versuchen sie, den Lebensweg von Anni nachzuzeichnen, die sich 1938 zunächst ausschließlich auf ihren Verlobten SIegfried verließ, bevor ihr durch einen schrecklichen Betrug die Augen geöffnet wurden und sie ebenfalls einen interessanten, mutigen WEg einschlug und das Nazi-Deutschland verließ, um schließlich in Afrika eine Rosenfarm aufzubauen.

Mit "DIe Glücksfrauen - Das Geheimnis der Rosen" legt die erfolgreiche deutsche Autorin Anna Saskia Beyer, hier unter ihrem Pseudonym Anna Claire, den letzten und abschließenden Band ihrer mitreißenden Glücksfrauen-Trilogie vor, auf den ich bereits sehnsüchtig gewartet hatte. Hierin widmet sie sich nun dem Schicksal der letzten der drei Freundinnen, Anni, und ihrer Geschichte, und löst natürlich auch das Geheimnis auf, welche Schuld Luise einst auf sich geladen hat.

Obwohl die Lektüre des letzten Bandes bei mir schon einige Zeit zurück lag, konnte ich unmittelbar an die Geschehnisse anknüpfen.
Anna Claire schreibt absolut mitreißend und spannend über sechs starke Frauen in Vergangenheit und Gegenheit, die alle ihren eigenen Weg gehen. Dabei wird die Geschichte in zwei Erzählstränge aufgeteilt und abwechselnd von Annis Erlebnissen 1938 und den drei jungen Frauen 2024 berichtet, und beide machen beim Lesen gleich viel Vergnügen.

Bemerkenswert ist, wie akribisch die Autorin recherchiert hat und auch das Leben der Massai, eine Gewürzfarm auf Sansibar, der Entwicklung von Afrika als europäischer Rosenlieferant und vieles mehr beschreibt. Und gerade die unsäglichen Machenschaften der Nazis und ihre dreisten Lügen finden eine erschreckende Parallelität zur Gegenwart und den Rechten.

DIe Figuren sind mehrdimensional und mit viel Liebe gezeichnet; und gerade das Element der Freundschaft findet auf beiden Zeitebenen eine wichtige Rolle. Es macht viel Spaß, die Enkelinnen dabei zu begleiten, die Geschichte ihrer Familien zu erforschen und verstehen. Dass alle Frauen auch die Liebe ihres Lebens finden, mag etwas kitschig sein, störte aber nicht.

Ich vergebe für den finalen Glücksfrauen-Band fünf Sterne und kann die Reihe absolut empfehlen, die es sich allerdings für das Verständnis

im Zusammenhang zu lesen lohnt.
Wer immer noch Zweifel an den Verbrechen der Nazis hat, kann hier auf unterhaltsame Weise seine Geschichtskenntnisse aufbessern.

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Veröffentlicht am 01.02.2025

Toller fünfter Band

Grenzfall – Ihre Spur in den Flammen
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In Oberbayern ermittelt die Oberkommissarin Alexa Jahn im Zusammenhang mit einem Luxusauto, der von der Straße abgekommen und ausgebrannt ist; der Fahrer ist tot und Zeugen haben eine zweite Person beobachtet, ...

In Oberbayern ermittelt die Oberkommissarin Alexa Jahn im Zusammenhang mit einem Luxusauto, der von der Straße abgekommen und ausgebrannt ist; der Fahrer ist tot und Zeugen haben eine zweite Person beobachtet, die Rätsel aufgibt. Schon bald gibt es weitere Brandanschläge mit Todesfolge, auch auf österreichscher Seite, wo Chefinspektor Bernhard Krammer ermittelt. DIe Zeit läuft gegen die Polizei und dann taucht noch ein anonymer Brief auf ....

"Ihre Spur in den Flammen" ist bereits der fünfte Band der deutschen Autorin Anna Schneider (die auch unter dem Psyeudonym Anna Simons bereits Krimis veröffentlicht hat). Das Buch lässt sich auch für sich alleine lesen, allerdings ist der Lesegenuss noch viel größer, wenn man auch die vorhergehenden Bände kennt, da insbedondere die privaten Entwicklungen der Hauptfiguren eine große Rolle spielen - und gerade dieser fünfte Band sehr viele Verweise und Anspielungen insbesondere auf den vierten Band enthält, was Neueinsteiger immer wieder im Dunkeln tappen lässt.

Anna Schneiders angenehmer Schreibstil macht viel Spaß und lässt sich die Seiten fast von allein umblättern.
Die sympathischen HauptFiguren, ihre Menschlichkeit und Fürsorge füreinander, ein undurchsichtiger Fall mit vielen Facetten, der zahlreiche Parallelen zur Realität aufweist und ein guter Spannungsbogen machen den Krimi zu einem Genuss. Auch, wenn die familiären Verstrickungen der beiden Ermittelnden und die Rückblicke auf frühere Ermittlungen vom aktuellen Geschehen etwas ablenken, war für mich das Lesevergnügen absolut gegeben.

DIe immer wieder eingeschobenen - in Kursivschrift gedruckten - Erzählungen der Täterin führen dazu, dass der Leser den polizeilichen Ermittlern voraus ist, erweckt sogar ein gewisses Verständnis für die Täterin und begründet ihren Hass auf die Opfer. Diese Komplexität hat mir besonders gefallen - neben einer Auflösung, in der eben nicht Fremdenfeindlichkeit und rechtsradikales Gedankengut die Oberhand behalten.

Ich empfehle diesen fünften Band gerne weiter, möchte aber anraten, die tolle Grenzfall-Reihe komplett zu lesen für besseres Verständnis.

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Veröffentlicht am 15.01.2025

Schwerpunkt Psychologie

Die blaue Stunde
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Anslässlich einer Kunstausstellung der verstorbenen Künstlerin Vanessa Chapman entsteht der begründete Verdacht, dass in einem ihrer Werke ein menschlicher Knochen verbaut ist. Daraufhin nimmt der Kurator ...

Anslässlich einer Kunstausstellung der verstorbenen Künstlerin Vanessa Chapman entsteht der begründete Verdacht, dass in einem ihrer Werke ein menschlicher Knochen verbaut ist. Daraufhin nimmt der Kurator James Becker KOntakt zu CHapmans NAchlassverwalterin und enger Freundin Grace auf. die in CHapmans Haus auf der Gezeiteninsel Eris lebt....

Die britische Schriftstellerin Paula Hawkins ist vielen Leser*Innen bereits durch ihren großen Erfolg "Girl on the train" bekannt, und so hatte auch ich große Erwartungen an ihr neues Werk "Die blaue Stunde".

Hawkins schreibt gewohnt flüssig und bildhaft und so war der Roman gut lesbar. Das Besondere ist, dass ein MIx aus unterschiedlichen Zeitebenen, Perspektiven und Materialquellen wie Zeitungen und Tagebüchern, der mir durchaus gefallen hat.

Die Spannung baut sich nur sehr langsam auf und bleibt latent im Hintergrund und trotz eines fulminanten Höhepunkts bleibt das ENde einigermaßen vorhersehbar.

Die Figuren sind mehrdimensional angelegt und entfalten sich im Laufe der Geschichte. Neben der Künstlerin stehen auch ihre Freundin Grace und der Kurator James im Mittelpunkt der Enthüllungen. So lässt sich durchaus sagen, dass der Schwerpunkt der Autorin hier auch nicht auf dem zweifelsohne gegebenen Kriminalfalles, des vermeintliches Mordes und des Auftauchens eines menschlichen Knochens an unerwarteter Stelle, liegt, sondern in den psychologischen Hintergründen und den Intentionen der Figuren. Menschliche Emotionen wie Liebe, Hass, Eifersucht, Freundschaft und Einsamkeit bestimmen den Tenor, wobei die Frage nach dem Knochen und das Verschwinden von CHapmans Ehemann den roten Faden bilden.

Auch das Setting lässt mit der Gezeiteninsel Eris, deren Abgeschiedenheit und besonderer Erreichbarkeit, einen gewissen Grusel entstehen.

Wer psychologische Enthüllungen mag und nicht auf schnelle THriller setzt, wird diesen Roman schätzen. Für mich reicht er nicht an sein grandioses Vorwerk "Girl on the train" heran und ich vergebe 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 24.11.2024

Ein Blick in die tiefsten Abgründe

Blutrotes Karma
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Als 1968 die Studentenunruhen in Paris eskalieren und das ganze Land lahm legen, findet der hochintelligente Student Hervé die grausam zugerichtete Leiche seiner von ihm angehimmelten Mitstudentin Suzanne. ...

Als 1968 die Studentenunruhen in Paris eskalieren und das ganze Land lahm legen, findet der hochintelligente Student Hervé die grausam zugerichtete Leiche seiner von ihm angehimmelten Mitstudentin Suzanne. Er bittet seinen Halbbruder Mersch, der, traumatisiert durch seine Teilnahme am Algerien-Krieg und drogenabhängig, bei der unterbesetzten Polizei arbeitet, um Mithilfe. Bald darauf wird auch die Studentin Cécile brutal ermordet und die beiden Halbbrüder machen sich gemeinsam mit der dritten Freundin Nicole auf die Suche nach Mörder, die sie zu einer spirituellen Sekte nach Indien führt. Dabei finden sie schließlich nicht nur eine Glaubensgemeinschaft mit einer abstruses Führerin, den Mörder mit einem unvorstellbar grausamen Hintergrund, sondern auch ihre eigene Geschichte, die sie in das Geschehen verwickelt.....

Jean-Christophe Grangé ist ein in Paris aufgewachsener französischer Autor, der oftmals als der beste Thriller-Autor Frankreichs bezeichnet wird. Insbesondere sein zweiter Roman "DIe purpurnen Flüsse" und dessen Verfilmung machten Grangé in zahlreichen Ländern bekannt. Insofern war ich sehr gespannt auf seinen neuen Thriller "Blutrotes Karma", dessen schwarz-rotes Cover die Blicke auf sich zieht.

Grangé Schreibweise ist eine besondere, Umgangssprache und kluge Sätze finden sich in entsprechenden PAssagen. Ich hätte mir manches Mal ein Glossar gewünscht, da ich einige Ausdrücke (gerade aus den indischen Glaubenslehren) nachschlagen musste.
Dass der Autor in Paris zu Hause ist, ist deutlich erkennbar: Unglaublich viele Straßen- und Ortsnamen finden sich in ausgedehnten Beschreibungen und ich hätte mir manches Mal einige Kürzungen ausbedungen. (Auch Beschreibungen von Toilettengängen usw. empfinde ich als überflüssig.)

Der Thriller beginnt mit sehr langatmigen Beschreibungen des Geschehens in Paris im JAhr 1968 und der seinerzeit ausufernden Gewalt. Auch, wenn ich diese geschichtliche Aufarbeitung nicht uninteressant fand, war auf den ersten ca. 150 Seiten nichts von einem Thriller zu spüren, der erst dann mit dem ersten Mord begann. Dem folgten irrwitzige Verschwörungen, unglaubliche Begebenheiten und unvorstellbare Brutalitätem, doch auch immer wieder Längen, die mich am schnellen Vorankommen hinderten. Immerhin klärte sich am Ende alles logisch auf und endete doch einigermaßen überraschend.

Insbesondere die drei Hauptfiguren Hervé, Mersch und Nicole sind mehrdimensional gezeichnet und gerade ihre schwierigen Eigenschaften waren durchaus glaubhaft. Trotzdem fand ich keinen wirklichen Zugang zu ihnen, sondern beobachtete sie lediglich in ihrem Tun. Auch die vielen weiteren Figuren können wohl allesamt als unsympathisch bis wirklich abgrundtief böse, auf jeden Fall aber bizarr, gesehen werden und führen zu einem Gefühl der Hoffnungslosigkeit. Zusammen mit den geschilderten Grausamkeiten und blutigen Morden ist dies sicher kein Buch für Zartbesaitete.

Trotz eines komplexen, hervorragend ausgearbeiteten Falles und vielen gut recherchierten Geschichten konnte mich der Thriller nicht so packen, wie ich es eigentlich erwartet hatte und ich kann ihn nur bedingt empfehlen.

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