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Veröffentlicht am 15.10.2025

Zwischen Macht, Verrat und verbotener Liebe – ein dystopischer Rausch voller Spannung

Silver Elite
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Silver Elite von Dani Francis hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Diese Geschichte ist roh, intensiv und emotional fordernd – genau das, was eine gute Dystopie ausmacht. Francis entwirft ...

Silver Elite von Dani Francis hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Diese Geschichte ist roh, intensiv und emotional fordernd – genau das, was eine gute Dystopie ausmacht. Francis entwirft eine Welt, die gnadenlos kontrolliert wird, in der Macht über Menschlichkeit steht und jedes Geheimnis Leben kosten kann. Im Zentrum steht Wren Darlington, eine junge Frau, die zu den „Modifizierten“ gehört – Menschen mit besonderen Fähigkeiten, die vom Regime gejagt und vernichtet werden. Um zu überleben, schließt sie sich der Rebellion an und wird in die gefährlichste Eliteeinheit des Systems eingeschleust: die Silver Elite.

Schon der Einstieg ist spannungsgeladen. Wren ist keine makellose Heldin, sondern eine Überlebende. Sie ist stark, aber nicht unerschütterlich, klug, aber von Zweifeln gezeichnet. Gerade diese Mischung macht sie so real. Während sie versucht, ihre Tarnung zu wahren, gerät sie ins Visier von Cross Redden – dem Sohn des Generals und einem der gefährlichsten Männer des Systems. Zwischen ihnen knistert es von Anfang an, aber es ist keine einfache, romantische Spannung. Es ist ein gefährliches Spiel aus Misstrauen, Macht und Anziehung, das jederzeit zu explodieren droht.

Dani Francis versteht es meisterhaft, Emotion und Action miteinander zu verweben. Die Atmosphäre ist beklemmend, fast klaustrophobisch, und doch brennt unter der Oberfläche eine leise Hoffnung. Jede Trainingseinheit, jeder Kampf, jedes Gespräch ist von diesem unterschwelligen Gefühl begleitet, dass alles auf Messers Schneide steht. Besonders beeindruckt hat mich, wie Francis die psychische Belastung ihrer Figuren zeigt – wie Überleben zum Zwang wird, wie Vertrauen zur Waffe.

Auch die Welt, die sie erschafft, überzeugt durch klare Strukturen und bedrückende Glaubwürdigkeit. Die Silver Elite ist nicht nur ein Ort der Macht, sondern auch ein Spiegel für die Brutalität des Systems. Es gibt keine einfachen Entscheidungen, keine klaren Grenzen zwischen Gut und Böse. Und genau das macht die Geschichte so faszinierend.

Was mich besonders berührt hat, war die Beziehung zwischen Wren und Cross. Sie entwickelt sich langsam, aufgeladen mit Spannung, Zweifel und einem Hauch von Zärtlichkeit, der fast verloren geht in all der Härte um sie herum. Cross ist ein Charakter, den man gleichzeitig verfluchen und verstehen will – kalt, kontrolliert, aber innerlich zerrissen. Zwischen ihm und Wren entsteht etwas, das man kaum Liebe nennen kann und doch genau das ist: roh, echt, gefährlich.

Natürlich hat das Buch auch seine Schwächen. Der Mittelteil wirkt stellenweise etwas überfrachtet, und manche Aspekte des Worldbuildings hätten mehr Tiefe verdient. Doch das wird durch den emotionalen Druck und die ununterbrochene Spannung mehr als ausgeglichen. Der Schreibstil ist direkt, atmosphärisch und voller Energie – man fühlt, riecht und hört diese Welt.

Am Ende bleibt Silver Elite eine Geschichte, die mich nachdenklich und aufgewühlt zurückgelassen hat. Es geht nicht nur um Rebellion und Macht, sondern um Identität, Vertrauen und die Frage, wie weit man gehen würde, um frei zu sein. Francis schafft es, den Leser in eine Welt zu ziehen, die so brutal wie faszinierend ist – und lässt einen am Ende mit Herzklopfen und Gänsehaut zurück.

Fazit:
Silver Elite ist ein fesselnder Dystopie-Auftakt voller Spannung, Geheimnisse und verbotener Gefühle. Ein Buch, das nicht nur unterhält, sondern emotional fordert und zum Nachdenken bringt. Für alle, die starke Protagonistinnen, gefährliche Anziehung und intensive Dynamiken lieben, ist dieses Buch ein absolutes Highlight.

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Tausendundeine Nacht voller Liebe, Verrat und Geheimnisse

The Wrath and the Dawn
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The Wrath and the Dawn von Renée Ahdieh ist eines dieser Bücher, das man nicht einfach liest, sondern erlebt. Vom ersten Satz an entfaltet sich eine Atmosphäre, die wie ein duftender Schleier aus Gewürzen, ...

The Wrath and the Dawn von Renée Ahdieh ist eines dieser Bücher, das man nicht einfach liest, sondern erlebt. Vom ersten Satz an entfaltet sich eine Atmosphäre, die wie ein duftender Schleier aus Gewürzen, Sand und Geheimnissen über allem liegt. Inspiriert von Tausendundeine Nacht erzählt Ahdieh die Geschichte der jungen Shahrzad, die freiwillig den König Khalid heiratet – jenen grausamen Herrscher, der jede Nacht eine neue Braut nimmt und sie bei Sonnenaufgang töten lässt. Doch Shahrzad tritt nicht aus Liebe vor ihn, sondern aus Rache. Ihre beste Freundin war eines seiner Opfer.

Was als Plan zur Vergeltung beginnt, verwandelt sich langsam in etwas anderes. Shahrzad ist klug, mutig und furchtlos, aber auch verletzlich und widersprüchlich – eine Heldin, die man nicht wegen, sondern mit all ihren Fehlern liebt. Khalid hingegen ist ein Rätsel: kalt, schweigsam, unnahbar. Und doch spürt man früh, dass hinter seiner Grausamkeit mehr steckt. Mit jeder Nacht, in der Shahrzad überlebt, mit jeder Geschichte, die sie ihm erzählt, beginnt sich etwas zwischen ihnen zu verändern. Es ist eine Anziehung, die leise wächst, gefährlich, bittersüß – und absolut fesselnd.

Renée Ahdieh hat einen Schreibstil, der wie Musik klingt. Poetisch, intensiv, voller Sinnlichkeit und Kraft. Sie malt mit Worten, jede Beschreibung trägt Farbe, Geruch und Klang. Man sieht die Paläste, spürt die Hitze der Wüste, hört das Rascheln von Seide. Gleichzeitig ist ihr Erzähltempo ruhig und spannungsvoll zugleich – ein Tanz zwischen Intrigen, Magie und Emotionen. Besonders beeindruckt hat mich, wie sie Romantik und Gefahr miteinander verwebt: Hier ist nichts kitschig, sondern alles durchzogen von einer tiefen Sehnsucht, die an Schmerz grenzt.

Auch die Nebenfiguren fügen sich perfekt ins Gesamtbild. Jalal bringt Humor und Leichtigkeit in die düstere Welt, Despina sorgt für Wärme und scharfsinnige Dialoge. Und im Hintergrund webt sich ein Netz aus Machtspielen, alten Flüchen und politischen Spannungen, das die Geschichte weit über eine Liebesgeschichte hinaushebt.

Natürlich ist The Wrath and the Dawn nicht frei von Schwächen. Manche Szenen hätten noch mehr Raum verdient, und die Liebesentwicklung mag für manche Leser:innen zu schnell erscheinen. Doch gerade diese Intensität, dieses plötzliche Entflammen der Gefühle, passt zu der märchenhaften Erzählweise. Es fühlt sich an wie ein Traum, der zu schnell vergeht – und genau deshalb will man ihn nicht loslassen.

Ich habe selten ein Buch gelesen, das so elegant zwischen Romantik und Tragik balanciert. Die Chemie zwischen Shahrzad und Khalid ist elektrisierend, aber nie einfach. Ihre Liebe wächst aus Schmerz, aus Schuld und aus dem Mut, sich trotzdem füreinander zu entscheiden. Das Ende hat mich sprachlos zurückgelassen – bittersüß, emotional, mit dem Gefühl, dass unter all der Dunkelheit ein kleines, leuchtendes Stück Hoffnung bleibt.

Fazit:
The Wrath and the Dawn ist eine wunderschöne, düster-romantische Neuinterpretation von Tausendundeine Nacht, die mit poetischem Stil, starken Figuren und tiefer Emotionalität überzeugt. Es ist ein Buch über Liebe, Vergebung und die Macht der Geschichten – magisch, sinnlich und absolut unvergesslich.

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Veröffentlicht am 13.10.2025

Zwischen Schatten, Magie und Verlangen – ein düsterer Auftakt voller Gefühl

Fae Isles − Der Henker der Königin
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Fae Isles – Der Henker der Königin von Lisette Marshall hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Es ist keine typische Romantasy, in der Glitzerfeen durch Wälder tanzen – hier ist die Magie ...

Fae Isles – Der Henker der Königin von Lisette Marshall hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Es ist keine typische Romantasy, in der Glitzerfeen durch Wälder tanzen – hier ist die Magie gefährlich, blutig und verboten. Die Autorin entführt uns in ein Reich, das von Macht, Angst und Intrigen beherrscht wird, und genau darin liegt die Faszination dieser Geschichte.

Im Mittelpunkt steht Emelin, eine junge Frau mit verbotener Magie, die seit Jahren versucht, unauffällig zu bleiben. Doch als sie von Creon – dem stummen, gnadenlosen Henker der Fae-Königin – entdeckt wird, scheint ihr Schicksal besiegelt. Statt den Tod zu bringen, bietet er ihr jedoch einen Handel an: Ihre Magie gegen seine Loyalität. Von diesem Moment an beginnt ein gefährliches Spiel aus Vertrauen, Täuschung und leisen Gefühlen, das mich kaum losgelassen hat.

Lisette Marshall schafft es meisterhaft, ihre Charaktere vielschichtig und verletzlich zu zeichnen. Emelin ist keine makellose Heldin, sondern eine Frau, die mutig ist, obwohl sie Angst hat – und genau das macht sie so greifbar. Creon dagegen ist eine der faszinierendsten Figuren, denen ich seit Langem begegnet bin. Er ist still, tödlich und doch auf eine tragische Weise menschlich. Hinter seiner kalten Fassade verbirgt sich ein Mann, der gelernt hat, zu überleben, nicht zu leben. Ihre Beziehung entwickelt sich langsam, fast schmerzhaft echt – mehr Blicke und unausgesprochene Worte als große Gesten, und genau das funktioniert hier perfekt.

Auch die Welt, in der die Geschichte spielt, ist beeindruckend detailreich. Die Fae-Isles sind keine romantisierte Märchenwelt, sondern ein Ort voller politischer Ränkespiele, Unterdrückung und heimlicher Rebellion. Besonders das Magiesystem, das auf Farben basiert, ist originell und poetisch zugleich – es verleiht der Handlung eine ästhetische, fast malerische Note, ohne dabei an Spannung zu verlieren.

Was mir besonders gefallen hat, ist die düstere Atmosphäre. Die Autorin schreibt mit einer Intensität, die manchmal fast körperlich spürbar ist. Es gibt Szenen, die weh tun, und Momente, in denen man kaum atmen möchte, weil alles so dicht, so gefährlich wirkt. Gleichzeitig gibt es diese leisen, zerbrechlichen Augenblicke zwischen Emelin und Creon, in denen das Licht durch die Dunkelheit bricht – und genau diese Mischung macht das Buch so besonders.

Natürlich hat die Geschichte auch ihre Schwächen. Der Mittelteil zieht sich stellenweise ein wenig, und manche Enthüllungen lassen sich früh erahnen. Aber das stört kaum, weil Marshall die Emotionen und die Dynamik zwischen ihren Figuren so stark einfängt, dass man trotzdem weiterlesen muss. Ihr Schreibstil ist elegant, atmosphärisch und emotional, ohne kitschig zu werden.

Am Ende bleibt Der Henker der Königin eine Geschichte, die Spuren hinterlässt. Sie erzählt nicht nur von Liebe, sondern auch von Mut, Schmerz und der Suche nach Freiheit. Für mich war es ein Roman, der mich durch seine Tiefe, seine dunkle Schönheit und seine komplexen Figuren vollkommen überzeugt hat.

Fazit:
Ein düster-romantischer Auftakt, der Magie, Gewalt und Gefühl meisterhaft vereint. Für alle, die starke Emotionen, gefährliche Anziehung und vielschichtige Welten lieben, ist Fae Isles – Der Henker der Königin ein absolutes Must-Read.

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Veröffentlicht am 12.10.2025

Zwischen Tanz, Schmerz und zweiter Chance

A Dancer's Kiss (Broken Artists, Band 2)
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A Dancer’s Kiss war für mich wie ein leises Lied, das man am liebsten auf Dauerschleife hört – zärtlich, traurig und gleichzeitig so voller Hoffnung. Rebekka Weiler erzählt hier keine typische Liebesgeschichte, ...

A Dancer’s Kiss war für mich wie ein leises Lied, das man am liebsten auf Dauerschleife hört – zärtlich, traurig und gleichzeitig so voller Hoffnung. Rebekka Weiler erzählt hier keine typische Liebesgeschichte, sondern eine über zweite Chancen, Selbstfindung und den Mut, sich wieder zu öffnen, wenn das Herz eigentlich schon zu oft gebrochen wurde.

Im Mittelpunkt steht Nele, eine junge Tänzerin, die versucht, mit den Schatten ihrer Vergangenheit umzugehen. Zwei Monate nach einem One-Night-Stand trifft sie zufällig wieder auf Mats – und plötzlich steht alles Kopf. Zwischen ihnen ist da sofort wieder diese unausgesprochene Spannung, dieses vertraute Gefühl, das nie ganz verschwunden war. Als Mats sie kurzerhand mit auf eine Reise nach Schweden nimmt – in das Ferienhaus seiner Eltern auf einer kleinen Schäreninsel –, beginnt zwischen ihnen eine Geschichte, die sich langsam entfaltet. Kein lauter, überstürzter Sturm, sondern eher ein zartes, vorsichtiges Wiederfinden.

Ich liebe es, wie Rebekka Weiler Tanz und Musik in ihre Geschichte einwebt. Der Tanz ist hier nicht einfach ein Hobby – er ist Sprache, Ausdruck, Heilung. Durch Bewegung wird spürbar, was Worte nicht sagen können. Besonders Neles innere Zerrissenheit wird dadurch greifbar: Wie sie sich schämt, kämpft, zweifelt – und wie sie Stück für Stück lernt, sich selbst wieder zu vertrauen. Mats ist dabei kein klassischer Bad Boy, sondern jemand, der selbst mit Schuld und Vergangenheit kämpft. Es tut so gut, einmal einen männlichen Charakter zu lesen, der Fehler eingesteht, der sanft sein kann, ohne schwach zu wirken.

Die Dynamik zwischen den beiden hat mich wirklich berührt. Es gibt so viele kleine, stille Momente – ein Blick, eine Berührung, ein Tanz – und gerade diese Feinheit macht das Buch so intensiv. Man spürt förmlich, wie sie umeinander kreisen, sich annähern, wieder Abstand suchen, weil beide Angst davor haben, zu viel zu fühlen.

Was ich besonders schön fand, ist die Atmosphäre: Die schwedische Insel, das Licht, das Wasser, die Ruhe – alles wirkt wie ein Ort, an dem man kurz aufatmen kann. Zwischen dieser Naturkulisse und den Emotionen entsteht eine unglaubliche Intimität.

Klar, die Geschichte ist stellenweise vorhersehbar – man ahnt früh, wohin sie führen wird. Aber das stört überhaupt nicht, weil es hier nicht um Überraschungen geht, sondern um Emotionen. Es geht darum, wie man sich öffnet, obwohl man Angst hat. Wie man sich traut, wieder zu tanzen, auch wenn man längst den Rhythmus verloren glaubte.

Am Ende war ich einfach nur dankbar. Für diese Figuren, für die Wärme, für die kleinen Momente, die so echt wirken, dass sie einen selbst berühren. A Dancer’s Kiss ist kein lauter Roman – es ist einer, der still unter die Haut geht.

Fazit:
Ein wunderschön geschriebenes Buch über Liebe, Heilung und den Mut, sich selbst wiederzufinden. Emotional, sinnlich und unglaublich atmosphärisch. Wer New Adult mit Tiefe, Verletzlichkeit und einem Hauch von Tanzmagie liebt, wird dieses Buch verschlingen.

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Veröffentlicht am 11.10.2025

Verbotene Liebe, Magie und vier gefährlich charmante Prinzen – Rezension zu The Never List

The Never List
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Ich habe The Never List von Jade Presley verschlungen – im wahrsten Sinne des Wortes. Schon nach den ersten Seiten war ich mitten in dieser gefährlich schönen Welt gefangen, in der Macht, Magie und Begehren ...

Ich habe The Never List von Jade Presley verschlungen – im wahrsten Sinne des Wortes. Schon nach den ersten Seiten war ich mitten in dieser gefährlich schönen Welt gefangen, in der Macht, Magie und Begehren untrennbar miteinander verknüpft sind.

Rylee Gray, die Protagonistin, hat mich sofort begeistert. Sie stammt aus den armen Ashlands, einem Ort, den die privilegierte Oberschicht am liebsten vergessen würde. Und trotzdem stellt sie sich mutig gegen ein System, das sie kleinhalten will. Ihre Mission: ihre verschwundene Schwester finden – auch wenn sie dafür ihr eigenes Leben riskiert. Als sie sich heimlich in den Palast einschleicht, gerät alles außer Kontrolle. Plötzlich steht sie im Zentrum des sogenannten „Choosing“, bei dem vier mächtige Prinzen ihre Fated Mate wählen.

Was folgt, ist eine Geschichte voller Spannung, Intrigen, verbotener Gefühle – und einer gehörigen Portion knisternder Chemie. Presley versteht es, diese „Why-Choose“-Dynamik so zu schreiben, dass sie nie lächerlich wirkt. Jeder der vier Prinzen – Jax, Kal, Axl und Pierce – hat eine eigene Persönlichkeit, eigene Geheimnisse, eigene Anziehungskraft. Es war fast unmöglich, sich auf einen von ihnen festzulegen, weil sie alle auf unterschiedliche Weise faszinierend sind.

Ich mochte besonders, dass Rylee kein typisches, naives „Chosen Girl“ ist. Sie ist clever, widerspenstig, manchmal verletzlich, aber niemals schwach. Ihre Dialoge sind bissig, ihre Gedanken voller Feuer. Und auch wenn die Geschichte romantisch und sinnlich ist, bleibt sie durch Rylees innere Stärke geerdet.

Natürlich hat das Buch auch seine Schwächen. Manche Momente entwickeln sich sehr schnell – gerade die emotionalen Verbindungen zwischen Rylee und den Prinzen passieren manchmal zu unmittelbar, um sich völlig echt anzufühlen. Der Mittelteil verliert etwas an Tempo, bevor es zum Finale hin wieder richtig fesselt. Aber das hat mich nicht gestört, weil die Atmosphäre, die Spannung und die Chemie einfach stimmen.

Was Jade Presley wirklich gut kann, ist dieses Gefühl von Gefahr und Verlangen nebeneinander zu setzen. Es gibt Szenen, die unglaublich intensiv sind – nicht nur körperlich, sondern auch emotional. Und hinter all dem steckt eine Welt, die neugierig macht: düster, ungerecht, faszinierend.

The Never List ist kein Buch, das sich neu erfindet, aber eines, das seine Tropes perfekt spielt: Fated Mates, verbotene Liebe, Rebellion gegen ein grausames System – und das alles mit einem Schreibstil, der leicht, flüssig und süchtig machend ist.

Am Ende habe ich das Buch zugeklappt und gedacht: Ja, ich will mehr davon. Mehr von Rylee, mehr von dieser Welt, mehr von den Prinzen.

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