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TanjaBue

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Veröffentlicht am 03.01.2022

"Ich bin nicht sicher, ob [eine solche Liebe] so selten ist, oder nicht vielmehr eine Entscheidung, eine Hingabe und die Kraft, jeden Tag danach zu leben."

L.A. Love - Can't Stay Away
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Der Roman "L.A. Love - Can´t stay away" ist geprägt von Verlangen, Leidenschaft und Gefühlen. Die Chemie zwischen den Hauptprotagonisten Aria und Ben ist so unglaublich packend beschrieben, dass es schwer ...

Der Roman "L.A. Love - Can´t stay away" ist geprägt von Verlangen, Leidenschaft und Gefühlen. Die Chemie zwischen den Hauptprotagonisten Aria und Ben ist so unglaublich packend beschrieben, dass es schwer fiel das Buch aus der Hand zu legen. Ein Buch für die Seele!

Aufgrund des tollen Schreibstils habe ich mich beim lesen selbst mit der frage gequält, warum die beiden es sich so kompliziert machen müssen. Aria und Ben sind sich doch ohnehin erst nach Abschluss der Dreharbeiten näher gekommen und Ben war daher gar nicht mehr wirklich der Chef von Aria. Aber wann ist es schon einfach, wenn Gefühle mit im Spiel sind?! Die Angst und Unsicherheit von Aria, dass sie selber Hals über Kopf in der Sache mit Ben drinsteckt und er sie möglicherweise nur als Affäre ansieht, ist super lebensnah. Jeder hat wohl schonmal eine solche Unsicherheit empfunden. Und auch dass Ben über sein Bedürfnis, die Worte "Ich liebe dich" auszusprechen, so erschrocken war, war wirklich lebensnah.

Der Perspektivwechsel in den einzelnen Kapiteln zwischen Aria und Ben hat mich als Leser noch mehr zum Mitfiebern gebracht. Denn dadurch wurde so richtig deutlich, dass Aria und Ben im Grunde das gleiche wollen, auch wenn sie es sich anfangs gegenseitig nicht eingestehen wollten.

Abgerundet wird die Story durch das Thema "Frauenrechte". Damit haben es die Autorinnen zum Ende der ansonsten eher seichten Story geschafft, noch ein Ernstes Thema einzuarbeiten, das zum Nachdenken anregt. Insgesamt also ein sehr gelungener Roman. Lohnt sich zu lesen! :)

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Veröffentlicht am 29.11.2021

„Der Selfie-Killer“ - oder „Wie gefährlich können Insta und Co. wirklich sein?“

Der Selfie-Killer
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Mit seinem Thriller „Der Selfie-Killer“ greift der Autor Paul Buderath die aktuelle Thematik um den Umgang junger Erwachsener (zu denen ich mich selbst zähle) mit den sozialen Medien auf. In dem Thriller ...

Mit seinem Thriller „Der Selfie-Killer“ greift der Autor Paul Buderath die aktuelle Thematik um den Umgang junger Erwachsener (zu denen ich mich selbst zähle) mit den sozialen Medien auf. In dem Thriller geht es um einen Mörder, der in Essen sein Unwesen treibt und sich als Opfer stets Personen aussucht, die ihr Leben in den sozialen Medien übertrieben geschönt zur Schau stellen. Die Opfer überlassen hinsichtlich der eigenen Darstellung auf Instalife nichts dem Zufall: jeder Post muss genau geplant werden, jedes Selfie muss perfekt sein und stets kommt es nur darauf an, gegenüber den Followern die perfekte Illusion eines begehrenswerten Lebens zu kreieren. Dabei verbirgt jedes der ins Visier des Selfie-Killers geratenen Opfer sein wahres Leben samt seiner Probleme. Genau an diesen Illusionen, die zu Unzufriedenheit und Neid bei den Followern führen, stört sich der Selfie-Killer, sodass er seine Opfer tötet indem er ihnen mit einem Messer die Kehle durchtrennt. Dabei macht er skurrilerweise im Moment des Todes ein Selfie des jeweiligen Opfers, dass er unter dem Hashtag #meinletztesfoto auf deren Instalifeprofil postet.

Der Thriller ist überaus mitreißend. Dank des tollen Schreibstils lässt sich das Buch flüssig lesen, die Kapitel sind schön kurz gehalten und der Perspektivwechsel in den einzelnen Kapiteln ist gut zu verstehen.
Inhaltlich überzeugt das Buch insbesondere mit seinen überzeugenden Charakteren: Da ist zum einen der Kommissar Michelsen, über den der Leser zwar wenig Persönliches erfährt, der aber dennoch ein guter Kerl zu sein scheint. Dann ist da noch Laura, die Kriminalfälle in ihrem persönlichen Umfeld geradezu anzuziehen scheint. Denn nach ihrem Umzug in eine WG gerät prompt deren Mitbewohnerin Robyn in die Fänge des Selfie-Killers. Der Charakter des Selfie-Killers selbst ist besonders spannend, denn dessen Einstellung zu den sozialen Medien lässt sich im Grunde teilen. Gerade wenn man selbst der Generation angehört, die ihr Leben gerne in den sozialen Netzwerken teilt, ist die Kritik des Selfie-Killers an der überspitzten Selbstdarstellung in sozialen Medien bestens nachvollziehbar. Viele junge Erwachsene scheinen auf Insta und Co. tatsächlicher eher einem „Phantom“ zu gleichen, denn einem wahren Menschen. Dabei scheinen viele junge Erwachsene zu vergessen, dass jeder „perfekte“ Post nachteilig für das Selbstwertgefühl der Follower sein kann.

Alles in allem ein spannendes Buch, das hinsichtlich des Umgangs mit den sozialen Medien zum Nachdenken anregt und sich daher besonders für junge Erwachsene eignet.

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