Profilbild von Thomasito

Thomasito

Lesejury Profi
offline

Thomasito ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Thomasito über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.07.2025

Der Funke wollte leider nicht überspringen

Lonely Hearts Club. Healing
0

Ich liebe die Romance-Bücher des GU Verlags, da sie Mental Health-Themen aufgreifen und diese sensibel und authentisch behandeln. Auf "Lonely Hearts Club" von Nasanin Kamani hatte ich mich sehr gefreut, ...

Ich liebe die Romance-Bücher des GU Verlags, da sie Mental Health-Themen aufgreifen und diese sensibel und authentisch behandeln. Auf "Lonely Hearts Club" von Nasanin Kamani hatte ich mich sehr gefreut, da mich der Klappentext und die Idee rund um den Club aus Gleichgesinnten mit mentalen Problemen sehr angesprochen hat. Leider wollte der Funke dieses Mal aber nicht auf mich überspringen.

Dabei hat mir der Einstieg echt gut gefallen. Direkt zu Beginn der Story werden wir Leser Zeuge davon, wie Clara ihren Klinikaufenthalt abbricht und wieder zurück nach Paris flüchtet, um sich nicht ihren Problemen stellen zu müssen. Der Weg zur mentalen Gesundheit ist nicht geradlinig, sondern oftmals steinig und mit Umwegen. Das fand ich sehr gut und realistisch dargestellt.

Weniger authentisch haben sich hingegen einige der Dialoge für mich angefühlt. Ich mochte den Schreibstil eigentlich, da er flüssig und angenehm zu lesen war – allerdings waren mir die Dialoge zu gewollt poetisch angehaucht, was nicht wirklich zum jungen Alter der Protagonisten gepasst hat und auf mich oftmals etwas "geschwollen" gewirkt hat.

Generell muss ich auch leider sagen, dass ich weder mit Clara noch mit Milly wirklich warm geworden bin. Ich fand es gut, dass die Story abwechselnd aus Sicht beider Protagonisten erzählt wird, um so Einblicke in ihre Gefühls- und Gedankenwelt zu bekommen. Dennoch sind für mich beide recht blass geblieben. Zudem war die Kommunikation zwischen den beiden recht oberflächlich und ich habe die Gefühle zwischen ihnen einfach nicht gespürt. Sehr schade.

"Lonely Hearts Club" liegt eine tolle Idee zugrunde und ich mochte den Mental Health-Aspekt sehr gerne. Leider wurde das Potenzial für mich aber nicht wirklich ausgeschöpft und die Story ist zu oberflächlich geblieben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.07.2025

Spannender Auftakt

Der Trailer
0

Camping ist leider so überhaupt nicht meins. Auf "Der Trailer" von Linus Geschke und Camp Donkerbloem habe ich mich aber dennoch gefreut. Denn mit "Wenn sie lügt" habe ich letztes Jahr meinen ersten Thriller ...

Camping ist leider so überhaupt nicht meins. Auf "Der Trailer" von Linus Geschke und Camp Donkerbloem habe ich mich aber dennoch gefreut. Denn mit "Wenn sie lügt" habe ich letztes Jahr meinen ersten Thriller von Geschke gelesen und war total begeistert davon.

Geschkes Schreibstil ist flüssig, einnehmend und atmosphärisch, weshalb ich ab der ersten Seite mitten im Geschehen war. Vor allem die Rückblenden zu Lisas Verschwinden haben dafür gesorgt, dass mir ein Schauer nach dem anderen den Rücken heruntergelaufen ist, und Camp Donkerbloem wird so bildhaft beschrieben, dass ich das Gefühl hatte, selbst dort zu sein.

Sehr gefallen haben mir auch die toll ausgearbeiteten Charaktere, die alle recht sonderbar und auf den ersten Blick wenig sympathisch sind. Dennoch sind mir Frieda, Wout, Kathinka und Tayfun schnell ans Herz gewachsen und ich habe mit ihnen mitgefiebert.

Allerdings sind es auch die vielen verschiedenen Perspektiven, aus denen die Story erzählt wird, und die diversen Settings, die mich in der ersten Hälfte etwas gestört haben. Durch die vielen Perspektiv- und Szenenwechsel blieb die Spannung für mich etwas auf der Strecke, wodurch ich die Story an manchen Stellen als etwas langatmig empfunden habe. In der zweiten Hälfte wurde dies aber viel besser, und das Ende mit seinen Plot Twists habe ich so nicht kommen sehen. 😱

Mit "Der Trailer" liefert Linus Geschke einen spannenden Auftakt der Donkerbloem-Trilogie, der Lust auf mehr macht. Ich bin gespannt, wie es in Band 2 weitergeht – vor allem auch nach dem Hinweis im Nachwort, dass man sich nicht zu sehr an die Protagonisten gewöhnen sollte. 😱

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.07.2025

Grandioser Thriller

Aschesommer
0

Die Gruppe 4 ermittelt wieder! Nachdem "Krähentage" im letzten Jahr mein absolutes Thriller-Highlight war, habe ich mich tierisch darüber gefreut, dass die Reihe weitergeht. Mit "Aschesommer" liefert Benjamin ...

Die Gruppe 4 ermittelt wieder! Nachdem "Krähentage" im letzten Jahr mein absolutes Thriller-Highlight war, habe ich mich tierisch darüber gefreut, dass die Reihe weitergeht. Mit "Aschesommer" liefert Benjamin Cors den zweiten Serienkiller-Fall der Gruppe 4 ab, der wie auch schon sein Vorgänger ein richtiger Pageturner ist. 🌻

Wie auch schon in "Krähentage" hat mich der flüssige und atmosphärische Schreibstil ab der ersten Seite abgeholt. Der neue Fall ist wieder so kreativ und spannend inszeniert, dass ich nur so durch die Seiten geflogen bin. Im Zentrum steht ein Serienkiller, der sich bei seinen Morden an den fünf Massensterben der Erdgeschichte orientiert. Was für eine geniale Idee! 😱

Überzeugen konnte mich auch wieder die Gruppe 4, die sich aus so vielen unterschiedlichen Charakteren zusammensetzt und dennoch so gut funktioniert. Vor allem die beiden leitenden Ermittler Mila Weiss und Jakob Krogh sind so interessante und vielschichtige Charaktere, die nach wie vor ihr Päckchen und ihre Geheimnisse mit sich herumtragen. Das macht sie in meinen Augen aber umso nahbarer und sympathischer. Auch die anderen im Team sind so interessant, wobei ich im nächsten Band gerne noch etwas mehr über Frauke erfahren würde. Sie blieb im Vergleich zu den anderen fast etwas blass.

Der Antagonist und Strippenzieher hinter den Morden wird schon recht früh enthüllt – da dieser allerdings in einer geschlossenen Einrichtung sitzt, muss er zwangsläufig mit jemandem zusammenarbeiten. Ich fand es beängstigend, welch einen Einfluss Bode auf andere Menschen hat und wie sehr er sie für seine Zwecke manipulieren kann. Die grauenvollen Morde und die unerwarteten Plot Twists haben ihr übriges getan, dass mir beim Lesen ein Schauer nach dem anderen über den Rücken gelaufen ist.

"Aschesommer" ist ein spannender und rasanter Thriller, der seinem Vorgänger in nichts nachsteht. Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Fall der Gruppe 4 – der dann eventuell sogar die Ereignisse aus dem Epilog von "Krähentage aufgreift? Ich würde es mir wünschen... 😱👀

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.06.2025

Unterhaltsam, aber auch etwas anstrengend

Girl Abroad
0

Mein erstes Buch von Elle Kennedy. Nachdem ich so viel Gutes über die Autorin und vor allem ihre Off Campus-Reihe gehört habe, habe ich mit "Girl Abroad" nun ihr aktuellstes Buch gelesen. Und was soll ...

Mein erstes Buch von Elle Kennedy. Nachdem ich so viel Gutes über die Autorin und vor allem ihre Off Campus-Reihe gehört habe, habe ich mit "Girl Abroad" nun ihr aktuellstes Buch gelesen. Und was soll ich sagen? Ich habe ambivalente Gefühle...

Dabei war die erste Hälfte perfekt. Schon die erste Szene in London, als Abbey feststellt, dass ihre drei Mitbewohner Männer und keine Frauen sind, fand ich so göttlich. Generell musste ich beim Lesen immer wieder schmunzeln oder sogar laut loslachen, da die Story so unterhaltsam und humorvoll geschrieben ist.

Und dann ist da noch die Dynamik zwischen Abbey und ihren Mitbewohnern, die einfach so toll ist. Abbey, Lee, Jamie und Jack sind so unterschiedlich, aber alle vier auf ihre eigene Art und Weise so sympathisch. Vor allem Lee mochte ich sehr, da er Abbey mit offenen Armen empfängt und zu ihrer engsten Kontaktperson in London wird. Ich hätte ein ganzes Buch nur über das WG-Leben der vier lesen können.

Doch nach der Hälfte ging es dann für mich leider bergab. Plötzlich stand fast ausschließlich das Liebesdreieck zwischen Abbey und ihren beiden Love Interests Jack und Nate im Vordergrund. Ich bin generell kein Fan von Love Triangles, aber hier hat mir jegliche Tiefe gefehlt und das Interesse der drei schien rein körperlich zu sein, was mir leider überhaupt nicht gefallen hat. Zudem wurden Abbey und auch Lee so anstregend und haben sich teilweise so kindisch und egoistisch benommen, dass ich irgendwann nur noch genervt war.

Glücklicherweise gab es aber auch noch Abbeys Recherchen für ihr Uniprojekt, die sich durch die gesamte Story gezogen haben und die wirklich interessant und spannend waren. Ich wollte unbedingt wissen, wer die Frau auf dem Gemälde ist und wie alles zusammenhängt.

Insgesamt ist "Girl Abroad" ein unterhaltsamer Roman, bei dem weniger mehr gewesen wäre. Die Story hat so toll angefangen, aber das Love Triangle hat für mich leider vieles kaputtgemacht. Sehr schade.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.06.2025

Süße Smalltown Romance

The One I Left Behind
0

In "The One I Left Behind" von Piper Rayne begleiten wir den Ex-NFL-Spieler Ben Noughton dabei, wie er nach 14 Jahren wieder zum ersten Mal in seine Heimatstadt in Nebraska zurückkehrt. Dort trifft er ...

In "The One I Left Behind" von Piper Rayne begleiten wir den Ex-NFL-Spieler Ben Noughton dabei, wie er nach 14 Jahren wieder zum ersten Mal in seine Heimatstadt in Nebraska zurückkehrt. Dort trifft er auf seine große Jugendliebe Gillian, die er damals für seine Karriere zurücklassen musste. Wenn das mal nicht nach einer spannenden und emotionsgeladenen Story klingt... 🤭

Willowbrook ist dabei eine super süße und beschauliche Kleinstadt, die sehr bildhaft beschrieben wird. Allein schon die Parade anlässlich Bens Rückkehr direkt zu Beginn der Story war so typisch für eine amerikanische Kleindstadt und hat mich sehr an Stars Hollow und die "Gilmore Girls" erinnert, dass ich beim Lesen schmunzeln musste und das Buch am liebsten gar nicht weglegen wollte. Dazu beigetragen haben auch der flüssige Schreibstil und die sympathischen (Neben-)Charaktere wie Gillians Sohn Clayton, den ich schnell in mein Herz geschlossen habe.

Erzählt wird die Story abwechselnd aus der Perspektive von Ben und Gillian, was mir gut gefallen hat. Denn dadurch lernt man die beiden Protagonisten besser kennen und erhält Einblicke in ihre Gedanken- und Gefühlswelt. Vor allem Gillians Sicht fand ich dabei spannend, da sie vor 14 Jahren von Ben sitzen gelassen wurde und immer noch daran zu knabbern hat.

Die Gefühle von beiden sind auf jeden Fall noch da, das spürt man direkt. Mir hat die Anziehung zwischen ihnen gefallen, allerdings ging mir alles dann doch etwas zu schnell. Ben und Gillian sprechen kaum über ihre Vergangenheit und ihre Gefühle, stattdessen passiert vieles zwischen den Kapiteln. Das fand ich etwas schade, da die Beziehung zwischen den beiden dadurch recht oberflächlich und unemotional geblieben ist.

Dennoch ist "The One I Left Behind" eine schöne und kurzweilige Smalltown Romance, die Lust auf mehr macht. Ich bin schon gespannt auf Band 2 und die Geschichte von Bens Bruder Jude und dessen bester Freundin Sadie. 😍

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere