"Grandpa hielt Bienen, weil er verstand, was wirklich wichtig war. " (S. 237)
Der HonigbusUnd das hat Meredith durchs Leben geholfen, denn sie hatte wahrlich eine Sch....Kindheit: Nach der Scheidung zog die Mutter mit den beiden Kindern Meredith und Matthew zu den Großeltern - von New Jersey ...
Und das hat Meredith durchs Leben geholfen, denn sie hatte wahrlich eine Sch....Kindheit: Nach der Scheidung zog die Mutter mit den beiden Kindern Meredith und Matthew zu den Großeltern - von New Jersey nach Kalifornien.
Es war längst nicht nur der Ortswechsel, der den Kindern zu schaffen machte: mit ihrer Rückkehr ins Elternhaus gab die Mutter sämtliche Verantwortung an ihre eigene Mutter ab und wurde somit wieder zum Kind.
Ihre eigenen Kinder hatten keinen Zugang mehr zu ihr. Meredith, die Autorin dieses Buches, schildert ihre Verlorenheit: denn wenn es Probleme gab, hielt die Großmutter stets zu ihrer Tochter. Sie kümmerte sich zwar um die Kinder, doch in einer lieblosen, kalten Art, die ihnen klar machte, dass sie nur ihre Pflicht erfüllte.
Aber es gab noch Grandpa, der sich aus alldem raushielt. Er war nicht der leibliche Vater ihrer Mutter, doch das erfuhren die Kinder erst sehr viel später - und dann spielte es überhaupt keine Rolle mehr. Denn Grandpa war es, der den Kindern eine neue Welt eröffnete - die Welt der Bienen.
Vor allem für Meredith war diese Parallelwelt der rettende Anker - eine Parallelwelt ohne jeglichen Hauch des Fantastischen. Eine Welt, die von anderen Wesen, eben von Bienen bewohnt wird, in der es eine klare Struktur und viele Funktionen gibt. Jede Biene hat ihre Aufgaben zu erfüllen, die sich durchaus unterscheiden.
Meredith tauchte tief ein sowohl in den Prozess der manuellen Honigherstellung und mehr noch in die Welt der Bienen: eine Welt, die sie verstand und die sie in ihrem Zusammenhalt beruhigte.
Wie auch Grandpa, der schnell zum rettenden Anker in ihrem Leben wurde: der sie in die Schule begleitete, als die Väter von ihren Berufen berichten sollten und der ihr in ihren dunkelsten Momenten beistand. Da ihr eigener Vater weit weg war, verdankte sie Grandpa ein großes Stück Hoffnung im Hinblick auf die Zukunft.
Aber um all diese Zusammenhänge in Gänze nachvollziehen zu können, sollte man dieses Buch gelesen haben. Ein Buch voller Grausamkeiten und voller Liebe. Voller Hass und voller Zuneigung. Voll von Missachtung ebenso wie von Vertrauen. Von Geringschätzung und von Wertschätzung.
Ein schockierendes Buch, das zugleich voller Wärme ist. Ich fühlte mich nach dem Lesen einerseits richtig ausgehöhlt. andererseits aber auch sehr erfüllt. Und das ist - hoffentlich - das Gefühl das auf Dauer bleibt. Die Nachwirkung eines Buches, das viele Leser verdient!