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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.07.2018

Rumble in the Jungle

Ali
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Ja, diesen legendäre Kampf in Kinshasa gegen George Foreman mit K.O.-Sieg in der 8. Runde führt jeder im Munde - und längst nicht nur diejenigen, die sich fürs Boxen interessieren. Für Mohammed Ali aka ...

Ja, diesen legendäre Kampf in Kinshasa gegen George Foreman mit K.O.-Sieg in der 8. Runde führt jeder im Munde - und längst nicht nur diejenigen, die sich fürs Boxen interessieren. Für Mohammed Ali aka Cassius Clay hingegen sollte sich jeder interessieren, denn er war ein ganz besonderer Mensch, der so viel mehr auf dem Schirm hatte als Boxen. Nicht nur, dass er 1967 den Titelverlust und den Weg ins Gefängnis in Kauf nahm: wohlgemerkt aufgrund von Kriegsdienstverweigerung!

Der Mann hat unendlich viel getan sowohl für den Frieden als auch gegen den Rassenhass - nicht nur in den Staaten und beileibe nicht nur seinen guten Namen in den Ring geworfen. Für alle, die mehr über ihn erfahren wollen, kommt dieses Buch gerade richtig, denn es zeigt Facetten des großen Mannes, die man nicht unbedingt kennt.

Ali mit Frau und Töchtern am heimischen Abendbrottisch, aber auch im Kampf gegen (mir jedenfalls) unbekanntere Gegner: der Boxer steht hier schon im Mittelpunkt, doch erfährt man auch so einiges über das Drumherum und vor allem sind die Fotos nicht zu unterschätzen, die Ali auch von unerwarteten Seiten zeigen. Jede Menge Zitate gibt es dazu, die mir mal wieder vor Augen geführt haben, dass dies tatsächlich ein ziemlich arroganter Kerl war - aber wer, wenn nicht er konnte es sich leisten!

Ein tolles Buch, vor allem auch deswegen, weil an seinem Ende eine Zeittafel steht - ich liebe ja sowas, um einen wirklich umfassenden Überblick über eine Person zu erhalten. Eine gelungene Abrundung eines gelungenen Buches!

Veröffentlicht am 27.07.2018

Die Familie muss sich neu orientieren

Der perfekte Sohn
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Im Alter von erst 47 Jahren erleidet Ella einen Herzinfarkt - und ist klug genug, das nicht nur als Warnung, sondern als Stoppschild zu sehen, starb doch ihre Mutter im selben Alter. Und Ella wird noch ...

Im Alter von erst 47 Jahren erleidet Ella einen Herzinfarkt - und ist klug genug, das nicht nur als Warnung, sondern als Stoppschild zu sehen, starb doch ihre Mutter im selben Alter. Und Ella wird noch gebraucht - von Sohn Harry, der ,mit dem Tourette-Syndnrom eine ausgesprochen ungewöhnliche Belastung bzw. Behinderung hat und vom smarten Ehemann Felix, der als Investment-Banker bisher nur die Kohle nach Hause brachte, sich jedoch von Harry möglichst distanzierte.

Jetzt geht das nicht mehr, da Ella ausfällt, ist Harry nun auf seinen Vater angewiesen, der nicht die geringste Ahnung hat, wie er mit dieser Situation umgehen soll.

Eine Familie auf dem Prüfstand: werden Harry und Felix zueinander finden, sich gegenseitig vertrauen können? Wie man sich denken kann, ist dies eine Geschichte mit Höhen und Tiefen, die mich nur stellenweise berührte. Vor allem, da es mich als Leserin zu sehr in den amerikanischen Alltag katapultierte, ganz ohne Übergänge (was dann wohl der Übersetzung und deutschsprachigen Redaktion geschuldet ist, die hier möglicherweise hätte einiges mit Anmerkungen versehen bzw. ein eigenes Nachwort einbauen können. Aber man findet sich zurecht - es ist eben eine Geschichte aus dem Leben.

Es geht um Vertrauen, um das Bereitsein, sich aufeinander einzulassen, miteinander einen Weg zu gehen, auch in schwierigen Zeiten. Ein emotionaler Familienroman, der unter die Haut geht.

Veröffentlicht am 27.07.2018

Ein Buch für die Seele

Mögen gute Gedanken mit dir sein
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Die Autorin Charlotte Reed hat dieses Buch in sehr schwierigen Zeit, nämlich während einer Depression geschrieben. Es enthält kleine Sprüche und Redensarten, allerdings keine allgemeingültigen, sondern ...

Die Autorin Charlotte Reed hat dieses Buch in sehr schwierigen Zeit, nämlich während einer Depression geschrieben. Es enthält kleine Sprüche und Redensarten, allerdings keine allgemeingültigen, sondern solche, mit denen die Autorin sich selbst heilte.

Sagt sie. Und propagiert ihre Methode wiederholt vor und hinter ihrem eigentlichen Text und auch noch auf der Rückseite. Bisschen übertrieben, finde ich und glaube es nicht. Außerdem hat sie hier definitiv das Rad nicht neu erfunden - vieles ist schon mal gesagt, schon mal gehört worden - und oft eigentlich nicht mehr als ein Allgemeinplatz.

Wenn man es jedoch einfach als Inspiration, als kleine Anregung für den eigenen Alltag, für das eigene kleine Tief nimmt, kann es aber durchaus zumindest beim Gute-Laune-Bekommen helfen. Denn: wer zu schnell, zu leichtfertig glaubt, ist selber schuld. Finde ich. Und was spricht eigentlich dagegen, sich mit netten kleinen Gedanken und Ideen zum Umgang mit sich selber den Alltag zu versüßen? Dies sind Charlotte Reeds Gedanken - man kann sie ja selbst erweitern, ergänzen, aufpeppen. So, wie es einem gerade passt. Und die netten kleinen Bildchen bringen mich sowieso zum Lachen, sie sind so unprätentiös, einfach unglaublich spontan.

Ein Buch mit Ideen, die man aufgreifen kann oder auch nicht. Versuchen Sie es doch mal!

Veröffentlicht am 27.07.2018

Lost in Space

Hallo Leben, hörst du mich?
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ist gewissermaßen der 11jährige Alex - sein Leben auf der Erde ist recht trostlos und so flüchtet er sich in eine andere Welt, eine mit Raumschiffen und Außerirdischen: das ganze Buch ist im Prinzip ein ...

ist gewissermaßen der 11jährige Alex - sein Leben auf der Erde ist recht trostlos und so flüchtet er sich in eine andere Welt, eine mit Raumschiffen und Außerirdischen: das ganze Buch ist im Prinzip ein Tagebuch, das Alex in Tondokumenten für Außerirdische aufnimmt - ihnen erklärt er das Leben, sein Leben genauer gesagt.

Und das ist recht voll mit Aktivitäten - abgesehen davon, dass er den ganzen Haushalt für sich und seine Mutter schmeißt, kümmert er sich noch um seinen Hund und beschäftigt sich mit dem Konstruieren von Raketen - und natürlich mit seinen Tondokumenten. Die sollen ja schließlich ins All geschossen werden und sind somit ziemlich wichtig. Sein Leben regelt er total eigenständig und begibt sich so auch mal eben auf ein Raketenfestival mitten in der Wüste, wo er auf die unterschiedlichsten Gestalten trifft.

Definitiv kein Leben, das sich ein minderjähriger Leser zum Vorbild nehmen sollte! Denn Alex geht aus meiner Sicht schon sehr vertrauensvoll auf die Menschen in seiner Umgebung zu - viel zu vertrauensvoll in der heutigen Zeit!

Zudem wird alles sehr umständlich und ausführlich beschrieben - ein spannender, anregender Erzählstil ist das nicht! Aus meiner Sicht wurde hier eine gute Idee nicht so richtig schlagkräftig umgesetzt, ein Kinder- bzw. Jugendroman mit Pfiff geht anders!

Veröffentlicht am 27.07.2018

Ein ständiger Begleiter im Tanz des Lebens

Warten auf Bojangles
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ist Mr. Bojangles für die Eltern des jungen Protagonisten und - in weiten Teilen des Buches - Ich-Erzählers in der Geschichte um Georges und die Frau mit den vielen Namen, seine Frau. Für mich war es ein ...

ist Mr. Bojangles für die Eltern des jungen Protagonisten und - in weiten Teilen des Buches - Ich-Erzählers in der Geschichte um Georges und die Frau mit den vielen Namen, seine Frau. Für mich war es ein Leichtes, zu verstehen, dass er diese wie ein rohes Ei behandelt, spricht er sie doch nicht länger als 2 Tage mit demselben Namen an.Und tanzt ständig mit ihr zu "Mr. Bojangles", dem einzigen Lied, das bei ihnen zu Hause auf dem Plattenspieler laufen darf. Auch sonst haben es Georges und seine Frau gut miteinander und auch mit dem gemeinsamen Sohn, der nicht - wie man sich denken könnte - mit Befremden auf seine unkonventionellen Eltern reagiert, nein, er hält stets zu ihnen und bewundert vor allem seine schillernde Maman vorbehaltlos.

Und dann ist auf einmal Maman weg, Maman mit all den extravaganten Angewohnheiten, den Zigaretten und den krassen Ideen.

Die Männer der Familie finden sie, aber sie tun ein Häufchen Elend auf. Ja, so geht es, wenn man manisch depressiv ist und in der Regel dynamisch den Tanz des Lebens auf "Mr. Bojangles" tanzt. Und dann passieren weitere unvorhergesehene Dinge.

Ein Buch, das auf die Stimmung schlägt, diese aber auch zu erhellen mag - durchaus ein launisches Buch. Eines, das mich sehr befremdet hat - und was ganz sicher nicht für jeden geeignet ist. Es lohnt aber, sich darauf einzulassen und den Test quasi am eigenen Leib zu machen!